Sich als Belastung fühlen...

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon California985 » Di 5. Feb 2013, 12:00

Mmh also ich hatte am 31.1 einen Termin bei meiner Gastro. Ich bin dort seit einem Jahr in Behandlung. Am 5.2 musste ich wieder hin, weil sich, glaube ich zumindest, ein Schub anbahnt. Bauchweh vor, nach und zwischen den Mahlzeiten. Ständiger Druck und wenig Hunger. Als ich dann an der Anmeldung stand, meinte die Schwester: Frau Doktor macht heute keine Sprechstunde. Und war völlig unhöflich. Wie immer. Das sind 4 Schwester und 2 sind nett und die anderen beiden einfach nur unmenschlich. Ich so, ok dann gehe ich zur Hausärztin. Bis sie dann schnallte dass ich Humirapatienten bin ( jaja die die so viel einbringen). Auf einmal dürfte ich dann doch rein. Dann hörte ich die Ärztin später noch fragen: Frau .... ist da? Was hat Sie denn?" und das ganze Wartezimmer hats gehört, toll. und ich haße es auch, dass ich ständig an der Rezeption sagen muss, dass ich MC habe, Humira nehme usw. hallo? das geht doch niemanden was an und das ganze Wartezimmer weiß dann meine Krankengeschichte, super. Ich bin jetzt kurz davor den Arzt zu wechseln. Ich fühle mich irgendwie nicht Ernstgenommen und habe das Gefühl, dass ich die da voll belaste. Ältere Patienten die da aus und einhergehen zur Damkrebsvorsorge werden mit Vornamen angesprochen und immer irgendwie dazwischen geschoben. Dass ist so das, was ich in den 1 Jahr mitbekommen habe, in der Zeit wo ich Stunden im Wartezimmer verbracht habe. Ich denke, aber auch dass ich vielleicht "überreagiere", aber wenn man sich schon unwohl fühlt,wenn man zum Arzt geht den man eigentlich Vertrauen sollte und wo man sch Wohlfühlen sollte, denke ich das es ist Zeit ist den Arzt zu wechseln.

Dazu muss ich auch sagen, dass ich auch manchmal das Gefühl für Freunde, Partner und Familie zu sein. Wie geht es euch damit?
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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon glöckchen09 » Di 5. Feb 2013, 12:05

hey california,

kenn ich alles nur zu gut-.-
wobei mein arzt da fairer is, bis auf die grooooßen roten kleber auf akten von privatpatienten-.-

aber als belastung fühlen bei familie freunden usw das kenn ich..
ganz zu anfang hatte ich n heftiges gespräch mit meiner schwester.
ich war immer unaustehlich und eines tages hatten wir einen streit und sie meinte irgendwann genervt, dass sich ja alles nur noch um mich drehen würde..
aber mittlerweile hat sich das eingespielt. gott sei dank.
ich denke dass es einfach zeit braucht, bis alle beteiligten damit klar kommen, dann läuft das irgendwann von ganz allein.

was hast du da für erfahrungen gemacht?

grüße, glöckchen
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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon Rirumu » Di 5. Feb 2013, 12:07

Hallole California,

nicht Du bist die Belastung für Familie und Freunde, sondern die Erkrankung. Aber je besser Du damit umgehen kannst, desto besser können auch die anderen damit umgehen.

Dass bei Deinem/r Gastro so ein "familiäres" Klima herrscht, ist rechtlich gesehen extrem bedenklich. Jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass seine Daten (wie auch die Krankengeschichte inklusive Medikation) vertraulich behandelt werden und nicht im Wartezimmer oder an der Theke laut herausposaunt werden. Das geht schließlich niemanden etwas an.

Gruß

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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon California985 » Di 5. Feb 2013, 12:23

Also da wäre ja bei mir alles vorbei, wenn einer zu mir sagt, es dreht sich alles nur um dich :shock: da bin ich sehr empfindlich und würde mich wahrscheinlich komplett distanzieren.
Naja meine Familie versucht immer Essen zu kochen wo sie denken, dass sei besonders gesund und gut für den Darm. meine Vater macht jetzt alles immer mit Brokkoli, weil er irgendwo gelesen hat, dass sei gut. Ich habe schon alles 1000 mal erklärt, dass man alles verträgt und einen Tag später kann es schon wieder anders aussehen.
Am schlimmsten ist es für mich gegenüber meines Partners. Ich will einfach perfekt für ihn sein, ich weiß dass das unrealistisch ist, aber naja typisch CED'ler. Z.b. Esse ich nur Eiweißbrot, dass ist 1. teurer und 2. gibt es das nicht überall, d.h. Wir müssen wg mir immer zu einem anderen Bäcker. Das sind eben immer solche Kleinigkeiten.

Aber die Aussage, dass meine Erkrankungen eine Belastung ist und nicht ich, gibt mir gerade zu denken. Danke dafür ;) :)

Ich werde dann wohl den Arzt wechseln. Wie mache ich das am Besten? Ich hätte ja gerne die Akte :roll:
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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon Rirumu » Di 5. Feb 2013, 12:34

Hallole California,

entweder Du schlappst selbst zu Deinem alten Arzt und verlangst die Akte, weil Du den Arzt wechseln möchtest (würde ich Dir nicht raten!!!) oder Du lässt den neuen Arzt "hinschlappen". Von Arzt zu Arzt verhandelt es sich auch besser. Mein neuer HA hatte damals auch sämtlche Akten von mir bei meinem alten HA angefordert und sie bekommen.

