CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon Anteus » Mi 24. Apr 2013, 08:53

Ich leide auch schon seit 20 Jahren an CU, behandele mich unter anderem mit Salolfalk.

Das Thema "Stress als Auslöser eines Schubes" habe ich bisher nur wenig in Betracht genommen. Die Forschung geht davon aus, dass die Ursachen der CU woanders liegen (Barrierefunktion Darmschleimhaut usw.), aber als Auslöser können berufliche oder private Anspannungen für einen Schub in Frage kommen - Ich vermute immer mehr, dass das bei mir auch so ist.
Könnt ihr das bestätigen? Hat jemand von euch Ahnung davon, wie genau die biologische Wirkungskette da aussieht?
Was passiert mit dem Körper, wenn Stress / Überforderung eintritt? Warum und inwiefern wirkt das gerade auf den Darm?
Dass auch Gesunde bei Stress Durchfall kriegen, ist weit verbreitet. Aber warum löst das bei CU-Patienten gerade einen dauerhaften Schub inkl. Blutungen usw. aus?

Freue mich auf Eure Einschätzungen oder Erfahrungen
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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon Wieselchen981 » Mi 24. Apr 2013, 09:39

Hallo anteus,
Ich habe auch Cu... Es ist wohl so, dass die Psyche nicht der Grund für unsere Erkrankung ist....ABER ich selbst kann auch nur aus eigener erfahrung sagen, dass wenn ich Stress habe oder es mir psychisch nicht gut geht es sich auch auf meinen Bauch und die Cu niederschlaegt...was mir bei Stress sehr gut hilft ist Yoga, Rad fahren oder einfach spazierengehen...

Es gibt aber auch viele betroffene die bekommen einen Schub in Zeiten in denen es ihnen psychisch sehr gut geht...

Auch hier gilt wohl wieder: jeder Darm reagiert anders...

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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon jule1307 » Mi 24. Apr 2013, 11:18

Hallo Anteus,

warst du bei dem APS in Stuttgart, da wurde dieses Thema auch behandelt.

Ich kann Wieselchen nur zustimmen, wenn ich seh im Stress bin, dann merke ich das gleich im Bauch... allerdings ist ein Schub nicht zwingend daran gebunden, der ann auch ommen, wenns mir eigentlich super geht! So war es früher, wo ich Schub und Ruhephasen hatte. Seit dem Dauerschub orientiert sich wenig am Bauch, wenn es mir toll geht spinnt der Bauch und wenn ich Stress hab oder es mir schlecht geht, dann leider auch... Trotzdem ist es so, dass ich wenn ich angespannt bin, eher zu Bauchschmerzen und Krämpfen und so neige...

Ich glaube dass jeder Mensch seine "Schwachstelle" hat, der eine hats bei Stress im Rücken, der Andere bekommt Magendrücken oder Kopfweh... na und bei uns zwickts eben im Bauch.

Liebe Grüße Jule
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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon glöckchen09 » Mi 24. Apr 2013, 18:35

hallo ihr lieben,

genau erklären kann ich es auch nicht. aber es gibt doch diese berühmte verbindung zwischen kopf und darm, die ich leider nicht weiter erklären kann.
ich hab mc, kenne es aber auch, das stress direkt auf den bauch geht. bei mir sind es meist banale dinge die mir sofort bauchschmerzen bereiten, obwohl es lächerlich ist und ich mir den stress selber mache.

mit dem schub selber...gute frage. vlt sagt der darm, he, du hast stress, gönn dir mal ne pause.
so ist es doch bei vielen nichterkrankten auch. wenn der stress zu viel wird, wird man krank..

liebe grüße, glöckchen
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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon Shizuna » Mi 24. Apr 2013, 18:46

Also Gestern hatte ich übelste Probleme mit meiner CU.
Hatte mich sehr heftig mit meinem Ausbilder in der Wolle und hab mich dabei so aufgeregt das ich den Rest des Tages ständig zur Toilette musste weil ich ziemlich Durchfall bekam.
Auslöser vielleicht nicht aber seit Gestern hab ich gemerkt das ich sehr auf zu großen Stress reagiere
Keine Zeichen, und gesprochen
ward nur zart das Wort »Lenor«,
Zart von mir gehaucht – wie Echo
flog zurück das Wort »Lenor«.
Nichts als dies vernahm mein Ohr.

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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon Anteus » Mi 24. Apr 2013, 18:58

Danke für Eure vielen guten Antworten und Anregungen. Gut zu wissen, dass ich mit dem Ding nicht allein bin...und dass auch andere einen sensiblen Darm haben :-)
Aber so richtig komme ich aus der Stress-Nummer nicht raus, da der Job immer wieder belastende Situationen hervorbringt.

