CU durch Angst bzw. Stress

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.
Koala
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Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Koala »

Hallo Alte Häsin,

ich kann meine beiden schweren Schübe zwar - wenn ich da wirklich einen Zusammenhang finden möchte - mit irgendwelchen Stresssituationen in Verbindung bringen, andererseits gab es auch dazwischen immer wieder Stress, und zwar oft wesentlich schlimmeren, und es gab trotzdem keinen schweren Schub. Meine Cu ist sowieso chronisch aktiv, aber mit einer eher mäßigen Entzündung. D.h. es ist eigentlich eh immer etwas entzündet, auch dann, wenn es mir gut geht. Ich bin auch Beamtin und muss sagen, seit ich den Job gewechselt habe und jetzt in einem Bereich bin, in dem ich mir meine Arbeit zeitlich selbst einteilen kann, geht es mir psychisch wesentlich besser (auch wenn es vom Darm her keinen Unterschied macht) als vorher, als ich als Leiterin der Ausländerbehörde nicht nur Führungsverantwortung, sondern eben auch einen sehr fremdbestimmten Arbeitstag hatte (Schlangen von Leuten vor der Tür, ständig Telefon, Post etc., und alles immer super dringend). Ich habe seit ein paar Jahren in derselben Gehaltsstufe einen Sachbearbeiterjob komplett ohne Führungsverantwortung, dafür mit einem anspruchsvollen Aufgabengebiet gefunden, das war auch Glück. Aber derzeit werden doch überall Beamte gesucht, weil kein Mensch mehr diesen schlecht bezahlten Job machen möchte und massenhaft Leute pensioniert werden, und die Aufgaben nehmen ja derzeit auch zu. Eigentlich müsste es deshalb doch fast möglich sein, sich noch innerhalb der "Branche" umzuorientieren, bevor Du ganz hinschmeißt? Trotz Krankheit? Das ist keine Garantie, dass es für den Darm besser wird, aber je nach Job, den Du findest, müsstest Du Dir vielleicht zumindest nicht den Megastress geben wie im Moment. Nur so meine Meinung, aber ich finde, es hat bei einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung vielleicht doch noch Vorteile, Beamtin auf Lebenszeit zu sein, denn ich glaube kaum, dass Jobs in der Privatwirtschaft stressfreier sind.

Viele Grüße und alles Gute

Koala

Diana HP
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Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Diana HP »

Hallo,
auch bei mir merke ich, dass in stressigen Zeiten, in denen ich mich überfordert fühle, meine Durchfälle schlimmer werden oder, wenn ich mich dann weiter verausgabe, die Entzündung hochschnellt.
Ich finde es aber sehr schwer, das zu refelektieren oder sogar zu kontrollieren.
Habt Ihr Ideen?
LG, Diana

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Mondkalb
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Diagnose: CU

Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Mondkalb »

Hallo Diana,

es ist wirklich schwer, Auswirkungen bzw. Einflüsse messbar zu machen. Die eigene Verlaufskurve, rückblickend, lässt sich nicht wirklich Vergleichen. Der Selbstbetrug ist nie auszuschließen, wir werden eher wie „viele“ Politiker sein, das wir die variablen solange ändern, bis es passt. ;)
Der Gefahr ausgesetzt, sich zu verrennen ist sehr groß!

Selbst viele leichte bis mittelschwere Schübe gehabt, die vom Verlauf sehr identisch gewesen sind,
die ich abtue mit dem einfachen Satz: "Schub, der kam und Schub verging." Auswirkungen auf mein Leben waren da, jedoch nicht von übergeordneter Bedeutung.Welche Auswirkungen der Streß darauf hatte oder gar Angst, hierüber habe ich mir, wissentlich, zur damaligen Zeit, keine großen Gedanken gemacht.

Während eines schweren Verlaufs, Anfang des Jahrzehnts, ist der Schub selbst zum größten Stressfaktor für mich geworden. Die Angst das dieser Zustand nicht mehr aufhört, Sorge um den Arbeitsplatz, all das ist mit Sicherheit kontraproduktiv für diesen Verlauf gewesen.

Idee!

Die Fixierung auf die wichtigen Dinge legen fällt mir dazu nur ein, nämlich auf sich selbst. Etwas egoistischer sein in diesem Bezug!
Dem streben Erwartungen zu erfüllen, ob beruflich oder in der Familie nicht zu erliegen. Deine Lebensumstände kenne ich nicht, daher liegt es mir fern, hier irgendwelche Ratschläge zu geben. Es hilft mir, wenn ich merke es wird alles zu viel/ bin überfordert, den Fokus nur auf mich zu richten, Termine auf Arbeit sind Empfehlungen, Stress eigentlich immer nur künstlich erzeugt. Mir ist klar, das diese Einstellung nicht überall einsetzbar ist, jedoch in meinem Lebensumfeld ist es umsetzbar bzw. ich lebe mit den Konsequenzen daraus.

