Was für Jobs übt Ihr mit eurer CU/MC aus?

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Was für Jobs übt Ihr mit eurer CU/MC aus?

Beitragvon Julian-R- » Sa 18. Mai 2019, 09:36

Hallo zusammen,
es geht um folgendes Thema, ich bin ja Krankgeschrieben, wahrscheinlich auch länger, ich denke mindestens 6 Wochen, wenn nicht länger.
Die Entzündung ist sehr stark, weswegen jetzt auch mit Entyvio gearbeitet werden muss.

Ich hatte gestern ein Gespräch mit der Geschäftsleitung deswegen, ich wollte das Gespräch und die Geschäftsleitung auch.

Das ist halt so, ich arbeite in einem Hobelwerk, im Schichtwechsel, und Körperlich auch sehr anstrengend, viel Stress.

Da kam mir halt die Frage, ob ich mit CU und 3 bis 4 Schüben pro Jahr so arbeiten muss, oder ob das auch anders geht.

Ich habe halt die Fakten auf den Tisch gelegt, dem Chef hat das sehr mitgenommen, aber sagte auch, an einer Kündigung sei er nicht Interessiert.

Wenn das im Hause möglich sei, würde er eine Versetzung und Umschulung in anbetracht ziehen.

Er will mich auf dem Weg unterstützen.

Alternativ käme nur Lager arbeiten oder Verkauf in Frage.

Daher meine Frage, was habt Ihr für Jobs und wie kommt Ihr damit zurecht?
Julian-R-
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Re: Was für Jobs übt Ihr mit eurer CU/MC aus?

Beitragvon Trüffel » Sa 18. Mai 2019, 19:53

Hallo Julian-R,

Julian-R- hat geschrieben:Ich habe halt die Fakten auf den Tisch gelegt, dem Chef hat das sehr mitgenommen, aber sagte auch, an einer Kündigung sei er nicht Interessiert.

Wenn das im Hause möglich sei, würde er eine Versetzung und Umschulung in anbetracht ziehen.

Er will mich auf dem Weg unterstützen.


Je nachdem wie das Verhältnis zum Chef ist, was in der Arbeit von einem gefordert wird usw. ist es wirklich gut, wenn man die Fakten auf den Tisch legt (das kann u.U. aber auch voll nach hinten losgehen). Für mich klingt es schön, wenn man vom AG Unterstützung erhält, d.h. wenn man ernst genommen und nach einer Lösung gesucht wird, die sowohl für den Betrieb als auch für den AN am geeignetsten ist. Das ist natürlich nicht leicht und erfordert auch Kompromisse. Aber wenn dein AG hinter dir steht und nach einer Möglichkeit sucht, dich weiter zu beschäftigen, ist das doch schon mal was.

Ich denke, dass es schwer, wenn nicht sogar unmöglich sein wird, auf deine Frage eine Pauschalantwort zu finden, welcher Job bei CU/MC geeignet ist, aber ich finde es verständlich, dass dir solche Gedanken durch den Kopf gehen.
Aus meiner eigenen Erfahrung und von Kontakten zu anderen mitbetroffenen CEDlern möchte ich dir ein paar meiner Gedanken mitgeben:
Eine Rolle spielt sicherlich der Verlauf der Erkrankung, d.h. wie lange man sie schon hat, ob OPs vorausgegangen sind, welche Medikamente man derzeit nimmt (z.B.: sind regelmäßige Infusionen, Arzttermine zur Kontrolle nötig?...) Du hast einen Jetzt-Stand, was nicht bedeutet, dass es sich nicht auch ändern kann. Auch jemand, der völlig gesund ist und keine(n) CU/MC hat, kann einen Unfall haben, plötzlich eine Krankheit bekommen - und stellt dann fest, dass der jetzige Beruf nicht mehr passt/in Zukunft nicht mehr passen wird und eine Veränderung nötig ist.
Was kommt, werden wir nie wissen: Die CED kann uns ein Leben lang auf Trab halten und uns immer wieder ausbremsen. Man darf aber nicht vergessen, dass es auch Betroffene (da kenne ich selbst einige) gibt, die (auch nach einem heftigen, langen Schub) wieder voll fit geworden sind und mit beiden Beinen voll im Berufsleben stehen (von Bürokraft über Krankenschwester bzw. Rettungsdienst...).
Nicht zu vernachlässigen ist die Schwere der Arbeit und deren Auswirkung auf dein Wohlbefinden. Ich bin der Meinung, dass ein Job Freude machen soll (sicherlich kommt irgendwann immer Routine). Auch ein nach außen körperlich vielleicht nicht anstrengender Bürojob kann Stress auslösen, körperlich schwere Anstrengung, Schicht-/Nachtdienst - jeder Mensch nimmt es anders wahr, geht anders damit um und fühlt sich dadurch mehr oder weniger stark "gestresst". Man sagt ja allgemein, dass Stress etc. sich negativ auf die CED auswirkt, vielleicht nicht deren Ursache ist, aber doch irgendwie Spuren hinterlässt.
Daher vielleicht einfach in die Überlegung mit einbeziehen, ob bestimmte Tätigkeiten von vornherein für dich langfristig eher ungeeignet sind: Arbeitszeiten, Arbeitsort, Tätigkeit, ...

Meines Wissens nach bietet die Arbeitsagentur für Menschen nach Unfall/Krankheit/mit Behinderung etc. auch Beratung bzw. Unterstützung an. Vielleicht dort einfach mal nachfragen, was es so für Möglichkeiten gibt.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen geben, und wünsche dir, dass du beruflich eine für dich passende Lösung findest!
Vielleicht bekommst du noch ein paar Berichte, wie andere CEDler beruflich tätig sind, um deine derzeitige Lage noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und so zu einer Entscheidung zu kommen!

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)
Trüffel
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