Wohlbefinden nach Stoma Rückverlegung

Über die sonstigen medizinischen Probleme.
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peterpan65
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Registriert: Di 20. Okt 2015, 14:36

Wohlbefinden nach Stoma Rückverlegung

Beitrag von peterpan65 »

Hallöchen Beisammen,

ich bin seit einem Jahr hier Mitglied, mehr der Lesende als der Schreibende ;)
Nun hab ich doch mal eine Frage an Euch.
Im Dezember 2015 wurde mir, bis auf 5cm, der ganze Dickdarm entfernt. Mir wurde ein Stoma angelegt. Ende Mai dieses Jahres erfolgte die Rückverlegung. Die Op verlief gut und ich konnte nach einer Woche das Krankenhaus verlassen.
Nach anfänglichen mäßigen Durchfällen wurden diese jedoch immer häufiger. Momentan muss ich so um die 15-20 mal am Tag zur Toilette wetzen. Nachts fast jede Stunde. Da ich vorher immer ein Beckenbodentraining gemacht habe, kann ich den Stuhlgang einigermaßen gut halten.
Auf Anraten meiner Internistin sollte ich täglich eine Packung (5mg) Mucofalk zum Eindicken nehmen. Dazu sollte ich dann am Tag 2Liter Flüssigkeit zu mir nehmen.
Am Anfang dickte es den Stuhlgang auch etwas ein, jetzt jedoch nicht mehr. Habe gestern meine Ärztin angerufen, sie meinte ich soll ruhig 3 Päckchen am Tag verteilt einnehmen. Ich fragte sie, wieviel ich denn am Tag an Flüssigkeit zu mir nehmen sollte, auch 2 Liter oder mehr. Damit war sie überfragt und musste erstmal die Gebrauchsanweisung von Mucofalk lesen. Sie meinte, ich sollte weniger trinken, dann würde der Stuhlgang auch nicht so flüssig sein.
Ich weiß ja nicht, ob das so stimmt?
Nun meine Frage an Euch.
Wie ist es Euch nach einer Stoma-Rückverlegung ergangen? Habt iIhr auch Mucofalk bekommen? Und wenn, wie hoch war Eure tägliche Ration und die Flüssigkeitszufuhr?
Hat es Euch geholfen oder habt Ihr noch etwas anderes an Medikamente bekommen?
Hat sich Euer Stuhlgang nach einer Zeit wieder etwas „normalisiert“? Ich bin ja auch erst seit ca. 3 Wochen ohne Stoma, sicherlich braucht es noch etwas Zeit.Ich wollte eigentlich Anfang August wieder arbeiten gehen, bin jetzt schon ein Jahr arbeitsunfähig, aber wenn das mit der Häufigkeit sich nicht bald ändert, dann werde ich wohl noch nicht Arbeiten gehen können.
Wie war es bei Euch, wann konntet Ihr nach einer Rückverlegung wieder arbeiten gehen?
Meine Ernährung habe ich dementsprechend angepasst, Bananen, Salzstangen, Reis, Nudeln und Kartoffeln. Mir geht es darum, welche Medikamente Euch geholfen haben, Euren Stuhlgang wieder einigermaßen zu normalisieren und wie lange so etwas etwa dauert.

Herzliche Grüße aus Ostholstein hp :)

peterpan65
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Beiträge: 7
Registriert: Di 20. Okt 2015, 14:36

Re: Wohlbefinden nach Stoma Rückverlegung

Beitrag von peterpan65 »

Aso, mir wurde auch noch ein Pouch gelegt. Vergessen zu schreiben ;)
hp

Korona
könnte auch hier einziehen
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Registriert: So 15. Sep 2013, 21:17
Diagnose: CU

Re: Wohlbefinden nach Stoma Rückverlegung

Beitrag von Korona »

