Kann es colitis ulcerosa sein

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Re: Kann es colitis ulcerosa sein

Beitragvon CCCR98 » Di 25. Jun 2019, 09:35

es kann mehrere Wochen dauern bis das Mesalazin anschlägt und dann gehts eig. stetig bergauf. ich würde es auch von beiden Seiten bekämpfen, sprich Zäpfchen/Klysmen/Schaum und Tabletten.
nächste Steigerungsstufe wäre Kortison. aber du sagst ja selber es gibt eine langsame, wenn auch merkliche Verbesserung.

man muss echt Geduld haben, so blöd das auch immer klingt. und ja nicht das Mesalazin zu früh absetzen oder geringer dosieren. ich und viele hier hatten die Erfahrung, dass es dann bei Wiedereinnahme noch länger dauert bis es wirkt, wenn überhaupt! wieviel nimmst du denn überhaupt? im akuten Schub sollten das mind. 3g pro Tag sein!
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Re: Kann es colitis ulcerosa sein

Beitragvon Biggie » Do 27. Jun 2019, 07:47

CCCR98 hat geschrieben:es kann mehrere Wochen dauern bis das Mesalazin anschlägt und dann gehts eig. stetig bergauf. ich würde es auch von beiden Seiten bekämpfen, sprich Zäpfchen/Klysmen/Schaum und Tabletten.
nächste Steigerungsstufe wäre Kortison. aber du sagst ja selber es gibt eine langsame, wenn auch merkliche Verbesserung.

man muss echt Geduld haben, so blöd das auch immer klingt. und ja nicht das Mesalazin zu früh absetzen oder geringer dosieren. ich und viele hier hatten die Erfahrung, dass es dann bei Wiedereinnahme noch länger dauert bis es wirkt, wenn überhaupt! wieviel nimmst du denn überhaupt? im akuten Schub sollten das mind. 3g pro Tag sein!


Ich nehme aktuell 3x 1000mg am Tag ein. Das mit dem Zäpfchen/Klysmen/Schaum schlage ich nächste Woche nochmal vor beim Doc. Ich hoffe das er darauf eingeht.
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Re: Kann es colitis ulcerosa sein

Beitragvon neptun » Do 27. Jun 2019, 10:56

Hallo Biggie,

Du solltest alle Untersuchungsbefunde in Kopie zu Hause haben. Ärzte erzählen oft nicht alles und so kann man selbst nachlesen. Ist auch bei Umzug oder sonstigem Arztwechsel immer zu empfehlen.

Sicher sollte auch der Calprotectinwert bestimmt werden im Stuhl als spezifischer Marker für Entzündungen im Magen-Darm-Trakt. Die Entzündungswerte im Blut sind bei vielen CEDlern nicht aussagekräftig.

Zur Diagnose. Ein guter und versierter Gastro oder Proktologe sollte aufgrund des makroskopischen Befundes schon ziemlich sicher die Diagnose stellen können. Denn der makroskopische Befund, also alle Veränderungen, die er ja sieht, die sind sehr aussagekräftig. Dagegen sind die feingeweblichen Untersuchungen der Biopsien eigentlich immer nur die Bestätigung der Verdachtsdiagnose. Nur beim Auffinden von Granulomen kann eindeutig ein mc aus den Proben diagnostiziert werden. Diese werden aber nur bei ungefähr 25-35% der mc-Betroffenen überhaupt gefunden. Daher wenig zielführend. Und alle anderen feingeweblichen Veränderungen, die können bei mc und cu auftreten, nur in unterschiedlicher Häufigkeit.
Auch die Stärke der Entzündung kann der Arzt nach Sichtbefund gut einschätzen. Über die Biopsien wird dies dann noch mal bestätigt, je nach dem, welche Veränderungen und wie ausgeprägt in den Biopsien gefunden werden.

Da vor einer Kolo eigentlich all die anderen Möglichkeiten für eine Darmentzündung abgeklopft sein sollten, so wäre die Diagnose also ohne wenn und aber zu stellen. Viele Gastros scheinen aber dann doch diese Traute nicht zu haben. Ich denke, es ist mangelnde Erfahrung, denn meist haben die nicht als Schwerpunkt die CED, mithin dann auch wenige Betroffene in der Praxis.

Rektal sollte immer behandelt werden, wenn die Entzündung von dort zu erreichen ist. Mesalazin zur Nacht, denn es soll möglichst die Nacht über auf der entzündeten Darmschleimhaut liegen. Das ist die Wirkungsweise. Dies ließe sich dann noch kombinieren mit einem cortisonhaltigen Schaum am Vormittag, wenn man nicht dauernd aufs Klo muß. Eine halbe Stunde sollte es schon drin bleiben.

