Erfahrungen mit Lecithin

Ergänzende Wege zur "normalen" Medizin.

Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon Virgi » Mo 4. Dez 2017, 17:32

Hallo zusammen,

da ich meine Fragen und Erfahrungen bzgl. Lecithin gerne teilen würde, und dies bisher in dem Beitrag "Lecithin was gibt es neues" getan habe, hier nun doch mal ein eigener Beitrag.

Gibt es jemand der gute Erfahrungen mit Lecithin hat und hier berichten kann?
Ich selber nehme jetzt seit knapp 5 Wochen Lecithin - Ei - Granulat. Am Anfang hatte ich das Gefühl das es mir etwas bringt, obwohl es ja erst nach einiger Zeit wirken soll, hatte ich nach Einnahme endlich nicht mehr das Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung. Aber eben nur Anfangs.
Langsam habe ich das Gefühl, das ich wie Sodbrennen davon bekomme. Ein paar Blähungen sind dabei gar keine Frage aber das stört nicht weiter. Trotzdem habe ich das Gefühl, das das Lecithin mir nicht wirklich gut tut.
Als ich mit der Einnahme angefangen habe war ich bei 3 mg Pred (2 Wochen lang) und schon 4 Wochen lang unter 10 mg. Dann 4 Tage nach der ersten Einnahme musste ich wieder hoch.
Und inzwischen bin ich wieder bei 40mg. Leider kann man ja nicht sagen das es darauf zurück zu führen ist, aber naja irgendwie hab ich schon das Gefühl das es dort einen Zusammenhang gibt.
Von den Soja-Lecithin Kapsel habe ich übrigens Durchfall bekommen.
Hat jemand bereits ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich möchte es nicht einfach Abrechen, da es ja eig erst nach 2 Monaten wirken soll, jedoch wie gesagt hab ich das Gefühl es ist vielleicht doch nicht die optimale Lösung.

Ansonsten hat jemand Erfahrungen das Lecithin zu Aza oder Puri dazu zu nehmen?

Freue mich jetzt schon auf eure Antworten, vielen Dank.
Virgi
ist öfter hier
 
Beiträge: 44
Registriert: So 16. Nov 2014, 17:27
Diagnose: CU seit 2005

Re: Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon Nasimiyu » Mi 20. Dez 2017, 18:13

Hi Virgi,
ich habe ganz gute Erfahrungen mit Lecitin gemacht (bei CU) - allerdings in Form von Zäpfchen (1g Lecithin pro Zäpfchen). Während des Schubes haben sie den Stuhlgang von den Schmerzen her erträglicher gemacht (Pred. gleichzeitig teilw. bis 60mg), und jetzt in Remission sollen sie einem erneuten Aufflammen vom Enddarm aus vorbeugen. Bisher klappt´s ;)
Ich nehme sie meist nur abends, wenn ich stärkere Durchfälle habe auch noch morgens. Bis zu 3 mal im Schub kann man sie nehmen.
Allerdings muss ich sie auf Privatrezept bei der Collini Apotheke (Mannheim) bestellen.
Soviel zu meinen Erfahrungen.
LG Nasimiyu
Nasimiyu
ist öfter hier
 
Beiträge: 31
Registriert: Mo 25. Sep 2017, 20:41

Re: Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon curio » So 24. Dez 2017, 18:02

Nasimiyu hat geschrieben:Allerdings muss ich sie auf Privatrezept bei der Collini Apotheke (Mannheim) bestellen.


Ich wiederhol mich ja nur ungern ( ;) ), aber wenn du dir in die Zäpfchen einen Klecks Mesalazin mit rein machen lässt, kriegst du die Zäpfchen auch auf Kassenrezept.
Einfach mal bei der Collini-Apotheke nach Mesalazin-Lecithin-Zäpfchen fragen.

