MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Antworten
Trüffel
Dauergast
Beiträge: 342
Registriert: Sa 3. Jun 2017, 18:52

MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Beitrag von Trüffel »

Hallo zusammen,
eine vielleicht echt blöde Frage, aber...: ich hatte heute eine MR-Enterographie und habe dafür meine 1,5 Liter Mannitlösung getrunken wie vorgeschrieben, Kontrastmittel (Gadolinium) und Buscopan i.v. bekommen; die Prozedur habe ich schon einige Male hinter mich gebracht, heute hatte ich jedoch zum ersten Mal eine Reaktion, als hätte ich Abführmittel getrunken, die Reaktion hat unmittelbar nach der MR-Aufnahme eingesetzt. So was kannte ich bisher nicht bei MRT-Untersuchungen. Jetzt bin ich ein bisschen verwundert.
Mich würde nur interessieren, ob das bei euch auch so ist?

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

MC_Vicky
ist öfter hier
Beiträge: 43
Registriert: So 8. Apr 2018, 21:04

Re: MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Beitrag von MC_Vicky »

Hallo!

Ich hatte das bei meinem letzten MRT genauso... ich hatte schon so viele, aber diesmal habe ich die Lösung offensichtlich nicht vertragen. Es kam genauso wie es rein kam wieder raus. Die Ärzte meinten, es sei normal, dass es abführend wirkt. Warum es mal mehr und dann mal wieder weniger abführend wirkt, kann ich nicht sagen.

Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird wöchentlich mit abgestaubt
Beiträge: 3839
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Beitrag von neptun »

Hallo Trüffel,

es ist bekannt, daß Mannitol abführend wirkt. Hättest Du im Forum auch schon lesen können.
Ist allerdings auch wieder ein Beispiel dafür, wie wenig sich Ärzteschaft und auch MTA's etc. um Aufklärung bemühen. Ein leichtes, diese Info zu geben, aber sie tun es einfach nicht.

Nun ist dies hier noch nicht wesentlich, aber ein krasses Beispiel ist ja, wenn nicht die möglichen Folgen einer Ileozökalresektion mit chologenen Durchfällen und Vitamin B12-Mangel erwähnt werden. Krass, aber seit vielen Jahren so.

LG Neptun

Trüffel
Dauergast
Beiträge: 342
Registriert: Sa 3. Jun 2017, 18:52

Re: MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Beitrag von Trüffel »

Danke für eure Rückmeldungen! :)

Das war mir so nicht bewusst und auch in Aufklärungsgesprächen beim Arzt ist das nie angesprochen worden. Da wurde im Gegenteil immer betont, dass durch das Buscopan die Darmtätigkeit abnimmt... Na und jetzt hab ich's mit Ach-und-Krach nach Hause geschafft.
Heute Vormittag habe ich brechen müssen, obwohl ich nur einen milden, magen-/darmschonenden Kräutertee getrunken habe.
Ganz ehrlich, die MR-Enterographie hätte ich mir schenken können: Ich wäre lieber zu einer Kolo gegangen, da muss ich genauso abführen, ich spür wenigstens nichts bei der Untersuchung (das Kontrastmittel brennt bei mir immer wie Hölle, mir wird tierisch schlecht), ich bin den Tag über genauso matschig, aber habe wenigstens eine Rückmeldung, was los ist. So kann ich jetzt wieder mind. 2 Wochen warten, bis ich weiß, was los ist - und besch* gings mir mehr als nach einer Kolo...

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird wöchentlich mit abgestaubt
Beiträge: 3839
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Beitrag von neptun »

Hallo Trüffel

das Buscopan soll ja nur für die Untersuchung wirken, damit man scharfe Bilder des ruhiggestellten Darmes machen kann.

Der Radiologe wird sicher schon heute seinen Bericht fertig gemacht und an die Praxis gesendet haben. So kenne ich es von meinen MRT-Untersuchungen.

Du schreibst von Abführen. Diese Forderung ist vom untersuchenden Institut abhängig. Manche sind noch der alten Untersuchung, dem CT, verhaftet und da war das Abführen angesagt, weil auch Bariumsulfat als Kontrastmittel getrunken wurde.

Beim MRT-Sellink ist das Abführen nicht notwendig. Für die Untersuchung des Dünndarmes sowieso nicht. Da soll man min. 4 Stunden vorher nichts zu sich genommen haben. Das ist in etwa die Zeit, die der Transport von Nahrung bis durch den Dünndarm braucht. Danach ist es ein zusammengefallener dünner Schlauch. Der wird durch das Mannitol aufgeweitet und als Kontrastmittel macht es weitere Details gut sichtbar. Ansonsten verteilt sich die wässrige Mannitollösung sehr gut im Darm.

LG Neptun

Trüffel
Dauergast
Beiträge: 342
Registriert: Sa 3. Jun 2017, 18:52

Re: MR-Enterographie - Reaktion wie nach Abführmittel

Beitrag von Trüffel »

Hallo Neptun,
danke für die informativen Erläuterungen!
neptun hat geschrieben:Der Radiologe wird sicher schon heute seinen Bericht fertig gemacht und an die Praxis gesendet haben. So kenne ich es von meinen MRT-Untersuchungen.
Die Untersuchung wurde in derselben Klinik gemacht, in der ich auch sonst in Behandlung bin. Dort wurde mir gesagt, dass ich unter 2 Wochen kein Ergebnis bekomme, weil die Auswertung mindestens so lange dauert. Das hat mich ziemlich irritiert. Ich werde da mal nochmal nachhaken und der Sache auf den Grund gehen.

LG Trüffel

...ach ja, ich möchte einfach mal loswerden, wie toll ich das finde, dass es hier immer wieder so liebe Menschen gibt, die ihr Wissen und ihre Zeit für andere einsetzen! Danke! :)
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Antworten