Sport nach Fistel-OP

Über die sonstigen medizinischen Probleme.

Sport nach Fistel-OP

Beitragvon Trüffel » Do 12. Jul 2018, 23:21

Hallo liebes Forum,

nach längerer Zeit des passiven Mitlesens nun mal wieder eine Frage von meiner Seite. ;)
Am 2.7. hatte ich eine Fistel-OP, konkret: Eine Analfistel sehr nahe am Schließmuskel wurde komplett ausgeschnitten. Der OP-Tag und die 1. Nacht waren echt die Hölle, aber sobald die Tamponade draußen war, kein Problem mehr, d.h. ab dem 2. postoperativen Tag konnte ich wieder problemlos laufen und sitzen. Das war vor der OP nicht ohne Schmerzen möglich. Alles in allem geht es mir also sehr viel besser als vor dem kleinen Eingriff. :D
Schmerzen habe ich überhaupt keine, aber die Wunde sabbert die ganze Zeit über und es kommt ständig Blut und Eiter raus.
Im Aufklärungsgespräch sagte mir die Ärztin, dass ich sehr bald wieder Sport machen kann, ganz konkret bezieht sich das bei mir aufs Reiten. Die Ärztin hat gemeint, dass ich in den Sattel steigen kann, wenn ich keine Schmerzen beim Sitzen etc. habe. Die Reitlehrerin meinte, dass ich bei einer OP in Schließmuskelnähe mind. 4-6 Wochen pausieren sollte.
Ich würde jetzt mal noch abwarten, bis die Wunde sich beruhigt hat und nicht mehr so aktiv sämtliches Sekret produziert.
Wie ist/war das bei euch nach einer Fistel-OP in Afternähe? Habt ihr auch mehrere Wochen mit dem Sport pausiert? Habt ihr vielleicht noch einen Tipp, wie die Wunde besser abheilt (abgesehen vom mehrmaligen Ausduschen jeden Tag)?

Freue mich über Rückmeldungen, v.a. über hilfreiche Tipps und Anregungen!
Viele sommerliche Grüße
Trüffel
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Re: Sport nach Fistel-OP

Beitragvon Konrad » Sa 14. Jul 2018, 14:47

Hallo Trüffel,

Trüffel hat geschrieben:...Schmerzen habe ich überhaupt keine, aber die Wunde sabbert die ganze Zeit über und es kommt ständig Blut und Eiter raus


Ja, das kenne ich auch

Trüffel hat geschrieben:m Aufklärungsgespräch sagte mir die Ärztin, dass ich sehr bald wieder Sport machen kann, ganz konkret bezieht sich das bei mir aufs Reiten. Die Ärztin hat gemeint, dass ich in den Sattel steigen kann, wenn ich keine Schmerzen beim Sitzen etc. habe. Die Reitlehrerin meinte, dass ich bei einer OP in Schließmuskelnähe mind. 4-6 Wochen pausieren sollte.


Gut, was die Reitlehrerin meint, hat wenig mit gesicherter Erkenntnis, oder medizinischem Sachverstand zu tun. Ich würde da auf die Ärztin hören.

Grundsätzlich spricht auch m.E.nichts gegen Sport wg.einer OP nahe dem Schließmuskel. Im Netz kursieren einige Filme, die die OP's und die Beanspruchung des Gewebes dabei zeigen. Dagegen ist ein Ritt für den Schießmuskel ein "Vergnügen". Jedoch ist es einfach schwer, das "Gesabbere" beim Reiten oder auch Radfahren sicher aufzufangen. Es wird dann einfach unangenehm. Vllt.fängst einfach mal klein an, und probierst aus, ob es Dir gut tut. Ich denke, rein medizinisch gesehen spricht nichts dagegen. Blöd ist halt, wenn man mitten in der "Pampa" mit vollgebluteter Hose steht. Da hülfe dann ein "Notfallset". Es hängt halt auch davon ab, wes Geistes Kind Du bist: Der Unverzagte wagt es ;)

LG Konrad
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Re: Sport nach Fistel-OP

Beitragvon Trüffel » So 15. Jul 2018, 16:52

Hallo Konrad,

danke für deine Rückmeldung!
Beruhigend, dass du das auch kennst mit Sabbern und Co.
Ich bin einfach verunsichert, weil ich Sorge habe, durch eine zeitige Belastung der Wundheilung negativ entgegenzuwirken oder irgendeine Form der Schädigung herbeizuführen. Meine Mama verstärkt diese Sorge, indem sie mir erzählt hat, dass mein Papa vor etlichen Jahren mal eine Fistel-OP hatte und danach 3 Wochen krank geschrieben zu Hause war. Nachdem ich aber bereits am zweiten Tag nach der OP wieder in die Schule und die Arbeit bin und wirklich absolut keine Schmerzen habe, muntert mich dein Beitrag auf.

