Bildung Antikörper bei Imraldi

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Savannah
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Bildung Antikörper bei Imraldi

Beitrag von Savannah »

Hallo zusammen,

ich nehme seit drei Wochen (also bisher zwei Injektionen) Imraldi-Pens, sonst keine Medikamente. Erst hat es super geholfen und es war alles fast wieder normal, wobei man ja bei der ersten Injektion standardmäßig die doppelte Dosis bekommt. Jetzt werden aber Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit und Durchfall schon wieder schlimmer. Weiß jemand ob das sein kann dass sich so schnell Antikörper bilden? Ich habe schon im Forum gelesen, bei einigen bilden sich nach einem Jahr oder mehr welche... aber nach drei Wochen :?:

Mit der Kühlung dürfte eigentlich auch alles gestimmt haben, da ich die beiden Injektionen noch beim Gastro bekommen habe.
Auf eine Kortison-Therapie hab ich so langsam auch kein Bock mehr :roll: , ich hatte mich schon soo gefreut als es scheinbar gewirkt hat.

Kommt es eigentlich auch mal vor, dass solche Medikamente bei jemandem einfach gar keine Wirkung haben? Vielleicht hab ich mir alles nur eingebildet...


LG
Sav :)
Lass dir von der Vergangenheit nicht das Leben diktieren, aber lass sie dir für die Zukunft ein guter Ratgeber sein :)

Trüffel
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Re: Bildung Antikörper bei Imraldi

Beitrag von Trüffel »

Hallo Sav,

dein Beitrag erinnert mich ein bisschen an meine Situation von vor ein paar Jahren: Ich hatte damals erst Remicade (Infliximab) bekommen. Als nach mehreren Infusionen noch immer keine Besserung eingetreten ist, hat mein Gastro das Präparat gewechselt und so bin ich auf Humira (Adalimumab) umgestiegen. Mein Doc meinte damals, dass ich mit den Spritzen mehr Glück haben könnte; dem war aber nicht so. Wir haben das Intervall von den vorgeschriebenen 2 Wochen auf 1 Woche verkürzt und als sich auch nach längerer Zeit partout keine Besserung einstellen wollte, hat mein Doc einen Test auf Antikörper machen lassen. Das Ergebnis war negativ, also keine Antikörper. Mein Doc hat dann daraus geschlossen, dass ich ein non-Responder bin was die TNF-alpha-Blocker angeht.

Warum ich dir das schreibe:
Anscheinend hat Imraldi bei dir zuerst eine Besserung gebracht. Wenn diese Besserung nun nachlässt und es tatsächlich kein Placebo-Effekt war, würde ich den Doc um einen Antikörper-Test bitten. Falls du Antikörper gebildet hast, wäre ein Wechsel auf ein anderes Präparat möglich. (Mein Doc hat mir damals erklärt, dass man z.B. einen anderen TNF-alpha-Blocker ausprobieren kann, also statt Adalimumab dann Infliximab; oder man wechselt die Wirkstoffklasse, z.B. zu Integrin-Hemmern wie Vedolizumab/Entyvio oder Interleukin-Inhibitoren wie Ustekinumab/Stelara etc.).

Und ja, es kann sein, dass manche Patienten auf bestimmte Medikamente nicht ansprechen. Wie oft das vorkommt, kann ich dir nicht genau sagen. Bei mir ist es beispielsweise so, dass Kortison überhaupt nichts bringt (d.h. ich bin steroidrefraktär), TNF-alpha-Blocker zeigen null Wirkung (= non-Responder)...

Auch wenn es vllt grad ein wenig aussichtslos für dich erscheint, aber gib die Hoffnung nicht auf!

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

PhilSE
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Re: Bildung Antikörper bei Imraldi

Beitrag von PhilSE »

Hey! Das ist genau die Situation, wegen der ich gestern meine erste Dosis Imraldi bekommen habe.

Bei mir war es Inflextra (Infliximab). War 9 Monate total happy damit. Januar hab ich dann gemerkt, das schleichend alles ist wie früher... leider hat es nochmal zwei Infusionen gedauert bis man mir gesagt hat, dass man Talspiegel und Antikörper mal anschauen sollte... gesagt getan. Talspiegel war total niedrig und hatte angefangen Antikörper zu bilden.
Ich vermute, dass selbiges auch bei Adalimumab sein kann. Wie Trüffel schon sagt würd ich unbedingt deinen Doc auf Antikörper ansprechen und auch nach dem Talspiegel fragen. Der hängt wohl nicht direkt mit den Antikörpern zusammen, sondern gibt an wiviel vom Medikament noch im Körper ist. (Wenn ich das richtig verstanden habe)

Drücke die Daumen!

Viele Grüße
Philipp

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Savannah
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Re: Bildung Antikörper bei Imraldi

Beitrag von Savannah »

Hallo PhilSE und Trüffel,

vielen lieben Dank für die schnellen Antworten :D

Infliximab hab ich tatsächlich wie ihr auch schon durch, hatte insgesamt 14 Infusionen, aber die Schübe kamen genauso wie ohne auch. Irgendwann hab ich dann selber gesagt, ich will das nicht mehr; einmal pro Monat ein ganzer Tag im Eimer wenn man noch zur Schule muss ist sehr nervig (und fällt auf).
Antikörper hat man da bei mir nie überprüft, keine Ahnung warum :roll: . Die fanden meine Entscheidung auch total unvernünftig, aber letztendlich war ohne Infliximab auch nichts schlechter.

Werde Antikörper + Talspiegel auf jeden Fall beim nächsten Termin ansprechen, mal schauen, was meine Gastro so meint :)

LG
Sav
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Kimberly
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Re: Bildung Antikörper bei Imraldi

Beitrag von Kimberly »

Hallo Sav,

Mein Arzt hat es mir so erklärt, dass die Wirkung nachlässt wenn der Spiegel sinkt und/oder sich Antikörper bilden. Wenn der Spiegel sinken sollte kann man die Abstände verkürzen, z.b auf wöchentlich gehen, solange die Antikörper im Rahmen bleiben. Wenn die Antikörper steigen bzw. sich entwickeln, würde er das Medikament wechseln, als nächstes würde er Stelara testen wollen, wenn es mal soweit sein sollte.
Mir sagte er, dass es für gewöhnlich durchschnittlich schon 2-3 Jahre funktioniert mit Imraldi. Ich nehm es jetzt schon 6/7 Jahre, Erst Humira aber mittlerweile Imraldi, wobei das nicht so häufig vorkommt das es solange gut geht und keine Antikörper entstehen.

Bei mir werden bei jeder Blutkontrolle, also regelmäßig, so wohl der Spiegel also auch die Antikörper bestimmt und das bereits von Anfang an.

Würde das also auch beim nächsten Mal ansprechen und mal gucken was dein Arzt dazu sagt.

LG Kimberly

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