Erfahrungen mit leichtem Erkrankungsverlauf?

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Erfahrungen mit leichtem Erkrankungsverlauf?

Beitragvon Anton99 » Di 4. Jun 2019, 12:17

Hallo, ich bin Anton, 20 Jahre alt und neu im Forum hier. Seit 2015 steht bei mir die Verdachtsdiagnose für einen Morbus crohn im Raum. ich hatte zum Zeitpunkt der Diagnose 5 kg verloren, blut und schleim im Stuhl jedoch weniger die crohntypischen Symptome, sprich keine Schmerzen und kein Durchfall. Bei einer Koloskopie wurden jedoch leichte Schleimhautläsionen im Dickdarm gefunden. Obwohl die Histologie nichts ergab wurde ich mit Kortison behandelt wodurch sofort meine Beschwerden verschwanden und ich seitdem beschwerdefrei war. In der Zeit danach konnte ich erfolgreich mein Abitur ablegen und bin mehrere Monate durch Skandinavien gewandert und hab anschließend mehrere Monate bei Rentierhirten gearbeitet. Nun Jobbe ich ein wenig um mir meinen Traum zu finanzieren nach Spitzbergen auszuwandern um dort an einem Studium zum Arktisguide teilzunehmen. Eigentlich nen prima Plan, wenn sich nicht zum ersten Mal seit 3 Jahren mein Darm mit Blut und Schleim melden würde :D Die Symptome bestehen seit nun mehr als einem Monat und mein Hausarzt hat mehrere Blutbilder veranlasst. Alles wirklich super, keine Entzündung erkennbar. Das mulmige Gefühl und die Symptome bleiben jedoch.

Also wenn ich nun nen Crohn habe, würde das bedeuten, dass ich meine Pläne zwangsläufig an den nagel hängen müsste oder gibt es Leute unter euch die Erfahrungen mit wirklich leichten Verläufen haben?
Ich habe einfach nur wahnsinnig Angst davor meine Freiheit meine Träume auszuleben zu verlieren und nicht als Guide arbeiten zu können und mich nur noch aufgrund der Krankheit in der Zivilisation aufhalten muss.

Also sozusagen mein erster Schub als ich 16 war hat mich wachgerüttelt und mir verdeutlicht, dass ich meine Träume konsequent umsetzen muss und als ich Genesen war, war ich so kräftig und gesund wie noch nie.
Vermutlich bin ich deshalb erst auf die Idee gekommen solche verrückten Reisen zu unternehmen und Wochen lang allein durch Schnee und Eis zu ziehen.
Diese Freiheit will ich jetzt einfach nicht wieder verlieren und ne Crohn passt da irgendwie schwer mit rein.
Vielleicht gehts ja jemandem ähnlich oder jemand hat Erfahrungen mit leichten Verlaufsformen dieser Krankheit.

LG Anton
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Re: Erfahrungen mit leichtem Erkrankungsverlauf?

Beitragvon Headway » Mi 5. Jun 2019, 09:02

Hallo,

Mein Gastroenterologe hat mir gesagt, dass ich alles machen kann, was ich machen möchte, solange es mir gut dabei geht.
Ich habe einen leichten MC, kaum Symptome, mir geht es weitestgehend gut. Sogar die Schübe verlaufen recht mild, ich bemerke sie an sich nur, weil ich erschöpfter als sonst bin. Aber das hindert mich trotzdem nicht daran, alles zu machen was ich will. Seit ich Aza nehme, stelle ich eine leichte Verschlechterung fest, aber die ist auch nicht einschränkend.

Spitzbergen klingt cool, ich möchte zum Beispiel demnächst nach Finnland. Und wenn du dich in der Lage dazu fühlst, das Studium zum Guide zu machen, dann würde ich sagen, dass du es tun solltest. Du solltest jedoch trotzdem irgendwie in Kontakt mit der Zivilisation, beziehungsweise einem Arzt bleiben, falls Verschlechterungen auftreten oder du Medikamente benötigst. Ansonsten höre auf deinen Körper.

Ich tue mich teilweise auch noch schwer mit meinem MC, die Diagnose ist bei mir noch nicht so richtig im Kopf angekommen, trotzdem lasse ich mich nicht unterkriegen und ziehe auch meine Ziele durch. Und wenn es mal wieder länger dauert, esse ich ein Snickers. :D

Grüße,

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Re: Erfahrungen mit leichtem Erkrankungsverlauf?

Beitragvon Anton99 » Mi 5. Jun 2019, 10:07

Danke für deine Antwort. Es stand schon vor meiner Diagnose fest, dass ich das machen möchte also werde ich es auch nicht aufgeben. Ich hab für morgen einen Termin bei nem top Gastroenterologen bekommen und hoffe dass der mir was schönes verschreibt. Es soll nächste Woche eigentlich wieder in die Berge Lapplands gehen wo ich alleine ne 2 wöchige Schneeschuhwanderung unternehem will :D Ich glaube, dass mir das ganz gut tun wird.
nord-Finnland kann ich sehr empfehlen. Gibt eine Reihe wunderschöner, menschenleerer Nationalparks. Die tolle Landschaft, die gute Luft, die Ruhe und das frische Quellwasser direkt vom Berg tun der Seele einfach gut und lassen einen entspannen.
Das gute daran wenn du outdoormäßig unterwegs bist, ist, dass du die keine Sorgen ums nächste Klo machen musst. Einfach nen Löchlein in der Landschaft gebuddelt und fertig ist. :P

LG Anton
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Re: Erfahrungen mit leichtem Erkrankungsverlauf?

Beitragvon Headway » Mi 5. Jun 2019, 14:03

Hallo,

das Toilettenproblem habe ich glücklicherweise eher weniger. Ich habe Phasen, in denen ich outdoormäßig unterwegs sein kann. Teilweise geht es halt auch mal nicht.
Je weniger Menschen, umso angenehmer für mich. Ich lebe in einer Großstadt und genieße es, wenn ich menschenleere Bereiche besuchen kann.

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Re: Erfahrungen mit leichtem Erkrankungsverlauf?

Beitragvon Anton99 » Mi 5. Jun 2019, 17:47

Mir gehts genauso, ich war mehrmals monate lang alleine unterwegs und war ich absolut beschwerdefrei, weil ich etwas getan habe, was mich erfüllt, ich ausgeglichen und glücklich war. Ähnliches erhoffe ich mir von dem Guidestudium.
Was meinst du mit Toilettenproblem? Also ich habe beispielsweise gar keinen Durchfall. meine einzigen Symptome sind Unwohlsein und Blut im Klo. Mehr nicht. Ich hab aber nur wahnsinnig Angst davor, dass sich das verschlechtert und nicht mehr so banal bleibt.

LG
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