Konrad hat geschrieben:Es hängt halt auch davon ab, wes Geistes Kind Du bist: Der Unverzagte wagt es


Ja, ich denke, da ist was dran. ;) Vielleicht probiere ich es langsam mit Fahrradfahren und teste, wie es sich da im Sattel anfühlt. Wenn ich gut klar komme, kann ich die nächste Etappe in Angriff nehmen. :)
Ich freu mich jedenfalls jetzt schon riesig auf meinen ersten Ritt - seit einer gefühlten Ewigkeit ständig im Krankenhaus, OPs und Untersuchungen wie am Fließband... und jetzt durch mein Stoma endlich ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen, kann ich es kaum erwarten, wieder mit beiden Beinen im Leben stehen zu können. :)

LG
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Re: Sport nach Fistel-OP

Beitragvon samira127 » So 15. Jul 2018, 18:00

hi,

auch wenn du es wahrscheinlich nicht gerne lesen mast, lass das reiten besser sein. ich hatte letztes und vorletztes jahr gleich zwei mal die op, zwar ohne fistel aber dafür mit großem abzess in der ecke. reite beruflich und musste komplett pausieren. einmal 8 und einmal 12 wochen (da allerdings kurz vor ende noch eine andere verletzung dazu kam). fahrradfahren ging die ersten 4-5 wochen gar nicht und reiten war auch so eine sache. aussitzen und richtig arbeitenw ar erst später wieder möglich. würde definitv nicht zu früh wieder anfangen. habe immer geguckt das die wunde fast vollständig wieder zu war und nicht mehr druckschmerzhaft war (beim draufdrücken mit fingern).

mir haben die ärzte das reiten allerdings auch verboten. wann ich wieder anfangen durfte haben die danna ber mir überlassen. aber es hat gedauert
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Re: Sport nach Fistel-OP

Beitragvon Trüffel » So 15. Jul 2018, 19:38

Hallo Samira,

danke auch dir für deine Rückmeldung!
Das, was du schilderst, höre ich auch von meiner Mama. Ihr wäre es am liebsten, wenn ich die nächsten Wochen noch pausiere.
Auf der einen Seite kann ich sie da schon verstehen (ich hab ja selber die Bedenken, dass die Wunde dann anfängt, richtig weh zu tun oder nicht richtig abheilt), auf der anderen Seite kann ich es halt auch kaum erwarten. - Klingt irgendwie wie ein Luxusproblem, aber am liebsten würde ich auf der Stelle die neu gewonnene Lebensqualität in vollen Zügen genießen.
Bevor ich mir irgendwas versaue: Ich beobachte die Wunde in den nächsten Tagen und überprüfe sie noch auf Druckschmerz (danke für den Tipp!). Wenn ich da nichts merke, warte ich noch ab, bis das Gesabber weniger wird und dann wage ich mich langsam vor. In der Zwischenzeit probiere ich meine alten Yoga-Übungen aus, damit sich mein Körper wieder ein bisschen an sportliche Betätigung gewöhnt, und teste meinen Sattel zu Hause. ;) Mal schauen, vielleicht klappt's ja doch schneller als gedacht. Ich bleibe optimistisch. ;)

LG
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Re: Sport nach Fistel-OP

Beitragvon samira127 » So 15. Jul 2018, 20:48

also das sabbern dauern noch etwas an, gerade wenn da ne fistel hinter steckt (fadendrainage hast du aber nicht? oder war es doch nur ne abzess op?) . fahrrad fahren geht bei mir fast schlechter als reiten. und sonst mal gucken ob du irgendwo so ein dickes sattelfell besorgen kannst. das könnte helfen das ganze etwas weicher zu machen. worauf du definitv verzichten solltest ist ales an schmalen unterhosen beim reiten. am besten die dicken omaschlüpper oder was breiteres was auf gar keinen fall zwischen den pobacken rutscht. wenn du ein dickes oder sehr gut bemuskeltes pferd hast geht auch reiten ohne sattel. nur auch da, jeder druck zwischen den pobacken ist definitv hinderlich für die wundheilung.
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Re: Sport nach Fistel-OP

Beitragvon Konrad » Mo 16. Jul 2018, 17:16

Moin,

ich gehe davon aus, dass der sportliche Anspruch nur langsam wieder die ursprüngliche Intensität erreicht. Kein Mensch riskiert einen "Husarenritt", oder eine Fahrradtour über >100KM, wenn im Hinterkopf immer noch die Fistel-/Abszess-OP ist

Und:
samira127 hat geschrieben:...worauf du definitv verzichten solltest ist ales an schmalen unterhosen beim reiten. am besten die dicken omaschlüpper oder was breiteres was auf gar keinen fall zwischen den pobacken rutscht.


Natürlich möglichst so einpacken sie Sache, dass man etwas "Ruhe" bis zur nächsten Dusche hat

Konrad hat geschrieben:Blöd ist halt, wenn man mitten in der "Pampa" mit vollgebluteter Hose steht. Da hülfe dann ein "Notfallset"


Persönlich finde ich die komplette Einstellung irgendwelcher körperlicher Betätigung bei Schmerzfreiheit(!) für nicht nötig. Die Ärztin hat das ja auch so bestätigt. So wie ich meinte:

Konrad hat geschrieben: Es hängt halt auch davon ab, wes Geistes Kind Du bist...

Jeder für sich muss individuell entscheiden, wie weit er gehen will. Ich sehe den Arzt an der Stelle lediglich als Berater. Wie weit ich gehen will, wie weit ich mich belaste, entscheide ich für mich allein. Und das finde ich auch gut so

LG Konrad
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