Langsam habe ich keinen Nerven mehr

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Langsam habe ich keinen Nerven mehr

Beitragvon Instlei » Mi 1. Jul 2015, 19:07

Hallo,

ich hoffe ich bin hier richtig, sonst einfach verschieben bitte :)

Das ganze hat vielleicht vor ca. einem Jahr angefangen, da bekam ich hin und wieder Durchfälle, dachte mir aber nichts dabei. Erst im Frühjahr ist es so schlimm geworden, sodass ich nach jedem Essen richtig starke Bauchschmerzen hatte und die Stuhlgänge waren auch alles andere als angenehm. Mein Hausarzt hat mich dann schließlich zu einem Gastroenterologen überwiesen, der bei mir nach einer Darmspiegelung ne Colitis ulcerosa festgestellt hat, erst bekam ich Salofalk. Anfangs half das gut, mir ging auch wieder besser etc. - und dann wurde wieder schlimmer, sogar Blut im Stuhl etc. Irgendwann habe ich dann nicht mehr ausgehalten und bin ins Krankenhaus. Dort wurde ne Magenspiegelung gemacht, dabei stellte man bei mir auch Magenschleimhautentzündung fest und ich bekam zusätzlich zu Sertralin (bereits seit einem Jahr) noch Prednison und Salofalk wurde auf Claversal umgestellt. (warum auch immer)

Mir gings dann besser, sodass ich entlassen wurde und mich viel besser fühlte - allerdings nur für eine Woche, dann ging das Ganze wieder los, also ich wieder ins KH und es erfolgte eine erneute Behandelung mit AB. Nach der Besserung konnte ich also wieder nach Hause, aber hier wieder nur für eine Woche. Hierzu kommt, dass ich seit dem ersten oder zweiten Krankenhausaufenthalt ein recht unwohles Gefühl habe, der eigentlich noch auszuhalten war. Die Ärzte meinten es könnte an Prednison liegen, aber gut.. jedenfalls wurde es mit dem Durchfall wieder schlimm und das unwohle Gefühl ist richtig schlimm geworden, ich war teilweise so nervös sodass ich einfach nur sterben wollte (keine Ahnung was ich mir gedacht habe), jedenfalls war das schon furchtbar. Bin dann zum Gastroenterologen und der hat von Prednison auf Cortiment umgestellt, wodurch es schon besser wurde. Allerdings ist es nicht ganz weg und ich bin dann auch wieder ins Krankenhaus, weil ich es insgesamt gar nicht mehr ausgehalten habe.. und ich weiß nicht, wie oft wie vielen ich hier schon gesagt habe, dass dieses Unwohlsein mich sehr stört (es hält irgendwie den ganzen Tag an und raubt mir die totale Lebensfreude), aber irgendwie fühle ich mich nicht so ernst genommen. Morgen soll wieder eine Magenspiegelung gemacht werden und freitags ist dann der Darm dran, da mir immer noch nicht wieder ganz gut geht. Ich habe auch gar keinen Hunger mehr, mag also kaum essen und selbst trinken kann ich nicht mal so viel.

Ich habe gestern mein Arzt gefragt ob er vielleicht Bisoprolol oder so umstellen könnte, um zu sehen ob das komische Gefühl zu kommt. Er daraufhin so... man müsste eine Magen- und Darmspiegelung machen und so... das hat mich verwundert, da das völlig an meiner Frage vorbei ging, also hab ich ihn hingewiesen. Er meinte dann, er müsste mal nachschauen obs zwingend notwendig ist.. und heute morgen habe ich wieder Bisoprolol bekommen, was ich aber nicht eingenommen habe (!) und musste mehrmals die Schwester fragen, bis dann anschließend die Assistenzärztin kam, die mir sagte dass eine Umstellung nicht angedacht o.ä. wäre... irgendwie fühle ich mich schon bisschen verarscht hier :(

An Medikamenten nehme ich also Sertralin, Pantoprazol, Cortiment, Claversal und eben dieser Bisoprolol...
Das unwohle, komische Gefühl ist bis jetzt noch da und so langsam bin ich echt nervlich am Ende. Ich ertrage das nicht mehr, weil ich nicht weiß woran das nun liegt, ob es die Medis sind oder oder...

Tschuldigung falls der Text etwas durcheinander erscheint, ich bin einfach nur fertig und hoffe, ihr habt vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und könnt mir weiterhelfen... ich möchte so gern wieder normal leben könnten, gerade liege ich nur den ganzen Tag im Bett und schaue einen Film. Auf meine Hobbys habe ich schon seit Wochen keine Lust mehr, empfinde kaum noch Freude, mag nicht mal duschen, einfach gar keine Lust auf irgendwas.. es ist einfach alles so sinnlos geworden... es ist als sei alles so unrealistisch, ich komme hier schon echt auf Selbstmordgedanken.. die Ärztin meinte das spricht für eine Depression, aber die habe ich ja und es ist mir so als sei sie durch Medikamente schlimmer geworden oder was weiß ich...

Dazu kommt auch, dass ich gereizt bin und manchmal jemanden sauer anblaffe, was eigentlich nicht meine Art ist und sobald jemand mich auch nur blöd anmacht, breche ich schon in Heulen aus.. es ist selbst für mich unbegreiflich..

LG Instlei
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Re: Langsam habe ich keinen Nerven mehr

Beitragvon Carmen » Do 2. Jul 2015, 09:34

Hallo Instlei,

herzlich willkommen bei uns!