Wunderschönen Abend euch, hier in NRW ist es ganz sonnig und warm!
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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon MCHammer » Di 30. Apr 2013, 15:25

Hallo Anteus,
es ist schon richtig, dass man manchmal nicht aus der (Stress)-Nummer `raus kommt, aber, es gibt
"Gegenmittel", wie entstressende Trainingsmethoden wie Yoga, Autogenes Training u.ä., oder aber auch
sich mal wieder Zeit für sich selbst zu nehmen. Und bitte nicht vergessen: jeder Mensch ist vom System her
gleich (auf)-gebaut, d.h. jeder besitzt das Sonnengeflecht im hinteren Beckenbereich. Das ist ein hochkompliziertes
Nervensystem, das bei bestimmten Situationen so oder eben so reagiert bzw. zu (Über-)Reaktionen der Organe führen kann
(Magen-/Darmtrakt).
Gruß
Wolfgang
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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon westerngirl66 » Mo 6. Mai 2013, 07:26

Hallo Anteus,

wenn ich früher Durchfall bekommen habe, hat mir immer irgendjemand vorgehalten, das käme vom Stress. Wenn ich nervös bin, wenn ich vor etwas Angst habe oder mich über etwas sehr geärgert habe, rumpelt es sofort in meinem Bauch und ich muss zum Klo rennen. Ja, auch ich habe wohl einen sensiblen Darm. Ich habe eine CU. Dass sich "sofort" etwas bei mir tut, ist eigentlich total unlogisch. Es muss also mit der Psyche zusammenhängen.

Die Frage ist nun: Was versteht Ihr unter einem akuten Schub? Ist das schon Durchfall? Sind das Krämpfe oder Blähungen? Nein, ein akuter Schub ist eine akute Entzündung im Darm! Dass diese durch Stress ausgelöst wird, ist nicht erwiesen. Wodurch die akuten Schübe ausgelöst werden, weiß Niemand. Aber bei mir habe ich in den letzten Jahren beobachtet, dass die Schübe aus heiterem Himmel ausbrachen, in ruhigen Zeiten, wenn ich gar keinen Stress hatte! Stress bekam ich dann erst im Schub durch die ganze Problematik!

Ich befinde mich seit 27 Monaten in der Remission. Gerade in den ersten 4 Monaten dieses Jahres hatte ich extremen psychischen Stress. Meine Mutter lag 9 1/2 Wochen im Krankenhaus, mein fast 90jähriger Vater zuhause baute auch immer mehr ab unter der Sorge um seine Frau, ich musste 2-3 x die Woche neben der Arbeit ins Krankenhaus, mich zuhause um den Vater kümmern und hatte so ganz nebenbei eine chronische Entzündung der Stimmbänder und rannte von einem Arzt zum Anderen. Und zusätzlich hatte ich Anfang März plötzlich die Verdachtsdiagnose Krebs sowohl an den Stimmbändern als auch an der Schilddrüse (!) - was zum Glück beides kurz vor bzw. nach Ostern geklärt werden konnte. Kein Krebs! Kein bösartiges Gewebe!

Ja, natürlich hatte ich in diesen Wochen auch etwas mehr Probleme mit dem Bauch, immer mal wieder heftige Durchfälle, ohne Wärmflasche abends ging es selten und ich habe auch nicht immer so regelmäßig essen können. Einen akuten Schub hat dieser ganze Stress nicht ausgelöst! Wenn der Bauch mehr Ärger machte, habe ich mir 1 Abend frei genommen. Mich bewusst nur um mich gekümmert. Mich entspannt. Am nächsten Tag ging es dann wieder los und ich habe mich neuen Herausforderungen gestellt. Da ich in den letzten Jahren immer wieder mit Verdacht auf Krebs gespiegelt wurde, waren diese neuen Verdachtsdiagnosen für mich nicht so ungewöhnlich und ungeheuerlich wie für andere Menschen. Wie ich mit den Verdachtsdiagnosen umgegangen bin, hat mein Umfeld und auch meine Ärzte völlig verwirrt. Während um mich her alle bei dem Wort "Krebs" in Panik gerieten, war ich ganz ruhig und habe nur gesagt "Für Panikmache habe ich jetzt weder die Zeit noch die Nerven: Untersuchen sie das Gewebe und sagen sie mir Bescheid, was los ist. Ich habe schon so viel mitgemacht mit meinem Darm, ich bin gut im Training. Wenn es Krebs ist, schaffe ich das auch noch. Es gibt keine Krankheit, die mich unterkriegen kann. Das ist immer noch mein Körper! Was keine Miete zahlt, fliegt raus!" Lach

Das Geschwür von der Stimmlippe konnte restlos entfernt werden - das war schon die halbe Miete. Als dann die Ergebnisse eintrafen, dass es gutartig war, war alles wieder im Lot. Auch bei der Schilddrüse wurde schnell die Diagnose gestellt "Gutartig, kein Krebs, kein weitere OP".

