Versetzung innerhalb der Firma

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!
tosca
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Re: Versetzung innerhalb der Firma

Beitrag von tosca »

Noch zur Info: Ich habe mit der Rechtsberatung des DCCV telefoniert und der Anwalt meinte, ich solle die Gleichstellung auf jeden Fall beantragen. Das habe ich jetzt gemacht.

Brigitte
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Re: Versetzung innerhalb der Firma

Beitrag von Brigitte »

Hallo Tosca,
wenn Du durch die Agentur zur Arbeit einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt bist, hast der Arbeitgeber Dir gegenüber die gleichen Pflichten wie bei einem Schwerbehinderten mit einem GdB ab 50. Was Du nicht ist, sind früherer evtl. abschlagsfreier Renteneintritt, fünf Tage Zusatzurlaub und unentgeltlichter Transport im Personenverkehr.

Viele Grüße
Brigitte

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Thilo
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Re: Versetzung innerhalb der Firma

Beitrag von Thilo »

Hallo tosca,

ich fasse nochmal deine betrieblichen Probleme zusammen:

1. die Versetzung langjährig Beschäftigter auf Stellen mit niedrigerer Qualifikation
2. die Befürchtung, dass neue Arbeitsbebiete verbunden sind mit Stress und vermehrter Präsenz im Betrieb
3. das hierdurch auch ein weiterer Anstieg ihrer krankheitsbedingten Fehlzeiten verbunden ist
4. Furcht vor Mobbing

All dies wird durch eine neue Organisationsstruktur, die der neue Geschäftsführer offensichtlich selbstherrlich ohne MItwirkung des Betriebsrates, veranlasst und durchführen lässt.

Eine Gleichstellung würde dich mit schwerbehinderten Menschen im Betrieb gleichsetzen (die Ausnahmen wurden beschrieben). Der Arbeitgeber hat hiervon kaum Nutzen, da er die Beschäftigungquote für Schwerbehinderte bereits erfüllt hat. Außer dem sogenanten Kündigungsschutz bleiben im speziellen Fall wenig Vorteile für dich.

Kündigungsschutz bei Schwerbehinderten bedeutet, dass der Arbeitgeber vor einer beabsichtigten Kündigung beim Integrationsamt die Zustimmung einholen muss. Wer weiß, dass die Integrationämter überwiegend ihre Zustimmung zur Kündigung geben, der merkt recht schnell, dass der Kündigungsschutz eher eine Farce ist. Wenn ein Arbeitgeber einen Beschäftigten los werden will, wird er ihn los - garantiert.

Der Betriebsrat hat eine Mitspracherecht bei der Organisation von Arbeitsabläufen. Dieser scheint ja jetzt hellhörig geworden zu sein und aktiv zu werden. Hier alleine liegt der Schlüssel zur Lösung des Problems. Der Betriebsrat hat die Aufgabe dich zu unterstützen. Aus welchem Grund soll eine einseitige Änderung deines bisherigen Aufgabenbereiches stattfinden, wenn es keinen Anlass dazu gab.

Eine Gleichstellung kann man durchaus beantragen, wenn man auch einen Nutzen von diesem Status hat. Ich sehe den Nutzen für dich aktuell nicht.

Gruß

Thilo

tosca
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Re: Versetzung innerhalb der Firma

Beitrag von tosca »

Hallo Thilo,

danke für Deine Einschätzung. Die Zusammenfassung passt sehr gut. Ich hoffe auch vorwiegend auf den BR.
Die Frage ist noch, ob Du Nachteile siehst, wenn ich die Gleichstellung beantrage? Im schlimmsten Fall habe ich halt keinen Vorteil, dann wäre es egal.

Tosca

Brigitte
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Re: Versetzung innerhalb der Firma

Beitrag von Brigitte »

Hallo Tosca,
wenn Du bei dem Gleichstellungsantrag die Befragung des Arbeitgebers nicht zulässt, erfährt dein Arbeitgeber von diesem Antrag nicht. BR und Schwerbehindertenvertretung sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und dürfen hierüber dem Arbeitgeber nichts sagen. Ob Du den positiven Ausgang Deines Antrages dem Arbeitgeber verrät, liegt in Deinen Händen.

Viele Grüße
Brigitte

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