Sport als Hilfe bei CU

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.
dennis81
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Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von dennis81 »

Hallo,
ich habe CU seit 7 Jahren. Im Laufe der Jahre hatte sich mein Zustand immer weiter verschlechtert, sprich immer häufigere und längere Schübe. Die Ärzte waren schon zweimal kurz davor, mir Remicade zu geben. 2012 und 2013 waren dann nur noch ein konstanter Schub.
Vor einem halben Jahr habe ich mir selber die folgende Therapie verschrieben: 3x täglich auf ein Fahrrad steigen und einen Berg hochfahren, bis ich keine Kraft mehr hatte. Nach zwei Wochen war der Schub vorbei. Zu der Zeit wog ich 56 Kilo (bei 1,80 m Körpergröße). Dass mir Sport gut tut, hatte ich schon in den früheren Schüben gemerkt, war aber nie so systematisch vorgegangen. Seitdem bin ich beschwerdefrei und wieder bei meinem Normalgewicht von 70 Kilo angekommen, was ich schon seit 5 Jahren nicht mehr hatte. Seit zwei Monaten bin ich sogar kortisonfrei. Nehme ansonsten noch Pentasa, Azathioprin und Lecithin-Granulat.
Mit der Zeit habe ich die Sport-Dosis erhöht, denn der Berg ist nicht besonders hoch :D . Habe in einem Verein Inline-Skating gelernt und mache sogar bei Inline-Hockey mit. Da merke ich erst zu Hause auf dem Sofa, dass ich total erschöpft bin.
Hat jemand von euch auch solche Erfahrungen gemacht? Es war für mich eine große Überraschung, zumal Ärzte mir immer Bettruhe empfohlen haben.

Geysirforscher
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von Geysirforscher »

Hallo Dennis,

es freut mich, dass dir Sport so gut unterstützend hilft.
Bei mir ist es ganz anders herum. Wenn ich im Schub bin, geht's mir nach Sport oder körperlichen Anstrengungen deutlich schlechter, gerade auch am nächsten Tag. Ich muss also leider im Schub Sport meiden, was bei Heißhungerattacken unter Cortison nicht schön ist.

Viele Grüße

G.

Hampelmann
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von Hampelmann »

Hi,
Solche Berichte finde ich Super! Klasse, wenn man so "einfach" weniger Beschwerden bekommt.

Bei mir ist es auch umgekehrt.
Zu viel Anstrengung bekommt meinem Bauch nie gut - egal wie gesund ich mich fühle.
Schade...

dennis81
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von dennis81 »

Schade, dass es bei euch nicht hilft. Da sieht man wieder, wie unterschiedlich die "gleiche" Krankheit sein kann. Aber vielleicht probiert es der eine oder die andere von den Lesern hier aus. Es muss unbedingt eine Sportart sein, die einem wirklich Spaß macht. Einfach Joggen war mir z. B. irgendwann zu langweilig. Also, probiert einfach irgendwas aus, schwimmen, laufen, radfahren. Ich fühle mich am besten, wenn ich komplett kaputt bin, und abends sofort einschlafe.

Grüße
Dennis

Eva81
Dauergast
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von Eva81 »

Hallo Dennis,

ich habe mal in einer Broschüre von einer ähnlichen Erfahrung von jemandem mit Cu gelesen und habe seitdem auch dieselbe Theorie. Ich freue mich immer total, solche Erfahrungen zu lesen, ich denke mit konsequentem Sport würde es meinem Darm auch viel besser gehen. Ob das stimmt, kann ich leider nicht sagen, weil ich noch nie das Durchhaltevermögen hatte. Bzw, diesen Herbst/Winter habe ich 3 Anläufe gemacht, mit dem Joggen zu beginnen und 3 mal habe ich am nächsten Tag eine saftige Erkältung bekommen, so stark dass ich für 3 Wochen ausser Gefecht war. Ich habe direkt Angst vor einem 4. Versuch. Aber ich habe mir ein neues Fahrrad gekauft und im Vergleich zu meinem alten Schrotthaufen fährt es sich super, damit kann man auch gut lange Strecken fahren. Und vom Radfahren wurde ich noch nie krank. Auch kann ich sagen, wenn ich die letzten Jahre regelmäßig schwimmen war, ging es mir ganz allgemein immer besser.

