Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon neptun » Do 21. Mär 2019, 15:37

Hallo Brosis,

tut mir leid, aber von einer BU-Versicherung habe ich keine Ahnung.
Kenne nur das Verfahren von GdB und EM-Rente der DRV.

Nach Deinem Zitat aus der Versicherungspolice der BU-Versicherung macht es wohl keinen Sinn, einen Antrag auf Erhöhung des GdB zu stellen, denn anscheinend erfüllst Du ja den Teil der Voraussetzung.
Was Du von der BU-Versicherung zu erwarten hast an Leistung, ob nun ohne oder mit EM-Rente der DRV, es wird im Kleingedruckten stehen.

Für die EM-Rente der DRV ist der GdB unerheblich.

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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Fr 22. Mär 2019, 10:58

Hallo, mal wieder ich. Ich habe heute mit meinen Hausarzt über meine erwerbsunfähigkeitsrente und Berufsunfähigkeitsrente gesprochen. Er meinte er würde es auch auf jedenfall versuchen, aber er denkt nicht das ich eine chance habe, da ich ja laut den befunden voll arbeitsfähig bin. Er meinte vielleicht hab ich ja glück, aber gibt nur sehr wenig die bu bekommen. Hat mir auch ne überweißung rausgeschrieben und gesagt ich soll zur vdk gehen und auch ein gutachten machen für nervliche sachen, auch am arbeitsplatz das nervliche was man nicht mehr machen kann, oder arbeitskollegen die sagen, warum braucht der das nicht machen. Bin jetzt total verunsichert irgendwie.
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon neptun » Fr 22. Mär 2019, 13:09

Hallo Brosis,

es gibt immer Institutionen wie die DRV, die Versicherung, ein Landesamt für soziale Dienste, eine Arbeitsagentur, etc., wo Leute arbeiten, deren Aufgabe es ist zu entscheiden, daß Du nicht erwerbsunfähig oder arbeitsunfähig bist oder auch nur eingeschränkt arbeiten kannst.

Ich habe Dich aber so verstanden, Du arbeitest zur Zeit mit vielen Beschwerden und Einschränkungen und auch nur auf Kosten Deiner Gesundheit.

Das kann ein Arzt mittragen, der Dich dann AU schreibt wegen der Erkrankung, für die Du bei ihm in Behandlung bist. Er entscheidet dann über Deine Arbeitsfähigkeit für die Zeit. Niemand sonst.
Wie dann auch nach Antragstellung die DRV darüber entscheidet, ob Du noch erwerbsfähig bist, also irgend eine Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt ausüben kannst, ob nun gar nicht mehr, weil nur unter 3 Stunden je Tag möglich, oder eingeschränkt, weil zwischen 3 und unter 6 Stunden täglich möglich, oder voll erwerbsfähig, weil 6 Stunden und mehr möglich.

Es ist immer ein Spannungsfeld zwischen Deinen Interessen und denen einer Institution. Deshalb mag auch Dein Antrag erst mal negativ entschieden werden, aber dann hast Du die Möglichkeit auf Widerspruch und auf den Klageweg. Da muß man dann vor das Sozialgericht zur Klärung. Was nicht schlimm wäre, denn häufig kommt man erst vor Gericht auch zu seinem Recht.
Und erst dort entscheidet sich auch, welche Chance Du wirklich hast.
Zieht man vorher einen Antrag zurück, dann scheint doch gleich die Notwendigkeit auf Rente ziemlich merkwürdig. Meine Meinung, dann kann man wohl doch noch arbeiten.

Du solltest Mitglied im DCCV sein vorher, also vor Antragstellung, weil Du dann auch sozialrechtsversichert bist. Und Du kannst Dir im AK Sozialrecht auch Rat holen, später dann auch Unterstützung eines Anwaltes aus dem Anwaltsnetz dort, wenn Du willst.
Aber auch eine Mitgliedschaft beim VdK ist möglich, wie Du es schon schreibst.

