Azathioprin - Haarausfall?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Azathioprin - Haarausfall?

Beitragvon mc2017 » Sa 15. Jun 2019, 19:30

Liebe CED Betroffene,

bei mir läuft seit 6 Monaten einen Prednisolon - Azathioprin Therapie, Prednisolon seit
3 Monaten beendet... Haarausfall fiel mir eigentlich ziemlich früh auf, lt. meiner behandelnden
Praxis sollte sich das geben, ist jetzt aber allein unter Azathioprin sehr deutlich.

Leidet jemand an dieser Nebenwirkung durch Aza? Kann man irgendwie dagegen halten?
Derzeitige Dosierung ist bei mir 100 mg/Tag.

Danke für Erfahrungen.

Viele Grüße, MC Neuling
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Re: Azathioprin - Haarausfall?

Beitragvon Amsel » So 16. Jun 2019, 20:48

Hallo MC Neuling,
ich kann nur von mir berichten. Ich bekomme immer nach längerer Kortisoneinnahme starken Haarausfall. Wenn die Schilddrüsenwerte und Eisen ok sind, dann würde ich auf Kortison tippen. Dauert eine Weile, aber das wird wieder. Ich habe Kortison Ende Januar beendet und langsam hört der Haarausfall auf und es wachsen neue Haare. Ich nehme zusätzlich Kieselerde und Biotin ein.
Gruß Amsel
Sorge dich nicht was morgen kommt, sonst zahlst du im Voraus Zinsen für Schulden, die du vielleicht niemals machen wirst.
Amsel
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Re: Azathioprin - Haarausfall?

Beitragvon mc2017 » Mi 19. Jun 2019, 18:19

Danke für deine Info. Ich habe Biotin in dem B-Komplex den ich einnehme,
Kieselerde werde ich mal ausprobieren. Das Haar von Stirn zum Oberkopf
nimmt bei mir immer mehr ab, aber ich bin ja kein Mann, daher mache
ich mir Sorgen... zumal ich nach dem Haare waschen ordentliche Bündel
einsammel.

VG
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Re: Azathioprin - Haarausfall?

Beitragvon Amsel » Do 20. Jun 2019, 15:44

Genauso erging es mir, aber das wird schon wieder. Meine Neuen sind inzwischen 1,5 cm hoch :D
Sorge dich nicht was morgen kommt, sonst zahlst du im Voraus Zinsen für Schulden, die du vielleicht niemals machen wirst.
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Re: Azathioprin - Haarausfall?

Beitragvon Balsam07 » Mi 26. Jun 2019, 16:52

Ich hatte auch Haarausfall im vergangenen Jahr Oktober bis ca. Dezember. Ich hatte für 3 Wochen Aza genommen. Und es dann plötzlich nicht mehr vertragen - Epikrise. Vier Wochen danach begann der Haarausfall. Wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man es nur schwer nachvollziehen wie sehr die Psyche darunter leidet. Ich hatte Angst mir die Haare zu waschen, sie zu kämmen/zu föhnen oder mir einfach nur durch das Haar zu fahren. Dieses Gefühl der ausgefallenen Haare zwischen den Fingern und sie überall z. B. auf dem Boden, der Kleidung zu sehen war schrecklich. Mein Selbstbewusstsein litt furchtbar (ist ohnehin nicht das größte). Liebe Menschen in meinem Umfeld versuchten alles, um mich zu trösten und mich zu stärken. Aber die Reaktion meiner Friseurin sprach Bände. Mehr als ein Drittel der Haare war in kurzer Zeit weg. Eine kahle Stelle deutete sich am Hinterkopf an. Ich nahm die üblichen Haarkapseln (mit Zink, Biotin und Weizenkeimen). Ebenfalls begann ich zu der Zeit mit verordneten Eiseninjektionen.
Ich habe sofort nach dem Absetzen von Aza mit Humira begonnen. So dass ich anfangs nicht zuordnen konnte, ob der Haarausfall evtl. am Aza oder Humira lag. Oder an der mehrmonatigen Prednisolongabe, dem Eisenmangel oder allem zusammen.
Humira vertrage ich sehr gut. Verabreiche es mir immer am Freitagabend (aller 14 Tage). An den 2 Tagen danach bin ich dann oft etwas schlapp und müde. Leider habe ich seit ca. 5 Monaten Gelenkschmerzen im linken Arm-/Schulterbereich. Es kam ganz schleichend, mittlerweile habe ich mich schon fast daran gewöhnt. Bisher hatte ich 6 Sitzungen Zentrifugalmassage. Es tat sehr gut aber Besserung ist nicht eingetreten. Die Bewegungseinschränkung ist geblieben. Nun weiß ich wieder nicht, ist es eine Nebenwirkung vom Humira, das Alter/die Wechseljahre oder Begleiterscheinung vom Mb Crohn.
Aber meine Haare begannen im Januar wieder zu sprießen und der Haarausfall ist gestoppt. Das ist mal eine gute Nachricht. Ich züchte sie fein. Die Stoppeln standen die erste Zeit natürlich unter den noch vorhandenen Haaren ab, dies führte zu sehr skurrilen Frisuren. Mein armer Mann musste das Styling-Drama jeden Tag ertragen. Mittlerweile fallen die verschiedenen Längen an unterschiedlichen Stellen nicht mehr so auf.
Ich hoffe deine Haare erholen sich auch schnell wieder. Ich war wirklich erstaunt über mich selbst, wie schnell man jedem Werbeversprechen vertraut... eine immense Geldquelle sind die diversen „Wundermittel“.
Nun hab ich kein Haarausfall mehr, aber noch andere schwierige „Baustellen“ (Morbus Crohn, Fistel im Analbereich, Angst vor weiteren Fistelgängen, unschöne Marisken). Manchmal kann ich es für kurze Zeit gut verdrängen, aber oft auch nicht...
Wenn ich jedoch die Berichte anderer Betroffener lese, fühle ich mich jedenfalls nicht mehr so allein damit:)
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Re: Azathioprin - Haarausfall?

Beitragvon curio » Fr 28. Jun 2019, 14:35

Hallo mc2017,

vorübergehender Haarausfall ist bei Beginn einer Therapie mit Azathioprin oder Puri-Nethol eine durchaus übliche Nebenwirkung.
Dauer und Stärke sind dabei individuell unterschiedlich. In der Regel hört das aber nach ein paar Monaten von allein wieder auf und neue Haare wachsen nach.
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