MC und Canabis

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

MC und Canabis

Beitragvon Merlin » Mo 20. Mai 2013, 16:52

Hallo, ich bin Jana und mein 16-jähriger Sohn ist kurz nach seinem 15. Geburtstag an MC erkrankt. Er hat "Glück", er hat keinen sehr schweren Verlauf. Er nimmt Aza und Salo. Der Calprotektinwert lag bis zum Ende letzten Jahres noch bei 1800, ist jetzt auf 800 gesunken. Ich habe mich total gefreut. Leider hat er nun Probleme ganz anderer Art und hat wohl vor einem halben Jahr das "kiffen" angefangen. Dies weiß ich erst seit einer Woche. Nun stellt sich mir die Frage ob diese Verbesserung des Wertes etwas mit Canabis oder besser gesagt mit dem normalen Tabak (Nikotin) mit dem Canabis gemischt wird zu tun haben könnte. Ich habe gehört das einige einen Schub bekommen wenn sie aufhören zu rauchen aber ich weiß nicht ob es besser wird wenn man damit anfängt. Letzten Endes ist es nicht die Lösung die ich mir vorstelle denn man treibt damit den Teufel mit dem Belzebub aus.
Mein Sohn ist derzeit bei einer Kinderpsychologin in Behandlung die aber keine geeignete Therapiemaßnahmen anbieten kann. Wann wir einen Termin bei einer Psychologin bekommen erfahren erst am Mittwoch. Wir oft er das Zeug zu sich nimmt weiß ich nicht, ich schätze einmal die Woche.

Es ist schlimm wenn man das nicht merkt und Dinge wie Schwindel, extreme Müdigkeit, große Albernheit im Schulunterricht auf "pubertäres Fehlverhalten" oder auf den MC schiebt. Ich fühle mich deshalb sehr schlecht und hätte nie gedacht das ich auf beiden Augen blind sein kann.

Ich hoffe das ich solche "Drogenfragen" überhaupt stellen darf. Mein Sohn soll davon weg, das ist klar, die Schäden die Canabis in der Pubertät anrichten kann sind mitunter erheblich.

Liebe Grüße Jana
Merlin
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Re: MC und Canabis

Beitragvon Thilo » Mo 20. Mai 2013, 17:07

Hallo Jana,

nun noch eine Sorge mehr.

Morbus Crohn und Rauchen ist ein absolutes "no go". Rauchen stellt ein erheblicher Risikofaktor dar. Mit dem Rauchen aufzuhören vermeidet Krankheitsschübe. Aber was nützt dieses belegbare Wissen, wenn einem pubertierenden Jugendlichen die Einsicht fehlt?

Nicht nur junge Menschen können leicht aus einer Krankheit einen echten "Krankheitsgewinn" ziehen, wenn es ihnen gelingt alle Befindlichkeitsstörungen auf ihre Erkrankung zu schieben. Hier muß man gut aufpassen, damit sich dieses Verhalten nicht dauerhaft manifestiert. Es gibt zahlreiche Menschen, die ihre CED für alles was im Leben schiefläuft verantwortlich machen und die ihre Krankheit wie ein Schild vor sich her tragen.

Hier im Forum wirst du sicher den nötigen Zuspruch finden. Eine Lösung wird sich ggf. nur mit Ärzten und Psychologen vor Ort finden lassen.

Viel Kraft wünscht dir

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Re: MC und Canabis

Beitragvon Cats » Mo 20. Mai 2013, 17:23

Hallo Jana,

puhhh...klar, keine Mutter freut sich wenn sie mitbekommt dass das eigene Kind kifft. :( Ich kann auch gut verstehn, dass du nicht begreifst, wie du "so blind" sein konntest. Auch das würde vermutlich jeder Mutter so gehn. - Dennoch, wenn man einen Teenie mit MC hat, würde wohl jeder die Ursache gewisser "Begleiterscheinungen" erst mal in der Krankheit oder der Pubertät vermuten. Und letztendlich ist das ja auch nicht so einfach abzugrenzen.
Ob der gesunkene Calprotectinwert etwas mit dem Canabiskonsum zu tun hat, oder ganz einfach damit dass die Medikation anschlägt, kann ich nicht sagen. Tippen würde ich allerdings auf die Medikation ( zumal dein Sohn ja wohl nicht täglich kifft). Es gibt zwar immer wieder Diskussionen über Canabis bei CED - allerdings mehr im Hinblick auf Schmerztherapie.
Ich drücke die Daumen, dass es schnell klappt mit einem Termin beim Psychologen. Über die Kinderpsychologin, die deinen Sohn und die Problematik kennt,sollte ein zeitnaher Termin machbar sein.
Ach ja - weiß der behandelnde Arzt Bescheid?

