Zwei Fliegen mit einer Klappe

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Zwei Fliegen mit einer Klappe

Beitragvon diho » Do 2. Aug 2018, 23:33

Hallo Forengemeinde,

bitte wundert Euch nicht, wenn ich auch einiges über Borreliose schreiben werde. Ich bin aufgrund einer Borreliose-Erkrankung zufällig auf etwas gestoßen, was auch bei Colitis ulcerosa hilft oder helfen könnte. Mir hilft es jedenfalls, also habt ein bisschen Geduld beim Lesen meiner Geschichte.

Ich bin 52 Jahre alt und habe seit ca. 2002 Colitis ulcerosa. Nachdem die ersten Jahre leichte Medikamente wie Mesalazin ausreichend wirkten, mussten ab etwa 2006 stärkere Geschütze wie Cortison und ab 2011 Immunsuppressiva / Biologika aufgefahren werden. Insbesondere unter Biologika (Remicade, Humira) hatte ich einige fast beschwerdefreie Jahre. Aber die Medaille hatte auch seine Kehrseite: Ich bekam einige schwere, z.T. lebensbedrohliche Infektionen. So hatte ich 2007 eine schwere Sepsis mit Multiorganversagen und Ende 2012 bekam ich unter Remicade die Windpocken, wieder mit einer Lungenentzündung. Die zahlreichen Erkältungen mit Nasennebenhöhlenentzündung während dieser Zeit will ich gar nicht aufzählen. Die zu diesem Zeitpunkt jeweils gut wirkenden Medikamente mussten natürlich abgesetzt werden. Das Absetzen von Biologika wie z.B. Remicade führte dazu, dass ich gegen das Medikament allergisch wurde. Einige Versuche mit anderen Immunsuppressiva / Biologica waren unbefriedigend, lediglich Humira wirkte längere Zeit zufriedenstellend. So gingen mir im Laufe der Zeit die Optionen aus. Im April 2016 war es dann soweit, ich war sozusagen austherapiert und mein Gastroenterologe empfahl mir die Entfernung des Dickdarmes oder die Teilnahme an einer Studie an einer Uniklinik.

Auf Dickdarm raus hatte ich überhaupt keinen Bock. Aus der Studie an der Uniklinik wurde aber leider auch nichts. Ein Biologika hätten sie an der Uniklinik noch für mich gehabt (Golimumab), aber ich wollte noch nicht den letzten Trumpf ausspielen und auch wegen der schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit lehnte ich das erst einmal ab. In Absprache mit meinem Arzt hielt ich mich die folgende Zeit mit möglichst kleiner Dosis Prednisolon (>=20 mg) über Wasser.

Dass die CU und die schweren Infektionen Spuren bei mir hinterlassen haben, brauche ich sicher nicht zu erwähnen. Im Laufe der Jahre ging meine Belastbarkeit immer weiter in den Keller und ich litt zunehmend unter chronischer Müdigkeit und Erschöpfungszuständen. Ich bekam kognitive Störungen und wurde immer empfindlicher gegen Stress bis ich schließlich im Oktober 2015 einen totalen Zusammenbruch hatte (Burnout?).
Im Sommer 2016 begann ich deswegen eine Reha. Zu Beginn der Reha bekam ich einen so schweren CU-Schub, dass ich immer eine Toilette in der Nähe haben musste. Als der Schub nach 2 Wochen 60/40 mg Prednisolon endlich am abklingen war, bekam ich plötzlich und ohne Grund geschwollene, schmerzende Knie. Da die Behandlung in der Rehaklinik keine Besserung brachte, wurde ich in ein Krankenhaus zur Diagnostik eingewiesen. Dort wurde ich hoch und runter untersucht, aber es wurde nichts gefunden. Gleichzeitig wurde aber der Verdacht auf Borreliose geäußert. Zuerst hielt ich das für völlig abwegig, aber weitere Untersuchungen bekräftigten den Verdacht. Nach dem Krankenhausaufenthalt war die Reha für mich fast zu Ende, ohne dass ich irgend etwas hätte rehabilitieren können. Mir wurde deshalb von der Reha-Klinik empfohlen EM-Rente zu beantragen was ich dann auch tat.

