Könnte ich Morbus Crohn haben?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Nastrowje » Di 5. Nov 2019, 14:07

Hallo,

Schon das eine oder andere Jahrzehnt habe/hatte ich Problem, deren Ursache mir noch kein Mensch/Arzt sagen konnte:
- Verdauungsstörungen
- Zahlreiche Befindlichkeitstörungen
- Leistungsverluste
- uvw.

Irgendwann habe ich intuitiv angefangen, mich mit Nahrungsergänzungsmittel zu versorgen, was mir immer mehr gut tat.
Scheinbar benötige ich deutlich mehr Nährstoffe wie ein Gesunder.
Insbesondere fettlösliche Vitamine, aber im Prinzip das Ganze Spektrum an Nährstoffen.
Desweiteren habe ich mehrere Lebensmittelunverträglichkeiten. Besserung bringt nur Meiden was ich auch tue, aber das Grundproblem bleibt trotzdem bestehen.
Mittlerweile nehme ich viele Lebensmittel/Stoffe aus der Naturheilkunde bekannt dazu, die nachgewiesen "entzündungshemmend" sind,
und auch diese Dinge tun alle spürbar gut. Allerdings nur, wenn ich das alles unmittelbar vor dem Essen zu mir nehme.

Eine Hauptmahlzeit ohne das alles wäre auch heute noch eine Katastrophe.
Alle OHNE Medikamente...

Laut mehrerer Ärzte:
- Die Leber ist völlig in Ordnung
- Die Galle ist in Ordnung
- Bauchspeicheldrüse bislang auch.
- Die Dickdarmspiegelung mit Dünndarmbiopsi hat keine "sichtlichen" Ergebnisse gebracht.

Das Blutbild hat keine nennenswerte Probleme aufgezeigt. Nur ein paar Parameter liegen sehr nah an der Unter- oder Obergrenze.
Nur der Entzündungswert Gliadin IgA lag mit 88.3 RE/ml zu hoch, max. wäre 25, aber man sprach immer noch von "nur leicht zu hoch".

"Gefühlt" und von der Symptomatik her, flammend die Beschwerden ca. alle 8-10 Std. auf, ohne meine oben genannte "Therapie",
wärs eine Katastrophe, weil das saubere Verdauen nur schwer funktioniert, und dann gibt es wieder alle Folgestörungen. Nur
damit bekomme ich es nahezu störungsfrei in den Griff.

Achja, auffällig ist ein erhöhter Zuckerbedarf. Wenn ich versuchen würde die empfohlenen Mengen irgendwelcher Ernährungs-
gesellschaften einzuhalten, wäre ich ständig müde, unkonzentriert, kraftloser usw.

Kann das auf einen Morbus Crohn hindeuten? Evtl. etwas anderes?

Vielen Dank vorab für Antworten.
Nastrowje
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Vielen Dank für alle Antworten » Di 5. Nov 2019, 14:37

Hallo,

um was für Beschwerden geht es denn konkret? Das kann ich aus dem Post nicht ganz rauslesen.
Wurde bereits der Calprotectin Wert im Stuhl erhoben? Dieser wird als sehr sensitiver Marker mit hohem negativem Vorhersagewert genau für eine solche Differenzierung, dh entzündlich (MC) versus nicht-entzündlich (RDS, Unverträglichkeiten etc.).
Liegen ansonsten Warnsymptome vor? (Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Anämie, nächtliche Beschwerden, erhöhte Temperatur etc.)
Und was ist die Einschätzung seines Arztes?

Alles Gute!
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Nastrowje » Di 5. Nov 2019, 14:57

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Hallo,

um was für Beschwerden geht es denn konkret? Das kann ich aus dem Post nicht ganz rauslesen.
Und was ist die Einschätzung seines Arztes?

Alles Gute!


Ist die Frage (auf beides bezogen) jetzt echt ernst gemeint? *grübel und drüber nachdenk für was er die vielen zeilen geschrieben hat*

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Wurde bereits der Calprotectin Wert im Stuhl erhoben? Dieser wird als sehr sensitiver Marker mit hohem negativem Vorhersagewert genau für eine solche Differenzierung, dh entzündlich (MC) versus nicht-entzündlich (RDS, Unverträglichkeiten etc.).
Liegen ansonsten Warnsymptome vor? (Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Anämie, nächtliche Beschwerden, erhöhte Temperatur etc.)


Gewichtsverlust: Eher im Gegenteil. Ich esse mittlerweile sehr viel und durch die Nährstoffergänzung habe ich weniger Durchfall, und deshalb geht dabei weniger flöten. Untergewichtig war ich nie, aber je besser der Darmzustand, desto mehr steigt das Gewicht an.
Calprotection Wert: Habe ich keine Auswertung.
RDS: Was ist das?
Blut im Stuhl: Das habe ich dann, wenn ich unverträgliche Lebensmittel habe oder ich meine Nahrungsergänzungsmittel zum Essen nicht nehme. Dann habe ich erhebliche Verdauungsbeschwerden, daraus resultierend Durchfall und eben die Blutungen.
Anämie: Hämoglobinwerte sind mittlerweile normal
Körpertemperatur: Normal
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Vielen Dank für alle Antworten » Di 5. Nov 2019, 15:23

Die Frage bezüglich Beschwerden war darauf bezogen, dass aus deinem ersten Post nicht hervorging um welche Art von Verdauungsbeschwerden es sich handelt: Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Schmerzen, Blut... darauf bezog sich meine Nachfrage, die du ja in deinem zweiten Post beantwortet hast.

