medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Über die sonstigen medizinischen Probleme.

medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon Catwomen » Fr 17. Aug 2018, 09:32

Hallo Ihr Lieben!

Ich hätte da mal wieder eine Frage an Euch.....

Ich hatte ein Fuß-OP und habe mir im Anschluß, unmittelbar nachdem ich wieder belasten durfte, einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß zugezogen ( der wohl auch der Cortisoneinnahme der letzten 4 Jahre geschuldet ist...)
Deswegen musste ich ins MRT. Ich habe vorher schon gemerkt, obwohl mein Darm im Moment sehr friedlich ist, dass alle möglichen Gelenke beginnen wieder Ärger machen.
Ich muss kurz dazu sagen, das die Diagnose MC erst gestellt wurde, weil ich wegen Gelenkschmerzen vom Orthopäden zur Rheumatologin und dann zum Gastro überwiesen wurde.
Im MRT hat man dann nebenbei gesehen, dass 2 Zehen eine starke Gelenksentzündung haben. Der Orthopäde war ganz geschockt, wollte sich jetzt aber zuerst um seine Baustellen kümmern.
Ich war eigentlich ganz froh, dass man diesen Befund, jetzt zufällig mit "eingefangen" hat, weil man nach außen nämlich nie was sieht ( keine Rötung,Schwellung oder ähnliches) und man mir die Gelenkschmerzen nie
so richtig glauben wollte..... :roll:

Nächste Woche habe ich wieder einen Termin bei meinem Gastro. Ich Moment nehme ich keine Medikamente. Wenn der Calprotectinwert in Ordnung ist, sieht mein Gastro grundsätzlich auch keine Notwendigkeit zu behandeln.
Aber jetzt habe ich den Beweis, das auch wenn der Calprotectinwert im Rahmen ist und der Darm halbwegs ruhig ist, dass ich trotzdem die Schmerzen in den Gelenken habe.
Aber wer ist denn jetzt zuständig? Gastro oder Orthopäde? Und wie könnte man dann behandeln? Cortison ist aufgrund des Ermüdungsbruches im Moment völlig ausgeschlossen.

Habt Ihr Tipps für mich?

Vielen Dank und liebe Grüße!
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon samira127 » Fr 17. Aug 2018, 19:06

für den fall bin ich beim rheumatologen. die orthopäden wollten mich nicht haben und die astroenterologen sind auch so lala begeistert. deswegen rheumatologe mit ins boot. aber internistische rheumatologen nicht die orthopädischen.
Hoffnung, ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es gut ist, egal wie es ausgeht.

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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon Catwomen » So 19. Aug 2018, 11:34

Hallo Samira!
Danke für Deine Antwort.
Ich werde nochmal mit dem Orthopäden sprechen und dann nochmal ab zur Rheumatologin.
Da hat mich damals der Orthopäde auch hingeschickt, das ist eine internistische Rheumatologin.
Darf ich fragen, was Du gegen die Gekenkschmerzen machst, bzw. verschrieben bekommst?

Liebe Grüße
Petra
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon neptun » So 19. Aug 2018, 14:25

Hallo Catwomen,

hast Du mal in der Leitlinie mc zu diesem Thema gelesen?
Ist in Kapitel 10.

Hier mal Auszüge, woraus Du die abgestufte Therapie ersehen kannst und auch die Schmerzbehandlung (COX-2: Arcoxia, Celebrex).

LG Neptun

"Statement 10.2
Die Behandlung der CED-assoziierten Arthritis basiert fast vollständig auf Extrapolationen von anderen Formen der Arthritis. Im Fall der peripheren Arthritis Typ I sollte die Behandlung des zugrunde liegenden Morbus Crohn im Vordergrund stehen (C). Bei der Typ II-Arthritis werden Sulfasalazin, Methotrexat und in refraktären Fällen anti-TNF-Antikörper(B)eingesetzt

"Statement 10.3
Bei chronischen peripheren Arthralgien können in der Akutbehandlung Analgetika wie Novalminsulfon oderOpioide eingesetzt werden (D). NSAR sollten nicht routinemäßig eingesetztwerden aufgrund der inkonsistenten Datenlage bezüglich der Exazerbation der Grunderkrankung (D). COX-2-selektive Antiphlogistika sind bezüglich des Rezidivrisikos günstiger, können aber nicht generell empfohlen werden (B)."
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon Catwomen » Mo 20. Aug 2018, 09:03

Hallo Neptun!

Danke für Deine ausführliche Nachricht.
Ich bin natürlich nicht auf die Idee gekommen in den Leitlinien nachzulesen......

Dann wird es schon schwierig, in der Akutbehandlung, auf Novalminsulfon reagiere ich allergisch und auf Opioide muss ich spucken.

Sulfasalazin, Methotrexat hat die Rheumatologin schon mal ins Spiel gebracht, wobei die mich ja an den Gastro "abgegeben" hat.
Wie verhält es sich den mit den beiden Wirkstoffen? Haben die auch eine positive Wirkung auf den Darm?
Würde das gegebenfalls auch der Gastro verschreiben, wenn er es für notwendig hält, oder kann ich schon mal einen Termin bei der
Rheumatologin ausmachen ( da geht unter 4 Monaten nichts mit einem Termin...)

