Cannabis und CU

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.
Jazer
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Cannabis und CU

Beitrag von Jazer »

Servus,

es gab schon mal ein paar Posts hier zum Thema Cannabis bei CU/MC. Allerdings möchte ich das Thema mal etwas stärker einbringen. Hierzu fand ich den folgende Artikel ganz interessant, wobei ich wie immer skeptisch bin:
Ich selbst hab noch nie Cannabis oder sonstige Drogen (ausser Alkohol :oops: ) zu mir genommen. Mich interessiert auch nicht die rauschende Wirkung - sonder nur der lindernde bzw. heilende Anteil. Ich will hier auch keine Diskussion von Moralaposteln, sondern ernsthaft über DIESE Alternative diskutieren. Was mich interessiert:

1) Hat jemand mal seinen Arzt darauf angesprochen und wie hat der reagiert? (Meiner wird es sicher ablehnen)
2) Hat jemand Cannabis auf Rezept erhalten? (Die Kosten sollen ja sehr hoch sein 250-600 Euro im Monat und es gibt nur ca. 150 Menschen in Deutschland die es auf Rezept bekommen)
3) Hat jemand die Erfahrung das es wirklich hilft?
4) Muss man Cannabis rauchen - oder gibt es das auch in Tabletten / Flüssigform? (Bin kein Raucher und mag auch nicht damit anfangen)

Ich wäre für Erfahrungen dankbar, da ich trotz Lecithin und Kortision nicht so richtig weiterkomme.

Gruß,
jazer

MadLila
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von MadLila »

Hallo jazer,

zu 1) ich hab während meiner Chemotherapie die Ärztin drauf angesprochen. Die hat ziemlich ablehnend reagiert und mir erklärt, dass das nur in extremen Fällen, z.B. völlig unterernährten AIDS-Patienten, verordnet wird.

zu 3) während der Chemo hat mir eine orale Einnahme in Form von Keksen tatsächlich gegen die Übelkeit geholfen, und zwar unterhalb einer berauschenden Wirkung. Ich habs dann später noch mal gegen meine Gelenkschmerzen probiert, hat auch geholfen, aber da geraucht, nicht lange.

zu 4) wenn es verordnet wird, gibt es Tabletten. Ohne ärztliche Unterstützung bleibt leider nur der illegale Weg. Da empfiehlt es sich, Kekse zu backen. Die Wirkung beim Rauchen hält nicht so lange vor wie bei oraler Einnahme.

Für medizinische Infos und Dosierungsanleitungen hab ich damals ein paar Webseiten, die mit ärztlicher Unterstützung arbeiten, durchgelesen. Da steht auch sehr ausführlich, wie die Wirkung genau ist, worauf man achten muss, etc. Kann ich dir gerne mal per PN senden.

Gruß
MadLila

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curio
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von curio »

An dieser Stelle kann ich auf einen meiner Posts aus einem anderen Thread verweisen:
http://forum.dccv.de/viewtopic.php?f=9& ... t=20#p8661

Blueketz
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von Blueketz »

Hallo,
Ich habe zur schmerzlinderung bei aktiver cu gelegentlich mal niedrigdosiert Cannabis gerauch.
Es hat mir geholfen...natürlich wurde nichts verordnet oder gar übernommen... ca20€ a 20mg,
Welche locker 1jahr reichten...ich rauchte bei sehr starken Schmerzen ca 1mg gemischt mit Pfeifentabak...
Als Medikamentenersatz ist es nicht zu empfehlen!

Viele Grüße
Janett

minimonster
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von minimonster »

Mein Gastro und mein HA würden mich unterstützen, wenn ich aufgrund einer medizinischen Indikation THC bräuchte / wollte...

Ich möchte keines haben.

Begründung:

Ich wäre überhaupt nicht mehr mobil, denn die Fahrerlaubnis wird dann eingezogen! Es gibt in Deutschland ja überhaupt keine Richtwerte, mit welchem Wirkstoffspiegel im Blut man ( noch ) ein Kfz führen dürfte. Es gibt aber ein Fahrverbot, wenn man z. B. bei einer Verkehrskontrolle einem Schnelltest unterzogen wird... unabhängig davon, wie viel man intus hat.

Wegen Polyarthritis kann ich nicht wirklich weit gehen.... selbst Arztbesuche könnte ich nicht mehr alleine wahrnehmen, denn der Lappen ist ja dann weg.