Natürlich nur, falls du keine Mesalazinunverträglichkeit hast.
Benutzeravatar
curio
Dauergast
 
Beiträge: 256
Registriert: Di 25. Dez 2012, 15:52

Re: Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon damokles » Mi 27. Dez 2017, 10:08

Hallo Virgl,

ich habe mehrfach und über längere Zeiträume verschiedenes Lecithin eingenommen. Dabei waren das original Stremmel
Lecithin, das Soja- und das Ei-Lecithin aus Frankfurt, letzteres auch noch einmal als Kapseln und das Lezithin von Medicus.

Das Ergebnis war leider immer gleich: Bei mir gab es durch die Einnahme eine deutliche Verschlechterung meines Zustandes, sprich
vermehrt Schmerzen, Blutungen und Durchfall. Durch die vielen positiven Berichte, auch hier im Forum, habe ich mich da teilweise über
Monate durchgequält, da ich es einfach nicht wahrhaben wollte, dass es bei mir nicht klappt.

Ich habe eine Pancolitis ulcerosa seit ca. 15 Jahren.

Grüße, damokles
damokles
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 16
Registriert: Mi 30. Apr 2014, 13:55

Re: Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon Virgi » Di 23. Jan 2018, 09:46

Hallo,

vielen Dank mal für die bisherigen Antworten.
@ damokles: Bei mir ist echt das Problem das ich es nicht direkt auf das Lecithin zurück führen kann, hab so viel verschiedenes genommen. Aber eben beim Soja-Lecithin stark mit Durchfall reagiert. Weiß nicht so genau was ich machen soll.

Momentaner Stand: Nehme zur Zeit immer noch Pred, versuche aber langsam zu reduzieren. Der Durfall wird mehr. Nehme immer noch 3x Taglich das Letcithin-Ei-Granulat. Mein Arzt meint ich solle das Lecthin mal weiter nehmen, könnte ja sein das es die erneute Entzündung verhindert?! Leider gehts mir immer noch nicht gut, zwar kein Blut im Stuhl aber sonst nichts positives zu berichten.
Schätze eigentlich nicht das die Beschwerden schlimmer werden würden, wenn ich kein Lecithin nehme.

Wie sieht es aus mit meiner Frage, jemand erfahrungen vom "absetzen/weglassen" von Lecithin?
Virgi
ist öfter hier
 
Beiträge: 44
Registriert: So 16. Nov 2014, 17:27
Diagnose: CU seit 2005

Re: Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon Miss.understood » Fr 7. Sep 2018, 08:05

Hallo,
ich wollte den Faden hier wieder aufnehmen und weitere Erfahrungsberichte sammeln.
Habe anfang dieser Woche mit Lezithin begonnen und leider diese Woche starke Schmerzen entwickelt.
Ich überlege nun, für 1-2 Tage Pause zu machen und zu sehen, ob es daran liegt. Vor der Einnahme hatte ich diese Schmerzen nicht, sie steigerten sich mit jedem Tag bisher...
Werde weiter beobachten und berichten...

VG
Miss.understood
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 8
Registriert: Fr 22. Jun 2018, 06:54

Re: Erfahrungen mit Lecithin

Beitragvon Kanune-Coli » So 16. Sep 2018, 13:41

Hi!

Ich habe mich dieses Wochenende hier im Forum angemeldet und wollte jetzt mal etwas zu Lecithin schreiben. Da ich dank euch Lecithinisten auch aufs Lecithin gekommen bin. Ich habe übrigens Colitis Ulcerosa seit 2005.