RDS=Reizdarmsyndrom

Durchfall mit Blutungen sind meines Wissens nach nicht allein auf Unverträglichkeiten zurückzuführen.
Um eine Indikation zu erhalten, ob eine Entzündung könntest bei Beschwerden Ja den Calprotectin Wert bestimmen lassen, der eine sehr sensitive Abgrenzung zwischen CED/MC und „einfacher“ Unverträglichkeiten erlaubt. Multiple Nahrungsmittelunverträglichkeiten können übrigens aus dem MC resultieren.

Ansonsten werden die erfahrenen Forumsmitglieder vl noch was dazu schreiben.

Alles Gute!
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Nastrowje » Di 5. Nov 2019, 16:46

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Die Frage bezüglich Beschwerden war darauf bezogen, dass aus deinem ersten Post nicht hervorging um welche Art von Verdauungsbeschwerden es sich handelt: Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Schmerzen, Blut... darauf bezog sich meine Nachfrage, die du ja in deinem zweiten Post beantwortet hast.


Die Symptome "wären", ich schreibs mal bewusst so, weil ich es mit meiner Therapie schon recht gut im Griff habe:
- Verdauungsstörungen > dadurch Durchfall und wiederrum wohl in der Folge > Blähungen, der Bauch geht auf wie wenn ich schwanger würde. Nach kürzerer Zeit Schwindel, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Leistungsnachteile usw.
- Blut im Stuhl gibts dann auch immer wieder mal.
- Schmerzen: 1.) im Darm selbst schon, das beziehe ich auf die fehlende Möglichkeit das Essen richtig zu verdauen. Aber nur meine Meinung. Schmerzen in den Gelenken dann aufgrund der gestörten Nährstoffversorgung für den restlichen Körper, zunehmend mit jeder weiteren Mahlzeit die so abläuft. Und Kopfschmerzen.
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Karlotta2019 » Fr 8. Nov 2019, 16:14

Hallo,

also, meines Wissens helfen Nahrungsergänzungsmittel nicht gegen M. Crohn. D.h., wenn damit Deine Symptome so viel besser sind, ist es aus meiner Sicht entweder eher unwahrscheinlich, dass Du MC hast, oder die Ergänzungen haben einen gewissen Placebo Effekt, was aus meiner Sicht bei allen Verdauungs-Störungen oder -Erkrankungen auch eine gewisse Rolle spielt, da der Darm so eng mit dem Gehirn "verdrahtet" ist.
Spontan fiel mir noch die Möglichkeit einer HIstaminunverträglichkeit ein, insbes. was deine Kopfschmerzen nach dem Essen betrifft und die entsprechenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Evtl liest Du dich da mal ein.
Bzgl. Diagnostik eines MC müsstest Du halt ggf. mal Calprotectin bestimmen lassen sowie eine Koloskopie, Gastroskopie und MRT machen lassen. Wenn das alles unauffällig ist, dann scheidet das eher aus. Wenn Entzündungen gefunden werden, muss eben weiter geforscht werden.

Herzliche Grüße und gute Besserung
K.
Sorgen sind wie Nudeln: Man macht sich immer zu viele.
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Nastrowje » Sa 9. Nov 2019, 10:26

Also dass die Vitamine helfen ist sehr eindeutig, und über Jahre hinweg erprobt. Wenn ich sie weglasse, bekomme ich die größten Verdauungsschwierigkeiten mit allen Folgeproblemen wie bereits beschrieben.

Wenn das von euch geschildert mit einem Morbus Crohn nichts zu tun haben kann, dann ok. Nur..... wundert es mich dann, dass man z.B, einen Mangel an den fettlöslichen Vitaminen A, D, E, K durch Morbus Crohn haben kann, wie es hier beschrieben wird, in Verbindung mit Spritzen um sich die Vitamine ersatzweise intravenös zu verabreichen, weil durch den Morbus Crohn die Resorptionsquote der Vitamine sinkt.

https://www.aa-s.de/apotheke/vitamine-adek.html

Naja, dann muss es bei mir wirklich etwas anderes sein, oder aber ihr habt mit Nahrungsergänzung weniger zu tun.....
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Vielen Dank für alle Antworten » Sa 9. Nov 2019, 11:30

Um es ganz direkt zu sagen, die letzten Jahre hat sich eher herausgestellt dass die Supplementierung mit Vitaminen keinerlei positiven Effekte hat, im Gegenteil, es überwiegen die Nachteile und Risiken. Wenn man sich abwechslungsreich ernährt benötigt man keine Vitaminpillen. Es gibt keine einzige qualitativ hochwertige und unabhängige Studie, die auch nur den geringsten Nutzen von Vitamintabletten über dem Placebo Effekt hinaus belegen würde. Wenn dir eine solche bekannt ist, bitte nur her damit.