Vielleicht liegt es an der frühen Morgenstunde: Warum nimmst Du Bisoprolol bzw. welchen Zusammenhang siehst Du mit der Darmentzündung? Bisoprolol ist ein Beta-Blocker und wird u.a. bei Bluthochdruck verschrieben. Meinst Du Prednisolon?

Eine bestehende Depression kann durch körperliche Erkrankungen und die damit verbundenen Belastungen verschlimmert werden. Auch Cortison kann Nebenwirkungen wie Gereiztheit, depressive Verstimmung etc. haben. Machst Du parallel eine Psychotherapie?

Viele Grüße
Carmen
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Langsam habe ich keinen Nerven mehr

Beitragvon Instlei » Mi 8. Jul 2015, 11:41

Hallo,

sorry dass es gedauert hat... war etwas viel los in den letzten Tagen.

Mein Hausarzt hat mir Bisoprolol verschrieben, da mein Herz in letzter Zeit doch schon ziemlich oft schneller als sonst geschlagen hat (120/m), er vermutete da evtl. einen Zusammenhang mit meiner Darmproblematik...
Ja ich meinte Prednisolon, tschuldigung.

Ich mache jedenfalls die Therapie, bzw wollte mit meiner Psychologin einen Psychiater finden bevor dann leider das Ganze mit dem Darm losging.. dadurch verzögert das alles auch etwas.

Jedenfalls wollten sie mir auch wieder Cortison verschreiben, langsam weiß ich echt nicht mehr was ich machen kann :( Werde versuchen, noch mit der Ärztin zu reden, aber viel Hoffnung habe ich nicht. Mein Darm ist da gerade echt kompliziert und macht ab und an noch Probleme, auch wenn es sich gerade im Grenzen hält... dieses unwohle Gefühl stört mich aber extrem, es wird schwieriger je länger es dauert. Das Doofe ist nur, dass nur Cortison bei mir zu wirken scheint, also die Entzündungswerte gehen zumindest zurück... also muss ich mit dem Gefühl solange leben oder die Krankheit verschlimmert sich sonst bei mir.

Da habe ich auch keine Ahnung mehr, was ich da noch tun könnte gegen Unwohlsein.

LG Instlei
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Re: Langsam habe ich keinen Nerven mehr

Beitragvon elfe79 » Fr 7. Aug 2015, 18:13

Hallo Instlei,

könntest du mir dieses Unwohl sein bei dir etwas genauer beschreiben? Habe zwar MC aber ich habe auch immer zum Anfang im Schub so ein paar Wochen
lang so ein Gefühl der inneren Unruhe und genervt sein, einfach hippelig und manchmal kommt dann auch zittern hinzu.

Habe dann bei mir selbst gemerkt das es an meinem Blutzucker liegt. Der fällt nach einer Mahlzeit bei sehr schnell wieder runter
(hab das eine ganze Zeit lang mit einem Messgerät kontrolliert) weil der Körper eben nicht genug Nährstoffe aufnehmen kann
in der kurzen Durchlaufzeit. Bin also sehr oft und viel unterzuckert.

Vielleicht ist es ja bei dir auch sowas in der Art?

LG
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Re: Langsam habe ich keinen Nerven mehr

Beitragvon Summmmmm » Sa 3. Okt 2015, 19:25

Hallo,

deine innere Unruhe interpretire ich jetzt mal so, dass du irgendwie alles machen willst aber es nicht kannst entweder weil dich dein Körper sofort aus bremst oder weil dir dann doch der antrieb fehlt. Sehe ich da richtig???

Dann muss ich dir leider mitteilen das es recht schwierig ist da raus zu kommen. Du kannst es mit einem Psychologen versuchen aber es brauch nerven bis mal mal den richtigen gefunden hat - nicht sofort aufgeben!!!

Ich habe jetzt nach gut 13 Jahren gelernt die kleinen Dinge im leben schätzen zu lernen. Ob es einfach nur eine heisse Schokolade mit meinem später am abend ist oder jetzt im Herbst ein warmer Sonnenstrahl.. Oder einfach nur ein langes intensives Gespräch mit einer vertrauten Person ist....

Ich habe das letzte mal vor einem halben Jahr mit starken Depressionen zu kämpfen gehabt. Und ich kann dir sagen es wird immer wieder zu auf und Abs kommen und wenn ich dich richtig verstehe Fühlst du dich nicht nur Miss verstanden sondern auch sehr hilflos. Du schwegst vielleicht in Erinnerung wo du noch wie ein Schmetterling durch die Gegend gehüpft bist und endlose reisen mit dem rad unternommen hast oder der gleichen. Es wird Moment geben (vielleicht auch nur mal ein Tag :roll: ) da kannst du das alles. Wichtigen ist du musst dich zwischendurch zwingen. Ich weiß wenn man eigentlich keine 5m vom Klo entfernt sein möchte, möchte man ganz sicherlich nicht an einen Spaziergang denken. Aber versuche es!!! Ich habe es verflucht und wollte nur noch um mich schlagen seinen oder einfach nur irgendwo hin wo ich alleine bin und irgendwie auch nicht...
Ich habe angefangen zu häkeln denn das kann ich auch wenn mir nur mal eine halbe Stunde am Tag gut geht und irgendwann bin ich stolz auch mich das ich es geschafft habe eine Mütze oder der gleichen zu häkeln das kann die Laune ungemein puschen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.
Summmmmm
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