Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Julian-R- » Sa 7. Jul 2018, 19:07

Mein AG weiß über meine CU Bescheid, hat sich nun nichts geändert.
Wurde alles ganz normal aufgenommen.
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon mya.stone » So 27. Jan 2019, 19:36

Hallo zusammen,

dieser Thread ist ja doch schon etwas älter, aber mich würde das Thema auch sehr interessieren. Komme gerade von einer angeordnetetn Dienstreise zurück und merke, wie anstrengend das war.

Nachdem ich nun fast 2 Jahre meine jetzige Stelle habe, werde ich kommende Woche Teilzeit 35 Stunden und mehr Gehalt anfragen/ anfordern (je nachdem, welches Verb euch besser gefällt), weil ich merke, dass ich 40 Stunden auf Dauer nicht schaffe. Meine Kollegen und Chefs wissen zwar, dass ich eine Krankheit habe, aber nicht, was es ist. Habe CU und bin immer mal wieder krank, aber meist sind es eher Infekte, die mich plagen, und bisher war ich nie länger als 2 Arbeitswochen am Stück krank.

Nun wurde ich wie erwähnt auf eine Dienstreise geschickt und habe sehr damit zu kämpfen, da das körperlich und psychisch sehr anstrengend war. Da aber alles so gelaufen ist, wie es sich mein AG vorgestellt hat (= ich habe genau die Ergebnisse geliefert, die erwartet wurden), werde ich jetzt das Gespräch wegen Teilzeit/ mehr Gehalt suchen, weil ich das für eine gute Gelegenheit halte.

In dem Zug frage ich mich halt, ob ich ggf. sagen sollte, dass ich CU habe oder nicht. Ich bin mir halt nicht sicher, was ich damit erreichen könnte oder wollte...

Dazu gibt es ja sehr viele unterschiedliche Meinungen... :-) Von daher danke ich euch für euren Input.

Gruß,mya.stone
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Jumboli » Mi 13. Feb 2019, 19:23

Hallo zusammen,

ich habe CU und bin im letzten Jahr 2x für zwei Wochen ausgefallen sowie ein paar mal Einzeltage für Arzttermine und auch mal ein paar Tage wegen Klassikern wie ner Erkältung.
Nach den letzten 2 Wochen kam mein AG auf mich zu und fragte ob bei mir alles passen würde, den Kollegen sei aufgefallen dass irgendwas "im Busch" sei. Ich habe bis dahin die Meinung vertreten auf gar keinen Fall etwas zu erzählen und immer versucht die Krankheit zu verstecken, was natürlich echt nicht einfach ist. Teilweise habe ich mich mit starken Schmerzen in die Arbeit gequält und versucht die Tage mit starken Schmerzmitteln zu überstehen.

Nun denn, er hat gefragt, und ich habe geantwortet. Es war ein sehr vertrauensvolles Gespräch direkt mit dem Geschäftsführer und er war sehr einfühlsam. Ich habe dann alles offengelegt.
Die Reaktion war eher fürsorglich ich solle auf mich achten. Und Tipps wurden mir auch gegeben wie ich evtl. besser damit umgehen könne und dass Stress eine Genesung bzw. Remission ja auch nicht begünstigen würde.

Im Nachhinein habe ich nicht das Gefühl das Falsche getan zu haben. Es ist noch nicht so lange her, deshalb kann ich noch nicht final sagen was es evtl. für Auswirkungen haben könnte. Aber ich habe momentan eher das Gefühl, dass vielleicht durch das "Outing" mehr Rücksicht auf mich genommen wird z.B. was die Personaleinteilung in Projekte angeht oder den Druck der auf mich im täglichen Geschäft ausgeübt wird.
Außerdem finde ich es an sich, meinem AG gegenüber auch einfach fair, da er jetzt weiß was Sache ist und dadurch auch ein bisschen besser planen kann.

Ich habe den Geschäftsführer allerdings dennoch gebeten es in der Führungsrige nicht im Detail weiterzugeben, da ich nicht möchte dass es in der ganzen Firma die Runde macht. Ich möchte schließlich nicht, dass in Bezug auf mich immer nur die Krankheit gesehen wird, sondern dass ich als Arbeitnehmer ernst genommen werde und meine Leistung gesehen wird. Auf die Mitleidsschiene will ich auf garkeinen fall kommen.

Liebe Grüße,
Jumboli
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Xaero » Mi 6. Mär 2019, 18:58

Hallo,

also ich habe bei mir in der Firma gleich mit offenen karten gespielt muss aber auch sagen das ich am Anfang der Krankheit (Wo ich auch noch nicht wusste was los ist) gleich mal 1 Monat im Krankenstand musste. Nachdem sich alles eingespielt hat war ich nur noch alle 8 Wochen immer 2 tage im Krankenstand von der bilogikainfusion )der 2 Tag weil ich sie die ersten Tage nicht so gut vertrage.

Da meine CU leider sehr stark ist habe ich auch beim Bundessozialamt auf Behinderung eingereicht und mir wurden 50% zugesprochen. Da wird dann der Arbeitgeber informiert.

Mit der Behandlung hatte ich ein gutes Jahr meine ruhe und Anfang des Jahres ging es wieder los und ich war wieder knapp einen Monat im Krankenstand. Mein Chef weis was ich habe und weder er noch sonst jemand haben mich je negativ darauf angesprochen wenn es mir nicht gut ging. Ich muss sagen da habe ich echt glück bin allerdings auch jemand der wirklich gerne Arbeitet und mienen Job mag. Für michi st das zuhause sein nach 1 Woche Psychisch ebenfalls anstrengend.

ich hab in der Firma vorgeschlagen wenn es mir schlecht geht von zuhause zu arbeiten. Mein Chef meinte das ist echt nicht nötig aber nachdem ich ihm erklärt habe das mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt und ich oft nur 5min Erholung brauche nach dem 10x aufs WC zu gehen. und es oft am Weg in die Arbeit scheitert hat er sofort zugestimmt.

Also kurz gesagt ich habe was das betrifft wirklich glück. Leigt aber sicher auch daran das es eine sehr große Firma ist in der sich die Ressourcen gut verteilen lassen. Und da ich schon seit 8 Jahren dabei bin ist das vertrauen natürlich sehr groß.
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Kaja » Mi 6. Mär 2019, 20:25

Hallo Xaero,

diese rechtliche Regelung kenne ich noch nicht. Bitte kläre mich mal auf, auf welcher Rechtsgrundlage Dein AG informiert wird und was Du für einen Arbeitnehmerstatus Du hast, dass für Dich nicht ein sogn. Versorgungsamt zuständig ist:

Xaero hat geschrieben:Da meine CU leider sehr stark ist habe ich auch beim Bundessozialamt auf Behinderung eingereicht und mir wurden 50% zugesprochen. Da wird dann der Arbeitgeber informiert.


Man lernt ja nicht aus und ich möchte weiter lernen.

Viele Grüße

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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Xaero » Mi 6. Mär 2019, 20:57

Wie genau das Bundessozialamt die Firma Informiert weis ich leider nicht aber man selbst bekommt auch ein Schreiben mit. Wichtig ist es wird nicht über die Krankheit informiert sondern über den Behindertenstatus. Das dient erstens dazu da die
Firma Steuerliche Vorteile hat und weniger Ausgleichtaxe zahlt (Ab 25 Mitarbeiter 1e Behinderte Person oder Ausgleichstaxe). Weiters auch der Kündigungsschutz, sollte die Firma mich entlassen wollen muss sie das beim Bundessozialamt einreichen.

Bin nicht sicher ob ich alles richtig verstanden habe was du wissen möchtest also einfach gerne weiterfragen.
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Kaja » Mi 6. Mär 2019, 21:30

Hallo,

klar, da ich es nicht verstehe und gerne lernen will, frage ich mich:

1. was ist das Bundessozialamt? Diesen Ausdruck kenne ich nicht?!? Kommst Du ggf. aus CH oder A?
In der BRD ist mir nur die Begrifflichkeit Versorgungsamt oder https://www.zbfs.bayern.de/
bekannt.

2. bekommt man einen GdB z. B. 30-40 kann man z. B. einen Gleichstellungsantrag stellen. Dieser ist aber nicht in jeder Hinsicht gleichgestellt wie eine Schwerbehinderung: GdB 50 und höher.

3. Ein Arbeitnehmer kann auch eine Schwerbehinderung von 50 und höher haben und ist nicht verpflichtet dies beim Arbeitgeber zu melden!

Klar der AG (Arbeitgeber) kann Ausgleiche geltend machen - aber mir ist nicht und nirgends bekannt, dass ein Amt dies dem AG meldet oder verpflichtet ist dies dem AG zu melden!

Denke auch mal an den Datenschutz!

Warum sollte und darf ein Amt "Dich" und andere Behinderte beim AG melden? Aufgrund welcher Rechtsgrundlage?

Zitiere mal Deinen Bescheid von Deinem Amt mit den Hinweisen auf die SGB´s (Sozialgesetzbücher) und den Verweis auf die §.

Danke für Deine Mühe.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Xaero » Mi 6. Mär 2019, 22:16

1. Ja ich komme aus Österreich, also deswegen kennst du es nicht.

2. Kann ich nicht sagen da ich gleich 50% hatte, kann aber auch Länder bedingt unterschiedlich sein.

3. Ich bin mir nicht klar warum ich das nicht tun sollte. Das ganze hat einen Vorteil für mich und die Firma.

Möglich das in den Bescheid gestanden ist das ich das verweigern kann aber wie geagat, wozu... Auch das Finanzamt wurde informiert, bei meinem Steuerausgleich ist der Status hinterlegt. Ohne mein zutun.

Ich wende mich an eine Staatliche Einrichtung um Hilfe aufgrund meiner Behinderung zu erhalten. Warum sollte ich mich anschließend querstellen? Warum das ganze so ist oder ob ich dagegen Einspruch erheben hätte können kann ich einfach nicht sagen weil es irrelevant ist für mich. Weiters wird es in Deutschland ohnehin vielleicht anders sein.
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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Kaja » Do 7. Mär 2019, 21:45

Hallo Xaero,

willkommen hier im Forum als Mitglied aus Österreich!

Ja, es wäre einfacher mit Deinen Fragen bzw. meiner Lernphase gewesen, wenn Du Dich aus A geoutet hättest.

Teilweise geht die Sozialgesetzgebung konform, manchmal auch nicht!

Ein Hiweis an Dich, frage direkt nach "A" - Gesetzgebung! Wahrscheinlich ist / war Dir dies aus nicht wirklich klar und Du reagierst "kiebig"!

Auch in Deutschland gibt es gewisse Förderungen von Schwerbehinderungen beim AG!
Auch gibt es eine sogn. Gleichstellung 30-40 GdB.

Aber gerade wenn es um das Überleben eines kleines Betriebes geht, was glaubst Du wer auch sozialpolitisch im Arbeitsrecht über die Klinge springt? Einer oder zig Arbeitsplätze???

Ist Deine Schwerbehinderung = 50 oder größer unbefristet?

Viele Grüße

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Re: Weiß eurer Arbeitgegber eigentlich Bescheid?

Beitragvon Xaero » Fr 8. Mär 2019, 12:29

Hallo und Danke,

naja da ich keinerlei Fragen gestellt habe war das einfach nicht nötig. Habe hier nur geschrieben wie ich mit meiner Krankheit im bezug auf den Arbeitgeber umgehe.

Das gilt erst für unternehmen ab 25 Mitarbeiter, und es gibt auch noch andere Voraussetzungen. Aber die Vorteile für mich liegen im Steuerlichen, Zugang zu Behindertentoiletten und eine Ansprechstelle in allen Angelegenheiten die vielleicht auf mich zukommen.
Eine Firma wird einen Mitarbeiter immer loswerdenden können, egal wie er geschützt ist.

Ich habe 50% unbefristet.
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