Vorgeschichte vom Autoimmuntier Teil 2

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.

Vorgeschichte vom Autoimmuntier Teil 2

Beitragvon Alphamag » Fr 10. Mai 2019, 08:47

Fortsetzung der Autoimmuntier-Vorgeschichte (sorry, dass es so lange gedauert hat!):

Selbstbewusstsein und Wachstum
Das ständige Sich-Ausgegrenzt-Fühlen war eine harte, aber nützliche Schule. Irgendwann mit etwa 16 Jahren habe ich auch vorübergehend eine Perücke gehabt. Ich fühlte mich damit einerseits hübsch und hoffte, dass sich bestimmte Jungs auf diese Weise vielleicht mehr für mich interessieren würden. Die Perücke zu tragen war aber leider unbequem (manchmal eine Qual) und kostete mich viel Energie.
Und diese Person im Spiegel, das war nicht ich! Es war eine Verkleidung, die ich tagtäglich anlegen musste und die für noch mehr Aufmerksamkeit und Verwirrung sorgte: „Was ist denn das? Wieso hat sie denn jetzt wieder lange Haare?“ Ich kann mich nicht erinnern, was ich damals gedacht und dazu gesagt habe, aber es ist im Nachhinein klar, dass mich die Sache belastet haben muss.
Ich wusste nach einer Weile ganz klar: ich wollte die Perücke nicht tragen. Ich wollte sowieso Einiges nicht mehr! Eine erste große Liebe, das Streben danach, eine fitte, gesunde, schlanke, attraktive Sportlerin zu sein, meine eigene Lebensphilosophie zu formen, mich abzugrenzen von den Anderen, all das schüttelte mich durch. Ich trug meinen gefleckten Kopf mit innerem Trotz und Stolz. Wer hätte mir zu sagen gehabt, wie ich herumlaufen soll!? Dabei war ich dennoch grundsätzlich eine harmonieliebende, schüchterne, ruhige, junge angehende „Akademikerin“ (so sah ich mich damals).
Den Mut aufzubringen, mit diesem Kopf über die Straße zu laufen, das war nun eine Herausforderung, die ich bewältigen wollte.
Ich hatte die Jahre zuvor, in den zerbrechlichen Anfängen des Erwachsenwerdens von 11-14 Jahren immer das Gefühl, es starrten mich auf der Straße alle an und bewerteten mich und mein Aussehen, jeden Pickel und jede schlecht sitzende Jeans. Kinder und Jugendliche haben vermutlich oft dieses egozentrische Weltbild. Wenn ich heute am Rand des Gehwegs Teenager entlang schleichen sehe, die im Vorbeigehen mit starrem Kopf einen hastigen Seitenblick wagen, erinnere ich mich gut an die Ängste, die ich in Schule und unter Gleichaltrigen auszustehen hatte.
Die anderen Schüler und die Lehrer wussten natürlich nicht, was mit mir los war. Ich habe irgendwann gehört, dass einige dachten, das sei eine krasse Frisur, die ich mir selbst auf den Kopf rasiert habe. Der Gedanke gefiel mir irgendwie, auch wenn es Quatsch war.
Ich war immer außerhalb, immer anders.
Klar gab es blöde Kommentare, sogar feindliche. Es gab in der Mittelstufe manche neue Lehrer, die mir in Unkenntnis meines Problems eine rebellische Wesensart unterstellten. Als gute Schülerin war ich bisher nur gute, wertschätzende Beurteilungen gewöhnt. Ihr ungewohnt harscher Ton und Umgang mit mir erschreckte mich manchmal.
Eine Weile wurde ich für eine Skinhead gehalten und von der Antifa-Fraktion an unserer Schule gemobbt. Klar gab es Blicke auf der Straße. Klar gab es Fragen.
Aber ich lernte, dass mich all das nicht umbringt. Und ich lernte, dass sich die meisten Leute sehr, allzu sehr, von Äußerlichkeiten beeinflussen lassen.
Ich bewältigte also die mir gestellte Aufgabe, mit dieser Problematik klarzukommen, mit Bravour – wie alles, was mir aufgetragen, oder in diesem Falle aufgezwungen wurde. Ich war eine sehr gute, sehr angepasste Schülerin. In dieser Zeit entwickelte ich nach und nach ein stabiles Selbstbewusstsein, und mit etwa 19 Jahren wuchsen die Haare wieder überall nach und blieben auch für lange Jahre. Ich gewann glücklicherweise endlich auch eine Handvoll guter Freunde.

Gesundheitsbewusstsein war immer da
In unserer Familie war Gesundheit, oder vielmehr Krankheit oft ein Thema. Meine Schwester hatte als Kind starkes Asthma.
Eine Tante litt Zeit ihres Lebens an Neurodermitis, bei der ihr im Winter- oder schubweise auch im Sommer – die Finger juckten, zu tiefen Spalten aufrissen, bluteten, sich entzündeten. Sie versuchte auch immer wieder, abzunehmen und haderte mit ihrem Aussehen, ihrem Gewicht. Leider ist in meiner Familie ein gutes Aussehen sehr wichtig und wird ständig thematisiert.
Bücher, vor allem Ratgeber zum Thema Gesundheit und Abnehmen wurden zu Hause auch viel gelesen.
Ein gewisses Gesundheitsbewusstsein war bei mir daher schon immer vorhanden. Wenn man mich als 17-Jährige gefragt hätte, wie ich zum Thema Gesundheit stehe, hätte ich wohl gesagt, ich sei eine sehr gesundheitsbewusste, gut informierte junge Frau, die leider eine seltene Krankheit mit Haarausfall hat, damit aber gut klarkommt (durch Ignorieren).

Colitis ulcerosa
Ich habe seit der Begegnung mit der naturheilkundlichen Ärztin versucht, nicht zu viel raffinierten Zucker, Süßigkeiten und Fett zu konsumieren und seit meinem Auszug von zu Hause immer „gesundes Vollkornmehl“ dem „bösen Weißmehl“ vorgezogen. Umso erschreckender war dann eine Sache, die mich während der letzten Züge des Studiums vollkommen aus der Bahn warf: Nach einigen Tagen mit einer schlimmen, langwierigen Magen-Darm-Grippe (wie ich dachte) bekam ich plötzlich blutigen Durchfall und so extreme Kopfschmerzen, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Ich jammerte die ganze Nacht bis mein damaliger Freund, der zum Glück bei mir geblieben war, für mich einen Termin bei einem Gastroenterologen in der Nähe machte und mich auf meinem Bürostuhl (!) hinschob, denn ich konnte beim allerbesten Willen nicht mehr selbst laufen.
Der überwies mich postwendend ins Krankenhaus. Eine Stunde später kam ein Krankenwagen und holte mich ab.

...Fortsetzung folgt! oder guckt es euch an mit Bildern auf https://autoimmuntier.de/die-vorgeschichte/
Alphamag
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