Anal Thrombose

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Anal Thrombose

Beitragvon YvonneH » Di 12. Mär 2019, 13:58

Hallo zusammen.

Ich habe seit 2013 CU und bin seit einem guten Jahr im Schub, ohne diesen so richtig in den Griff zu bekommen.
Ich nehme mittlerweile 3g Pentasa, 150mg Aza und 1g Pentasa Zäpfchen. Ohne die Zäpfchen geht es immer wieder nach ein paar Wochen los mit Schleim und daraufhin dann auch wieder mit Blut... :? Aber diese Zäpfchen auf Dauer nerven auch tierisch...
Am Freitag habe ich wieder einen Besprechungstermin mit meinem Doc. Meint ihr, ich sollte mal Cortiment versuchen?!?

Momentan ärgert mich dazu noch eine Anal Thrombose... anfangs dachte ich, ich hätte eine Hämorrhoide, die ausgetreten war. Mein Gastro sagte mir dann nach Untersuchung, dass es eine Anal Thrombose ist. Man könne diese veröden, damit sie weg geht, aber das kann auch wieder einen Schub auslösen bzw. den Schub verschlimmern... er hatte mir damals eine betäubende Salbe verschrieben.
Nun wollte ich euch mal fragen, ob jemand Erfahrungen damit hat und ich dieses Ding vielleicht irgendwie anders los kriege oder etwas zur Linderung tun kann...

Viele Grüße,
Yvonne
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Re: Anal Thrombose

Beitragvon Ellie » Do 14. Mär 2019, 20:37

Hallo YvonneH !

Ich hatte bisher 3 Analvenenthrombosen. Die erste war mit Abstand die schlimmste! Das war vor ca. 17 Jahren und so wie Du, dachte ich damals , ich hätte Hämorrhoiden. Ich habe mich auch geschämt davon meinem Mann oder jemanden anders etwas zu sagen. Es waren ja nur Hämorrhoiden und die andere Menschen machten ja auch nicht so ein Gewese darum. Die Schmerzen wurden fast unerträglich. Ich konnte weder schmerzfrei stehen, sitzen noch liegen. Erst nach fast einer Woche zeigte ich es meinem Mann. Er ist Arzt und meinte sofort, dass sei eine Analvenenthrombose und die müsste man aufschneiden. Da dieses Ding schon so genug weh tat, hatte ich natürlich panische Angst davor zu einem Proktologen zu gehen, aber die Schmerzen wurden immer heftiger und so meldete ich mich bei einem in der Nähe an.

Zunächst sagten sie mir, ich müsste mindestens 6 Wochen auf einen Termin warten. Erst als ich unter Tränen sagte , dass ich es kaum 6 weitere Stunden aushalten würde, hatten sie Erbarmen und ich durfte kommen. Ich musste zwar noch 3 Stunden im Wartezimmer auf einer Backe absitzen ( im warsten Sinne des Wortes) , aber ich kam zum Arzt. Ein kurzer Blick von ihm bestätigte die Diagnose meines Mannes und dann fragte er mich, ob er mir das ohne oder mit örtlicher Betäubung aufschneiden sollte. Ich entschied mich für eine örtliche Betäubung. Ich denke was dann folgte, hat alles in den Schatten gestellt, was ich bis dahin an Schmerzintensität kannte und ich bin Mutter von zwei Kindern.


2015 folgte dann nach einer Darmspiegelung, bei der mein MC diagnostiziert wurde Thrombose Nr. 2 . Nun hatte ich erst recht Angst und rief den Arzt an, der mich endoskopiert hatte an. Der sagte nur:

"Das hab`ich schon gestern kommen sehen. Kommen sie heute vorbei dann mache ich es weg." und ich antwortete: " Nur wenn sie mich vorher einschläfern!". Er lachte , aber ich bekam eine Kurznarkose und überstand das ganze wesentlich besser , als beim ersten Mal. Die Nachsorge und die Wundschmerzen waren unangenehm, aber im Vergleich zum ersten mal ein Witz.
Im Januar 2018 die folgte nun die dritte mit oben genannten Procedere und Propofol Narkose.

Der Arzt kennt mich nun schon und ich habe Kamille-Sitzbäder zu schätzen gelernt.Er meinte auch die Patienten, die zu Analventhrombosen neigen, bekommen immer wieder welche. Mittlerweile ist mein Anus auch schon ziemlich vernarbt und ich muss dauerhaft Movicol nehmen, damit der Stuhl weich bleibt, denn zu heftiges Pressen fördert die Analvenenthrombose. Alternativ zum Aufschneiden wäre das Abwarten und mit schmerzlindernden Salben behandeln. Die Thrombosen verschwinden auch von alleine. Es würde nur länger dauern. Ob es die Narbenbildung verhindert, ist ungewiss. Mein Tip sind wie gesagt Kamille -Sitzbäder (nicht zu heiß)! Die lindern auf jeden Fall etwas die Schmerzen. Hilfreich in den schmerzhaften Phasen ist auch ein Gummiring zum Sitzen. Alles nach Möglichkeit meiden , was heftiges Pressen fördert.


Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung

liebe Grüße Ellie
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Re: Anal Thrombose

Beitragvon YvonneH » Fr 15. Mär 2019, 09:33

Hallo Ellie,

vielen Dank für deine Antwort und die offenen Worte!
Du Arme hast da ja wirklich schon ne echte Tortur hinter dir.

Bei mir war es auch so, dass die Analthrombose irgendwann anfing zu schmerzen und das Sitzen, Gehen, Stehen unangenehm bis schmerzhaft war. Mittlerweile bin ich abgehärtet und habe das gleich beim nächsten Termin meinem Doc gesagt.
Aktuell schmerzt die Analthrombose nicht mehr, aber es nervt halt... ab und zu schiebe ich sie wieder rein :roll:
Mal sehen, was er heute meint, ich werde es auf jeden Fall wieder ansprechen.

Liebe Grüße,
Yvonne
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