Ich glaube auch nicht, dass ich für solche Mittel ausgelegt bin... :mrgreen: jede Veränderung der Körperwahrnehmung durch...sagen wir exogene Noxen ( ;) ) verunsichert mich und macht mir auch Angst, ja, sogar Panik.

LG von Minimonster

Linus
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von Linus »

Hallo Jazer,

es gibt noch eine weitere Möglichkeit und soweit ich weiß, wird es in den USA bei medizinischer Gabe von
Cannabis auch so verabreicht.
Man benutzt einen Vaporizer (Verdampfer), welcher auch zu anderen Zwecken in der Medizin eingesetzt wird.
Dieser verdampft das THC und daher bekommt man nicht die ganzen Schadstoffe aus Tabak/Verbrennung in die Lunge.
Es ist so mild, dass man es beim inhalieren so gut wie nicht merkt.

Man kann das Gerät natürlich auch zur Inhalation anderer Kräuter verwenden.. bei Erkältung z.B. mit Eukalyptus oder so.

Gruß Linus

Nick
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von Nick »

Hallo Jazer,

zu 1) mehrere Ärzte die ich darauf angesprochen habe (HA, Gastro, Psychtherapeut) sind alle nicht davon überzeugt dass Cannabisprodukte eine Verbesserung bringen. Eine Verschlechterung wohl auch nicht. Daher empfehlen mir alle andere Therapien.

2) Die Arbeitsgeminschaft Cannabis als Medizin (ACM) bzw die internationale (IACM) können Dir hier weiterhelfen

3) nein, keine eigenen

4) Die von MadLila empfohlene orale Einnahme und die Vaporizer Variante von Linus sind sicher nicht schädlicher für die Lunge als der Rauch verbrannter Pflanzenteile (Tabak/Hanf).

Wenn Du mit Deinem Arzt über das Thema gesprochen hast, und Dir über die rechtlichen Aspekte im Klaren bist, und Du Erfahrungen gesammelt hast dass Cannabis Dir hilft, wirst Du verstehen warum ich Dir sicher nicht empfehlen kann Dir für 650,- Euro ein Minigewächshaus zusammenzustellen, Cannabissamen mit einem hohen CBD Gehalt in Österreich oder Spanien zu bestellen und Deine Leiden zu lindern.
Ich kiffe nicht, und kann daher nicht sagen ob mir Gras hilft, und ich hänge auch sehr an meinem Führerschein. Aber ich finde es unglaublich das ich mit 15 Jahren Schnaps in jedem Laden bekommen habe, aber bis heute kein Gras aus der Apotheke. Lächerlich :-D
Wenn Du jemanden ohne Lächeln siehst, gib ihm deines

feam
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von feam »