Ein psychologisches Gutachten wäre wohl eine weitere Baustelle und es würde ziemlich Zeit ins Land gehen, wenn Du nicht schon lange in Behandlung deswegen bist. Ich sehe es zwar grundsätzlich als möglichen zusätzlichen Weg, aber es sollte doch jetzt etwas bewegt werden und Argumente hast Du doch genannt.

Suche Dir also fachmännische Hilfe.

LG Neptun
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Thilo » Fr 22. Mär 2019, 13:32

Hallo Brosis,

offensichtlich bist du sehr unsicher, was die Inanspruchnahme deiner private Berufsunfähigkeitsversicherung, aber auch die Beantragung der gesetzliche Erwerbsminderungsrente angeht.

Die einzelnen Vorgehensweisen detailliert in einem Forum zu beschreiben, übersteigt bei weitem die Möglichkeiten der Forumsteilnehmer. Im Internet, in Büchern, aber auch im Forumsarchiv, finden sich geeignete Tipps um sich notwendiges Grundwissen anzueignen.

Die BU-Versicherung greift in aller Regel dann, wenn eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent von einem Arzt oder Gutachter diagnostiziert worden ist. Mit anderen Worten: Die Zahlungen erfolgen, wenn der Beruf auf Grund von Krankheit oder Unfall nicht mehr wie gewohnt ausgeübt werden kann. In den Versicherungsbedingungen ist nachzulesen, welche Bedingungen vorliegen müssen, um die vereinbarte Versicherungsleistung in Anspruch nehmen zu können.

Ob eine Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, entscheidet alleine die Rentenversicherung nach Prüfung verschiedener Voraussetzungen und einem Gutachten, welches im Laufe des Rentenverfahrens erstellt wird. Die Spekulation eines Hausarztes ist hier fehl am Platz.

Ich empfehle dir dringend, diese Wege nicht ohne Fachkundige zu gehen, die dir die Arbeit abnehmen und auch die Fallstricke kennen, die im Laufe der Verfahren auftreten können. Dies kann z. Bsp. ein Sozialverband, ein Fachanwalt für Sozialversicherungsrecht, aber auch der DCCV-Sozialrechtsschutz sein, falls du Mitglied im DCCV bist.

Du wirst hoffentlich Ärzte haben, welche dir deine vielfältigen gesundheitlichen Einschränkungen attestieren können? Nur die Aufzählung von Beeinträchtigungen ist nicht ausreichend. Beeinträchtigungen müssen objektiv nachvollziehbar, besser noch von Therapien begleitet werden. Auch ist die Ausübung einer Berufsstätigkeit während eines Rentenverfahren eher ungünstig, stellt man damit unter Beweis, dass man trotz Krankheit seinen Beruf noch ausüben kann.

Also nicht ständig mit Unsicherheiten spekulieren, sondern Fachleute heranziehen, die etwas von ihrem Job verstehen und die beiden Verfahren zu einem guten Ende bringen.

Viel Erfolg und Gruß

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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Fr 22. Mär 2019, 15:02

Hallo, danke für eure schnellen anworten. Ja, die einschrännkungen sind alle von meinen gastro und professor vom kh zu papier gebracht. Habe da die belege dafür. Bin am überlegen, da ich das forum hier super finde, das ich auch mitglied bei der Dccv werde. Spielt das keine rolle woher man ist, oder hat man da überall ansprechpartner?
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon _Stephan » Sa 23. Mär 2019, 12:38

Hallo Brosis,

der Aussage von Thilo kann ich mich voll anschließen.
Die Einbeziehung eines Beraters von einem Sozialverband (z.B. VDK) ist sicherlich empfehlenswert bei der Antragstellung auf Erwerbsunfähigkeit bei der Rentenversicherung, da man dort mit den bürokratischen Fallstricken vertraut ist.

Wie du schreibst, greift die AU-Versicherung, wenn du von der Rentenversicherung mindestens 50% Erwerbsunfähigkeit zugesprochen bekommst. D.h. die AU-Versicherung brauchst du vorerst nicht zu kontaktieren, erst ggf. nach Erhalt des Bescheids.

Den Antrag solltest du bei deinem Beschwerdebild auf jeden Fall stellen.

LG Stephan
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