Die Vorgeschichte vom Autoimmuntier 1

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.

Die Vorgeschichte vom Autoimmuntier 1

Beitragvon Alphamag » Mo 4. Mär 2019, 15:31

Hey Leute!
Hier noch ein Artikel. Ich höre dann für heute erstmal auf, denn ich muss abwarten, ob meine Post wieder gelöscht werden, ehe ich mir noch mehr Arbeit mache.

Die Vorgeschichte

In diesem Artikel werde ich ausnahmsweise einmal gegen meinen selbstauferlegten Grundsatz verstoßen, kein Gejammer niederzuschreiben.
Ein bisschen Gejammer darf hier sein, um verständlich zu machen, warum ich überhaupt so lange krank bleiben konnte.
Ich berichte hier, wie ich als Kind meine Alopezia areata erlebte, wie es zum ersten starken Schub von Colitis ulcerosa kam und ab wann ich anfing, wieder ganz gesund zu werden.

Seit der Kindheit Neurodermitis und Allergien
Seit meiner Kindheit hatte ich Neurodermitis und ständig eine verstopfte Nase wegen verschiedener Allergien. Es hing ganz offensichtlich miteinander zusammen, da Allergie und Neurodermitis gemeinsam auftraten, der Ausschlag auf den allergischen Schnupfen folgte und dann wochenlang blieb, aber ich hatte keine medizinische Erklärung für diesen Zusammenhang.
Es war ja auch so, dass man mit Neurodermitis zur Hautärztin ging und mit der Allergie zum Kinderarzt. Diese seltsame Regel hat mich schon als Kind gestört, muss ich sagen…

Milcheiweiß, Katzen, Meerschweinchen, Pferde, Hausstaubmilben, Bäume, Gräser, Kälte – das waren Trigger, die Hautausschläge und allergischen Schnupfen bei mir auslösten.
Meine Hände und Unterarme waren, saisonal bedingt, mal stärker, mal schwächer rot gefleckt. Wenn ich Glück hatte, ging das Ekzem im Sommer phasenweise weg. In der kalten Zeit trat es auch im Gesicht auf und ich cremte fleißig mit Cortison-Lotion, um nicht so krank auszusehen.

Abhängig von Nasentropfen
Seit ich denken kann war ständig die Nase zugeschwollen. Oft wusste ich nicht, ob es die Allergie oder ein echter Schnupfen war.
Ich erinnere mich noch, wie ich als Kind meine Mutter um Nasentropfen anbettelte, um dieses unangenehme Druckgefühl und den trockenen Hals abzustellen. „Das soll man nicht dauerhaft nehmen“, sagte sie immer, aber eine bessere Idee hatte sie auch nicht.
Eine kleine, (nicht als ursächlich anzusehende) Nasenscheidewand-Verkrümmung wurde festgestellt, aber keine Polypen. Ich hatte als Kind ständig grippale Infekte der Atemwege, vor allem im Winter.

Rachenmandeln entfernt
Durch die ständigen Infekte waren meine Rachenmandeln oft so groß, dass sie in der Mitte zusammenstießen und ich Mühe hatte, zu schlucken und frei zu atmen. Sie wurden entfernt als ich 18 Jahre alt war. Als ich dann im selben Jahr auszog, begann ich, mit schlechtem Gewissen meiner armen Nase gegenüber, verschiedene, auch antiallergische Nasensprays zu probieren. Manche Allergien plagten mich ganzjährig, wie die Hausstaub- und Katzenallergie, und manche nur im Frühling und Sommer, wenn die Pollen flogen.

Seit der Kindheit Alopezia areata
Von Kind an habe ich eine Neigung zu kreisrundem Haarausfall. Den Stempel „krank“ habe ich schon sehr früh bekommen.