Hallo peterpan,

wurde Dir gesagt, dass der Pouch trainiert werden muss? Es dauert bis zu einem Jahr, bis er gelernt hat etwas einzudicken und vor allem bis er sich ausreichend dehnt. Soweit ich weiß, muss man versuchen einzuhalten und nicht immer gleich zum WC zu laufen, falls das möglich ist. Da kenne ich mich aber nicht genau aus.
Er ist Dein neuer "Dickdarm" und es hilft sicher, ihn als Organ bewusst wahrzunehmen und in Deinem neuen Leben zu "begrüßen" ! :mrgreen:

Es kann auch sein, dass Du eine Pouchitis hast, kommt ab und zu vor.
Ich vermute, dass es Sinn macht, jetzt den Calprotectin im Stuhl zu bestimmen und ggfs. in den Pouch zu gucken (harmlose Pouchoskopie). Falls er entzündet ist oder auch die Anastomose, wird meist kurzfristig Metronidazol gegeben. Kann sein, dass auch Salofalk Klysmen Sinn machen, wenn eine Entzündung da ist.

Gut wäre, wenn Du einen auf CED spezialisierten Gastro hast. Du kannst auch im operierenden Krankenhaus nochmal nachfragen, die sollten ja eine CED-Ambulanz haben, wenn sie solche OP's machen?

Gegen die Durchfälle wird auch nach Pouchanlage wohl Loperamid (das lingual, nicht die Kapseln) gegeben, möglicherweise auch bei Bedarf auch Paracodintropfen um die Darmpassage zu verlangsamen und Ruhe reinzubringen. Kannst Du ja vorsichtig dosieren.

Ein Stichwort könnte auch das "Gallensäureverlustsyndrom" sein, ggfs mal nachlesen. Dagegen kann man z.B. Quantalan nehmen.

LG, Korona

_Stephan
Dauergast
Beiträge: 250
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:38

Re: Wohlbefinden nach Stoma Rückverlegung

Beitrag von _Stephan »

Hallo peterpan,

da muß ich Korona recht geben, bei so häufigen Stuhlgängen über längere Zeit würde ich einen Gastro aufsuchen.
Falls der Pouch entzündet ist dann z.B. mit Antibiotika behandelt werden.

Das Mucofalk hatte ich früher auch, mit Orangen-Aroma. Ich fand das eher nicht so den Hit.
Seit einiger Zeit nehme ich reine Flohsamenschalen, die ich gleich im Kilo bestelle.
Davon nehme ich 2...3mal am Tag einen TL voll, direkt in den Mund, und spüle es mit ein paar Schluck Wasser runter.
Ist relativ geschacksneutral und macht überhaupt keine Sauerei (im Gegensatz zu verklebten Gläsern, wenn man es erst verrührt).
Die Flohsamenschalen helfen auch ein wenig bei dem o.g. Gallensäureverlustsyndrom, also wenn die Gallensäuren am Ende des Dünndarms nicht mehr richtig resorbiert und ausgeschieden werden - das kann aggressiven Stuhlgang geben und das Hinterteil ziemlich reizen.

Die tägliche Flüssigkeitszufuhr liegt bei mir ca. bei 2,5 l - im Hochsommer eher 3 l.
Zum Eindicken des Stuhls soll man direkt zur Einnahme der Flohsamenschalen nicht zu viel trinken, das habe ich auch so gelesen.

In Sachen Ernährung könntest du mal probieren, ob eine Reduzierung der Kohlenhydrate etwas bringt. Wenn die unverdaut am Darmende ankommen machen sich Darmbakterien drüber her, was zu Blähungen und gereiztem Darm führen kann.

LG Stephan

peterpan65
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Registriert: Di 20. Okt 2015, 14:36

Re: Wohlbefinden nach Stoma Rückverlegung

Beitrag von peterpan65 »

Hiho beisammen,

vielen lieben Dank für Eure Antwort. Da ich immer noch sooft zur Toilette muss, werde ich nächste Woche meine Internistein aufsuchen.

Wünsche Euch ein schönes WE
lg hp :)

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