Insgesamt glaube ich, wenn man es verträgt, dann ist Sport eine ideale Unterstützung. Im letzten Herbst/Winter habe ich eine Cortison-Kur hinter mich gebracht, habe keinen Sport gemacht, war andauernd erkältet, habe 5kg zugenommen (bin mittlerweile leider bei 85kg/1,78m angekommen :shock: ), andauernd Rückenschmerzen, bin einfach nur schlapp und fühle mich älter als ich bin. Vor allem merke ich, dass die 4 Etagen zu meiner Wohnung viel schwerer gehen, als noch vor einem Jahr. Ich sehe den Frühling gerade als Neustart, heute war der (hoffentlich!!!) letzte Tag mit Cortison (yeah baby!!!) und ich hoffe, jetzt kann ich auch die Sporttheorie testen denn auch wenn es zur Zeit nicht besonders schlecht geht (ich habe nur leichte Symptome), besser geht immer!

Dir weiterhin soviel Erfolg mit der "Therapie" und ich werde mal meine Erfahrungen schreiben, wenn ich welche gemacht habe ;)

LG, Eva

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froggy
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von froggy »

Eva81 hat geschrieben: Ob das stimmt, kann ich leider nicht sagen, weil ich noch nie das Durchhaltevermögen hatte. Bzw, diesen Herbst/Winter habe ich 3 Anläufe gemacht, mit dem Joggen zu beginnen und 3 mal habe ich am nächsten Tag eine saftige Erkältung bekommen, so stark dass ich für 3 Wochen ausser Gefecht war. Ich habe direkt Angst vor einem 4. Versuch. Aber ich habe mir ein neues Fahrrad gekauft und im Vergleich zu meinem alten Schrotthaufen fährt es sich super, damit kann man auch gut lange Strecken fahren. Und vom Radfahren wurde ich noch nie krank. Auch kann ich sagen, wenn ich die letzten Jahre regelmäßig schwimmen war, ging es mir ganz allgemein immer besser.
Hallo Eva,

ich kann mich da bei dem Durchhaltevermögen einreihen. ;) Ich glaub der Schlüssel ist da einfach, dass man sich da etwas Zeit geben muss und nicht gleich versucht Höchstleistungen zu vollbringen. Sonst geht es einem nach dem ersten Mal Sport so schlecht, dass man erstmal 3 Tage braucht, um wieder halbwegs auf die Beine zu kommen. Die Freude auf die nächste Trainingseinheit sinkt damit ungemein. ;) Bei mir ist es z. B. auch schwierig, da ich in meiner Jugend extrem viel Sport gemacht habe. Im Kopf ist dann immer noch das "alte Leistungsgefühl" vorhanden, ich lege großartig los und muss dann aber nach wenigen Minuten schmerzhaft erkennen, dass es doch nicht mehr so geht wie früher und viele Jahre der Sportlosigkeit gepaart mit Fastfood & Co ihre Spuren hinterlassen haben.

Nun habe ich seit einiger Zeit ein Ruderergometer, habe da mit 5 Minuten angefangen, war irgendwann stolz 15 Minuten durchgehalten zu haben und habe mich langsam gesteigert. Nun bin ich bei 45 Minuten und es beginnt sogar langsam Spaß zu machen. Nach kurzer Zeit sieht man schon Erfolge, was zusätzlich motiviert.

Liebe Grüße
Christian
Die Welt ist das, was ich von ihr denke.

Eva81
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von Eva81 »