LG Marina
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Re: MC und Canabis

Beitragvon minimonster » Mo 20. Mai 2013, 17:32

Hallo,


ich kann Dir nur sagen, dass Dein Sohn nicht damit aufhören wird, wenn Du ihm sagst, dass er es bitte soll. Auch das Androhen von Konsequenzen nützt nichts.

Ein Kinderpsychologe? Solange Dein Sohn nicht aufhören will, wird das auch nichts bringen.


Du kannst es ja nicht kontrollieren, ob er nun oder nicht.

Frag ihn doch mal, wie er konsumiert? Mit Tabak rauchen, pur, oder essen?

Er wird es vielleicht aus einem ernsten Grund tun oder just for fun. ( weil es die Anderen auch anwenden z. B. )

Es kommt sehr darauf an, was er da raucht... das extrem überzüchtete Zeug von Holland Productions oder was anders...? Sprich: Es kommt sehr auf den THC Gehalt selbst an.


Es ist schwer zu bestreiten, dass es ihm damit bei MC subjektiv besser gehen wird.


Um Spekulationen vorzubeugen, nein, ich konsumiere nicht. ;)

LG von Minimonster
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Re: MC und Canabis

Beitragvon Merlin » Di 21. Mai 2013, 11:15

Hallo,
mein Sohn raucht das Zeugs mit Tabak.
Nun da ich weiß das er es nimmt weiß ich auch wann er es genommen hat. Man sieht es ganz klar an seinen stark vergrößerten Pupillen.
Auch das er im Unterricht teilweise fast bis zur Hysterie gelacht hat ist eines der Indizien. Also von daher kann er es nicht verbergen. Aufhören will er schon, er möchte auch eine Therapie machen. Er hatte zeitweilig Selbstmordgedanken aber seit "alles raus" ist fühlt er sich viel besser. Vieles liegt bei ihm am Schuldruck, er will uns, besonders seinen Vater, nicht enttäuschen. Die Krankheit belastet ihn auch, aber, so wie er sagt, nicht so sehr. Der Umgang ist auch nicht der tollste aber er hat auch Freunde die ihm gesagt haben er soll " mit der Sch... aufhören".
Wir versuchen ihm Alternativen zu bieten, so das der Wunsch mit diesen Leuten abzuhängen in den Hintergrund rückt. Diese und nächste Woche sind seine Abschlussprüfungen für den mittleren Schulabschluss. Ich hoffe er bleibt vom Canabis weg, denn er hat bisher die Arbeiten die er "mit" geschrieben hat versemmelt weil er sich nicht konzentrieren konnte.

Bei der Kinderpsychologin bei der wir z. Z. sind, sind wir aus einem ganz anderen Grund hingegangen. Er hatte damals unter Prüfungsangst gelitten und das war dann die Empfehlung des behandelnden Arztes damit er lernt mit Stress umzugehen und Entspannungsübungen zu lernen. Das die Probleme ganz woanders lagen hat sich erst so nach und nach herauskristallisiert. Deshalb steht ja auch ein Wechsel zu einer "echten" Psychologin an. Der behandelnde Arzt weiß Bescheid.

Liebe Grüße
Jana
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Re: MC und Canabis

Beitragvon Pariah » Mi 22. Mai 2013, 12:36

Hallo Merlin,

unregelmäßiger Cannabiskonsum ist rein medizinisch grundsätzlich eher unbedenklich (vor allem im direkten Vergleich mit unregelmäßigem Alkoholkonsum) und würde sich sehr wahrscheinlich eher positiv auf den Crohn auswirken. Hinsichtlich des Crohns ist der Nikotinkonsum bzw. das Rauchen jedoch ein großes Problem - vor allem was das starke Abhängigkeitspotential des Nikotins angeht und das daraus resultierende Risiko, dass dein Sohn auch mit dem "normalen" Rauchen anfängt.