Mit 12-14 Jahren trug ich Kopftücher um meine Alopezia zu verstecken.
Zweimal bin ich während der Schulzeit peu à peu so kahl geworden, dass ich die restlichen Haare kurz rasiert bekam und in der Schule „alternative Kopfbedeckungen“, wie Tücher, Mützen, und eine Perücke trug.
Die Haare wuchsen dann im Laufe von ein bis drei Jahren immer nach. Kleine kahle Stellen hier und da waren mir egal, sowas wurde von uns irgendwann gar nicht mehr dokumentiert.
Die Ärztetouren in den 80er und 90er Jahren brachten meiner bedauernswerten Mama immer das gleiche Ergebnis: „Ihre Tochter hat Alopezia areata, eine Autoimmunkrankeit, das kann man leider nicht richtig behandeln. Reduzieren Sie ihren Stress! Ernähren Sie sich gesund! Ansonsten gibt es Medikamente, die manchmal helfen, die aber leider diese und jene Nebenwirkungen haben.“
Wir haben sie nie ausprobiert, weil die Haare dann irgendwann auch von allein wiederkamen.

Berührung mit der Naturheilkunde
Auch bei einer sehr guten naturheilkundlichen Internistin und Homöopathin waren wir damals. Als Kassenpatientin war das ein großes Glück, das durch die Vermittlung einer Bekannten möglich wurde. Sie war „irgendwie anders“ als die anderen Ärzte, sie wollte alles Mögliche von mir und meinen Vorlieben wissen und hatte aus einem unerfindlichen Grund viel mehr Zeit als andere Ärzte. Sie kam kam mir damals, als Kind, irgendwie seltsam vor, aber ich fühlte mich unter dem Strich bei ihr gut aufgehoben.
Hier wurde versucht, die Alopezia und die Allergien mit Eigenblut zu therapieren und man gab uns eine kleine Broschüre mit detaillierten Hinweisen für gesunde Ernährung, die wir dann leider in der Praxis so gut wie gar nicht befolgt haben.

Wir sind eine stark italienisch geprägte Familie. Zum Essen gab es bei uns nun einmal viel Pasta und im Sommer täglich Eis! Es kam also nichts Handfestes dabei heraus. „Hängengeblieben“ ist bei mir nur, dass auch Naturheilkunde und Homöopathie meine Autoimmunkrankheit offenbar nicht heilen können. Warum also weiter darin bohren, warum weiter damit zu Ärzten gehen, die ja doch nichts tun können? Für mich war lange Jahre klar, dass ich mit dem Haarausfall, den Ausschlägen und dem ständigen Schnupfen einfach leben muss.

Hatte Stress damit zu tun?
Dass Stress ein wichtiger Faktor bei Autoimmunkrankheiten ist, diese Wahrheit habe ich mitgenommen. „Ihre Tochter hat ja einen Stundenplan wie ein Manager!“ sagte die Ärztin damals zu meiner Mama. Wir haben daraufhin einige Nachmittagstermine gestrichen. Irgendwie hatte ich schon damals das Gefühl, dass wir hier auf dem richtigen Weg waren. Stress und der Umgang damit ist noch heute ein ganz großes Lebensthema für mich. Die frühe Einsicht, dass ich gut hinschauen sollte, was mir liegt und Spaß macht, war also etwas eindeutig Positives, das aus der Geschichte mit dem Haarausfall hervorging.

Mein Selbstbild: Die Kranke, die Kahle
Die andere Sache, die sich langfristig positiv ausgewirkt hat, war meine erzwungene Auseinandersetzung mit dem Entsetzen der Anderen. Mit zwölf hatte ich nur einige, runde Kahlstellen am Hinterkopf. „Was passiert mit mir?“ dachte ich. „Ich bin krank, meine Eltern sind in Sorge, die Ärzte wissen nicht, was man tun kann. Etwas stimmt nicht mit mir. Ich bin anders als die Anderen.“
Die Haare wuchsen etwa ein Jahr später wieder nach.

Mit vierzehn wurde die Sache abermals so krass, dass ich immer mit einem Tuch auf dem Kopf in den Unterricht ging. Beim Sport und bei manchen Lehrern war das manchmal ein Problem, ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, wie ich es löste. Ich sprach nicht ungefragt über den Haarausfall, aber ich gab den Lehrern bereitwillig Auskunft. Es wollte aber auch selten jemand wissen, warum ich immer dieses Tuch trug.
Einmal hat mir ein Junge das Tuch vom Kopf geschnappt und war danach ganz betreten. Vierzehnjährige sind ein ganz eigener Menschenschlag…

Teil 2 im nächsten Post
Alphamag
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