froggy hat geschrieben: Hallo Eva,

ich kann mich da bei dem Durchhaltevermögen einreihen. ;) Ich glaub der Schlüssel ist da einfach, dass man sich da etwas Zeit geben muss und nicht gleich versucht Höchstleistungen zu vollbringen. Sonst geht es einem nach dem ersten Mal Sport so schlecht, dass man erstmal 3 Tage braucht, um wieder halbwegs auf die Beine zu kommen. Die Freude auf die nächste Trainingseinheit sinkt damit ungemein. ;) Bei mir ist es z. B. auch schwierig, da ich in meiner Jugend extrem viel Sport gemacht habe. Im Kopf ist dann immer noch das "alte Leistungsgefühl" vorhanden, ich lege großartig los und muss dann aber nach wenigen Minuten schmerzhaft erkennen, dass es doch nicht mehr so geht wie früher und viele Jahre der Sportlosigkeit gepaart mit Fastfood & Co ihre Spuren hinterlassen haben.
Da hast du Recht!
Statt einem verünftigen Einsteigerprogramm zu folgen, habe ich mich auch gezwungen, mindestens 45min Laufen durchzuhalten, nach dem Motto "nur viel hilft viel". Mit dem Muskelkater komme ich klar, aber ich denke untrainiert ist es wohl doch eine viel zu hohe Belastung für ein angeschlagenes Immunsystem. Es ist schon merkwürdig, wie das Gehirn so tickt. Denn auch trotz 14 Jarhen Cu und dem vergangenen Jahr, wo es mir im großen und ganzen nicht wirklich gut ging mit der Cu und im Allgemeinen, denke ich von mir trotzdem immer noch, ich bin eigentlich gesund wie ein Pferd. Und auch wenn ich schon fast am anderen Ende meiner Jugend angekommen bin, denkt mein Kopf noch, ich bin anfang 20.
Aber ich denke auch, man ist nie zu alt für neue Gewohnheiten. Ich hoffe, jetzt langam aber sicher eine langfristige Veränderung herbei zu führen, statt von heute auf morgen eine 180°-Wendung.

Übrigens, wenn ich mir ein Gerät für zuhause anschaffen würde, wäre es auch ein Ruderergometer. In der Schule habe ich ein Semester lang gerudert und es hat wirklich Spaß gemacht...die Bewegnung ist schön flüssig und Gelenkschonend, und gleichzeitig rückenstärkend. Hat mir immer viel Spaß gemacht.

dennis81
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von dennis81 »

Hallo Eva, hallo Christian,

Es freut mich, dass ich hier eine Diskussion anregen konnte. Ich hoffe auch, dass meine "Therapie" mir noch weiterhin hilft. Ich wollte eigentlich schon nach einem Monat hier was berichten, wollte aber noch sichergehen. Nach sechs Monaten und sogar Cortison-Komplettausschleichen bin ich mir jetzt ziemlich sicher, dass es wirkt. Ich glaube, bei mir ist die CU sehr psychisch bedingt und durch den Sport kann ich viel Stress abbauen. Ich habe schon von Anderen gelesen, die auf Joga oder Meditation schwören. Es kann sein, dass der Sport bei mir eine ähnliche Wirkung hat.

Im Fitness-Studio bin ich auch oft am Rudern und es macht mir auch Spaß. Für einen Ruderergometer ist meine Wohnung zu klein :)

Viele Grüße,
Dennis

dennis81
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von dennis81 »

Ich habe mal von der Aufteilung in zwei Sportler-Typen gelesen: Katzen und Chamäleons. Chamäleons machen gerne immer wieder dieselbe Übung. Jogging, Fahrradfahren und Übungen im Fitnessstudio gehören dazu. Katzen dagegen werden von so etwas schnell gelangweilt und brauchen immer wieder was Neues. Das Erlernen einer Übung macht ihnen Spaß. Wenn sie die Übung gut beherrschen, brauchen sie eine neue. Ich bin 100-prozentig ein Katzen-Typ. Diese Erkenntnis brachte mich zum Inline-Skating, denn da gibt es eine unüberschaubare Anzahl an Moves, die man erlernen kann: Viele Arten von Bremsen, Rückwärts-Skaten in verschiedenen Variationen, Kurven mit Crossover und Crossunder, uvm.
Hier der Link zu den Katzen vs. Chamäleons: http://leanhybridmuscle.com/access/cat-chameleon.html

Eva81
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Re: Sport als Hilfe bei CU

Beitrag von Eva81 »

Hehe, dann bin ich wohl eine Mischung aus beiden :mrgreen:
Ich mache gerne bestimmte Sportarten immer wieder (zB Schwimmen), will aber auch noch einiges ausprobieren. Auf meienr To-Do-Liste stehen uA klettern, inlineskaten und slacklinen (für letzteres bin ich wohl ungeeignet, finde ich aber trotzdem super). Irgendwann...

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