Ganz allgemein scheint das Problem deines Sohnes jedoch die Tatsache zu sein, dass er Cannabis konsumiert um schulische Probleme (Prüfungsangst) zu bekämpfen. Wie bei jeder anderen Substanz auch, können solche Konsumgründe in der Tat problematisch werden. Diese Probleme sollten deshalb mit psychologischer Hilfe gelöst werden. Davon abgesehen spricht aber absolut nichts dagegen, wenn dein Sohn in seiner Freizeit - d.h. wenn es angemessen ist - mal einen Joint raucht. Ein Komplettverbot ist hier erfahrungsgemäß eher kontraproduktiv und insbesondere bei CED ist Cannabiskonsum Alkoholkonsum eindeutig vorzuziehen.

Grüße
Pariah
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Re: MC und Canabis

Beitragvon manfredh » Fr 23. Aug 2013, 16:18

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Re: MC und Canabis

Beitragvon feam » Mi 18. Dez 2013, 00:59

ich gebe pariah vollkommen recht ! kann auch aus eigenen erfahrungen sprechen ! viel spricht dafuer das regelmäßiger cannbis Konsum waehrend dem Wachstum auswirkungen aufs gehirn haben kann, gedächtnisleistung zB. ,andererseits ist es nicht so schlimm wie sich mit schnaps volllaufen zu lassen was viele andere jugendliche in diesem alter regelmäßig machen (was auch keine schlechteren menschen aus ihnen macht) ! rein gesundheitlich sollte das cannabis weniger beunruhigen als der tabak der meist mitkonsumiert wird. Es gibt einige Studien und vorallem Berichte von Kranken die bestätigen das ced durch cannabis konsum gelindert werden kann.

Was du strengstens vermeiden solltest ist, dass du denkst du siehst wann er konsumiert hat ! Das mit den Pupillen ist nicht richtig, die werden eher veraendert wenn er zB von draussen wos dunkel ist ins licht geht oder aehnliches ! Selbst für die Polizei ist sowas kein Indiz auch wenn sie es manchmal behaupten. Es wäre auf jeden fall schlimm wenn sie jedes mal wenn er vielleicht sehr glücklich und euphorisiert ist oder anderes "ungewöhnliches" verhalten zeigt denken er sei "high" und ihn fuer sein verhalten (wenn es nur ein abwertender blick ist) bestrafen oder zur rede stellen. Auch wenn man verliebt ist fuehlt man sich wie berauscht und dann erkennt einen vielleicht sogar die mutter nichtmehr und da gibt es noch zig Beispiele. In dem Alter machen jungs viel durch, mal ganz oben, mal ganz unten.
Die psychischen Probleme die durch cannabis entstehen, entstehen ja in der Regel nur weil die Droge stigmatisiert wird und irgendwelche menschen,( im jungen alter eben oft die Eltern) große vorwürfe deswegen machen, meist weil sie sich nie mit dem thema auseinandergesetzt haben. Wenn man dann berauscht nach Hause kommt und nur Angst hat das die Mutter es vielleicht merken könnte und einen drauf anspricht oder es einem zu spüren gibt dann fuehlt man sich schlecht was in einem Rauschzustand noch intensiver ist, man kennt es ja evtl vom alkohol :)
Also das is eigentlich der einzig wichtige tipp den ich ihnen hier auf den weg geben will ! informieren sie sich ( PRO u. contra) und gehen sie locker an die sache ran ! reden sie mit ihm darüber wenn er darüber reden will.
Ausserdem ist es normal das Jugendliche mit ca 15. Jahren solche erfahrungen machen, ich hoffe das wird auch seine Therapeutin sagen wenn sie das "problem" bei ihr ansprechen wollen. Im endeffekt muss er selber lernen was gut für ihn ist und was nicht ! und wenn er trinken, kiffen oder rauchen will wird er das tun egal was seine mutter oder seine Therapeutin dazu sagt .. Meiner Meinung nach sollte er machen was er will mit 16 ist man vielleicht noch nicht erwachsen aber auch kein kind mehr, deswegen laesst man sich eh nichts sagen ! und es gibt sehr viel dümmere Sachen die man in dem alter tun kann als ab und an mal zu kiffen.

