Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.
Kathyrinchen
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Kathyrinchen »

SO um das "Umfeld Thema" für mich zu schließen:
In der letzten Zeit, ohne Schub und mit moderaten Befindlichkeitsstörungen habe ich mir eure
Worte zu Herzen genommen und an mir gearbeitet (ich kann nur mich verändern nicht den Rest). Und siehe da:
Alles wieder auf Normalität. Die total Enttäuschengen im Freundeskreis habe ich mal eben abgeschüttelt, das tat gut.
Und mit denen die mir viel Bedeuten habe ich geredet und denke das es jetzt anders laufen wird. Auf jeden Fall fühle
ich mich dadurch besser.
Ich wünsche euch allen alles Liebe und alles Gute! Nochmal vielen DAnk für die ganzen Antworten und Tipps und das ihr mir einfach
erzählt habt wie es bei euch aussieht!!!!

Einen schönen Abend!

LIebe Grüße und gute Nacht.
i

Coco
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Coco »

Kathyrinchen hat geschrieben:Die total Enttäuschengen im Freundeskreis habe ich mal eben abgeschüttelt, das tat gut.
Und mit denen die mir viel Bedeuten habe ich geredet und denke das es jetzt anders laufen wird. Auf jeden Fall fühle
ich mich dadurch besser.
Auch wenn ich neu hier bin, freut es mich, soetwas zu hoeren!

Ich habe zum Glueck ein verstaendnisvolles Umfeld.
Meine Mutter ist natuerlich immer ein wenig ueberbesorgt, Freunde gehen total locker damit um, erinnern mich (zum Glueck!) auch staendig an meine Tabletten, da ich die ganz gerne mal vergesse. Von denen hatte bislang auch niemand ein Problem wenn ich nach dem Essen oefter "mal eben weg" musste.
Vor Bekannten und Arbeitskollegen (erst seit 3 Wochen) verstecke ich es nicht, dass ich Tabletten nehme. Die liegen meist einfach bei mir auf dem Tisch, eben damit ich sie nicht vergesse. Fragen was los ist tut da aber selten jemand.

Bin echt froh, dass ich bislang keine Probleme mit meinem Umfeld hatte. Was man hier liest ist ja teilweise echt abschreckend.
Mein Crohn verlaeuft bislang aber auch ziemlich mild..
Hoffe dass das auch so bleibt! Sowohl mit dem Umfeld als auch mit dem Crohn..

Jonesi04
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Jonesi04 »

Wie soll das Umfeld schon reagieren? Mal ehrlich, wenn keiner fragt, will es auch keiner wissen. Selbst dann geben sich die meisten mit dem Hinweis auf eine chronische Magen-/Darmerkrankung zufrieden.

Wenn man mal einen mit ähnlichen Beschwerden trifft, kann man zwar schon mal drüber sprechen aber damit hat es sich dann auch schon.

Falls mal einer aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis nachfragt, reicht es auch, wenn man sagt, dass es gute und schlechte Tage gibt. Und wenn mal nicht mit in die Disco oder sonstwohin kann oder sich das eine oder andere mal in Richtung Toilette verdrücken muss, ist das eben so.

So leid es mir tut, kann man es leider nicht anders umschreiben, dass der, der ständig über seine Krankheiten herumjammert, einem mit der Zeit auch ziemlich auf den Keks gehen kann. Vor allem, wenn man noch relativ jung ist.

Das Umfeld findet nichts dabei, so lange man nicht ständig drauf rumreitet. Und das ist nicht nur bei Krankheiten so ;) .

Loui
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Loui »

Jonesi04 hat geschrieben:Wie soll das Umfeld schon reagieren? Mal ehrlich, wenn keiner fragt, will es auch keiner wissen. Selbst dann geben sich die meisten mit dem Hinweis auf eine chronische Magen-/Darmerkrankung zufrieden.

Wenn man mal einen mit ähnlichen Beschwerden trifft, kann man zwar schon mal drüber sprechen aber damit hat es sich dann auch schon.

Falls mal einer aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis nachfragt, reicht es auch, wenn man sagt, dass es gute und schlechte Tage gibt. Und wenn mal nicht mit in die Disco oder sonstwohin kann oder sich das eine oder andere mal in Richtung Toilette verdrücken muss, ist das eben so.