Ausnahmen bilden hier Vitamin B12 bei Veganer Ernährung und VitD. Hier gibt es empirische Studien die einen geringen Mangel nahe legen könnten, jedoch werden auch diese in der Wissenschaft nicht unkritisch gesehen.

Bei Krankheiten wie MC kann es natürlich anders aussehen, wenn die Resorption gestört ist, jedoch handelt es sich dann um langfristige Auswirkungen von Mangel (zB neurologische Erscheinungen bei B12). Kurzfristige Auswirkung von Vitamintabletten auf die Verdauung würde ich eher auf den Placeboeffekt zurückführen. Aber welche konkreten Nahrungszusätze meinst du eigentlich?

Deine Symptome könnten wie oben erwähnt für Histaminintoleranz sprechen, jedoch nicht das
Blut. Wenn das regelmäßig im Stuhl auftritt muss man dem nachgehen.

Wurde der Dünndarm schon genauer untersucht? Zb MRT?
Du selbst könntest Calprotectin im Stuhl bestimmen lassen um zu sehen ob eine Entzündung vorliegt.

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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Nastrowje » Sa 9. Nov 2019, 19:36

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Es gibt keine einzige qualitativ hochwertige und unabhängige Studie, die auch nur den geringsten Nutzen von Vitamintabletten über dem Placebo Effekt hinaus belegen würde. Wenn dir eine solche bekannt ist, bitte nur her damit.


Ich lebe bei sowas nicht von durchgelesenen medizinischen Studien, sondern von Erfahrungen durch Tests. Und mein Zustand hat sich bedeutend gebessert. Was dabei helfen kann, hat sicher irgendjemand schon einmal dokumentiert. Aber ich nutze da lieber andere Quellen. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass sich Ergebnisse mit eigenen Tests mit denen von Studien auch mal decken.

Kurzfristige Auswirkung von Vitamintabletten auf die Verdauung würde ich eher auf den Placeboeffekt zurückführen.


Das ist bei mir garantiert kein Placeboeffekt....

Aber welche konkreten Nahrungszusätze meinst du eigentlich?


Ich sprech von Multivitamine und Mineralien, vereinzelte Aminosäuren und Pflanzenstoffe, die spürbar Entzündungen hemmen und Mangelzustände ausgleichen. Aber das tut das nicht mit einer Einmalgabe. Das gehört jeden Tag dazu. Nur, richtig verwendet ohne Nebenwirkungen oder sonstige Schäden. Ich betone nur: Ich nutze KEINE Medikamente. Aber........ es gibt pflanzliche Wirkstoffe, und es gibt auch sinnvolle und gutverträgliche synthetische Stoffe.

Wurde der Dünndarm schon genauer untersucht? Zb MRT?


Biopsie

Du selbst könntest Calprotectin im Stuhl bestimmen lassen um zu sehen ob eine Entzündung vorliegt.


Diesen Blutwert kenne ich nicht. Dann mal bei einem nächsten Gang zum Arzt ansprechen... Allerdings....... merke ich mit dem was ich da tue und mit der notwendigen Regelmäßigkeit nichts mehr von Entzündungszsuständen. Dann müsste ich mit dem allem aufhören.

--------

Vielleicht könnt ihr ja in "Kurzform" sagen, was ihr gegen euren Morbus Crohn macht oder gar einnehmt.... :)
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Re: Könnte ich Morbus Crohn haben?

Beitragvon Karlotta2019 » Mo 11. Nov 2019, 00:33

Also, um das auch nochmal zu wiederholen: Es mag schon sein, dass man sich besser fühlt, wenn man Vitaminmangelzustände ausgleicht, die zB durch eine schlechte Resorption entstehen. ABER: dadurch verschwinden keine Symptome wie Durchfall usw., wenn es sich um eine CED mit aktiver Entzündung handelt. Natürlich hilft es evtl bei milden Formen, oder in der schubfreien Phase, mit Quellstoffen/ Pflanzenstoffen, Vitamin D, Darmflora-Aufbau usw. zu unterstützen und kann damit auch sicherlich viele positive Effekte erzielen. Aber die Krankheitssymptome bei einer Entzündung verschwinden dadurch nicht.
Wenn dem so wäre, würden sich glaube ich sehr sehr viele Patienten sehr freuen und die CED Therapie wäre revolutioniert.

Daher würde in Deinem Fall entweder Diagnostik anstehen, oder Du nimmst den Zustand so an, wie er ist, wenn Du Dich mit deinem Management eigentlich ganz wohl fühlst.

Ich nehme aktuell Prednisolon 50 mg und soll voraussichtlich auf Azathioprin eingestellt werden.
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