Um meine Zweifel bzgl. Borreliose zu beseitigen, suchte ich mir nach der Reha einen kompetenten Arzt (was nicht so einfach ist) und ließ weitere Untersuchungen machen. Ende 2016 war es dann ziemlich sicher, dass ich Borreliose habe. Doch der Arzt wollte mich wegen der CU (zurecht) nicht mit Langzeit-Antibiotika behandeln. Eine andere Option gab es nicht. Weitere Versuche verliefen ähnlich, mich wollte kein Arzt behandeln.
Auf der anderen Seite ist es aber auch keine gute Idee bei einer chronischen Infektion Predni oder gar Immunsuppressiva einzuwerfen. Was nun?

In meiner Not habe ich nach alternativen Methoden zur Behandlung der Borreliose gesucht und bin über "Buhner's Protokoll" gestolpert. Buhner ist ein Naturwissenschaftler aus den USA, der u.a. die ganze Welt bereist (hat) und dabei alle möglichen Heilpflanzen zusammengetragen und analysiert hat. Aus diesen Erkenntnissen und zahlreichen Studienergebnissen hat er ein paar Behandlungsprotokolle für schwer zu behandelnde Infektionen wie z.B. Borreliose entwickelt. Ich kaufte mir also ein Buch von Buhner: "Healing Lyme" (damals gab es das nur auf Englisch). Das Behandlungsprotokoll gegen Borreliose besteht vereinfacht gesagt aus mehreren Pflanzenbestandteilen in Pulver-, Kapsel- oder Tinktur-Form. Ein Bestandteil des Protokolles ist die Wurzel des Japanischer Staudenknöterichs (Polygonum cuspidatum) - ein sehr starker Entzündungshemmer.

Anfangs war ich sehr skeptisch, hatte insbesondere Bedenken dass die CU wieder schlimmer werden könnte. Ich war damals steroid-abhängig, brauchte mindestens 20 mg Prednisolon, war aber trotzdem alles andere als beschwerdefrei. Vor allem hatte ich seit längerer Zeit imperativen Stuhldrang, sodass jedes Verlassen des Hauses zum Abenteuer wurde.

Anfang April 2017 habe ich dann mit Buhner's Protokoll begonnen. Aus dem Buch wusste ich, dass man das ganze mindestens 9 Monate nehmen soll und frühestens nach 4-6 Wochen erste Besserungen eintreten.
Meine Gelenkprobleme haben sich nach 6 Wochen kaum oder nicht gebessert. Aber völlig unerwartet für mich besserten sich die CU-Symptome. Als ich nach einer Weile sicher war, dass das kein Zufall sein kann, begann ich mich aus dem Prednisolon auszuschleichen. Ende Juni 2017 war ich dann weg vom Prednisolon und fast beschwerdefrei. Lediglich der imperative Stuhldrang war noch nicht ganz weg. Weitere 6 Wochen später war auch der Geschichte.
Mittlerweile bin ich seit über 1 Jahr in Remission, mit einer Stabilität wie ich es selbst unter Remicade nicht erlebt habe. Meine Fettleber und meine Gallensteine haben sich in dem Jahr zurückgebildet und ich habe 10 kg von allein abgenommen. Im April 2018 hatte ich an der Uniklinik eine Kontroll-Darmspiegelung, wo meine Beschwerdefreiheit auch noch einmal durch Biopsien bestätigt wurde. Mein behandelnder Arzt an der Uniklinik ist mittlerweile auch - gelinde gesagt - erstaunt über die Wirkung und hat letztens gemeint: "Wenn die Studien nicht so aufwendig wären, müsste man glatt eine Studie darüber machen."

Meine Gelenkprobleme haben sich inzwischen auch gebessert, ich bin mir aber nicht sicher ob die Borreliose vollständig weg ist. Buhner's Protokoll habe ich volle 12 Monate durchgezogen. In dieser Zeit habe ich über 10000 Kapseln geschluckt (und aus finanziellen Gründen selbst gestopft). Inzwischen konnte ich die meisten Sachen weggelassen. Lediglich Polygonum cuspidatum und ein weiteres Mittel (Andrographis paniculata) nehme ich jetzt noch. Wenn ich beide Sachen mal vergesse, bekomme ich relativ schnell auch wieder leichte CU-Symptome. Nebenwirkungen habe ich noch keine bemerkt.