Nachdem ich durch Salofalk, habe eine Mesalazin-Unverträglichkeit was jedoch dem Gastro ziemlich egal war wie er mir sagte, eine ziemlich heftige Verschlimmerung bekam. Vorher Entzündungswert im Stuhl bei fast 400, eher Verstopfung als Durchfall (höchstens 5-10 Toilettengänge, manchmal nur Blut und Schleim), Blutmenge ca. 1 EL, dafür mehr Schleim, Psycho OK (nicht Top, aber ... eben OK), starke Blähungen, wenig Schmerzen.
Nach Salofalk Entzündungswert über 1600, wässriger Durchfall (bis zu 5 mal in 30 Minuten, fast den ganzen Tag, nur Mittags schon mal 2-3 Stunden Pause, auch nachts jede Stunde raus), Blutmenge 4-5 EL (pro Toilettengang, manchmal nur Blut), viel Schleim, Wundflüssigkeit (wenn es das gibt im Darm?), Fieber für eine Woche, Herzrasen, Gesichtsblässe, Kreislaufproblem, extrem starke Schmerzen im Sigmabereich (konnte das Bein nicht mehr ausstrecken), bewusstlos zusammengebrochen. Mir ging es so schlecht, dass ich, wenn ich es gesundheitlich geschaft hätte, am liebsten ins Krankenhaus wollte, um mir den Dickdarm rausnehmen zu lassen, es war nicht mehr zum aushalten. Auch hätte ich mir am liebsten den Darm selbst rausgerissen, wusste nur nicht wie. Der Gedanke an den Tod, war wie der Gedanke an Erlösung. Mein Pech war es, dass mir kein Arzt helfen wollte, nicht der Gastro (der mich einfach als Patient rauswarf, weil ich Salofalk nicht weiter nehmen wollte) noch mein Hausarzt. Im Internet habe ich dann nach Hilfen und Alternativen gesucht. So kam ich auf Lecithin, da hier im Forum ja einige sehr positive Erfahrungen damit gemacht haben. Und da manche ja nur geschrieben haben, sie probieren es mal aus, aber danach kein Feedback mehr bringen, vielleicht weil es nicht gewirkt hat oder es ihnen danach so gut geht, dass sie es vergessen haben weiter zu schreiben. Deswegen, wollte ich nun einmal meine positiven Erfahrungen schildern.

November 2017, Salofalk, hat Schub verschlimmert. Ende November PC Medicus Ei-Granulat, Anfang Dezember Lecithin-Klysmen und -Zäpfchen. 2 1/2 Wochen später haben die Durchfälle von heut auf morgen aufgehört, dafür aber Verstopfung, offenbar Schwellungen (füllte sich zumindest so an am After wenn ich die Zäpfchen einführen wollte). Blutungen deutlich weniger (bestimmt die Hälfte weniger). Ei-Granulat musste ich dann mitte Januar absetzen, da ich davon starkes Sodbrennen bekam. Soja-Kapseln ausprobiert (nur ganz kurz), aber dann auch weggelassen und nur noch Klysmen und Zäpfchen genommen. Mitte Februar dann fester Stuhl, kaum noch Schleim und KEIN Blut mehr zu sehen. Anfang März Spiegelung. Geringgeradige Entzündung im Rektum und Sigma, nicht therapiebedürftig, keine Spuren von Blutungen im Darm. Durch die Spiegelung Reizung im Darm, etwas mehr Blut, auch wegen Polypenentfernung. Im März, wegen Probleme mit den Klysmen-Flaschen nur noch Zäpfchen benutzt, da ich mir durch die Flaschen nur Luft reingedrückt habe und die Flüssigkeit am Verschluss offenbar raus lief (habe festgestellt wenn der Verschluss etwas Lecithin beim Befüllen ab bekam, dann läuft die Flüssigkeit auch am Verschluss raus, beim Einführen in den Darm; vielleicht nur bei mir so!). Im April, genau ein Monat später, die nächste Spiegelung. Ergebniss: Rektum auch histologisch entzündungsfrei, "ausgeheilte" Proktitis. Nur im Sigma eine kleine Stelle leicht gerötet, welche nur Schleim bildete.
Entzündungswerte im Stuhl: November um die 400 (vor dem Salofalk); Dezember über 1600 (nach Salofalk); Januar 1028 (nur mit Lecithin), Februar um die 360 (nur Lecithin), Anfang März um die 500 (leider erst nach der Spiegelung), Ende März um die 310 (nur Lecithin), Anfang-Mitte April 210 (nur Lecithin und vor Mezavant).

