PSC Diagnose?

Über die sonstigen medizinischen Probleme.

PSC Diagnose?

Beitragvon calinwa » Do 14. Feb 2019, 10:23

Hallo Ihr,

Ich wollte kurz fragen, wie PSC bei euch diagnostiziert worden ist? Via MR Sellink MRT? Ich habe immer Oberbauchprobleme und seit ich Pentasa nehme, sind auch meine Dickdarmprobleme unter Kontrolle, aber mein Oberbauch macht immer noch Probleme.

Mein Arzt hat ein MR Sellink angeordnet, bin mir aber nicht sicher, ob man dort überhaupt die Gallengänge drauf sehen kann?! Hat da jemand Erfahrung mit? Wie wurde bei euch PSC diagnostiziert?

Vielen Dank für die Hilfe,

Lg Caro
calinwa
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Re: PSC Diagnose?

Beitragvon samson2003 » Fr 15. Feb 2019, 08:07

Hallo Caro,

Ich habe seit 42 Jahren Colitis ulcerosa und 2015 wurde dann eine PSC festgestellt.

Um die Gallengänge darzustellen muss eine MRCP gemacht werden, das ist ein besonderes MRT Programm. Es werden ganz spezielle Sequenzen gefahren.
Bei mir wurde die PSC durch eine Leberbiopsie und eine MRCP bestätigt.

Vor der Diagnose litt ich ständig unter Übelkeit und extremer Müdigkeit, dann erhöhten sich die Leberwerte, vorallem Gamma GT und die AP Werte,später dann der Bilirubinwert.

Liebe Grüße
Claudia
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Re: PSC Diagnose?

Beitragvon calinwa » Fr 15. Feb 2019, 14:55

Danke Claudia,

danke für deine Antwort!

Ich habe vor allem Druck auf dem Oberbauch und ein seltsames Engegefühl, was auch zu Müdigkeit und Schwäche, sowie schlechter Verdauung führt. Alle Leberwerte, seit circa 3 Jahren sind in Ordnung, Bilirubinwert ist auch normal.

Daher hat der Arzt das MR Sellink angeordnet. Nun habe ich mal die Blutwerte verlangt und dort wurden ANA Antikörper festgestellt. Bin sehr verwirrt, aber er meinte zu mir, dass man auf dem MR Sellink alle umliegenden Organe auch sehen kann. Daher meine Frage. Ich verstehe schon, dass er halt alles ausschließen möchte, inklusive Stenosen, Fisteln, Abzesse. Nun habe ich aber die Sorgen, dass das MRT ohne Befund zurück kommt und mir dann gesagt wird, ich hätte dort nichts und keine weiteren Untersuchungen werden gemacht, weil ja alles anderen Befunde negativ sind (Leber, Bilibrubin etc). Wir haben eine genetische Veranlagung von Leberautoimmune in der Familie, dass weiß der Arzt aber auch.

Alles verwirrend.

Lg Caro
calinwa
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Re: PSC Diagnose?

Beitragvon samson2003 » Fr 15. Feb 2019, 18:14

Hallo Caro,

Dein Arzt hat Recht mit seiner Aussage, das man alle Organe darauf beurteilen kann. Er kann die Gallenblase und Leber darauf sehen und kann auch beurteilen ob die in Ordnung sind. Aber um die Gallengänge richtig und ganz detailliert beurteilen zu können, müsste er eine MRCP machen lassen. Nur da kann man sehen ob Kaliberschwankungen an den zarten Gallengänge n zu sehen sind oder sogar Stenosen.

Bevor ich die Diagnose bekam, hatte ich extreme Müdigkeit. So schlimm, das ich mit dem Auto rechts ran fahren musste um kurz meine Augen zu schließen. Oberbauchbeschwerden wie Sodbrennen und "Magenschmerzen" hatte ich vorher schon lange.
Typisch ist auch ein Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen.

Liebe Grüße und sonniges WE
Claudia
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Re: PSC Diagnose ?

Beitragvon VfBSpike » So 10. Mär 2019, 18:07

Hallo Caro,

ich schließe mich Claudia an. Zur PSC-Diagnose ist die MRCP-Untersuchung dringend notwendig. Und nach der Diagnose mindestens 1x jährlich zur Verlaufskontrolle. Die Leberbiopsie ist nur nötig, um ein Overlap-Syndrom aus PSC/Autoimmunhepatitis auszuschließen.

Zu erst sollten die Leberwerte erhoben werden, insbesondere GammaGT, AP und Billirubin. Anschließend erfolgt eine Sonographie und eine KM-Sonographie. Besteht der PSC-Verdacht weiterhin, dann muss eine MRCP durchgeführt werden.

So war der Ablauf Mitte 2015 bei mir. Mit der abschließenden Leberbiopsie konnte dann noch abschließend o.g. Overlap ausgeschlossen werden. Anfang 2007 wurde bei mir MC festgestellt. Ein erhöhter GammaGT-Wert ist bei mir schon im Mai 2018 aufgefallen. Den hat mein Hausarzt in Intervallen von 4-6 Monaten überwacht. Erst Ende 2014 weitere Leberwerte stark erhöht, insbesondere AP. GammaGT sogar sehr stark (> 1000). Es folgte die Überweisung ins Leberzentrum. Bei der KM-Sonographie zeigte sich eine inhomogene Leber(gewebe)struktur und vergrößerte Lymphknoten im Bereich des Zugangs zur Leber über die Pfortader. Mein Gastroenterologe hat daraufhin einen kurzstationären Aufenthalt mit MRCP und Leberbiopsie angeordnet.

Zur Diagnosestellung nicht sinnvoll ist die Durchführung einer ERCP (endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie). Grund ist die hohe Komplikationsrate (> 30 %, gefürchtet ist besonders die akute Pankreatitis). Mein Gastroenterologe (Chefarzt des Leberzentrums) setzt diese Untersuchung daher zur Diagnose gar nicht mehr ein.

Außer häufiger starker Müdigkeit - auch tagsüber (!) - zeigen sich bei mir bisher keine Symptome.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

Viele Grüße
VfBSpike
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