Wenn jemand Interesse hat, kann ich in einem Thread unter "Komplementärmedizin" ausführlicher was zur Dosierung und zu den Bezugsquellen schreiben. Niemand kann natürlich garantieren, dass es auch Euch hilft. Aber wer wie ich "austherapiert" ist und seinen Dickdarm behalten will, für den ist es vielleicht einen Versuch wert.

Liebe Grüße,
Dirk
diho
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Re: Zwei Fliegen mit einer Klappe

Beitragvon tirolerin1810 » Mi 8. Mai 2019, 16:44

Hallo Dirk,

ich hoffe, du bist hier im Forum noch aktiv. Habe heute deinen Beitrag gefunden.

Ich selber habe Morbus Crohn und seit einiger Zeit habe ich massive Muskel- und Gelenksschmerzen. Mittlerweile sind sie so stark, dass sich der ganze Körper anfühlt als hätte ich eine schwere Grippe. Von den Fingergelenken bis hin zum Ellbogen, von den Sprunggelenken rauf bis zum Oberschenkel und über den ganzen Rücken habe ich einen brennenden , ziehenden Dauerschmerz.

Aktuell bin ich vom Gastrospezialisten, Rheumatologen und Orthopäden alles durch.
Laut Gastro: Das ist eine klassische Begleiterkrankung des Morbus Crohn
Laut Rheumatologe: Rheumatologisch unauffällig da keine Entzündungen in den Gelenken aktuell vorhanden - >Verdacht auf Fibromyalgie ->Begleiterscheinung bei vielen Autoimmunkrankheiten -> da kann man nix machen.
Laut Orthopäde: MRT LWS und ISG bis auf eine Facettengelenksarthrose und einer Zyste im Gelenk eher unauffällig. Kann sich den Schmerz in den ganzen Gelenken und Muskeln nicht erklären ->könnte psychosomatisch sein.

Gestern hatte ich einen Termin bei einer Ärztin der Alternativmedizin. Sie hat gesehen, dass in meinem Blutwerten Antikörper Borreliose und EBV und Hepatitis B vorhanden sind. Laut ihr machen Borrelien-Viren immer wieder derartige Beschwerden. Können immer wieder kommen und gehen und werden häufig nicht beachtet und schulmedizinisch völlig falsch diagnostiziert. Wie wurde die Borreliose bei dir diagnostiziert -> auch aufgrund der Antikörper im Blut?

Ich wollte dich nun Fragen, wie die genauen Symptome deiner Gelenksbeschwerden waren? Und was du dagegen genau genommen hast? Ich habe unter diesen Buhner`s nur ein paar seltsame Einträge gefunden.



Hast du noch irgendwo eine Auflistung, was du da genau genommen hast. Ich selber habe folgendes gefunden (Barberry 20 Tropfen; Reishi 45 Tropfen, Licorice 20 Tropfen, Leurisy root 30 Tropfen und Cryptolepsis 20 Tropfen. Auch sind das alles Tropfen und keine Kapseln.

Ich selber habe gestern gegen die Borrelien Banderol und Samento verschrieben bekommen?!

Vielen herzlichen Dank

Tirolerin
tirolerin1810
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Re: Zwei Fliegen mit einer Klappe

Beitragvon ratlos1998 » Sa 24. Aug 2019, 18:24

Hallo,
aus eigener Erfahrung mit CU seit Jahren nicht schubfrei, aber auf dem Weg dahin und meine Mutter mit Fibromyalgie und vielen anderen Symptomen wie Tinnitus, Carpaltunnel, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, Nackenschmerzen, Ellenbogenentzündung, Konzentrationsschwäche..... ausgelöst durch Borrelien, inzwischen alle Symptome los, seit der biomagnetischer Behandlung bei unserer Heilpraktikerin. Vielleicht ist diese Behandlung hilfreich?
Übrigens hatte ich vor der 1.Behandlung einen Entzündungswert von 1300.im Stuhl und ein paar Wochen nach der Behandlung, war der Entzündungswert im Normbereich. Mein Gastro konnte es nicht glauben und forderte noch einen Stuhltest an. War wieder im Normbereich! Inzwischen nur noch 4 Toilettengänge! Ohne Blut!!!

Alles erdenklich Gute.
Liebe Grüße
ratlos 1998
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beginnt sich einzuleben
 
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