Obwohl ich massiven Stress hatte und mir natürlich auch schon überlegt hatte "Was wäre wenn" habe ich die ganze Zeit nicht 1 einziges Mal daran gedacht, dass ich auch noch einen akuten Schub bekommen könnte! Im Gegenteil habe ich dem Bauch klar gesagt "Den Sche... kann ich jetzt gar nicht gebrauchen, benimm dich, ich brauche jetzt deine Unterstützung!" Irgendwas scheine ich wohl richtig gemacht zu haben! Lach

Wenn man ständig in der Angst lebt, einen akuten Schub zu bekommen, scheint dies akute Schübe zu begünstigen. Ob aber allein der Gedanke an einen Schub auch einen akuten Schub auslösen kann, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln! Wenn unsere Psyche unsere Krankheit so stark beeinflussen könnte, müssten wir dann nicht schlagartig geheilt sein, wenn wir uns das nur fest genug vornehmen?

Schönen Gruß
Kati
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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon Eusebia » Mo 6. Mai 2013, 09:08

westerngirl66 hat geschrieben:Obwohl ich massiven Stress hatte und mir natürlich auch schon überlegt hatte "Was wäre wenn" habe ich die ganze Zeit nicht 1 einziges Mal daran gedacht, dass ich auch noch einen akuten Schub bekommen könnte! Im Gegenteil habe ich dem Bauch klar gesagt "Den Sche... kann ich jetzt gar nicht gebrauchen, benimm dich, ich brauche jetzt deine Unterstützung!" Irgendwas scheine ich wohl richtig gemacht zu haben! Lach

Wenn man ständig in der Angst lebt, einen akuten Schub zu bekommen, scheint dies akute Schübe zu begünstigen. Ob aber allein der Gedanke an einen Schub auch einen akuten Schub auslösen kann, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln! Wenn unsere Psyche unsere Krankheit so stark beeinflussen könnte, müssten wir dann nicht schlagartig geheilt sein, wenn wir uns das nur fest genug vornehmen?


Hallo kati,

ich denke jetzt auch nicht, dass man einfach so geheilt wird, wenn man es sich nur fest genug vornimmt. Aber wir können uns trotzdem sehr stark beeinflussen. Das bemerkt man, wenn man mal autogenen Training gemacht hat.

Das was du da schreibst, so geht es mir auch. Wenn ich mir sage, das kann ich jetzt aber gar nicht gebrauchen, dann habe ich meistens Glück und es tritt nicht ein.

Z.B. diesen Winter - alle sind erkältet - jeder steckt jeden an - jeden Tag fällt ein anderer im Betrieb aus - ich will nicht erkältet sein - ich sage zu mir: du kommst ohne Erkältung über diesen Winter - und - ich war nicht erkältet. Das ist mir fast schon unheimlich. ;)

Oder wenn ich merke - oh, oh, ich brauche jetzt gleich einen Clo - das darf nicht so lange dauern - dann befehle ich meinem Darm - zu warten bis sich die Möglichkeit ergibt - und meistens geling es mir den Drang bis zu einer Stunde zuunterdrücken. Allerdings geht das nicht immer und ich habe auch eine Einlage, falls es nicht klappt. ;)

Man kann seinem Körper sehr viel befehlen. Schließlich wird ja alles aus der Zentrale (Hirn) gesteuert. Man muss sich doch klar sein das auch die unbewußte Steuerung unseres Körpers von unserem Gehirn aus erfolgt. Mein Körper ist doch nichts Fremdes, der irgendwie fremd gesteuert wird. Alles was bei mir stattfindet mache ich, manchmal unbewußt und manchmal bewußt. Also muss es auch möglich sein direkt da einzugreifen.

Das ist aber sicherlich nicht so einfach, wie es sich anhört. Das erfordert, dass man den Zugang erst einmal findet. Eine gute Kenntnis über sich selbst, eine objektive Beurteilung über sich und viel Übung.

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Re: CU: Stress als Auslöser eines Schubes, nicht als Ursache

Beitragvon silvy » Mo 6. Mai 2013, 13:58

hallo

davon kann ich gerde ein Lied singen. Habe MC seid 8Jahren und lebte in den lt 6J Beschwerdefei mit Zytrim und Kräutern.
Nur hatte ich in den lt 3jahren sehr viel Streß der gerade jetzt immer schlimmer wurde, angefangen das ich nichts mehr vom Amt kriege und uns fast nichts mehr zum leben bleibt und da ich seid 1j dauer Arbeitssuchend bin jetzt auch noch meinen Mann seine bank verrückt spielt und droht mit der Kto kündigung. :cry:

Das war wohl zu viel, hate do einen schub, zumindest Duchfall der nur langsam nun wieder mit Kortison weggeht..meien Gelenke sind wieder im arsch und meine psyche auch...toll. Ich kann nur hoffen das es wieder gut wird und das ich dan wieder "normal" wie vorher leben kann. :?

grüßle
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