Antidepressiva verursachen Blutungen bis hin zu CU-Schübe

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Quokka
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Registriert: Mo 17. Feb 2020, 17:11

Antidepressiva verursachen Blutungen bis hin zu CU-Schübe

Beitrag von Quokka »

Hallo Liebes Forum,

Ich bin am verzweifeln und vielleicht finde ich hier ja Leidensgenossen mit Tipps oder Lösungen...

Ich leide seit 2012 an Depressionen/Angsterkrankungen/Somatisierung + damals Reizdarm (war auszuhalten)
Seit 2012 Antidepressiva. Darm wurde immer schlechter. 2018 dann mit schlimmen Darmblutungen/Stuhldrang ohne Ende ins Krankenhaus mit Diagnose CU.
Ohne Antidepressiva geht es dem Darm wunderbar, nur leider geht es nicht mehr ohne Antidepressiva. Angstzustände nicht aushaltbar, ich bin nicht alltagsfähig und sehr schlimme Gedanken.
Also immer wieder Antidepressiva angesetzt, exakt nach 2 Wochen Blutungs-/Schubbeginn und AD wieder kalt absetzen und in CU-Remission gehen mit Kortisontabletten (Stoßtherapie).
Jetzt bin ich schon bei Neuroleptika angekommen, da diese schneller angstlösend sind, jedoch das gleiche Spiel. Immer starten die Blutungen und ich kann es noch so gerade abfangen.

Hat jemand selbe Erfahrungen? Generell habe ich in psychosomatischen Kliniken nur Leute kennengelernt, bei denen Antidepressiva sogar schmerzlindernd unterstützen. Bei mir das genaue Gegenteil. Die Ärzte überlegen nun Immunsuppressiva wie Aza, welches aber eine Übertherapie darstellen würde, weil der Darm ohne Antidepressiva ja ruhig ist. Vor dem Aza habe ich eine Menge Angst, da man ja da die schlimmsten Rezensionen drüber liest. Ich erhoffe mir jemanden, der mir vielleicht Ähnliches berichten kann und wie er da eine Lösung gefunden hat. Oder vielleicht eine Fachklinik, die sich damit auseinandersetzen kann (Antidepressiva<---->CED). Ich muss ständig zwischen Internisten und Neurologen vermitteln und habe eigentlich keine Kraft dazu. Die psychosomatischen Kliniken und Neurologen sind ohnehin überfordert mit der CU und können nur immer wieder ein anderes Antidepressiva ausprobieren. Es scheint daran zu liegen, dass die ganzen Antidepressiva, die am Serotoninrezeptor im Gehirn binden, diese Blutungen auslösen. Andere Gruppen dieser Medikamente lassen den Darm in Ruhe, wirken allerdings auch nicht gegen die psych. Erkrankungen.

Ich weiß auch nicht ob generell ein Serotoninmangel bei mir vorliegt, dadurch dass der Darm vor der psych. Erkrankung schon immer gereizt war. Allerdings möchte keine Arzt in der Richtung etwas testen. Durch das viele Kortison habe ich gehört, dass zu wenig Cortisol der Nebenniere ausgeschüttet wird, was zu unbegründeten Ängsten führen kann. Jedenfalls habe ich alle Therapie Varianten auf der Linie der Psychosomatik mehrere Jahre durch. Keine Besserung und keine Erkennbaren Auslöser...

Bin für jede Hilfe dankbar.

LG Quokka

Michael8000
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Beiträge: 56
Registriert: So 15. Dez 2019, 15:22

Re: Antidepressiva verursachen Blutungen bis hin zu CU-Schübe

Beitrag von Michael8000 »

Hallo Quokka,

kenne es in der sehr harmlosen Variante. Durch die Einnahme von Johanniskraut habe ich einen Schub provoziert. D.h. die Kopfprobleme wurden zu Darmproblemen. Der ominöse Teufelskreis. Als Konsequenz daraus habe ich vereinfacht gesagt die Stimmungstiefs bei mir selbst "verboten", um die Einnahme zu umgehen.
Bei dir ist die CU nicht das Problem ersten Grades. Gehe bitte zum Hausarzt und sage ihm, dass du eine Psychotherapie (Gespräche, Übungen, teilweise stationär) benötigst (wahrscheinlich über Jahre).
Diese schlimmen Gedanken müssen weg. Auch extreme Maßnahmen in Erwägung ziehen (laienhafte Vorschläge): Umzug (ins Ausland?), Trennung, alte Gegenstände entfernen, gezielte Arbeitslosigkeit/einfache Tätigkeiten, zwei Jahre Urlaub.

Die Therapie mit Pillen ist für dich keine Lösung. Das sollte so im Arztbericht stehen und dann der Krankenkasse mitgeteilt werden, damit du eine Psychotherapie erhälst.

Es macht keinen Sinn den Seretoninspiegel im Blut zu messen, wegen der Blut-Hirn Schranke.
Laienhafter Vorschlag: Tryptophanhaltige Lebensmittel einnehmen, dass aber auch keinen großen Einfluss hat, da zu wenig. Auch muss das Gehirn dazu angeregt werden, dann auch Serotonin zu bilden. Bei schlechten Gedanken eher nicht möglich.

Der Ansatz Psychopharmaka (Gehirn) + Azathioprin (Bauchhirn) ist nach meiner Meinung falsch.
Verhaltensänderung + Ernährungsumstellung kann eine Lösung sein. Je älter man wird, desto weniger wird es zu einer Verhaltensänderung kommen.

(Ca. 87 Lebensjahre x 365 Tage = ca. 32.000 Tage.)

Gruß
Michael

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