Krankmeldung und Blutuntersuchungen

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Krankmeldung und Blutuntersuchungen

Beitragvon tosca » Di 13. Nov 2018, 18:02

Hallo zusammen,

ich bin jetzt knapp sieben Wochen krank geschrieben wegen eines Schubs. Jetzt komme ich gerade vom Hausarzt, der mir sagte, dass er mich nicht mehr länger krank schreiben kann, sondern das nun der Gastro machen muss. Grund: da ich von Anfang an keine Entzündungsparameter hatte (weder im Blut noch im Stuhl) kriegt er da Stress mir der Krankenkasse. Frage: habt Ihr sowas schon mal gehört?

Nun habe ich zudem das Problem das mein Gastro sowieso meist nur telefonisch akut betreut, was eh für mich sehr unbefriedigend ist. Und dann eine AU-Betreung? Und bald eine Wiedereingliederung über den Gastro? Macht Ihr das so?

Zweite Frage: mein Gastro sagt, dass er vermutet, dass ich Folsäure-Mangel und B12-Mangel habe. Die Therapie würde wohl die Krankenkasse zahlen, aber nicht die dafür notwendige Blutuntersuchung. Ist das so? Irgendwie unlogisch, oder? Wie läuft das bei Euch?

Danke für Eure Erfahrungsberichte!
Viele Grüße von Helga
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Re: Krankmeldung und Blutuntersuchungen

Beitragvon Roxypüppchen » Di 13. Nov 2018, 19:12

Hallo Helga,

zum Procedere der Krankschreibung kann ich leider nichts sagen.

Was die Testung auf u.a. die B Vitamine angeht kann ich berichten, dass die Blutabnahme als auch Rezepte immer über die Krankenkasse abgerechnet werden. Beides, wie auch Vit. D, bekomme ich bei meinem Gastro seit fast 3 Jahren. Seitens der KK (Techniker) gab es nie eine Rückfrage. Allerdings tragen die rosa Rezepte dann einen Vermerk *Diagnose Morbus Crohn*

Alles Gute und gute Besserung
Roxy

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Re: Krankmeldung und Blutuntersuchungen

Beitragvon Thilo » Di 13. Nov 2018, 20:59

Hallo Helga,

zur Krankschreibung:

Sobald ein Versicherter aus der Lohnfortzahlung (6 Wochen) des Arbeitgebers raus ist und seitens der Krankenkasse(KK) Krankengeld gezahlt werden muss, machen diverse Krankenkassen dem Arzt Druck. :o Das Ziel: Geld einsparen.

Mitarbeiter der KK kontaktieren meist telefonisch den Arzt an und erkundigen sich freundlich aber nachdrücklich nach dem Therapiefortschritt und fragen ganz konkret, wann der Patient wieder arbeitsfähig ist.

Dein Hausarzt kann dich bei einem Krankheitsschub mit der Diagnose Morbus Crohn natürlich weiterhin krank schreiben, aber er fürchtet den (subtilen) Druck der Krankenkasse. Die fehlenden Entzündungsparameter halte ich für vorgeschoben, da die Krankenkasse davon überhaupt keine Kenntnis hat. Für eine weitergehende Krankschreibung hat der Arzt in aller Regel zahlreiche Argumente. Er will aber nicht bei der KK auffällig werden; das dürfte der Grund für sein Verhalten sein.

Gruß

Thilo
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Re: Krankmeldung und Blutuntersuchungen

Beitragvon neptun » Di 13. Nov 2018, 22:44

Hallo Helga,

ich bin und war mit meiner cu immer nur bei einem Facharzt/Proktologe in Behandlung. Ich habe überhaupt keinen Hausarzt.

So wurde meist halbjährlich eine kurze Rektoskopie gemacht bei meinem Erscheinen dort, ohne Abführen und ohne Sedierung. Da die cu im Rektum beginnt und dort ihre stärkste Ausprägung hat, so konnte der Arzt auch leicht den Zustand sehen. Ich hatte ja Jahrzehnte kontinuierlich Entzündung.

Auf diese Weise ist die Medikation leicht festzulegen und ein schwerer Schub konnte dann auch eskalierend behandelt werden.

All das kann ein Hausarzt doch nicht. Hat dazu meist wenig bis gar keine Erfahrung mit den CED.

So wundert es mich schon, daß er Dich überhaupt krank schrieb, statt eine Überweisung zum Facharzt auszustellen, die man aber gar nicht braucht. Hat man das Gefühl einer Verschlechterung, kann man auch gleich zu seinem Facharzt gehen.

Und der Hausarzt hat Dich trotzdem bereits 7 Wochen krank geschrieben, ohne eine Diagnose selbst stellen zu können? Da wundert mich seine Weigerung eigentlich nicht.

Und was hat es mit einer Wiedereingliederung auf sich?
Ich hatte mehrere schwere Schübe, war über Monate AU, aber eine Wiedereingliederung gab es nie.

Vielleicht solltest Du doch schnellstmöglich Kontakt zu Deinem Gastro aufnehmen.

LG Neptun
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Re: Krankmeldung und Blutuntersuchungen

Beitragvon tosca » Mi 14. Nov 2018, 09:56

Hallo alle,

danke für Eure Rückmeldung.
@Thilo: ich wunderte mich schon von wegen Datenschutz .. Aber so macht das Sinn. Man selbst bekommt ja dann auch einen freundlichen Anruf der KK, ob sie was tun könnten...
@neptun: ich bin von Anfang an vom Gastro betreut, nur nicht mit dem Papierkram. Das kommt auch daher, dass sich ein Schub bei mir immer nur aus einem Infekt heraus entwickelt, d.h. die erste Krankmeldung ist meist Grippe oder so. Und dann setzt sich der Darm drauf. Und am Ende des Schubs kommt dann die Grippe meist für eine Woche wieder. Daher bin ich auf beide angewiesen.

Für mich sieht es so aus, als ob sie sich gegenseitig die Arbeit zuschieben. :cry:

Viele Grüße von äh tosca
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