Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Über die sonstigen medizinischen Probleme.

Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon Fuchur » Do 14. Jun 2018, 17:20

Hi..ich bin vor 2 Wochen, nach ca 8 Jahren CU, kolektomiert worden. Insgesamt geht es mir okay, habe jetzt zwar das Ileostoma... aber ok.

Irgendwie weiß ich nicht was normal ist.... trotz das es mir irgendwie okay geht, habe ich noch keine Lebensqualität... ich liege und sitze sehr viel herum, bekomme rasch Schmerzen am Bauch, an den Narben. Insgesamt kann ich nur kurze Strecken gehen. Schmerzen auch am Stoma immer wieder.

Ist das normal??? Ich meine es ist noch nicht lange her... aber dennoch.... ich dachte irgendwie ich bin fitter. Die Wundheilung sieht gut aus... Stoma wohl auch... dennoch. Meine Güte es gibt doch leute die machen mit Stoma sogar Sport und ich hänge hier nur rum...

Bin unsicher..

Was meint ihr?
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Re: Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon glöckchen09 » Do 14. Jun 2018, 18:28

hey fuchur,

ich bin zwar nicht kolemktomiert worden, habe aber nach ostern eine drmresektion gehabt.
narben/bauchschmerzen hatte ich etwa 4-6 wochen. je nach dem and er anastomose mal ein zwicken.
so lange dauert auch die heilung!
also lass dir zeit, es ist noch zu früh. mein chirurg meinte so 3 monate gehts bis alles wieder ,,normal" ist.
auch die narkose muss erst wieder aus dem körper raus. das dauert alles.

kannst du den einigermasen essen? hast du noch schmerzmittel bei bedarf?
ist eine reha in sicht? wäre jetzt eine überlegung wert um wieder auf die beine zukommen. aber wie gesagt nicht zu früh, weil wundheilung.

und vorallem: setz dich nicht unter druck, dein körper braucht zeit. wundheilung geht nicht von jetzt auf gleich.

liebe grüße, glöckchen09
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Re: Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon Fuchur » Do 14. Jun 2018, 18:45

Ich denk ja auch, dass ich zu ungeduldig bin...

Essen jaaaa... ich esse fast was ich will... klar keine hülsenfrüchte und schwer verdauliches. Aber heute erst hab ich Brokkoli und etwas Blumenkohl versucht. Gut gekocht, gut gekaut. Ich hab sogar mal ein kleines stück rohe Paprika versucht. Sehr sehr gut kauen. Ansonsten ease ich momentan besser und befreiter als mit der CU...

Reha wollte ich nach der Pouchanlage machen.

Vermutlich erwarte ich zuviel... und ich muss auf die Zeit und die Wundheilung vertrauen.

Schmerzmittel nix mehr... nehme Paracetamol im Bedarf.. aber vllt hole ich mir nochmal Novalgin... das tat mir in der Klinik gut, nachdem die Opiate abgesetzt waren.
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Re: Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon Bab85 » Fr 15. Jun 2018, 10:14

Hallo Fuchur,

nach 2 Wochen durfte ich nach der Koloktomie erst nach Hause und war nicht in der Lage alleine zu laufen....
Wenn du schmerzen hast solltest du auch Schmerzmittel nehmen. Schmerzen sind stress für den Körper und nicht förderlich bei der Wundheilung.
Du musst deinem Körper Zeit geben die OP zu verkraften. Das Stoma braucht auch seine Zeit bis es verheilt ist und bis es richtig arbeitet. In 4 Wochen wird es dir bestimmt viel besser gehen.
Sport kann man mit Stoma natürlich machen, aber nicht direkt nach der OP ;) . Soweit ich mich erinnern kann sollte man die ersten 8 Wochen nach der OP langsam machen was Sport angeht.

