Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.

Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Daniel1983 » So 17. Feb 2019, 11:29

Wollte fragen ob schon jemand aufgrund von Morbus Crohn eine Ausnahmegenehmigung bekommen hat zur Anwendung von Cannabis? MfG
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Xaero » Di 19. Feb 2019, 13:54

Also ich habe keine und ich kenne auch keinen aber ich habe mit meinem behandelten Arzt darüber gesprochen.

Er selbst hält es für eine gute Idee aber er selbst möchte einfach nicht anfragen da es einfach noch weit davon entfernt ist salonfähig zu sein. Es gibt aber genügend Ärzte die darauf schwören und den Antrag Stellen.

Was eher das Problem ist das man auch eine Kostenübernahme bekommt. Da schaut es leider schlecht aus. Aber das ist von Fall zu Fall eben verschieden, bedenkt man das Krebspatienten auch abgelehnt werden ist es fraglich welche Chancen man mit CU und MC hat...

zB. für Dronabinol-Tropfen belaufen sich die Kosten auf 800€ im Monat.
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Daniel1983 » Mi 20. Feb 2019, 04:07

Mittlerweile darf doch jeder Arzt ein Rezept dafür verschreiben und die Kasse muss zahlen ausser sie haben eine Begründung was dagegen spricht, soviel ich bis jetzt gelesen habe....mfg
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Lynkas » Mi 20. Feb 2019, 11:36

Oh hallo, mein "Lieblingsthema"!
Soso, jeder Arzt kann Cannabis verschreiben, nur immer gerade der nicht, bei dem man ist. Viele Ärzte finden es "eine gute Idee", aber nein, gerade SIE können es nun NICHT verschreiben, aber die vielen anderen Kollegen, die können es bestimmt (außer die, die gerade nicht können, weil die anderen Kollegen es doch besser können....) :roll: So ist es. Und die Kasse zahlt? :lol: "Wozu brauchen Sie das? Sie sterben doch nicht, oder?" aha. Bin unsterblich, oder wie? Ich bin damit seit inzwischen drei Jahren beschäftigt. Es war Ärzten und Krankenkasse absolut egal, dass ich wegen der nicht mehr eindämmbaren Schmerzen voll erwerbsunfähig wurde. Vielleicht würde auch Cannabis mir nichts helfen, aber es würde mir ja vielleicht ein bisschen besser gehen. Nein, ich höre immer wieder die Geschichten von den "vielen Drogenabhängigen" und das Gesabbel von wegen "im Prinzip ist das bestimmt gut, aber wissen Sie, ICH kann das ja nun nicht verschreiben, würde das aber befürworten, wenn das ein Kollege macht" Welcher Kollege denn? Schulterzucken. Ist jetzt sowieso allen egal, denn jetzt bin ich ja voll erwerbsgemindert, da lohnt es nicht, dass es mir besser geht. Eine Meinung dazu hat jeder, aber sobald es konkret wird: nichts. Man denkt, es sollte müsste könnte, hat irgendwo was gelesen. Aber in der Realität kenn man niemanden, weiß niemanden. Die Schmerzliga sagte, als ich fragte, es würden fast keine Anträge auf Cannabis durchkommen. Außer für Krebspatienten mit kurzer Lebensspanne. Und wenn man mal einen "Gehemtip" bekommt, dass ein bestimmter Arzt oder eine bestimmte Ärztin es verschreibt, dann wird man bereits bei der Terminvergabe abgewimmelt "wir nehmen keine neuen Patienten". Die wissen doch auch, warum man eigentlich kommt, und wollen nicht dastehen wie die "Dealer". So siehts aus.
Lynkas grüßt.
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Xaero » Mi 20. Feb 2019, 13:41

Wie gesagt, ich habe mit meinem Arzt darüber geredet und der Grund warum ER den Antrag nicht stellt ist weil er seine Reputation nicht gefährden will. Versteh ich auch. Aber noch bevor ich ihn nach einem Arzt gefragt habe der ihn stellen würde hat er mir die Kostenproblematik erklärt.

