Die Auswirkung von Sorgen

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.
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Thilo
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Beiträge: 1071
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17

Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Thilo »

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Im Forum sind zahlreiche Einträge zu lesen, aus denen sich u. a. massive Angst und Sorgen erkennen lassen. Einträge, die oft aus nachvollziehbaren Gründen große Verzweiflung von Betroffenen widerspiegeln.

Wir erleben aber auch einzelne Betroffene, die sich trotz milder Krankheitsverläufe große Sorgen um ihre Gesundheit machen und die alle denkbaren Anstrengung unternehmen jeder Art von Befindlichkeitsstörungen auf den Grund zu gehen. Dann gibt es ein auch Menschen, die sehr niedergeschlagen, hoffnungslos und voller Sorge und Angst auf ihre Erkrankung und ihr Leben schauen.

Es gibt keine klare Abgrenzung von Sorge und Angst. Beide Worte werden oft miteinander verwechselt, aber das Wort Sorge bedeutet, dass man sich beunruhigt und sich mehr als nötig über etwas Gedanken macht.

Ein weiteres Merkmal der Sorge ist, dass ein besorgter Mensch Kräfte in seiner Einbildung mobilisiert hat, mit deren Hilfe er ein wirkliches oder nur eingebildetes Problem über jedes vernünftige Maß aufblähen kann.

Was geschieht, wenn alles Denken ständig auf Sorgen ausgerichtet ist? Die Sorgen können dem Körper schaden. Sorgen nehmen allen Mut. Wir können durch starke Furcht wirklich ein paar der großartigsten Möglichkeiten in unserem Leben verpassen. Man kann noch aus einer anderen Sicht die Auswirkungen von Sorge und Angst betrachten.

Wenn man sich ständig wegen eines Problems Sorgen macht, wird dieses Problem vergrößert. Die Sorge hindert einen, das Problem logisch zu durchdenken. Wenn man sich sorgt, gehen in einem Körper wirkliche Veränderungen vor, da bestimmte Drüsen mit Überfunktion auf die geistige Verfassung reagieren. Die Denkfähigkeit wird vermindert, wegen dieser physiologischen Veränderungen, die in einem vorgehen. Wie oft sagen wir beispielsweise: „Wenn ich ärgerlich werde, kann ich nicht mehr klar denken“.

Sorge kann uns lähmen und uns massiv daran hindern, bestimmte Dinge konstruktiv und entschlossen zu tun. Auch der tüchtigste Mensch kann sich so in Sorgen verstricken, dass er dabei immer leistungsunfähiger wird. Probleme verlangsamen Entscheidungen und Taten. Sorgen machen einen unentschlossen. Die entscheidungsfreudigsten und klarsichtigsten Menschen können sich selbst zur Unbeweglichkeit verdammen, wenn sie Probleme immer wieder neu durchdenken. Zum Schluss können sie sich noch immer nicht entscheiden und sie überlassen anderen die Entscheidung.

Gibt es „den Schalter“, mit dem Menschen all ihre Sorgen und Ängste abstellen können ? Ein klares: Nein !

Wenn wird aber bereit sind, uns einmal die Mechanismen und die Auswirkungen von Sorge und Angst vor Augen zu halten, können wir auch über die negativen Folgen für unser Leben nachdenken und vielleicht auch Wege finden, mit Realitäten die sich nicht ändern lassen, doch ein wenig gelassener umzugehen.

Uns Menschen ist kein sorgenfreies Leben versprochen. Tun wir aber in unserem eigenen Interesse alles dafür, um Sorgen und Ängste möglichst klein zu halten.

Liebe Grüße

Thilo

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Karin
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Beiträge: 143
Registriert: Sa 16. Feb 2013, 14:32

Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Karin »

Gutes Thema,

Ich hab gemerkt, dass immer, wenn mich irgendwas belastet, meine Symptome stärker werden.
Vor allem so unausweichliche Dinge wie Kontostand , Rechnungen und Termine die nicht angenehm sind.

Diese innere Anspannung belastet mich immer sehr. Sogar im Schlaf kommt esdurch.
Folge sind dann wieder Verschlechterung der CU und Abhängigkeit von Medis.
Zur Zeit hilft mir nachts Opipramol. Aber das macht auch tagsüber müde.
Die besfe Medizin ist eigentlich, ein A-loch zu sein, das nichts mehr berührt.

Aber wer will das schon sein.

Danke für deinen Beitrag , Thilo!
LG Karin
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Wieselchen981
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Wieselchen981 »

Liebe Karin,
Du sprichst mir aus der Seele...da können wir uns die Hand geben... :(

Alles gute für dich
Augustus: "Ich sitze in einer Achterbahn auf der es immer nur aufwärts geht"
Hazel: "Und es ist mein Privileg und meine Pflicht mit dir bis ganz nach oben zu fahren"

Zitat "Das Schicksal ist ein mieser Verräter",John Green

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Karin
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Karin »

Danke kleines Wiesel!
Weiß gar nicht, ob ich danken kann. Schlimm genug, das es uns so geht. Wir müssen uns einfach gegenseitig Kraft geben. Schön dass es dieses Forum gibt.
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sonnenmo
beginnt sich einzuleben
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von sonnenmo »

ja die kraft fehlt nur manchmal
gerade beim nein sagen
mann ist immer für alle da
und selber ist mann alleine

Angela1968
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Angela1968 »

Ja ich kenne das.

Vor der politschen Wende war mein Leben geordnet und ich wusste wo es langgehen wird. Als dann die DDR zur BRD wurde, änderte sich das und ich musste erfahren das man auch ohne das man es möchte arbeitslos werden kann und trotz intensivster Suche nicht immer gleich eine neue findet. Das hat meine Erkrankung ausgelöst.