lg
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Re: MC und Canabis

Beitragvon MCCBD » Di 31. Dez 2013, 01:12

Hi

Bitte in Ruhe diese Studie lesen

http://www.cghjournal.org/article/S1542-3565(13)00604-6/abstract

-> dann pdf-kästchen anklicken um Volltext zu lesen

Darüber hinaus is ein Erfahrungswert der geteilt werden kann, das ein seit Jahren ausgeprägtes "Verdauungsleiden" durch den Gebrauch von cannabis erträglich gemacht wurde. Als der Konsum eingestellt wurde, ist die erste starke Phase an mc ausgebrochen (v 2 jahren) die Ärzte hatten sich dann 1 jahr auf Gastritis + Psychosomatik festgelegt. Nach ein paar wochen starker Beschwerden wurde ein Dronabinol Rezept (österreich) verschrieben, dieses hat schlagartig zu eine Besserung gebracht.
Eineinhalb Jahre nach ersten Arztbesuchen wurden sinnhafte Tests und Biopsien genommen, nach ein paar weitern Wochen die diagnose mc am 20.12.13 .
Im Vergleich zu andnern Leidenden sind die Schmerzen durch CBD & THC reduziert, desweiteren hat es wissenschaftlich nachgewiesen enzündungs-lindernde Eigenschaften,

Wer nochnie ein ärztlich verschriebenes Präperat der Cannabis Pflanze bei einer CED angewandt hat sollte sich die medizinische Wirkung der Cannabis Extrakte belesen.
Die Effekte auf ein heranwachsendes Gehirn sind nie mit Prohibition gelöst.. das löst Konflikte aus., der Konsum wird nicht mit menschlichen oder liebevollen Mitteln unterbinden zu sein. Besser einen mittelweg zu finden, die eigene Angst und Vorbehalte durch Wissen und persönlichen Kontakt zu Ihrem Sohn so halten das dieser keine komschen Leute kennen lernt nur weil er linderung der Symptome benötigt - sucht (medizische abhängigkeit kann auch immer als Sucht verkehrt werden besonders bei psychologischen Leiden welche ein junger Mann mit einer körperlichen Erkankung viel schneller empfindet als Frauen es evtl tun.. viele Krankheiten wirken sich unterschiedlich auf die Wahrnehmung der verschiedenen Geschlechter aus.

"Der Erhalt der Lebensfreude" ist das wichtigste bei jeder Krankheit

"Der Schaden auf das Gehirn" ist eher vernachlässigbar, Langzeitstudien in Neuseland zeigen ca 8IQ Punkte auf wobei nicht auf die Enkommensverhältnisse der Teilnehmer eingegangen wurde.. "arme" werden meisten stärker von Nebenwirkungen betroffen.

CBD wirkt neuro-schützend entgegen TNF ausschüttungen und sollte eigentlich bei akutschüben immer als sofort Hilfe in Betracht genommen werden.
Nebenwirkungen der Wahrnehmung auf Cannabinoide sind schnell vernachlässigbar, besonders mit regelmäßiger Einnahme ist nach 2Wochen schon eine Resistenz auf die ersten Reizändungen gegeben. Das Gefühl der Entspannung und lockerung der inneren glatten Muskeln verbessert vieles und das allein ändert die Persönlichkeit und Reizwahrnehmung.

Rauchen ist sicher die schädlichste- aber effektivste form der Einnahme, die medizinische alternative ist eine fast schadstoff-freie Inhalation durch "medizinische Vaporizer "

Einem Menschen mit schwerem chronischen Leiden eine Linderung dessen, die dieser besonders und bewusst wählt ist als Recht zu gewähren, diese vorzuenthalten ist nicht human .

Auch wär es verantwortlich statt "erziehungsmasnahmen zu setzten" einen guten Strafrechtsanwalt mit guten Erfolgen bei Cannabis Delikten zu kennen, wenn dieses gebebn ist wird für einen 0815 Konsumenten mit Krankheit ohne Vorstrafe in Ausbildung in 2014 eine Verständissvolle seite der Gesetzteslage zu erwarten sein.
MCCBD
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