Zusammenhang: Morbus Crohn, Zähnhygiene und Allergien?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Zusammenhang: Morbus Crohn, Zähnhygiene und Allergien?

Beitragvon Gator-BN » Di 9. Apr 2019, 15:21

Hallo in die Runde,

ich habe bei mir einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Darmverschlüssen mit Krankenhausaufenthalt und Wurzelentzündungen festgestellt.
Das war bereits 2 x der Fall (2014 + 2019). In der Vergängenheit werde ich mal weiter forschen.

Da der "Schlauch" ja vom Mund bis zum After führt, könnte ja eine Entzündung im Mund sicherlich auch die Entzündung beeinflussen.
Dazu habe ich auch eine Dissertation Dr. med. Ingo Braun 2004 als PDF online gefunden. Hier wird von MC und Zahngesundheit ein Zusammenhang hergestellt.
https://docserv.uni-duesseldorf.de/serv ... ivate-2927

Ich habe auch seit Jahren zunehmende Lebensmittelallergien die meine Lebensqualität einschränken.
Es begann mit Geschmacksverstärkern und Lebensmittelzusätzen, ging weiter mit Paprika, Gurke, Möhren Kiwi, Walnüssen und hat sich weiter mit Knoblauch und Sahne in den letzten Jahren gesteigert.

Meine Zahnärztin behaltet nach Zahnthemen, mein Gastrodoc mit Medikamenten, der Allergologe kann nicht sensibilisieren wegen dem MC...
Evtl. könnt es Sinn machen den Zahn doch mal zu ziehen, statt nur die Wurzel zu reinigen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen bzw. kennt einen Arzt der diese Zusammenhänge besser als ein normaler Gastro-Doc einschätzen kann. Oder gibt es neuere Studien dazu?

Freue mich über jeden Hinweis oder Ansprechpartner.

Gruß aus Bonn, Martin
Gator-BN
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Re: Zusammenhang: Morbus Crohn, Zähnhygiene und Allergien?

Beitragvon Gator-BN » Di 23. Apr 2019, 15:41

Ich werde nach Anraten des Kieferchirurgen jetzt den Zahn direkt ziehen lassen. Ist zwar ärgerlich aber dieser war bereits 2014 entzündet und laut Ärzten ist das immer nur ein Versuch.
Da mein Terminales Illium nur noch 3,4 mm dick ist, werde ich wohl auch an der OP nicht vorbei kommen.

Wenn Jemand was dazu sagen kann - immer noch sind alle Erfahrungen willkommen.
Gator-BN
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Re: Zusammenhang: Morbus Crohn, Zähnhygiene und Allergien?

Beitragvon Korona » Di 23. Apr 2019, 17:58

Hallo Gator,

ich kann von mir sagen, dass jahrelange Zahnentzündungen sich nachteilig ausgewirkt haben. Ich kann einen Zusammenhang zwischen nicht mehr vorhandenen Erscheinungen auf der Haut und einer veränderten Hautfarbe und der Entfernung eines dauerhaft entzündeten Zahns herstellen.
Ich habe mehrfach meinen Zahnarzt nötigen müssen, einen Zahn endlich zu ziehen. Insgesamt bei vier Zähnen kann ich sagen, dass sich das Ziehen positiv ausgewirkt hat.

Es gibt Zahnärzte, die raten, dass man seine Zähne sanieren sollte, wenn man chronische Krankheiten hat.
Dazu gehört auch die Entfernung von Amalgam per Kofferdam und das Vermeiden von zu vielen verschiedenen Metallen im Mund. Beurteilen kann ich das nicht weiter. Ich habe aber mal eine Arbeit für einen Ärztekongress quergelesen, darin ging es auch um Zahnherde, zahnärztliche Materialien und deren negative Auswirkungen.

Tatsächlich ist es wohl gängiges Wissen, dass ein Zahnherd oder ein wurzelloser Zahn Toxine in den Körper streuen kann. Ein sowieso schon durch Krankheit geschwächter Körper kann das ggfs. dann nicht kompensieren. Der Gedanke mit dem Schlauch ist auch nachvollziehbar, es ist ein System! Auch ohne diesen Ansatz: Zähne werden ja von Gefäßen versorgt, also haben sie sowieso Kontakt zum gesamten Körper und beanspruchen das Immunsystem, wovon ja große Anteile im Darm sitzen.

Wurzelbehandlungen werden neuerdings von spezialisierten Ärzten gemacht, die die Kanäle sehr genau ausmessen, mit Mikroskopen arbeiten und damit die Wurzel bis zum letzten Ende reinigen und füllen. Es gibt aber viele Kanäle in unseren Zähnen, die keinen geraden Verlauf und kaum erkennbare feine Verästelungen haben können. Die bekommt man nicht sauber. Außerdem sieht man sehr häufig auf Röntgenbildern nicht den wahren Zustand einer Zahnwurzel.

Eine Wurzelbehandlung ist immer ein Versuch, wie Du auch schon sagst. Die Wurzelspitzenresektion dann eine richtige kleine OP und die letzte Notlösung....ohne Garantie für den Ausgang.
Ich vermute, wenn eine Wurzelspitzenresektion erforderlich ist, dann gibt es ggfs. auch am Zahn entlang nach unten Richtung Kiefer Taschen und Keimbelastungen. Ein schlechter Geschmack deutet meist darauf hin.

Die Zahnärzte machen schrittweise immer mehr - von der Füllung über Inlays, Wurzelbehandlungen, Kronen....bis der Zahn irgendwann wirklich verloren ist, ist das ein langer Behandlungsweg und jeder noch vorhandene Zahn bringt immer wieder Geld.
Argument ist bis zum bitteren Ende der „Halteapparat“. Das ist ja grundsätzlich auch richtig!!
Aber wenn ein Zahn über lange Zeit immer wieder Probleme macht, der Geschmack nicht okay ist, dann muss er m.E. gezogen werden. Er belastet sonst den ganzen Körper.

Gruß, Korona
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Re: Zusammenhang: Morbus Crohn, Zähnhygiene und Allergien?

Beitragvon Gator-BN » Mi 12. Jun 2019, 14:45

Hallo Korona,

danke für deine Rückmeldung. Nachdem der Zahn raus ist, hat sich leider eine zweite Entzündung in nächsten Zahn danaben entwicklelt. Entweder kegelt mein Darm die Zähne raus oder meine (toten) Zähne torpedieren den Darm. Vielleicht hat mein Körper jetzt erst die Kraft die nächste Entzügung richtig anzugehen. Hier wäre es natürlich gut einen Arzt zu haben, der beide Systeme im Zusammenhang einschätzen kann. Es scheint primär Backenzähne zu treffen.

Beim mir hat sich der Puls insgesamt etwas reduziert, was ich als ein gutes Zeichen werte (Ruhe ca. 70 - 75 / früher 75 - 85).
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Re: Zusammenhang: Morbus Crohn, Zähnhygiene und Allergien?

Beitragvon neptun » Mi 26. Jun 2019, 18:56

Hallo Gator,

ich kann Dir nur berichten, es gibt aus den Beiträgen im Forum einen deutlichen Hinweis, daß mc sich auch auf die Zahngesundheit, bzw. auf diese Folgen auswirkt.

Ich denke, es ist ein direkter Zusammenhang.
Sicher weiß man auch um Wirkungen, die von einem lädierten Zahn ausgehen können, z.B. auf das Herz.

LG Neptun
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