So leid es mir tut, kann man es leider nicht anders umschreiben, dass der, der ständig über seine Krankheiten herumjammert, einem mit der Zeit auch ziemlich auf den Keks gehen kann. Vor allem, wenn man noch relativ jung ist.

Das Umfeld findet nichts dabei, so lange man nicht ständig drauf rumreitet. Und das ist nicht nur bei Krankheiten so ;) .
Ich denke nicht das irgendjemand hier staendig von der Krankheit redet - außerhalb des Forums. Allerdings ist es nun Mal so das die Krankheit einen von manchen Dingen - vor allem im Schub ausschließt. Das kann sich jetzt schoenreden wer will -fuer mich ist es so.
Dasdann das Umfeld nicht verstaendnisvoll reagiert wenn man irgendwohin nicht mit kann wegen dem MC und deswegen traurig ist und dann noch darueber laestert dass man "schon wieder"nicht dabei ist - das ist doch eigentlich die Frage voN Kathyrinchen gewesen. Und auch die Frage wie ihr dann damit umgeht.

Und ueber die Beschwerden bei Krebs oder auch bei Reuma redet jeder - man kann sich da mit jedem Austauschen - ueber die eigene Kacke zu reden das ist dann doch schon noch eine andere Stufe. Und darueber machen sich viele betroffen eben die meisten Gedanken. "ist das noch normal oder ist der Stuhl schon krankhaft- hab ich eine erneute Entzuendung".

Aber im Prinzip hast du schon Recht. Man soll nicht immer drarueber reden. Aber oft beschaeftigt einen eben dieses Thema.

Gruesse

Loui

Kathyrinchen
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Kathyrinchen »

HI Loui,

im Prinzip hat Jones natürlich schon Recht.
Aber mir ging es in dem Moment echt so wie du es gerade wieder geschildert hast. :) Ich achte trotzdem nun darauf mit niemandem auch nur Ansatzweise über die Krankheit zu reden. Auch nicht wenn es mir schlecht geht. Dann sage ich nicht mehr das übliche "Mein Bauch spinnt rum" sondern erfinde Ausreden. Das ist zwar auch nicht der richtige Weg aber für mich im Moment ein akzeptabler.
Niemand mag gern mit Krankheiten konfrontiert werden. Ich ja auch nicht - kann gerne auf die CED verzichten :P .

Liebe Grüße aus dem sonnigen Allgäu

Kathyrinchen
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Jonesi04
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Jonesi04 »

Hallo ihr beiden,

das mit dem mal nicht irgendwohin mitkönnen kommt auch immer auf die jeweiligen Freunde selber an. Man hält sich ja auch einige, mit denen man zwar gut abfeiern kann oder die auch sonst recht unternehmemslustig sind. Nur darf man von denen nicht gerade übermäßig viel Verständnis erwarten. Wenn man sich eben nicht mehr in der Stammkneipe oder -disco blicken lässt, egal aus welchem Grund, ist man nicht mehr Teil ihres kleinen Universums.

Ironischerweise darf man sich dann von so manchem Partybuddy, egal welchen Geschlechts, zwar anhören, wenn man sich nach einer ganzen Weile doch mal wieder blicken lässt, dass sie einen vermisst haben. Darf man aber nichts drauf geben.

Heute umgebe ich mich größtenteils mit Leuten, auf die ich mich egal was betreffend verlassen kann. Nicht unbedingt die unternehmenslustigen, mit Mitte 30 hat man aber eh keinen Bock mehr jedes Woche wegzugehen. Da machen wir uns lieber mal einen ruhigen mit was leckerem zu Essen und zwei bis drei Filmen auf DVD.

Wenn was ansteht kann man die Darmaktivität auch ein wenig kontrollieren. Man weiß ja, was man besser oder schlechter verträgt bzw. wodurch man schon ein paar Mal öfter muss.

Gruß,

Bernie

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Revan
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Revan »

Mein Umfeld habe ich größtenteils abgeschafft! :oops:

Ich gehöre eh zu den Menschen, die sich einigeln wenn es ihnen schlecht geht.

