Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Über die sonstigen medizinischen Probleme.

Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Otekah » Mo 31. Dez 2018, 14:47

Hallo Korona und Konrad,

ja, solch ein Jahr zerrt an einem und ist wirklich nur schwer auszuhalten. Es ist sicher gut, wenn etwas Ruhe einkehrt, jedoch schreckt mich eben die schiere Dauer dann doch wieder ab.
Bis auf die beiden, na sagen wir mal unglücklichen Eingriffe, die ambulant durchgeführt wurden, kann ich sagen, dass ich mit Viszeral Chirurgen gesprochen habe und auch die Eingriffe von versierten Ärzten gemacht wurden. Immer unter der Prämisse so wenig wie möglich zu schneiden/entfernen. Das war ja u.a. auch der Grund, warum ich nach HH bin.

Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unangebracht und zumindest unbedacht, wenn nicht respektlos manch einer sich mir gegenüber geäußert hat. Aussagen wie: "Der schneidet das dann alles auf, kann es aufklappen und einsehen und schneidet es großräumig raus. Alles gut!", konnte ich nur fassungslos bei Seite schieben. Ich könne mich ja auch glücklosen schätzen, dass ich kein Krebs hätte, und das obwohl mein Freund mit genau der Vorgeschichte nicht mal 3 Minuten zuvor mit dem Arzt im Gespräch war.
Darüber, das "man ja alles damit machen könne", können wir uns auch gerne streiten, aber was die menschliche, verständnisvolle Seite angeht scheinen nicht viele dieses Gen zu teilen.

Natürlich ist es nicht nur unangenehm dauerhaft zu sitzen, für mich hat sich gezeigt, das auch auch langes Gehen oder Bewegen eher zu schlimmeren Schmerzen führt. Wegen der ganzen Verspannungen, die ich durch die Schonhaltung und das viele Liegen habe, habe ich beinahe täglich noch dazu starke Kopfschmerzen. Da hat mir meine jetzt Ex-Hausärztin tatsächlich einen Bogen mit Kräftigungs-Übungen ausgedruckt, die ich machen sollte. Das war 1 Woche nach der zweiten Laser OP.
Von daher bin ich wirklich nicht mehr gut auf viele/s zu sprechen und mag dann eben auch keine "gut gemeinten" Ratschläge mehr von "unwissenden" hören.

Was die zusätzliche Versorgung an Nährstoffen angeht, bin ich eigentlich mit einem Vitamin B Komplex (vornehmlich B12), der auch Folsäure abdeckt, sowie Kukurma und Weihrauch als auch Vitamin D3 ganz gut aufgestellt. Ein früherer Eisenmangel hat sich gebessert, so dass ich kein Ferrosanol mehr nehmen muss.
DIe Mullkompressen habe ich auch im 100er Pack von meinem Gastro verschrieben bekommen – aber mit der Zuzahlung sind wir dann eben auch bei den jeweils 5 Euro. Ich dachte, dass es ganz gut sei, wenn es aus dem Baumwollgewebe ist und nichts künstliches, was die Luftzirkulation noch mehr einschränkt. Ich kann langsam auch dieses Gefühl von ständigem "Verpacktsein" nicht mehr ertragen. Da möchte man einfach so wenig wie möglich an "Reizstoffen" da haben. Zumindest für mein Empfinden.
Salzwasser kann ich vielleicht später noch mal ausprobieren, momentan ist schon das reine Ausduschen mit Wasser noch so unangenehm, dass ich vorerst dabei bleiben werde. Aber ein Urlaub am Meer wäre wirklich mal wieder schön!! :) Aber das muss wohl noch ein Weilchen warten…

Vielleicht muss ich auch noch mehr "abtauchen" – also Pause machen, wie ihr sagt. Wobei viel weniger eigentlich auch kaum mehr geht. Aber es stimmt schon, wem man was und in welcher Tiefe erzählt, das muss man sehr gut abwägen.
Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass ich hier so offen schreiben und berichten kann. Immer nur alles hinunter zu schlucken ist auf Dauer doch zu belastend. Es ist eben auch nicht so einfach nachvollziehbar wie z.B. ein Magen-Darm-Infekt, um es mal ganz platt zu sagen.

Naja, soweit erstmal und vielen Dank!
Falls wir uns nicht mehr lesen, habt einen wunderbaren Start in ein tolles, neues Jahr! Mit viel Liebe und Zuversicht! :@)
(*_*) Otekah
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon neptun » Mo 31. Dez 2018, 15:08

Hallo Otekah,

zum entspannteren Sitzen. Es wurde früher schon über solch einfachen aufblasbaren Gummischwimmring für Kinder geschrieben, weil die Wunde dann nicht belastet wird durchs Sitzen.
Ich meine, Korona hatte auch zu einem Nackenkissen geschrieben, welches man zweckentfremden kann.

Euch einen guten Rutsch und liebe Grüße, Neptun
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Konrad » Mo 31. Dez 2018, 17:37

Moin Otekah,

Otekah hat geschrieben:DIe Mullkompressen habe ich auch im 100er Pack von meinem Gastro verschrieben bekommen – aber mit der Zuzahlung sind wir dann eben auch bei den jeweils 5 Euro. Ich dachte, dass es ganz gut sei, wenn es aus dem Baumwollgewebe ist und nichts künstliches, was die Luftzirkulation noch mehr einschränkt. Ich kann langsam auch dieses Gefühl von ständigem "Verpacktsein" nicht mehr ertragen. Da möchte man einfach so wenig wie möglich an "Reizstoffen" da haben. Zumindest für mein Empfinden


Ich habe ja auch die Vliesskompressen empfohlen. Dass ein Gastro noch die groben Mullkompressen verschreibt, finde ich schon etwas komisch. Vliesskompressen werden ja auch von allen anderen hier bevorzugt. Die merkt man kaum beim Tragen. Wg.der Zuzahlung: Ich bestelle und zahle die tatsächlich privat selber. Die Rechnung ist einfach: 10x1,50...2,00€ sind mit Versandkosten keine 30,-€. Dann habe ich 1000 Vliesskompressen und nicht 100. Lass es mich wissen, wenn Du die im Netz nicht findest, dann folgt eine PN.