hallo !
ich hatte vor kurzem erst meinen ersten richtig schlimmen Schub denke aber das ich schon seit jahren an cu erkrankt bin weil ich schon seit dem 15 Lebenjahr Blut im Stuhl, des öfteren Durchfälle und andere Probleme mit dem Darm hatte. Jetzt bin ich 24 ! Der Schub wurde in einer Zeit ausgeloest in der ich mit dem rauchen (cannabis und Zigaretten) aufgehoert hatte und lies sich kaum unter Kontrolle bringen. Ich habe dann im Krankenhaus langsam wieder zum rauchen angefangen und es ging steil bergauf. 2 Wochen spaeter war ich eigentlich schon wieder komplett beschwerdefrei. Mittlerweile rauche ich jeden Tag Cannabis auch um gegen Nebenwirkungen der Medikamente vorzugehen die ich immer noch einnehmen muss .. Wenn ich mal ein paar Tage nicht rauche habe ich wieder Blut im Stuhl...
Heute hab ich einen Arzttermin und werde Ihn darauf ansprechen ! Ich denke es ist leider noch unmöglich mit einer cu cannabis oder cannabispräparate auf Rezept zu bekommen ! der arzt kann allerdings wenn er dich dabei unterstuetzt antraege bei der bundesopiumstelle einreichen und wenn du dann eben mal probleme mit dem Gesetz bekommst kannst darauf hoffen wegen notstands freigesprochen zu werden .. dronabinol und sativex sind bisher glaube ich die einzigen in deutschland zugelassenen medikamente mit thc als Wirkstoff , und sie werden auch nicht von der kasse uebernommen ! bisher wird cannabis in deutschland nach meinen recherchen nur bei schmerzpatienten mit aids oder krebs eingesetzt, bei tourette und ms !
Ich finde es immer wieder schlimm wenn leute die es noch nie ausprobiert haben versuchen zu urteilen ! Ich meine klar kann ich bis jetzt auch nur auf Erfahrungswerte ohne wissenschaftlichen Hintergrund zurückgreifen aber es gibt ja eben schon erfolgreiche studien und wie cannabis illegalisiert wird und von der pharma industrie kleingehalten wird ist laecherlich ! wenn man cannbisprodukte zB isst gibt es keinerlei Abhängigkeit oder negative Nebenwirkungen. Die Angst die vor dieser harmlosen pflanze geschuehrt wird kommt hauptsaechlich von wirtschaft und Politik und dort entweder auch von leuten die keine ahnung haben und festgefahren sind weil sie glauben was ihre eltern vor 50 jahren in der zeitung gelesen haben. Oder eben um Ihre wirtschaftlichen interessen zu schuetzen bzw minderheiten zu kriminalisieren und zu unterdruecken ! Natuerlich kann es nicht gesund sein die verbrennungsprodukte einer getrockneten pflanze zu inhalieren. aber es gibt eben auch noch andere wege die teilweise heilenden inhaltsstoffe in den körper zu bekommen. leider muessen wir da noch so lange drauf warten bis die Pharmaindustrie all diese stoffe synthetisch herstellen kann und dann 100 mal so teuer an uns verkauft !
Ich denke es steckt viel potenzial in dieser pflanze auch fuer chronische darmerkrankungen und andere autoimmunerkrankungen ! Ich habe noch mein ganzes leben zeit die auswirkungen an meinem eigenen körper zu erforschen und werde das auch tun ... in 2 jahren kann ich euch sicher wieder mehr sagen :) jetzt sag ich nur habt keine angst vor einer pflanze ! wenn ihr alt genug seid und wisst wie man mit medikamenten bzw btm umzugehen hat wird es euch auf jeden fall nicht schaden .. im schlechtesten fall habt ihr dann eine erfahrung mehr gemacht .. lg

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curio
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von curio »

Hallo feam,

da sage selbst ich als gelegentlicher Cannabiskonsument: Vorsicht vor solchen Verharmlosungen!
Jede Droge birgt ihre Risiken, auch Cannabis! Mit der Möglichkeit einer psychischen Abhängigkeit ist nicht zu spaßen: wenn du das Zeug wirklich JEDEN Tag rauchst, solltest du dir darüber Gedanken machen. Ein exzessiver Gebrauch kann auf Dauer unschöne Folgen haben. Siehe: http://hanfverband.de/index.php/themen/ ... nd-risiken

Ich bin kein Freund des gesetzlichen Cannabisverbots, das uns ursprünglich, wie du schon geschrieben hast, von der Industrie aufgedrückt wurde. Bei moderatem Gebrauch kann, ähnlich wie bei Alkohol, nicht wirklich viel passieren. Die Folgen von exzessivem Gebrauch sind im Vergleich zu Alkohol zumindest nicht ganz so gravierend, da Cannabis nicht die Organe schädigt (Stichwort Säuferleber). Das heißt aber noch lange nicht dass diese Pflanze harmlos ist! (siehe Link)

feam hat geschrieben:jetzt sag ich nur habt keine angst vor einer pflanze ! wenn ihr alt genug seid und wisst wie man mit medikamenten bzw btm umzugehen hat wird es euch auf jeden fall nicht schaden .. im schlechtesten fall habt ihr dann eine erfahrung mehr gemacht ..
Mal ganz ehrlich und unter der Prämisse dass moderater Gebrauch von Alkohol oder Cannabis gleichsam ungefährlich ist: würdest du jemanden der keinen Alkohol trinkt zum trinken animieren?!
Ich nicht und du sicher auch nicht. Warum tust du es dann bei Cannabis?

Jonesi04
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Re: Cannabis und CU

Beitrag von Jonesi04 »

Es kommt sicher immer ganz auf die Dosierung an. Hier geht es schließlich nicht darum sich dicht zu kiffen, sondern um den Konsum in einer medizinisch vertretbaren Dosis. Sofern das irgendwie möglich ist.

Gruß,

Bernie

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