Es geht eben auch anders...

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.

Es geht eben auch anders...

Beitragvon rico » Mi 7. Jun 2017, 16:31

Ich möchte einfach mal beschreiben, was mir letztendlich geholfen hat. Zu erwähnen ist, dass ich immer in ärztlicher Kontrolle/Beratung war.

Kurz zu mir: Ich bin 20 Jahre alt und vor über einem Jahr wurde bei mir CU diagnostiziert. Als ich das erfahren habe, habe ich meine Ärzte (Gastroenterologen) gefragt, ob ich evt. Unverträglichkeiten habe (bzw. ich auf Ernährung achten soll) oder ob vielleicht Salmonellen oder ähnliches meinen Darm befallen hätten. Mir wurde lediglich gesagt: "Essen Sie was sie wollen." oder "Es wurden keine Auffäligkeiten im Stuhl festgestellt." oder als ich ihn wegen Darmaufbau fragte, “Ich esse auch jeden Morgen meinen Activia, das reicht.”

Ich war aber zu 100% davon überzeugt, dass die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Eben auch, weil ich hier im Forum viel gelesen habe.

Mein Krankheitsverlauf sieht seit dem Ausbruch bis vor kurzem ungefähr so aus: Blut im Stuhl, Durchfall, Cortison, Salofalk, kurze Verbesserung, Verschlechterung, Arztwechsel, Cortison, Salofalk, nach Absetzen Verschlechterung, Depressionen, mehr Cortison, steigende Depressionen, extreme Schlappheit, Azathioprin, noch schlapper. Am Ende war es so schlimm, dass ich mein Studium abgebrochen habe.

Da ich und vor allem meine Mutter sehr viel gelesen haben über Alternativen zu der Schulmedizin, bin ich dann letztendlich auf einen speziellen Arzt gestoßen, der sich intensiv mit dem Darm auseinander setzt. Dieser Arzt versucht bei Darmkrankheiten mit verschiedenen Analysen die Ursachen ausfindig zu machen.

So kam es, dass ich verschiedene Analysen wie: Stuhlanalyse, Urinanalyse und Blutanalyse durchführen ließ. Das Ergebnis: Hohe Glutenunverträglichkeit. Salmonellen, H. pylori (Bakterien) und Dientamoeba (Parasiten), sowie ein Darmpils, womöglich durch das ganze Cortison.

Fragwürdig ist hier, warum die Parasiten nicht von herkömmlichen Stuhlanalysen nachgewiesen wurden konnten? So wie es mir erklärt wurde, sei die Methodik der Gastroenterologen nicht so genau, da einfach Gelder fehlen. Bei den Analysen, die ich gemacht habe, befand sich eine Flüssigkeit im Röhrchen, die die Bakterien “am Leben” hält. Anhand der DNA kann nun eine genaue Analyse stattfinden.

Der Arzt empfahl mir das Cortison, Salofalk und das Azathioprin sofort abzusetzen und einem von ihm aufgestellten Therapieplan einzuhalten und selbstverständlicherweise auf Gluten zu verzichten. Der Arzt nahm sich so viel Zeit für mich wie ich benötigte und führte ein ausgiebiges Gespräch, indem er viele Dinge erklärte. Unter anderem das Gluten generell nicht verdaut werden kann. Bei Menschen mit Darmbeschwerden reizt Gluten sogar unnötig die Darmflora. Grund dafür sei, dass Gluten körpereigenen Stoffen/ Enzymen ähnelt und somit Botenstoffe, unfreiwillig, freisetzten würde. Bei bestimmten Menschen, wie mir, führt das eben zur Unverträglichkeit. Die Freisetzung der Botenstoffe kann daher Entzündugen verursachen. In der Schulmedizin werden Glutenunverträglichkeiten i.d.R. ignoriert. Ich finde dies schade. Denn aus meiner Sicht kann Ernährung ungemein helfen. Nur wie soll man alleine herausfinden, was gut und was schlecht für einen ist? Einfach nur selbst herumprobieren bringt meiner Meinung nach wenig. Deshalb habe ich mich letztendlich für die Analysen entschieden. Um wirklich zu gucken, was kann mein Körper überhaupt vertragen. Den Verzicht auf Getreide, Gluten habe ich zudem sogar in vielen Büchern zu Darmkrankheiten gelesen. Unter anderem ist es ein Bestandteil der Ernährung: Paläo (Steinzeiternährung).

Der Therapieplan wurde individuell auf meinen Körper abgestimmt: Seitdem nehme ich gute Darmbakterien zu mir, entzündungshemmende Mittel, Mittel, die gegen die Parasiten arbeiten, usw. Eben pflanzliche Medikammente, die eines zum Ziel haben: Aufbau der Darmflora!

Was auch aus meiner Sicht Sinn macht, die Ursachen zu behandeln und nicht nur die Symptome.

Bereits nach Vier Wochen ohne Gluten und den Mittel von dem Arzt wurde ich wieder richtig fit. Alle Symptome sind weg! Inzwischen gehe ich sogar wieder zum Sport, was seit Ausbruch der Krankheit für mich nicht möglich war. Anfangs hatte ich Angst, dass Cortison und das Azathioprin abzusetzten, da es vorher nie geklappt hatte. Dieses Mal aber schon. Und jetzt fühle ich mich mit jedem Tag besser. Das Gute an den Mitteln des Arztes ist, dass keine Nebenwirkungen auftreten. Mit Cortison und Azathioprin hatte ich starke Nebenwirkungen, wie Depressionen, Verfettung der Leber, Schlappheit, Motivationslosigkeit und, und, und.