Leider verschrieb mir der neue Gastro auch wieder Mesalazin, da er auch nicht an einer Unverträglichkeit glaubte und ihm auch egal war. Er hat mich überredet Mezavant auszuprobieren mit Pentasa Klysmen, obwohl ich große Bedanken hatte, aber ich war leider so dumm und glaubte und vertraute ihm als er mir weiß machte, dass es keine Unverträglichkeit sei, sondern meine CU. Ergebniss nach zwei Wochen Mezavant: breiiger Stuhl (bis zu 8 mal am Tag), Schmerzen im Sigmabereich, Blutmenge bis zu 4 EL, sehr viel Schleim, Depression. Da mich der Gastro damit für austherapiert erklärte und mir nichts mehr verschreiben auch anders nicht helfen wollte oder konnte, sollte ich mir Weihrauch kaufen. Habe ich aber nicht vertragen, brannte fürchterlich im Magen (und nach einer blutigen Magenschleimhautentzündung nach Mhyrrellin-Intest, brannte ebenfalls stark, war ich vorsichtig).
Dann wieder Lecithin, sonst nichts, da auch mein Hausarzt nichts machen wollte, außer Eisen-Infusionen. Bekam davon jedoch auch Durchfälle und Blutungen, war wahrscheinlich zu schnell (10 Minuten anstatt 20-30 Minuten wie früher).
Mai: Entzündungswert über 1600, war auch der letzte getestete; wollte ich nicht mehr. Lecithin-Klysmen und -Zäpfchen. PC Medicus Soja-Kapseln. Beschwerden wie oben beschrieben.
Juni: breiiger Stuhl (manchmal weich geform; 4-5 Toilettengänge pro Tag), Blutmenge 1 EL, etwas mehr Schleim als Blut, Schmerzen milderten sich etwas ab, Depressionen blieben seitdem.
Juli: ENDLICH (manchmal) fester Stuhl (3-4 Toilettengänge pro Tag), Blutmenge von 1/2 TL, über 1 Msp und kleiner Punkt bishin zu keins sichtbar, Schleim 1 TL bis 1 Msp.
Leider dann Mitte Juli spielten die Nerven plötzlich nicht mehr mit, starke Depression, Herzrasen, Unruhe. Blutmenge stieg bis Ende Juli auf 1/3-1/4 TL, Schleim bei 1 EL, Stuhl mehr breiig und weich geformt als fest.
Im August dann Betnesol, was aber nicht so gut half. Blutspuren und Schleim blieben. 2 1/2 Wochen Pause mit Lecithin-Klysme, dafür aber weiter Zäpfchen genommen. Soja-Kapseln abgesetzt.
September: kein Betnesol mehr. 1-3 Stuhlgänge am Tag, weich geformter Stuhl, manchmal fest, Blutmenge Spuren bis 1 Msp (oder 1/8 TL), Schleim bis 1 EL, leichtes ziehen im Sigmabereich.
Nehme die Lecithin-Klysmen im alle 4 Tage, die Zäpfchen morgens und abends (wenn ich keine Klysme nehme).

Ich kann also sagen, alle 2-3 Wochen gab es bei mir immer eine deutliche Verbesserung. Leider scheint seit Juli sich bei mir nur nichts mehr zu tun. Es ist seit dem ein ewiges auf und ab. Aber ich bleibe bei den Lecithin-Klysmen und Zäpfchen. Die Kapseln habe ich abgesetzt. Traue mich auch nicht mehr aus Lecithin zu verzichten. Ich kann jedem, der Soja verträgt, nur empfehlen, die Lecithin-Klysmen und Zäpfchen mal auszuprobieren. Ein Versuch über 3 Monate kann man ja mal wagen.

Hoffe, dass es anderen mit Lecithin auch besser geht oder es besser wird. Die Blähungen werden immer weniger. Dachte noch vor einem Jahr und im April, mein Darm würde "99 Luftballons" A-Capelle singen. Heute summt er mehr. ;)

Warum es momentan nicht weiter geht, es zu keiner weiteren Verbessung kommt durch das Lecithin, ist mir ein Rätsel. Hoffe, dass es bald wieder gute Wirkung zeigt.
Zusätzlich nehme ich noch Mutaflor ein.

Schönes Gruß und viel Erfolg mit Lecithin.
Kanune-Coli
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 7
Registriert: Sa 15. Sep 2018, 14:09


Zurück zu Komplementärmedizin

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste