Lecithin-Einlauf selbst machen?

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.

Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon darmschwarm » Mo 16. Sep 2013, 19:46

Hallo,

ich bin neu hier und habe direkt eine Frage:

Ich habe viel gelesen über diese ganzen lecithin-Präparate, die man in FFM, Heidelberg & Co bekommt. Die sind ja ziemlich teuer. Nun frage ich mich: Was ist der Unterschied zwischen einem Lecithin-Éinlauf aus der Apotheke und einem selbstgemachten mit einem Pulver wie man es z.B. bei DM bekommt? Lecithin kann man ja auch in der Drogerie kaufen, mit Wasser mischen und sich selbst als Einlauf verpassen - oder ist das aus irgendwelchen Gründen weniger wirksam?

Vielen Dank für eure Erfahrungen!

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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon stoker » Mo 16. Sep 2013, 21:17

Hallo,

war heute seit langer Zeit zufällig mal wieder im Forum und haben Deinen Beitrag gelesen. Ich habe mich vor ca. 10 Jahren sehr intensiv mit dem Thema Lecithin beschäftigt und auch die Sache mit der Produktion der Kapseln bei der Apotheke in FFM ins Laufen gebracht. Daher würde ich sagen, dass ich mich recht gut auskenne.

Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, das Lecithin nur ein Fettstoffgemisch ist. Lecithin selbst hilft nicht unmittelbar, sondern nur der darin enthaltene Anteil an dem so genannten Phosphatydilcholin. Bei preiswerten Lecithin-Präparaten (wie zum Beispiel aus der Drogerie) ist der Anteil an Phosphatydilcholin sehr gering. Es ist nicht einfach, überhaupt ein Lecithin mit hohem Anteil an PC aufzutreiben. Auch mein Apotheker musste lange nach einem geeigneten Lieferanten suchen. Abgesehen davon, dass ein selbst hergestellter Einlauf nicht gerade steril ist (was im Darm vielleicht noch zu verkraften wäre), müsstest Du Dir am Tag also sicher literweise rektale Einläufe verpassen um nur annähernd die gleiche Wirkung zu erzielen wie mit einem Präparat mit hohem Anteil an PC. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich die retardierten Kapseln (oder auch retardiertes Granulat) immer einem Klysma vorziehen. Es ist ja im Grunde erwiesen, dass sich das Lecithin nach und nach im Dickdarm verteilt und somit die natürliche Schleimhautbarriere aufbaut. Ein Klysma kann das nicht ersetzen. Wenn Du die CU nur im Rektum hast, würde ich ansonsten eher auf Zäpfchen zurückgreifen. Ich denke, dass das auch nicht ganz so teuer ist.

Viele Grüße.

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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon darmschwarm » Mo 16. Sep 2013, 21:35

Hallo stoker,

ganz lieben Dank für die schnelle Antwort! Das leuchtet mir absolut ein, was du schreibst :-)

darmschwarm
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon Harald » Mo 16. Sep 2013, 21:42

Hallo Stoker,

danke für deine sehr interessanten Ausführungen. Ich würde annehmen, dass bei Vorliegen einer Linksseiten-Colitis ein Klysma mit etwa 50 ml eher in das colon descendens kommen dürfte als dass dies bei einem Suppositorium der Fall ist. Daher ist der Schleimhautkontakt und so auch möglicherweise der Effekt höher.

Dass sich retardiertes Granulat (SpongiCol), nachgewiesen durch "Kapselendoskopie", auch im distalen Colon auf der Schleimhaut zeigt, ist natürlich richtig und daher vielleicht auch in Kombination hilfreich.

Freue mich wieder von dir zu lesen und wünsche einen schönen Restabend.

Harald
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon 56ooooo56 » Sa 21. Sep 2013, 16:53

will auch noch mal meinen Senf dazu geben:
--> ich vertrage kein Soja(-Lecithin)
--> bis vor kurzem gab es noch kein "Spongin"
--> bei meiner Dosierung brauch ich 4x2 bis 4x4 Kapseln = viel Geld

Achtung jetzt kommts,
- es ist zwar schwierig aber man kann sich auch selber Lecithin/Phosphatidylcholin so aufbereiten,
dass es dort ankommt, wo es hinsoll:
a) Kapseln + Ei-Lecithinpulver (Harke 50% Lipid, davon 75% PC) + Eudragitlack
b) Zäpfchenförmchen + Ei-Lecithinpulver (Harke 50% Lipid, davon 75% PC) + Hartfett (2 Teile Lecithin + 1 Teil Hartfett)

--> z.Zt. bin ich noch am Lipoid-Ei-Lecithin (Beschaffung) dran, dass hat einen noch höheren PC-Anteil und damit weniger Fremdbestandteile

Habe das Ganze auch schon im alten Forum gepostet, hier und da mal eine Mail verschickt. Leider hatte niemand Interesse daran.