Vielen Dank für die Auskunft und herzliche Grüße!
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon samira127 » Mo 20. Aug 2018, 10:47

hi

ich bin was die medikamente angeht nicht wirklich ein gutes beispiel. bei mir schlägt vieles nicht so an wie es sollte. sulfasalazin und auch mtx sprechen auch auf den darm, können aber auch mit allen (außer mtx und aza) anderen medikamenten zusammen gegeben werden. gerade bei mc ist mtx ein klassisches mittel. sulfasalazin wird im körper zu mesalazin verstoffwechselt. und das sagt dir sicherlich was.
was die schmerzmittel angeht kannst du mit arcoxia und celebrex gucken ob dir die schon helfen. ansonsten wenn novalgin nicht hilft wäre tilidin eine option. damit komme ich sehr gut klar seit jahren. nehme auch noch einiges mehr aber damit möchte ich dich ungerne verschrecken.

wenn du bei der rheumatologin einen neuen termin machst müsste es normal schneller gehen. meistens sind ja die ersten termine sehr weit weg. oder du machst auch etwas druck. ansonsten ist der gastro keine schlechte anlaufstelle, der daraf auch alle genannten medikamente verschreiben und sollte eigentlich auch gerade am anfang noch genug bescheid wissen.
Hoffnung, ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es gut ist, egal wie es ausgeht.

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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon neptun » Mo 20. Aug 2018, 10:50

Hallo Catwomen,

Sulfasalazin ist der Vorläufer von Mesalazin. Es wird durch Bakterien im Dickdarm in Sulfapyridin und Mesalazin gespalten. Wirkt daher bei Entzündung im Dickdarm und gegen Gelenkentzündung.
Ist die erste Stufe der Behandlung rheumatischer Entzündung.

Methotrexat ist wie Aza ein Immunsuppressivum. Dient aber durch das größere Nebenwirkungspotential eher als Medikament zweiter Wahl. Und Verhütung ist obligat!
Ist die zweite Behandlungsstufe, wirkt aber im Gegensatz zu Aza eben auch bei Gelenkentzündungen.

Nun gibt es als Folge der CED aber auch oft Gelenkschmerzen, die enteropathischen Arthralgien. Die gehen ohne Entzündung einher, also ohne Wärme, Rötung, Schwellung. Können trotzdem anstrengend und nervig sein. Verschwinden aber auch wieder und es können auch keine bleibenden Schäden entstehen.

Diese wären ohnehin nur ein Thema des Gastros, nicht eines Rheumatologen.
Auch bei begleitenden Entzündungen sollte es der Gastro sein, der wohl aber gerne abgibt.

Ich kenne diese Schmerzen von wechselnden Gelenken, besonders auch im großen Daumengelenk, in Fingergelenken, aber auch Schulter und Ellenbogen.

So, wie sie kommen, verschwinden sie auch wieder, nach kürzerer oder längerer Zeit.

Da sollte man sich überlegen, ob man überhaupt medikamentös tätig werden will. Ich habe es nie getan.

Dir auch herzliche Grüße,
Neptun
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon Catwomen » Mo 20. Aug 2018, 16:54

Hallo Neptun,

danke nochmal für Deine Antwort.

Ich möchte auch so gut,wie möglich auf Medikamente verzichten, aber die Schmerezn sind schon echt fies.
Gerade war ich beim Radiologen zur Knochendichtemessung, wegen dem Ermüdungsbruch. Tatsächlich ist die Knochendichte für
mein Alter viel zu gering. Der Radiologe meinte nur, so schnell wie möglich mit Medikamenten beginnen (Bisphosphate),
bevor noch was bricht.
Darüber bin ich jetzt erst recht nicht glücklich. Die Nebenwirkungen sollen ja nicht ohne sein und wie vertragen sich die
Bisphosphate mit MC?
Hat da jemand Erfahrung?

Liebe Grüße
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon neptun » Mo 20. Aug 2018, 18:52

Hallo Catwomen,

das Problem ist, die Bisphosphonate hat man dann mit ziemlicher Dauerwirkung im Körper. Teils gibt es wohl Spritzen, die über Monate wirken, wenn ich es recht erinnere.

problematisch nicht wegen der Wirkung sondern wegen der Nebenwirkungen.
Ich weiß nicht mehr wer es war, aber es gibt zumindest einen Bericht im Forum zur Kiefernekrose. Findest Du vielleicht über die Suche.

Ansonsten wird als einzige andere Therapie, die man selbst initiieren kann, das Krafttraining zur Behebung der Osteoporose empfohlen. Das sicher aber nur nach Plan und unter Anleitung von Fachkräften. Dazu sicher dauerhaft, also über sehr lange Zeit.

Die Kraft zieht über die Sehnen an den Knochen und fördert damit die Bildung der Osteoblasten. Diese bilden das Knochengewebe und stärken damit das Knochengerüst.

Mehr weiß ich nicht. Aber vielleicht gibt es bei Ärzten eine Zweitmeinung?

Bisphosphonate und mc, da habe ich noch nichts Gegenteiliges gelesen. Was nichts heißen soll.
Aber Cortison in jeglicher Form dürfte für Dich ab jetzt tabu sein.

LG Neptun
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Re: medizinische Zuständigkeit bei Gelenkschmerzen bei MC

Beitragvon Catwomen » Do 23. Aug 2018, 14:41

Hallo Samira und Neptun,

danke für eure Antworten.
Leider musste ich den Gastrotermin absagen, da ich mir einem Magen-Darm-Virus eingefangen habe,
der sich gewaschen hat.... :mrgreen:
Aber am Montag muss ich zum Orthopäden, da werde ich die Gelenkschmerzen + die Behandlung ansprechen und
das mit der Bisphosphonatterapie bzw. Alternative mal abklären.

Liebe Grüße
Catwomen
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