Wenn ich dann ständig dieses "Na du hast ja immer etwas!" höre, weil es mir mal wieder nicht gut geht. Dann denke ich schnell darüber nach, ob ich den menschen wirklich noch sehen muss.
Zumal es doch so ist, das man erst genervt wird warum man denn keine Zeit hat oder so "scheiße" aussieht. Na und wenn man sagt das alles ok ist, dann wird weitergenervt bis man sagt was los ist.
Das hatte ich jetzt schon sooo oft.

Ich hab halt einen Freund der das so akzeptiert wie es ist und sonst nicht nervt oder sonstwas ... ein FREUND halt!
Auch meine Eltern sind meistens ganz gut drauf, obwohl ich den obrigen Spruch auch schon von meiner Mutter gehört habe. ;)

Andere Kontakte habe ich dann eigentlich nicht mehr. Das scheint auch das Beste zu sein!

Vielleicht wär es auch anders wenn ich meine Frau nicht hätte, aber mit ihr hab ich ja schon fast alles was ich brauche:
Einen Kumpel, eine Liebhaberin, einen Freund, einen Vertrauten und Seelsorger.
Zitat Uwe7 :
"Ein CU-Patient, der aus Angst vor dem Darmkrebs das Rauchen beginnt, handelt ungefähr so sinnvoll, wie jemand der aus Angst vor dem Tod Selbstmord begeht."
:D Schöner Spruch!

Jonesi04
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Jonesi04 »

Hi Revan,

ja, das Leben ist eben mit dummen Fragen und guten Ratschlägen gepflastert. Man will sich einfach nur ein paar angenehme Stunden machen aber die, die es ja nur gut meinen kommen alle aus ihren Löchern gekrochen. Was kann daran so schwer sein, wenn man mehr als ausreichend signalisiert, dass man keine Lust hat darüber zu sprechen? Vor allem mit denen, die eh keine Ahnung haben.

Ich habe zum Beispiel einen guten Freund, der ebenfalls seine gesundheitlichen Probleme hat. Irgendwas mit der Schilddrüse. Im Gegegensatz zu mir ist er schon ein ziemlicher Glas-leer-Typ, der recht viel jammert. Während ich mich über die Jahre hinweg mit meinen gesundheitlichen Einschränkungen arangiert habe und praktisch nie davon spreche. Wozu auch? Was weiß er schon, wie es mir geht, genausowenig wie ich eine Vorstellung von dem habe, wie es ihm so geht? Manchmal denke ich zwar, dass er es sich ein wenig einfach macht, indem er egal was darauf schiebt. Der rennt auch alle paar Wochen wegen irgendwas zum Doc. Da einige ihn über die Jahre hinweg nicht mehr ernst genommen haben, schon der dritte oder vierte. Was weiß ich schon? Daher lasse ich ihn hingegen einfach erzählen und frage nur hier und da mal nach.

Klingt jetzt vielleicht, als würde es mich nicht interessieren. Tut es schon, nur mangels entsprechender Erfahrung mangelt es dem reinen Fachwissen doch ziemlich an Nährboden. Das ist wahrscheinlich auch das Problem mit vielen Krankheiten. Alle wollen zwar irgendwie verstehen, was man hat, ohne wirklich zu verstehen, was man hat. Genau so gut könnte man versuchen, jemandem zu erklären, dass der Mond aus Käse besteht. Also wozu sich die Mühe machen? Schließlich wissen wir es doch auch nicht so genau. Wir wissen im Prinzip nur das, was die Ärzte wissen. Die sich wiederum auf das verlassen, was andere glauben herausgefunden zu haben. Leider ist Wissenschaft ja oft nur der pure Versuch für alles eine Erklärung zu haben. Und selbst, wenn wir es ganz genau wüssten, ist es auch egal. Wir haben den Scheiß nun mal am Hals und müssen irgendwie damit klar kommen.