Finde Deinen persönlichen Weg, baue gefühlte Überforderung ab, sprech Dir ohne schlechtes Gewissen Ruhephasen zu, mach das was Dir gut tut.
Jetzt ist es doch noch auf einen Ratschlag hinausgelaufen! :oops:

LG Mondkalb
“Wenn man nicht weiß, wo man hin will, kommt man meistens woanders raus!”

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Thilo
könnte auch hier einziehen
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Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Thilo »

Mondkalb hat geschrieben:........Finde Deinen persönlichen Weg, baue gefühlte Überforderung ab, sprech Dir ohne schlechtes Gewissen Ruhephasen zu, mach das was Dir gut tut.
Jetzt ist es doch noch auf einen Ratschlag hinausgelaufen! :oops: .........
Etwas zum Nachdenken. Vielleicht passend zu der Diskussion:

https://forum.dccv.de/viewtopic.php?f=4&t=64
.
.
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jamchen
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Registriert: Mo 13. Mär 2017, 21:40
Diagnose: MC seit ca. 1991/199

Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von jamchen »

Hallo,

ich habe MC seit ca. 25 Jahren und bemerke immer wieder, dass mein Körper auf seelische Belastungen und Stress reagiert. Auch mit Durchfall. es heißt ich hätte einen Reizmagen (MC zuletzt im Magen diagnostiziert). Zum Jahresende endete meine Langzeittherapie und auch da war es ganz klar, dass es mir durch Belastungen, Stress nicht gut geht und darauf auch reagiere. Streitereien mit meiner Schwester lösten bei mir so einen Hautausschläge mit zu geschwollenen Augen aus, dass ich eine Woche brauchte, bis es einigermaßen abklang. Hautarzt und Hausarzt sagten direkt stressbedingt. Dann kündigte sich ein Schub nach und nach an (im Nachhinein ganz klar), weil ich ganz einfach überfordert und erschöpft durch die Jahre davor war- Schwangerschaften, schlechte Ehe, Gewalt körperl.& seel.- alleinerziehend mit vier Kleinen, keine Unterstützung von irgendjemanden, Schulden durch Exmann-.

Die letzten Wochen habe ich wieder öfter Durchfall oder Übelkeit. Bei uns wurde eingebrochen und es lässt mir einfach keine Ruhe, dass die Täter immer wieder zu sehen sind und und meist im Schulort meiner Kinder. Dadurch wird mir auch ein früheres Trauma in Erinnerung gerufen.

Für mich gehört es ganz klar zusammen.
Als ich meinen ersten Schub bekam, ging es mir richtig gut. Aber ich machte mir unheimlich Sorgen und wurde plötzlich krank. Ich denke, weil es mir vorher lange seel. schlecht ging und es dann einfach aus mir rausbrach.

Was Kontakte betrifft, muß ich ganz ehrlich sagen,halte ich sie mir inzwischen vom Hals, wenn sie mir nicht gut tun. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Familie oder Andere sind.


LG

Kim S.
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Registriert: So 18. Dez 2016, 07:27

Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Kim S. »

Halli Hallo,

ich kann deine Situation ganz genau nachfühlen. Gerade befinde ich mich in einer Situation, die mir Angst macht und mich deshalb überfordert. - Und zack, meldet sich mein Bauch. Das ist bei mir bei eigentlich allen Schüben der Fall gewesen.

Gerhard
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Registriert: So 3. Dez 2017, 01:13

Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Gerhard »

Hallo zusammen,

Bei mir ist es eine reine psychische Angelegenheit. Das ist mir allerdings erst die letzten Jahre bewusst geworden. Zuviel Angst etwas nicht zu schaffen oder der Umgang mit uneinsichtigen Menschen und die CU kommt durch. Ich merke dann wie ich mich innerlich aufrege und wie der Darm anfängt zu bluten. :oops:
Stress in der Arbeit ist da nicht einmal so schlimm wie Streit zuhause.

Thomas89
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Registriert: So 12. Feb 2017, 15:11

Re: CU durch Angst bzw. Stress

Beitrag von Thomas89 »

Hallo,

hab seit 9 Jahren CU (bin 28). Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Stress und CU. Mein letzter Schub kam im Urlaub, wo ich 0 Stress hatte. Dann Remission im größten Prüfungsstress. Ich kann nur einen Zusammenhang erkennen: Mit entsprechenden Medis geht es mir gut, egal wie viel Stress ich habe. Ohne Medis geht es wieder los. Ist also komplett abhängig von Medikamenten bei mir. Mit Azathioprin konnte ich sowohl das Studium als auch mein Referendariat mit guten Noten beenden. Jetzt ist das AZA weg und es geht wieder los. Demnächst Remicade; hoffentlich wirkt es so gut wie das AZA.

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