LG Konrad
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Otekah » Di 1. Jan 2019, 20:47

Hallo Konrad,

ja, so habe ich deine Rechnung auch verstanden – trotzdem habe ich ja so schon zum Teil Probleme meine 2-3 Päckchen und alles an Material so zu verstauen, dass man nicht immer nur vor lauter "Krankheit" im Badezimmer steht. Ein wenig von Normalität darf da durchaus auch vorhanden sein.
Ich werde einfach ein paar Päckchen bestellen und mal schauen, wie der Unterscheid so ist :)

Liebe Grüße,
Otekah
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Otekah » Do 10. Jan 2019, 13:47

Hallo Konrad,
die Vlieskompressen habe ich nun einige Tage ausprobiert und bin auch positiv davon überrascht – danke für den Hinweis! :)

Die erste Nachkontrolle in der Klinik verlief soweit ok. (War wegen der ganzen Feiertage dann doch ins neue Jahr gerutscht)
Allerdings habe ich noch mal wegen der großen Wunde nachgefragt, und es musste wohl so viel an der Hautoberfläche entfernt werden, weil der Bereich ebenfalls vereitert war. Deshalb ist es auch immer noch so unangenehm zu sitzen oder sich zu länger bewegen. Meistens blutet es dann auch oberflächlich wieder :/ Mal geht es besser, mal eben etwas schlechter.
Wie lange habt Ihr denn so gebraucht, um wieder ein relativ normales Leben mit Arbeitsalltag, Sozialleben oder Ausflügen, etc. zu haben?

Liebe Grüße von Otekah
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Konrad » So 13. Jan 2019, 17:46

Hi Otekah,

Otekah hat geschrieben:Wie lange habt Ihr denn so gebraucht, um wieder ein relativ normales Leben mit Arbeitsalltag, Sozialleben oder Ausflügen, etc. zu haben?


Einige Male hatte ich auch eine großflächige Wunde, jedoch hat mich das nie an mein Sozialleben und an Ausflüge mit meiner Familie gehindert. Ich hatte halt immer Wechselwäsche, Kompressen und frische Einlagen in einem kleinen Rucksack dabei. Klar ist das hinderlich, aber nicht soo schlimm, als dass man deshalb zu Hause bleiben müsste.

Auf Grund meiner Bequemlichkeit habe ich auch immer darauf geachtet, dass ich niemals über die 6 Wochen Lohnfortzahlung gekommen bin. Das hängt aber auch vom Arbeitsplatz ab. Bei meiner Labortätigkeit mit absoluter Freiheit der Arbeitszeitgestaltung sieht das wohl anders aus als z.B.im Schichtdienst

LG
Konrad

P.S.: Den "billigen kleinen" Rucksack nutze ich immer noch. Da ist mein E-Book Reader sowie ein Notizbuch drin und aus Gewohnheit immer noch eine "Hygienenotversorgung"
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Otekah » Mi 16. Jan 2019, 13:33

Hallo Konrad,

ja, natürlich kennen wir alle diese "Notversogungs-Pakete" und haben sie auch immer dabei. Das alles hilft aber nicht, wenn man schon beim Gehen Schmerzen hat, kaum länger als eine halbe Stunde sitzen kann oder der psychische Druck so hoch ist, dass alles auf "Einigeln" steht.
So sind große Touren tatsächlich nicht möglich, da die Wunde eben an einer zu ungünstigen Stelle ist. Nach einem Jahr voller Kliniken, Ärzten und Schmerzen, habe ich eh kaum aufregendes und vor allem Positives zu berichten, so dass die Kommunikation auch sehr eingeschränkt ausfällt, wenn denn überhaupt noch "Freunde" interessiert sind... Diese schwierige Situation habe ich ja schon mal geschildert.
Was die Job-Situation angeht, bin ich nicht in so einer "komfortablen Lage". Nach den ersten ambulanten Eingriffen bin ich nach 1,5 - 2 Wochen (ohne Krankschreibung) wieder arbeiten gewesen und jedes Mal ist es dann viel schlimmer geworden. Zudem bin ich freiberuflich tätig, so dass ich 6 Wochen lang keinen Anspruch auf Zahlungen habe. Also alles, was ich an Ausfall habe, muss ich jedes Mal voll selbst tragen, bis die 6 Wochen am Stück vorüber sind. Erst dann käme das Krankengeld der Krankenkasse zum tragen. Diese finanziellen Holpersteine muss man dann irgendwie versuchen auszublenden, sonst ist es auf Dauer viel zu belastend.

Viele Grüße,
Otekah
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon neptun » Mi 16. Jan 2019, 14:00

Hast Du es mal mit einer Sitzhilfe probiert, wie ich schrieb?

LG Neptun
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Re: Fistel kommt nach OPs immer wieder / Wundversorgung

Beitragvon Otekah » Mi 16. Jan 2019, 14:29

Ja, das hab ich. Habe aber das Gefühl, es "reißt" an den Seiten der Wunde eher, als wenn die gesamte Fläche den Druck verteilt.
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