In diesem Sinne,

Bernie

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Eusebia
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von Eusebia »

Loui hat geschrieben: Und ueber die Beschwerden bei Krebs oder auch bei Reuma redet jeder - man kann sich da mit jedem Austauschen - ueber die eigene Kacke zu reden das ist dann doch schon noch eine andere Stufe. Und darueber machen sich viele betroffen eben die meisten Gedanken. "ist das noch normal oder ist der Stuhl schon krankhaft- hab ich eine erneute Entzuendung".
Hallo Loui,

das ist auch nicht immer so. Keiner redet gerne über Krankheiten und in unserer heutigen Zeit schon gar nicht. Da gilt doch nur noch das schöne und intakte. Auch Krebspatienten beklagen sich nämlich, dass sie ausgegrenzt werden. Da gehen schon mal die Leute auf die andere Straßenseite, damit sie ja nicht erst in die Verlegenheit kommen mit dem Krebspatienten reden zu müssen. Ich kenne Leute die (leider) Krebs haben und ich möchte mit keinem davon tauschen.

Allerdings finde ich es auch nicht gut, wenn wir jetzt krampfhaft versuchen niemals über unsere Krankheit zu reden. Wir müssen uns wegen unserer Krankheit nicht schämen und auch nicht rechtfertigen.

Ich halte das so, dass ich weiß, mit wem ich darüber reden kann und wem ich ganz besonders damit auf den Geist gehe. Das kann man wissen, wenn man seine Freunde/Bekannte und Verwandte ein wenig kennt. Es gibt schon ein paar Menschen, mit denen man auch über so etwas reden kann, am besten bei einer passenden Gelegenheit und auch nur mit wenigen Leuten. Vielleicht hilft ja auch eine Selbshilfegruppe, da sitzen ja alle im selben Boot.

Man sollte nie denken, dass die Probleme, die man mit seiner CED hat, jetzt das beste Thema für eine größere lustige Runde ist. ;) Wenn Leute sich amüsieren wollen, dann gehört das nicht her. Wenn man ganz ehrlich ist, würde einem das ja auch nicht gefallen. Man möchte einen lustigen Abend, dann kommt jemand mit seinem Bauchweh. Damit macht man doch die ganze Stimmung kaputt. Man ist dann eben der Spielverderber, obwohl man ja nichts dafür kann.

Also es kommt immer auf das "mit wem, wo, wann und wie" an. Da sollte man etwas Fingerspitzengefühl haben.

Aber jetzt nicht ins Schneckenhaus verkriechen, dass wäre auch nicht gut. Denn für die Gesundheit sind Freunde besonders wichtig.

VG Eusebia
Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann niemand helfen.
Hans A. Pestalozzi

wurzelzwerg
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Re: Wie reagiert euer Umfeld auf die Erkrankung?

Beitrag von wurzelzwerg »

hallo kathrynchen,
mein umfeld reagiert auch wie bei den anderen sehr unterschiedlich. das geht vom ignorieren, bis sprech nicht mit mir darüber, ist ja alles nicht so schlimm, es gibt ja noch schlimmere Krankheiten, es gibt aber auch einige wenige, die sich sich nach mir erkundigen und verständis haben und was von meiner erkrankung wissen wollen. Den letzteren bin ich natürlich unheimlich dankbar. Das ist in erster linie meine unmittelbar damit konfrontierten, mein mann und meine beiden grossen kinder, meine Mutti, meine schwiegermutter und noch ein paar aus der familie. das klingt jetzt vielleicht nach nur verständnisvollen mitgliedern in der familie, aber es gibt auch genügend ignoranten darunter. Mein vati möchte am liebsten auch nichts von meiner erkrankung hören, er reicht dann gern den telefonhörer an meine mutti weiter. das ärgert mich total. Irgendwann meinte er mal, dass man nicht immer nur von krankheiten reden kann. daraufhin ich, ma kann auch nicht immer alles unter den tisch kehren. ich bin froh, dass ich das zu ihm gesagt habe, denn seitdem ist es mit ihm besser geworden. selbst im sogenannten freundeskreis gibt es Ignoranten von einigen sogenannten freundinnen muss man sich dann auch trennen. das habe ich dann auch getan. das ist übrigens sehr befreiend.
auch ich bin eher der typ, der anderen immer hilft und wenn ich keine hilfe bekomme von denen, denen ich geholfen habe, dann werde ich stink sauer. ich brauche jedoch ne ganze weile bis ich die reisleine ziehe und es dann den leuten direkt ins gesicht sage. ich bin jedoch noch lernfähig und merke das es mir dann besser geht.

viele grüsse von wurzelzwerg

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