Nun habe ich einen Arbeitsplatz den ich bis zur Rente behalten darf und dies tut auch meine Erkankung/Nerven gut, auch wenn sie sich nicht bessert. Aber dadurch das miene Nerven entlastet sind, wird es wenigatens nicht schlimmer.

Angela

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Eusebia
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Eusebia »

Hallo Thilo,

deinen Ausführungen kann ich mich voll und ganz anschließen. Auch mir schlagen Ängste und Sorgen sofort auf den Bauch.


Die besfe Medizin ist eigentlich, ein A-loch zu sein, das nichts mehr berührt.
Hallo Karin,

das muss nicht sein. Gibt es von diesen "A-löchern" nicht schon viel zu viel? Ich will da nicht dazu gehören. Es gibt auch andere Wege um die Ängste und Sorgen in den Griff zu bekommen. Wenn alle Menschen sich zu "A-Löchern" :evil: machen, dann ist ein normales Zusammenleben nicht mehr gewährleistet und dann werden die Ängste und Sorgen auch nicht geringer.

Ich habe mich ganz ausführlich mit meiner Angst beschäftigt. Warum habe ich Ängste, wo kommt diese Angst her? Was ist eigentlich Angst? Was geschieht in meinem Körper, wenn ich Angst habe? Das sind doch eigentlich nur chemische Prozesse. Ich für mich bin zu der Erkenntnis gelangt, ich habe eine überreagierende Amygdala. Seit ich dies weiß, kann ich damit besser umgehen. Immer wenn die Angst kommt, dann kann ich mir in das Bewusstsein führen, dass ich eine überreagierende Amygdala habe und dann warte ich ersteinmal ab ob sich meine Ängste bewahrheiten oder in Luft auflösen.

Genauso mache ich das auch bei Sorgen. Erst einmal darüber schlafen und oft stellt sich dann heraus, die Aufregung war umsonst. Manchmal regt man sich eh viel zu viel auf und es wäre viel besser, wenn man auf vieles gelassener reagieren würde. Man muss eben nicht bei jeder Kleinigkeit um sein Recht kämpfen. Ich wäge das für mich sorgfälltig ab. Wo es sich lohnt zu kämpfen, da kämpfe ich und ansonsten da nehme ich auch mal Dinge einfach hin, weil ein Kämpfen mir viel zu viel Kraft abfordern würde und ich diese Kraft anderswo einsetzen möchte. Ich denke wir setzen uns auch selbst unter einen großen Druck, wenn wir immer alles bekämpfen wollen.

Das mit der Gelassenheit kann man übrigens erlernen. Es ist zwar nicht ganz einfach und man fällt auch immer wieder in die Unentspanntheit zurück. Aber man darf nicht aufgeben und immer wieder daran arbeiten. Manchmal hilft am Anfang auch eine Therapie oder/und Opipramol oä..

Ich mache schon seit vielen Jahren Qi Gong, autogenes Training, ich meditiere, mache Atemübungen usw.

VG Eusebia :D
Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann niemand helfen.
Hans A. Pestalozzi

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Karin
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Karin »

Liebe Eusebia, genau das wollte ich auch sagen. Der Satz danach hieß doch" wer will das schon."

Wenn meine Freunde sagen, du hast so ein großes Herz, heißt das auch, ich kümmere mich um alle, aber meist kommt nicht viel zurück.
Die am meisten zu knabbern haben, opfern sich auch auf. Ich möchte es auch nicht missen.
Mich um andere zu bemühen, gibt mir auch Kraft.

Da bin ich lieber krank, als ein A....
Habt ein schönes WE!!
Wir sind Frauen - die Stärke findet UNS

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Eusebia
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Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von Eusebia »

Da bin ich lieber krank, als ein A....
Hallo Karin,

das gehört doch nicht zwangsläufig zusammen. Also nicht jeder der krank ist ist "kein A...loch" - und nicht jeder der gesund ist ist "ein A...loch". Ich kenne gesunde und kranke Menschen die sehr egoistisch sind und nur sich sehen. Ich kenne aber auch Leute, gesunde wie kranke die sich aufopfern und ihre Belange hinten anstellen. Also kann da kein Zusammenhang bestehen.

Was zum Krank sein führt, ist vielmehr, dass man sich aufopfert und dann denkt man bekommt das ja nicht zurück oder gedankt. Das macht Frust und der ist es, der krank macht. Da muss man ansetzen, wenn man etwas ändern will.

Ist das Streben nach Dank und Anerkennung wirklich so wichtig, dass man krank sein in kauf nimmt?

Ich für meine Person habe schon ganz lange aufgehört etwas zurück haben zu wollen, auch keinen Dank und auch keine Anerkennung. Was ich heute gebe, das gebe ich ja vollkommen freiwillig, als Geschenk.

Ich vertraue darauf, dass das im ganz großen Rahmen zurückkommt. Eben nicht von der Person, der ich jetzt etwas Gutes tue, sondern irgendwann gibt mir jemand anderes das zurück, was ich heute an anderen Menschen Gutes tue. Wenn nicht, ist das auch gut.

Wenn ich etwas Gutes tue, dann habe ich ein gutes Gefühl und bin stolz auf mich selbst. Das ist für mich eigentlich Belohnung genug. :D


ein schönes Wochenende
VG Eusebia
Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann niemand helfen.
Hans A. Pestalozzi

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MCHammer
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Registriert: Fr 21. Dez 2012, 12:54

Re: Die Auswirkung von Sorgen

Beitrag von MCHammer »

...und damit, liebe Eusebia, hast Du vollkommen Recht!!!!!
Weiter so und Gruß.
Wolfgang
Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.

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