Ced und Ausbildung

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.
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Lutima
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Ced und Ausbildung

Beitrag von Lutima »

Hallo Forum,
Ich bin neu hier und wollte euch mal um rat bitten. Unzwar bin ich jetzt 17 jahre alt und habe letztes jahr im August meine Ausbildung zum Fertigungsmechaniker angefangen. Aber seid dem das Arbeitsleben und die Berufsschule angefangen haben,geht es mir einfach nur schlecht. Ich komme kaum dazu eine Woche durch zu arbeiten geschweige denn in die schule zu gehen. Mein Ausbilder ist sehr verständnisvoll was die fehltage angeht, jedoch mache ich mir tierisch sorgen um meine Ausbildung. Und ich habe jedes mal gewisse Angst mich krankschreiben zu lassen. Habt ihr da tipps wie ich damkt umgehen soll?
MFG lutima

Trüffel
Dauergast
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Re: Ced und Ausbildung

Beitrag von Trüffel »

Hallo Lutima und willkommen im Forum!
Ich sehe, dass das dein erster Beitrag ist und sich bisher noch niemand bei dir gemeldet hat.
Was du schreibst, hat mich betroffen gemacht, weil ich in einer ähnlichen Situation war: Ausbildung und Krankheit.
Lutima hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 00:06
Aber seid dem das Arbeitsleben und die Berufsschule angefangen haben,geht es mir einfach nur schlecht.
Du hast nichts Näheres zu deiner Krankheit geschrieben, aber da du Rat im Forum für CED gesucht hast, vermute ich mal, dass du wahrscheinlich CU/MC hast. Wie lange schon? Und bist du bei einem auf CED spezialisierten Gastro in Behandlung? (Eine CED verschwindet nicht von heute auf morgen; "Geduld" ist ein Wort, das ich als CED-Patient permanent zu hören bekomme. Gerade im jungen Alter, wenn man ins Berufsleben starten möchte und das Leben noch "vor" einem liegt, kann das eine echte Zerreißprobe sein. :cry:)
Welche Beschwerden hast du, die es dir nicht ermöglichen, deiner Ausbildung nachzukommen bzw. die Berufsschule zu besuchen?
Siehst du einen Zusammenhang zwischen deiner Erkrankung und deiner Ausbildung? Fühlst du dich soweit in deinem Ausbildungsberuf am richtigen Platz?

Ich kann verstehen, dass du nicht begeistert bist, dich krankschreiben zu lassen. Das ist eine heikle Sache - die Frage nach dem Krankschreibenlassen oder Daheimbleiben... in der Sparte "Beruf und Ausbildung" gab es da, wenn ich mich recht erinnere, auch schon mal Diskussionen drüber. Eine Aufgabe zu haben, kann von der Krankheit ablenken. Gleichzeitig besteht natürlich auch die Gefahr, seinen Körper/sich zu überfordern. Hängt vom Einzelnen ab, Alter, Beruf,...
Evtl. wäre eine Möglichkeit, mit dem Arbeitsamt/Agentur für Arbeit Kontakt aufzunehmen? Es gibt meines Wissens nach die Möglichkeit auf Unterstützung in der Ausbildung, ich habe auch schon davon gehört, die Ausbildung in "Teilzeit" zu machen. Es kann allerdings sein, dass du für einen solchen Nachteilsausgleich einen Behindertengrad brauchst. Ein Experte bin ich auf dem Gebiet jedoch nicht!

Das sind so die ersten Gedanken, die mir zu deinem Beitrag gekommen sind. Vielleicht magst du noch näher über dich und deine Beschwerden schreiben. :?:

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Grüntee
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Re: Ced und Ausbildung

Beitrag von Grüntee »

Hallo lutima,

wie Trüffel es schon angesprochen hat, würde ich mich an deiner Stelle über eine Teilzeitausbildung informieren. Das müsste allerdings mit deinem Ausbilder abgesprochen werden. Soweit ich weiß ist das seit diesem Jahr sogar ohne bestimmten Grund möglich. Eine Freundin von mir macht aufgrund psychischer Probleme auch eine Teilzeitausbildung anstatt einer Vollzeitausbildung und musste dafür keinen Behindertengrad oder ähnliches nachweisen.
Ansonsten finde ich auch den Vorschlag gut, sich beim Arbeitsamt zu melden und sich darüber zu erkundigen, ob es Hilfen gibt.

Alles Gute!

Lutima
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Re: Ced und Ausbildung

Beitrag von Lutima »

Danker erstmal für die schnellen Antworten😀


Also ich habe colitis ulcerosa seit ca 6 jahren und nehme aktuell das Medikament vedolizumab. In meinem Ausbildungsbetrieb sind alle sehr verständnisvoll was die krankheite angeht dennoch fühle ich mich jedes mal schlecht beim krankschreiben. Und mein Ausbilder hat auch zu mir gesagt das ich ohne Probleme ein halbes oder gar 1 jahr verlängern könnte,dennoch machen meine Eltern jedes mal "stress" wenn ich mich krankschreibe. Und ja ich bin bei einem Spezialisten und der hat vorgeschlagen das ich mich auf der psychosomatischen station melde,was ich auch gemacht habe,aber der Termin dauert noch eine weile. Zu den Beschwerden
Als beschwerden habe ich eigentlich "nur" bauchkrämpfe und Durchfall (min 10 mal am tag) aber das schon seit ca 1,5 jahren was mkr echt sorgen macht.
Den Vorschlag teilzeit arbeit hat mir meine Psychologin auch gegen aber ich denke irgendwie ich bin so oft krank und jetzt noch die 4-6 wöchige kur und dann fragen ob ich weniger arbeiten darf finde ich ein wenig doof weil ich auch von meinem Arbeitgeber nicht zu viel verlangen will.

Grüntee
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Re: Ced und Ausbildung

Beitrag von Grüntee »

Hallo Lutima,

ich ann deine Sorgen verstehen. Während meiner Ausbildungszeit habe ich mir auch ständig Sorgen darum gemacht, wie es ankommt, wenn ich mich krank schreiben lasse. Aber sieh es mal so: Je gesünder du bist, desto "arbeitsfähiger" bist du. Wenn du also denkst, eine Teilzeitausbildung könnte dafür sorgen, dass es dir besser geht, dann ist das gleichzeitig gut für deinen Arbeitgeber, da du in der Arbeitszeit "leistungsfähiger" bist.

Du kannst dir das ja noch mal überlegen, was du persönlich davon hieltest, wenn du eine Teilzeitausbildung machtest. Wenn du dir selbst sagen kannst, dass du dir das gut vorstellen kannst und dir das gut tun würde, könntest du mit deinem Chef vielleicht mal darüber reden. Ihr könntet die Optionen durch gehen und dann immer noch darüber entscheiden. Aber ich würde an deiner Stelle kein schlechtes Gewissen deinem Arbeitgeber gegenüber haben. Du hast mit deiner Krankheit nichts verbrochen, also musst du das bei deinem Chef nicht wieder gut machen (das sage ich, weil es für mich so rüber kam, als könntest du so denken).

Aber ich freue mich schon mal für dich, dass du ein verständnisvolles Arbeitsumfeld hast. Das hat auch nicht jeder. Ich hoffe, dir wird dadurch etwas Druck genommen.

Liebe Grüße

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