Wie wäre es, wenn Du oder Dein Freund mal selbst das Brot backt? Meine Mutter backt sich auch öfters selbst Eiweißbrot. Der Vorteil: Du weißt haargenau, was alles drin ist. ;)
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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon glöckchen09 » Di 5. Feb 2013, 12:43

ja california, hab 2 kleine schwestern.
ich hab immer gedacht ich bin die einzige ders schlecht geht und keiner siehts und geht auf mich ein. bis sie mir das gesagt hat. mir hat das geholfen weil ich dann erst gemerkt hab, dass sich wirklich alle bemühen und ich immer nur vorwürfe gemacht hab..
meine mama kocht mittlerweile so, das wenigstens eine sache dabei is, die ich essen kann.
und oft sprechen wir das ab und ich mach mir extra was dazu.

mein freund wiederum is der wahnsinn, der kümmert sich so um mich, auch was den einkauf betrifft.
hab ihn immerwieder gefragt ob ihn das nicht stört und er meinte nein, er wusste von anfang an,schon bevor wir zusammen waren was auf ihn zukommt und findet das faszinierend und genießt es wenn beim bäcker alle genervt hinter ihm stehen weil er immer genau wissen will, was wo drin is :D
auserdem findet er es toll, wenn wir malweider ein leckeres rezept gefunden haben, dass mir gut tut=)

achja, jeder is perfekt, wie er is california=)
und du bist so perfekt für ihn, sonst wärst du nicht seine freundin ;)
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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon Thilo » Di 5. Feb 2013, 14:31

Hallo California,

selbstbewußt auftreten und zunächst die Ärztin, ggf. auch das Personal auf ihre Verpflichtung zur Schweigepflicht hinweisen.

Kein Arzt wird Probleme mit seiner Standesorganisation oder gar ein hohes Bußgeld riskieren, wenn er mit diesem hohen Gut allzu locker umgeht. Sicher hat sich in manchen Arztpraxen im Laufe der Jahre oftmals ein allzu lascher Umgangston eingebürgert, wo auch die Rechte der Patienten nicht mehr den nötigen Stellenwert einnehmen.

Du wirst erstaunt sein, wie sich der Umgang mit dem Thema Schweigepflicht in der Praxis verändert, wenn du das Thema klar und deutlich angesprochen hast.

Hier noch ein bisschen mehr zum Thema:

http://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/40merkblaetter/10merkblaetter/schweigepflicht.pdf

Gruß

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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon minimonster » Di 5. Feb 2013, 14:34

Hallo,

*die Akte* behält der Arzt in jedem Fall! Es wird eine Kopie der gesamten Dokumentation erstellt, aber die Befunde bleiben auch beim ersten Arzt. Der ist schon alleine aus rechtlichen Gründen verpflichtet, alles selbst 10 Jahre aufzubewahren.

Du kannst Deinen jetzigen Arzt JEDERZEIT um eine Kopie aller Befunde und der Verlaufsdokumentation bitten, das ist doch kein Problem, oder?

Warum sollte man denn damit einen neuen Arzt beauftagen? Es sind doch die eigenen Befunde.

Ich möchte Dich, California, etwas fragen:

Warum hast Du bei Deinem jetzigen Arzt nicht um Diskretion gebeten??? Das verstehe ich nicht?!

Ich mag es nicht gerne, wenn man sich in eine Opferrolle begibt, man kann doch als Erwachsener für seine Bedürfnisse einstehen...? Doch, dass kann man.........und zwar immer dann, wenn niemand da ist, der einen wie ein Kind an der Hand nimmt und sagt, "ich löse es für Dich"..

Dein Vater kocht Dir (!) häufig Dinge, die Du nicht so oft essen willst? Warum kochst Du nicht selbst?

Also es ist bei Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt sind, häufiger so, dass sich wirklich sehr viel um sie dreht, wenn nicht alles - meistens merkt man das selbst gar nicht und die Familie sagt aus Rücksicht dazu nichts.

Als ich Anfang 20 war, dachte ich, es müsste sich auch alles um mich drehen, denn ich habe ja Crohn... ;) ... bis zu einer kräftigen Kopfwäsche meines Vaters... ;) Ich habe den Eindruck, dass das bei Dir schon auch so sein könnte, auch, wenn Deine Familie und Dein Freund nichts darüber sagen, sonst würdest Du vielleicht eher nicht schreiben, dass dann bei Dir "komplett vorbei" wäre, würde Dir das jemand sagen.

LG

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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon glöckchen09 » Di 5. Feb 2013, 14:38

minimonster, genau so war es ja bei mir...mit derkopfwäsche

auserdem, wir sind keine opfer, wir haben nur ein größeres päckchen als andere=)

california, mach es doch wie ich, dein papa kocht normal und du kochst dazu, was du essen kannst. so mach ich das.
dann fühl ich mich nicht als last=)
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Re: Sich als Belastung fühlen...

Beitragvon California985 » Di 5. Feb 2013, 17:04

Also ich habe es dem Personal schon gesagt, aber wenn man mit Schmerzen da steht, hat man dann keine Lust alles 1000 mal zu wiederholen. Ich werde einfach den Arzt wechseln und dann ist gut.

Zweitens mein Vater kocht nicht für mich. Ich koche jeden Tag zu Hause selbst. Er kocht eben, wenn wir zu Besuch kommen: Geburtstage usw.
Eine Kopfwäsche brauche ich definitiv nicht. Ich rede nie über mich oder meine Krankheit. Ich will nur, dass man mich in Ruhe lässt, wenn es mir schlecht geht und mir nicht noch Ratschläge gibt, was ja angeblich alles gut für mich ist.
Mich nervt es einfach nur, dass es immer heißt: Ach so ein bißchen Bauchschmerzen, dass geht vorbei. Oder anderen geht's viel schlechter. Sowas geht gar nicht und sowas sagt man auch nicht, sondern hält es bei sich. krank ist krank egal was man hat.
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