So, jetzt melden sich gleich die ganz Vorsichtigen und sagen, das darfst Du nicht selber machen:
- weil gefährlich Eudragit = Lösemittellack
- weil "Küchenlabor" nicht hygienisch genug
- weil mein Arzt + Apotheker hat gesagt...
Ruhig beliben, Ich mach das aber trotzdem und schon ca. 2 Jahre und seit dem komme ich deutlich besser mit meiner CU klar.

Nebenwirkungen:
- keine
--> außer, gelbe Häufchen im Klo (EI-Lecithin)

Wer Interesse hat, bei mir melden.

VG
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon Schnuckipooh » Mi 23. Okt 2013, 13:25

Hallo, wie bekommst Du den Eudragit Lack ???

ich wollte auch Kapseln selber magensaftresistent überziehen, bekomme aber den Lack nicht bei ...

Kannst Du mir sagen, woher Du ihn hast und ob es sehr aufwändig ist, die Kapseln zu überziehen ?

Vielen Dank

Schnuckipooh
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon Duesi » Fr 6. Dez 2013, 19:47

Hallo 560000056
Wie weit bist du mit deinem Kapseln und wie geht es dir damit? Ich würde gerne Kapseln mit Ei Lecithin für meinen Sohn machen lassen ( kenne einen lieben Apotheker) . Mein Sohn bekommt von allen Soja Produkten heftigen Durchfall, deshalb trau ich mich nicht an das Spongicol ran. Es wäre super, wenn du mir nähere Infos schicken könntest, vor allem natürlich Bezugsmöglichkeiten von Ei-Lecithin. Ich hoffe, der Apotheker weiß dann, wie man Eudragit Lack verwendet. Falls du da auch noch Ideen hast, wäre das natürlich super.
Mein Sohn hat CU und wir suchen was zur Unterstützung. Er bekommt Mesalazin, der Doc glaubt nur an "echte Schulmedizin". Wir wollen gerne unterstützen, aber eben ohne Soja ( auch wenn das angeblich im Darm keine Rolle spielen soll).
Duesi
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon curio » Mo 9. Dez 2013, 16:21

Hallo Duesi,

Ei-Lecithin-Kapseln kannst du meines Wissens nach auch in der Frankfurter Apotheke beziehen.


LG,
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon Duesi » Mo 30. Dez 2013, 01:18

Ich habe inzwischen Zäpfchen und Einläufe bei der Collini Apotheke bestellt. Danke!
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Re: Lecithin-Einlauf selbst machen?

Beitragvon primechecker » Mi 9. Jan 2019, 02:42

56ooooo56 hat geschrieben:will auch noch mal meinen Senf dazu geben:
--> ich vertrage kein Soja(-Lecithin)
--> bis vor kurzem gab es noch kein "Spongin"
--> bei meiner Dosierung brauch ich 4x2 bis 4x4 Kapseln = viel Geld

Achtung jetzt kommts,
- es ist zwar schwierig aber man kann sich auch selber Lecithin/Phosphatidylcholin so aufbereiten,
dass es dort ankommt, wo es hinsoll:
a) Kapseln + Ei-Lecithinpulver (Harke 50% Lipid, davon 75% PC) + Eudragitlack
b) Zäpfchenförmchen + Ei-Lecithinpulver (Harke 50% Lipid, davon 75% PC) + Hartfett (2 Teile Lecithin + 1 Teil Hartfett)

--> z.Zt. bin ich noch am Lipoid-Ei-Lecithin (Beschaffung) dran, dass hat einen noch höheren PC-Anteil und damit weniger Fremdbestandteile

Habe das Ganze auch schon im alten Forum gepostet, hier und da mal eine Mail verschickt. Leider hatte niemand Interesse daran.

So, jetzt melden sich gleich die ganz Vorsichtigen und sagen, das darfst Du nicht selber machen:
- weil gefährlich Eudragit = Lösemittellack
- weil "Küchenlabor" nicht hygienisch genug
- weil mein Arzt + Apotheker hat gesagt...
Ruhig beliben, Ich mach das aber trotzdem und schon ca. 2 Jahre und seit dem komme ich deutlich besser mit meiner CU klar.

Nebenwirkungen:
- keine
--> außer, gelbe Häufchen im Klo (EI-Lecithin)

Wer Interesse hat, bei mir melden.

VG


Ich wäre interessiert, vielleicht bist du ja noch im Forum unterwegs :D
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