Frisch diagnostiziert - viele Fragen :-D

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Frisch diagnostiziert - viele Fragen :-D

Beitragvon MaedchenNr1 » Mi 17. Apr 2019, 13:20

Hallo ihr Lieben,

ich bin erst vor zwei Wochen diagnostiziert worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwei Wochen lang nahezu täglich Blut im Stuhl, sonst aber keinerlei Beschwerden. Also keinen Durchfall, Schwäche oder sowas. Lediglich die Frequenz der Stühle ging etwas höher (maximal vielleicht 3 oder 4 Mal pro Tag). Ich merkte aber, dass irgendwas nicht stimmt und bin zum Arzt, der mich direkt ins Krankenhaus zur Koloskopie eingewiesen hat, weil er in der Praxis schon mit dem Rektoskop eine blutende Darmschleimhaut sehen konnte. Nach der Koloskopie und dem Warten auf die Befunde derselben stand dann Colitis ulcerosa fest. Die Entzündung ist wohl schwach ausgeprägt und betrifft die ersten 5 cm des Enddarms. Ich habe jetzt Zäpfchen (Mesalazin 500mg), die ich zwei Mal täglich nehme. Wenn ich mich extrem darmschonend ernähre, ist das Blut fast weg und tageweise sogar ganz weg - beim Zäpfchen einführen sehe ich nur minimal Blut oder gar keins. Sobald ich aber "normal" esse, also auch mal was Fettiges oder eine Suppe, in der Gemüse drin ist, das in Teilen auch blähend wirkt, habe ich sofort wieder Blut im Stuhl und die leicht erhöhte Stuhlfrequenz. Da ich nun diese Erkrankung noch nicht gut einschätzen kann und mein Hausarzt mir sagt, das sei normal und hänge damit zusammen, wie aktiv die Entzündung gerade ist, dachte ich, ich frage mal hier bei den "alten Hasen". Müsste das Medikament nicht doch irgendwie mal anschlagen oder bin ich zu ungeduldig? Und ist es dann nicht letzten Endes so, dass das Medikament den Schub mehr oder minder nicht nur an einer weiteren Ausbreitung hindert? Stelle ich es mir falsch vor, wenn ich denke, dass ein Abheilen kontinuierlich vonstatten geht - so wie bei einer Erkältung, die jeden Tag ein bisschen besser wird? Fragen über Fragen :-)
By the way: Ich würde diese Fragen gern einem Gastroenterologen stellen, der sich naturgemäß bestens damit auskennen sollte, aber auf den Termin muss ich noch knappe 8 Wochen warten und ich habe irgendwie das Gefühl, dass mein Hausarzt zwar grob weiß, was ich habe, aber eben auch nicht wirklich gut vertraut ist mit dem Thema. Ist halt auch kein Facharzt.

Ich wäre euch total dankbar, wenn ihr Zeit findet, mir zu helfen.

Liebe Grüße :-)
MaedchenNr1
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Re: Frisch diagnostiziert - viele Fragen :-D

Beitragvon Krystal » Do 18. Apr 2019, 19:24

Hallo MaedchenNr.1,

es kann sein, dass 500 mg Mesalazin zu wenig sind. Vielleicht sollte dir dein Artz lieber 1 g Zäpfchen verschreiben. Mein Gastroenterologe meinte, dass es immer bei einem Schub die 1 g Mesazalzin Zäpfchen verschreibt. Wie lange nimmst du den die Zäpfchen? Es kann sein, dass es bis zu 14 Tage oder auch länger sein kann bis diese wirken.

Zur Ernährung: Ich vertrage im Schub kein Gemüse. Nur Kartoffeln, Süßkartoffeln und gekochte Karotten (diese müssen aber ziemlich lange kochen). Auch vor der Diagnose habe ich das meiste rohes Gemüse nicht vertagen. Ernährung und Colitis Ulcerosa ist aber sehr individuell. Vielleicht versuchst du erstmal auf Schnonkost umzusteigen? Mir hilft es zumindest mit den Symptomen. Ich muss dann nicht so oft auf Toilette und der Stuhl ist fester geformt.

Zu den restlichen Fragen kann ich dir leider nichts sagen.

Viele Grüße

Krystal
Krystal
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Re: Frisch diagnostiziert - viele Fragen :-D

Beitragvon MaedchenNr1 » Fr 19. Apr 2019, 11:30

Hi Krystal,
erstmal lieben Dank für deine Antwort! Die höhere Dosierung werde ich Dienstag mal mit dem Hausarzt besprechen - das wird er mit Sicherheit machen, wenn ich darum bitte. Danke für den Tipp!
Was die Schonkost anbelangt, so lande ich da natürlich auch immer wieder. Das vertrage ich dann auch und hab am Folgetag keinerlei Symptome. Ich hab nur Sorge, jetzt mein Leben lang Toast und Himbeeren essen zu müssen, weil das als einziges keine Symptome auslöst :?
14 Tage Behandlung mit Mesalazin wären jetzt rum. Nachdem ich nun seit Tagen Toast in allen Varianten gegessen habe, bin ich auch komplett symptomfrei. Ich möchte aber wetten, dass jede Abweichung direkt wieder bestraft wird, denn den symptomfreien Zustand hatte ich jetzt schon ein paar Mal.
Also heißt es wohl wirklich einfach abwarten bis zum Gastro-Termin. Ich hätte mir ja über die Krankenkasse einen schnelleren Termin geben lassen können, aber das Problem ist da natürlich, dass man sich den Arzt nicht aussuchen kann. Da ich aber eine ziemlich ausgeprägte Angsterkrankung habe, ist die Auswahl des Arztes für mich essentiell, um überhaupt einigermaßen entspannt hingehen zu können. Schon allein der Krankenhausaufenthalt war eine Herausforderung - sowohl für die Mitarbeiter als auch für mich :roll: Und zu meinem zukünftigen Gastroenterologen muss ich ja sehr wahrscheinlich regelmäßig und dauerhaft - also brauche ich das Gefühl, mir selbst aussuchen zu können, welcher es sein soll.
Naja, alles ein wenig kompliziert :lol: Ich danke dir sehr für deine Antwort und deine Mühe!
Hab ein schönes, langes Wochenende und genieße die Feiertage!
Liebe Grüße!
MaedchenNr1
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