Als ich den Gastroenterologen darauf ansprach, dass ich von dem vielen Cortison Depressionen bekommen würde, meinte dieser nur: “Sie sollten sich in psychatrische Behandlung begeben.” Für mich komplett unverständlich. Natürlich macht es Sinn wenn das Problem psychischer Natur ist. Ich war mir aber absolut sicher, dass ich diese nur wegen des Cortisons bekommen habe. Der Arzt hat mir etwa ein halbes Jahr Cortison gegeben, obwohl der Arzt davor genau das selbe getan hat.

Warum schreibe ich das? Auf keinen Fall möchte ich sagen, dass das hier der einzige, richtige Weg ist. Ich möchte einfach sagen, dass jeder Körper individuell ist. Beim Gastroenterologen bekommt man keine individuelle Hilfe. ABER: Im Notfall wird einem geholfen. Deswegen ist auch mein Weg, sollte es mir mal schlechter gehen, der Gastro. DENNOCH: Ist der Gastro nicht der einzige Weg. Es gibt viele andere Möglichkeiten. Mir hat eben dieser spezielle Arzt geholfen, der Ursachenforschung betreibt und der eine individuelle Behandlung durchführt.Der große Nachteil an meiner Behandlung ist, dass sie teuer ist. Da mir diese Methode aber wirklich hilft, würde ich jeden Cent erneut investieren.

-Wir müssen nicht immer den uns vorgegeben Weg wählen, um am Ende ins Ziel zu gelangen-
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Re: Es geht eben auch anders...

Beitragvon Leinelchi » Mi 7. Jun 2017, 17:03

Hallo,

auch ich habe schulmedizinisch schon viel durchgemacht. Sehr lange Cortison (hatte ich übrigens auch Probleme mit der Psyche, Schlafstörungen, Gelenkprobleme, Bluthochdruck usw.) war kaum mehr arbeitsfähig und bei AZA hatte ich Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Auch ich werde derzeit naturheilkundlich von einem Internisten und Homöopathen behandelt. Gleichzeitig macht ein Gastro Sono und mein Hausarzt überwacht Blutwerte und Calprotektin. Das kostet viel Zeit und die Naturheilmittel sind auch sehr teuer, zumal der Naturheil-Arzt wegen seines Alters nur mehr Privat behandeln darf. Mein Gastro aktzeptiert meinen Weg, da er Humira für mich derzeit noch zu heftig findet, so lange in der Sono er nichts entdeckt.

Naturheilkundlich heißt bei mir auf Ernährung achten (esse aber Gluten und trinke etwas Milch), Sport besonders wandern und bergsteigen tun mir sehr gut und Entspannung nach Stress. Weihrauch, Mutaflor, eine Tropfenmischung damit der Darm ruhig ist und noch verschiedene Globuli. Immer wieder B12 und Folsäure gespritzt.

Ich hoffe, ich kann die Zeit bis zum nächsten Schub noch in vollen Zügen geniesen. Es tut gut, so ganz ohne Nebenwirkungen zu leben, kraftvoll den Tag zu beginnen und viel Schönes zu erleben. Vorher war ich nach 8 Stunden Arbeit reif fürs Bett, nicht belastbar, immer müde. Oft wollte ich mittag schon ins Bett, weil mein Körper so fertig war. Nun bin ich frohgelaunt unternehme viel.

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Re: Es geht eben auch anders...

Beitragvon rico » Mi 7. Jun 2017, 17:16

Hallo Leinelchi,

ich finde es super, dass du auch deinen Weg gefunden hast :) Hoffen wir, dass wir lange damit fahren können :roll:

Für mich ist es wichtig einen Arzt zu haben, der mir zuhört und dem ich vertrauen kann. Und genau so einen habe ich jetzt gefunden. Sowieso das ganze Team um in herum ist super freundlich, immer ansprechbar und sie geben super tolle Tipps!
Ich verzichte auch nicht komplett auf Gluten. Wenn ich mal irgendwo eingeladen bin oder einfach mal Lust habe, esse ich es schon. Aber im "normalen" Alltag habe ich es gestrichen.

Dein Szenario bestätigt mich darin, dass jeder individuell mit der Krankheit umgehen muss. Es gibt eben Menschen, die kommen gut mit AZA zurecht. Andere wie wir, brauchen andere Mittel.

LG Rico
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Re: Es geht eben auch anders...

Beitragvon Moon72 » Di 11. Jul 2017, 09:13

Hallo Leinelchi,
welches Präparat bzw welche Mischung verwendest du denn um den Darm ruhigzustellen? Du hast geschrieben, dass du da eine Tropfenmischung nimmst. Ich nehme Imodium flüssig, da ich das nach Bedarf dosieren kann.
Danke schonmal. :)
LG Moon
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Re: Es geht eben auch anders...

Beitragvon Leinelchi » So 16. Jul 2017, 16:34

Hallo,

ich möchte zwar kein Geheimnis aus der Tropfenmischung machen, aber es wurde nach langer Amnese speziell für mich bestimmt. Es jemanden anderen zu empfehlen, denke ich, ist nicht der richtige Weg. Wenn Du Interresse an alternativen Methoden hast, wende Dich an einen erfahrenen Homöopathen. Am besten wäre es natürlich, wenn dieser, wie mein Arzt, auch noch Internist ist. Der kennt dann Schulmedizin und alternative Methoden sehr gut. Am besten rumhören, andere fragen.

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