Welches Mesalazinprodukt nimmst Du oral?
Es sollte Claversal, Salofalk oder Mezavant sein, nicht Pentasa, denn das löst sich frühzeitig ab dem oberen Dünndarm, wirkt nicht bis ins Rektum. Ist anders beschichtet.

LG Neptun
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Re: Kann es colitis ulcerosa sein

Beitragvon Biggie » So 30. Jun 2019, 10:22

neptun hat geschrieben:Hallo Biggie,

Du solltest alle Untersuchungsbefunde in Kopie zu Hause haben. Ärzte erzählen oft nicht alles und so kann man selbst nachlesen. Ist auch bei Umzug oder sonstigem Arztwechsel immer zu empfehlen.

Sicher sollte auch der Calprotectinwert bestimmt werden im Stuhl als spezifischer Marker für Entzündungen im Magen-Darm-Trakt. Die Entzündungswerte im Blut sind bei vielen CEDlern nicht aussagekräftig.

Zur Diagnose. Ein guter und versierter Gastro oder Proktologe sollte aufgrund des makroskopischen Befundes schon ziemlich sicher die Diagnose stellen können. Denn der makroskopische Befund, also alle Veränderungen, die er ja sieht, die sind sehr aussagekräftig. Dagegen sind die feingeweblichen Untersuchungen der Biopsien eigentlich immer nur die Bestätigung der Verdachtsdiagnose. Nur beim Auffinden von Granulomen kann eindeutig ein mc aus den Proben diagnostiziert werden. Diese werden aber nur bei ungefähr 25-35% der mc-Betroffenen überhaupt gefunden. Daher wenig zielführend. Und alle anderen feingeweblichen Veränderungen, die können bei mc und cu auftreten, nur in unterschiedlicher Häufigkeit.
Auch die Stärke der Entzündung kann der Arzt nach Sichtbefund gut einschätzen. Über die Biopsien wird dies dann noch mal bestätigt, je nach dem, welche Veränderungen und wie ausgeprägt in den Biopsien gefunden werden.

Da vor einer Kolo eigentlich all die anderen Möglichkeiten für eine Darmentzündung abgeklopft sein sollten, so wäre die Diagnose also ohne wenn und aber zu stellen. Viele Gastros scheinen aber dann doch diese Traute nicht zu haben. Ich denke, es ist mangelnde Erfahrung, denn meist haben die nicht als Schwerpunkt die CED, mithin dann auch wenige Betroffene in der Praxis.

Rektal sollte immer behandelt werden, wenn die Entzündung von dort zu erreichen ist. Mesalazin zur Nacht, denn es soll möglichst die Nacht über auf der entzündeten Darmschleimhaut liegen. Das ist die Wirkungsweise. Dies ließe sich dann noch kombinieren mit einem cortisonhaltigen Schaum am Vormittag, wenn man nicht dauernd aufs Klo muß. Eine halbe Stunde sollte es schon drin bleiben.

Welches Mesalazinprodukt nimmst Du oral?
Es sollte Claversal, Salofalk oder Mezavant sein, nicht Pentasa, denn das löst sich frühzeitig ab dem oberen Dünndarm, wirkt nicht bis ins Rektum. Ist anders beschichtet.

LG Neptun


Hallo Neptun,
danke erstmal für deine ausführliche Antwort. Meine Befunde habe ich eigentlich alle hier. Ich habe auch relativ schnell feststellen müssen, das man ohne überhaupt nicht weiterkommt. Gerade bei KH-Berichten kommt es mir aber so vor als sei nicht alles enthalten. V.a. Ergebnisse von Stuhlproben finde ich fast nie, obwohl zahlreich welche abgegeben wurden.

Nach einem Calprotectinwert werde ich nächste Woche nochmal explizit fragen.

Die Frage ist für mich eben wie ich einen guten Gastro auf diesem Gebiet finde. Ich bin mir aktuell nicht wirklich sicher ob mein Arzt hier wirklich Erfahrung hat. Ist aber irgendwie auch schwer für mich einzuschatzen - gerade am Anfang hatte ich von den Themen überhaupt keine Ahnung und habe daher vertraut.

Vor der ersten Kolo wurde Ultraschall, Blut und Stuhl untersucht. Danach das gleiche Programm auch im Tropeninstitut wegen Auslandsaufenthalt im letzten Jahr. Ich würde also grundsätzlich schon sagen das breit untersucht wurde.

Eine rektale Behandlung werde ich und er nächsten Woche auch nochmal ansprechen. Aktuell nehme ich Salofalk Granulat 3 x 1000mg am Tag. Zwischendurch bin ich auf Anraten auf die Tablettenform (Mesalazin Kohlpharma)bei gleicher Dosierung umgestiegen. Da es aber nach 2 Tagen dann wieder ganz schlimm wurde mir Blut und Durchfall habe ich in Eigenregie wieder zurück auf das Granulat gewechselt...
Biggie
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