So ein Antrag wird immer abhängig bleiben von der Krankenkasse wo man ihn einreicht, wer das ganze bearbeitet und die Begründung.

Da es aber so komplex ist habe ich es auch einfach gar nicht verfolgt. Es wäre eine Alternative zum probieren wenn es einfach wäre. Aber da es so komplex ist interessiert es mich auch einfach nicht mehr. Denn was für mich zählt ist das der Arzt eine Behandlung hat für meine Beschwerden. Und die hat er ... also bleibt einfach die Frage, wozu das ganze?
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Kaja » Mi 20. Feb 2019, 22:20

Hallo,

ich verfolge diesen Beitrag mit großem Interesse.

Frage an Xaero,

das was Du schilderst kann ich mir sehr gut vorstellen.

Du schreibst aber immer, Du warst bei Ärzten...

Was waren dies für Ärzte? Warst Du mal in einer Klinik in einer Schmerzambulanz? Oder immer nur bei niedergelassenen Ärzten?

Wenn Du mal in einer Klinik mit Schmerzambulanz warst, wie waren dort explizit Deine Erlebnisse?
Warst Du auch länger stationär dort?

Deine Erfahrung würde mich sehr interessieren, da bei mir alle Schmerzmittel nicht wirken (Novalgin & Arcoxia).

Viele Grüße

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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Xaero » Mi 6. Mär 2019, 13:11

@Kaja

Eigentlich habe ich geschrieben das ich bei meinem behandelten Arzt war. Dieser ist in de Krankenanstalt in der ich mit Biologika in Behandlung bin der Facharzt für gastroenterologie und chronische Magen Darm Erkrankungen. Die Informationen zu dem Thema habe ich alle von ihm. Schmerzambulanz ist nicht so einfach da man im Krankenhaus stationär sein muss. mein Arzt hat die Medikamente aufgrund seine Erfahrung für mich eingestellt und Überweist mich nur zu niedergelassenen Ärzten wenn er selbst das Gefühl hat er kommt nicht weiter. zB. Waren meine Hormonwerte auffällig, da hat er mich zu einem anderen Arzt überwiesen. Da es sich um ein Krankenhaus handelt hat er natürlich auch seine Kollegen die er zu rate zieht. Ich komme dann vor der biologika Behandlung zu ihm und wir besprechen alles aktuelles.

Zurück zu den Schmerzen. Ein Thema das auch für ihn nicht einfach ist. Sie sind bei jeden anders, das Schmerz empfinden ist für jeden anders und die Ursache ebenfalls. Es hat relativ lange gedauert die einzelnen schmerzen zu deuten und eine entsprechende Gegenmaßnahme zu finden. Bauchkrämpfe sind mit der Biologikabehandlung selten geworden. Schmerzen am Enddarm sind auch mit Medikamente nicht besser geworden. Erst mit Endocort wurde der Stuhldrang weniger was auch die Schmerzen reduziert hat.

Das Gespräch über CBD hatten wir als ich schon nicht mehr schlafen konnte wegen der durchgehenden Schmerzen, ich bin sicher das er, auch wenn er nicht dagegen war, die Auffassung hat das die Bürokratischen Aufwände mir auch nicht in dem Moment weitergeholfen hätten. Er hat mir 3 Stufen von Medikamenten vorgeschlagen um zu sehen auf was ich anspreche ohne gleich die stärksten Hämmer zu verabreichen die echt betäuben.

Auch wenn es besser wurde kann ich dennoch nicht sagen ob die Wirkung der Medikamente der Erfolg ist. Da andere Beschwerden mehr wurden habe ich auch wieder andere Medikamente bekommen die ebenfalls möglicherweise der Grund sind warum die Schmerzen weniger wurden. Mein Hauptproblem ist zB. wieder im Moment starke Übelkeit was eine große Herausforderung zu sein scheint.