LG
Babs
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Re: Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon Korona » Fr 15. Jun 2018, 11:28

Hallo Fuchur,

Du hattest keine kleine Blinddarm-OP, sondern eine sehr große Bauchoperation, von der Dein gesamter Rumpf betroffen ist. Wenn die OP laparaskopisch war, sieht es für Dich aus, als wenn alles wieder heil ist, sobald die kleinen Zugänge für die Op verheilt sind....meist nach 2Wochen. Aber im Bauch muss auch alles heilen, die Organe haben mehr Platz und lagern sich ggfs. neu, viele kleine innere Wunden müssen verheilen.
Der gesamte Organismus, die verschiedenen Gewebeschichten, die durch Narkose belasteten Organe (Nieren, Leber, Gehirn) ggfs. hast Du Antibiotika und Blutkonserven bekommen....das muss alles verarbeitet und verdaut werden.
Mir wurde gesagt, dass z.B. die Gase, die für die OP in den Bauch geblasen werden, bis zu 6 Monate brauchen, bis sie wieder abgebaut sind.

All das muss der Körper verdauen und Du auf der mentalen Ebene auch!
Du solltest nicht zwei, sondern sehr viele Wochen einkalkulieren und diese Zeit solltest Du Dir nehmen. Das ist sicher auch altersabhängig und davon, wie schlecht es Dir vor der OP ging. Aber Du solltest sorgsam mit Dir umgehen und erstmal für drei Monate sehr vorsichtig sein ist allem was die Bauchmuskulatur belastet. Viel spazierengehen, viel Bewegung ist schon sehr wichtig, Radfahrern, wenn es geht und schwimmen, aber alles moderat.

Manchmal ist auch für die Außenstehenden nicht einsichtig, warum jemand nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Wieso, das Organ ist weg, jetzt ist doch wieder alles heil! Kannst weiter machen wie vorher!
Nein, man sieht es nicht (von Stoma mal abgesehen) aber Du hast ein wichtiges Organ verloren!

Wenn Deine Pouchanlage kurzfristig geplant ist, dann sammle dafür Kraft. Ernähre Dich gut, bewege Dich viel aber eher moderat oder langsam, genieße die Natur, und mach wozu Du Lust hast!

Ich habe ca. 4 Monate gebraucht, bis ich mich einigermaßen stabil fühlte. Aber der Verlauf ist - wie bereits gesagt - sehr individuell....

Gute Besserung und genieße Deine Zeit!
LG, Korona
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Re: Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon Wessi1974 » Sa 16. Jun 2018, 07:36

Da kann ich mich Korona nur anschliessen,meine 3 Ops waren auch alle 2017..das sind schon schwere Operationen,zumindest die ersten beiden und das Jahr ist eigentlich gehalten.Der Körper muss sich von der langen Narkose und der OP erholen und zw den Operationen läuft nicht viel,man muss sich ja auch erst mal an den Umgang mit dem Beutel gewöhnen usw. Also meine Krankschreibung war durchgängig,ich arbeite allerdings auch im Rangierdienst wo man ums heben usw halt nicht herum kommt...zw den Ops schaut man halt das man soweit auf die Beine kommt um fit für die nächste OP zu sein..aber grossartiger Sport usw ist weder ratsam noch fühlt man sich da körperlich danach irgendwie.
Nach der AHB die Du ja auch nach der Pouchanlage machen willst,gehts dann langsam aufwärts..in der Reha erklären die Dir auch sehr genau was du machen kannst und was nicht und für wie lange.Es ist wirklich ratsam, da nichts zu überstürzen..keiner will nen Narbenbruch oder sowas riskieren.
Ich wünsche Dir erst mal alles Gute für die weiteren Ops und Kopf hoch,die alte Kraft kommt wieder,wirste sehen ;)
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Re: Befinden nach Kolektomie... was ist "normal"

Beitragvon Fuchur » Sa 16. Jun 2018, 15:11

DANKE DANKE

Ich hab mir das auch schon gedacht und lebe im Moment sehr angepasst an mein Befinden. Wenn es gut ist, kann ich mal ins Cafe oder in den Schrebergarten, sonst halt bin ich hier in der Wohnung. Ansonsten lasse ich mich recht umsorgen von Partner und Eltern. Es tut jedenfalls gut zu hören, dass es wirklich einfach Zeit braucht.

Hier Sport wollte ich noch nicht machen... da warte ich ab.... ich denk richtig gut klappen könnte das eher langfristig. Aber ab und zu mal kleiner Spaziergang..okay... aber im Moment gibts Tage da geht das nicht.

War gestern noch regulär beim Arzt... sieht wohl alles gut aus.

mann o mann da macht man was mit... vorallem nach 1 Jahr Mega-CU-Schub!

Aber sind wir mal optimistisch :D
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