Ich versuche mich immer an die Krankheit heran zu tasten und mein Arzt unterstütz mich. Ich habe ihn auch schon öfters auf dinge angesprochen die ich hier gelesen habe und habe gemerkt er hat sich zeit genommen darauf ein zu gehen. Dazu kommt das ich ihm bei Akuten Beschwerden eine Mail Schreiben kann oder anrufen, ein Luxus den ich sehr zu schätzen weis und nur im Ernstfall auch mache.

Dabei darf man aber nie vergessen das ich ein Patient von vielen bin und er eine vorsichtige Abschätzung über das Telefon machen muss. Einmal hatte ich so starke schmerzen das ich angerufen habe und ihn gefragt habe ob ich mir die Stärkeren Medikamente holen soll, er hat gemeint bei so akuten Schmerzen soll ich lieber ins Krankenhaus kommen was ich auch getan habe.

Das Thema ist leider sehr komplex und ich befürchte ein Schmerzmittel das alles abdeckt wird es leider nie geben. Ich lass mich aber nicht unterkriegen und versuche mich immer von einer Lösung zu anderen voran zu arbeiten. Die Krankheit ist hald leider ein Teil des Lebens geworden und ständig daran zu arbeiten ist ein muss geworden.

An das CBD denke ich schon gar nicht mehr. Bei den ganzen Arztterminen bin ich über jeden froh den ich vermeiden kann. Das aufwändigste war die Einschätzung zum kreis behinderter Menschen, will gar nicht erst wissen wie die CBD Aufwände geworden wären .
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Kaja » Mi 6. Mär 2019, 18:50

Hallo Xaero,

ist doch prima, wenn Du klinisch betreut wirst und Dein Fall in den interdisziplinären Besprechungen behandelt wird.

Aber als Hinweis, einen Termin beim Schmerzarzt kann man sich immer geben lassen.

Eine Schmerztherapie - diese wird primär stationär gemacht - aber dies muss auch nicht sein. Es geht auch ambulant oder das Du n. B. dort vorstellig wirst und Dein behandelnder Arzt bekommt die Berichte und schreibt Dir dann die Verordnungen aus.

Welche Medikamente nimmst Du aktuell? Womit kommst Du am besten zurecht bzgl. der Schmerzreduktion?

Viele Grüße

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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Xaero » Mi 6. Mär 2019, 21:16

JA das geht natürlich, bei akuten Schmerzen war ich ja wie gesagt im Krankenhaus allerdings war keine Nachkontrolle nötig. Bis jetzt war es glaube ich einfach noch nichtg nötig bei einem Spezialisten hilfe zu suchen da die Schmerzen durch einen Starken Schub in den Hintergrund gerückt sind.

Derzeit nehme ich
2x 75mg Immunoprin
2g Pentasa granulat
25mg Apertislon (Seit 1 Monat beim Ausschleichen von 50mg)
1x Endocord Einlauf (Noch 1 Woche)
1x Pentasa Zäpfchen
Alle 6 Wochen Imfleximab
Magenschutz, Vidamin D, Calcium

Sah alles schon mal besser aus und viel weniger aber wie gesagt der letzte Schub war einfach die Hölle und langsam kann ich sagen es wird wieder.

Schmerzmittel bei akuten schmerzen schaffe ich derzeit mit Metagelan 500mg Aber durch die starke Übelkeit die mich plagt esse ich nur noch wenig vielleicht lassen mich die Schmerzen deswegen derzeit in ruhe.
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Re: Jemand hier der Genehmigung für Cannabis bekommen hat?

Beitragvon Benedikt » Do 7. Mär 2019, 14:03

Hallo Leute,

Ich habe einen anestesisten gefunden, welcher mir bedrocan und dronabinol verschrieben hat.
Allerdings haben wir im Zuge dessen direkt einen Antrag auf Kostenübernahme gestellt. Diese wurde prompt abgelehnt ohne Begründung seitens meiner Krankenkasse ( nur mündlich am Telefon/ und da war die bessere Alternative eine Cortison stoßtherapie)
Nun habe ich der Krankenkasse geantwortet dass die Ablehnung nur begründet erfolgen kann und somit ihre Ablehnung nicht gültig ist.

Bin auf die Antwort gespannt

Freundliche Grüße
Bene
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