Einfach mal Mut machen

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Einfach mal Mut machen

Beitragvon Evian » So 6. Apr 2014, 08:54

Hallo,

durch ein Interview von der DccV mit Dr. Mahr ist mir erst bewusst geworden, wie selten mein Krankeitsverlauf bei MC ist. Ich habe einige Beiträge gelesen und bin überrascht, das die Psyche gar keinen so großen Stellenwert hat. Im alten Forum gab es einen tollen Tread, .........ich glaube...." Kranheit als Weg " .........Ich habe viele Bücher von Rüdiger Dahlke und Thorwald Detlefsen gelesen, es gibt aber zahlreiche andere Autoren, die sich alle darin einig sind, dass der Körper uns mit den Symptomen auf etwas aufmerksam machen möchte.
In dem Gespräch fiel die Aussage, dass es wissenschaftlich bewiesen sei, dass zu 50% unsere Gene für die Erkrankung verantwortlich seien. Merkwürdigerweise löste das bei vielen Patienten Erleichterung aus. Es kamen Kommentare wie " Toll, dann bin ich also doch nicht "schuld".
In einem anderen Tread redet ihr von Perfektionismus.............der Zusammenhang ist für mich klar erkennbar.

"Schuldig" sein heißt, nicht richtig sein.....................wenn wir nicht richtig sind, sind wir nicht perfekt.

Ich schreibe "schuld" immer mit Gänsefüßchen, weil es für mich keine Schuld gibt. Wer will sich zum Richter machen und beurteilen, dass ich schuldig bin? Meistens tun wir das selber.
Ich bin vor 11 Jahren erkrankt, seit 9 Jahren habe ich die Diagnose und seit 7 Jahren bin ich Symptomfrei.

Ich behaupte nicht, dass es ein einfacher Weg ist, sich mit seinen Ängsten auseinander zusetzen, aber für mich, war es die Chance "gesund" zu werden.

LG
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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon Thilo » So 6. Apr 2014, 14:01

Hallo Evian,

zunächst einmal macht deine Überschrift "Einfach mal Mut machen" neugierig.

Beim Lesen deines Beitrages tauchen dann allerdings mehr Fragen bei mir auf, als das ich eine halbwegs befriedigende Antwort auf die vielversprechende Überschrift erhalte.

Mit welcher konkreten Aussage willst du eigentlich Menschen, die an einer CED erkrankt sind, Mut machen ? Sich mit seinen Ängsten auseinander zu setzen, um dann anschließend "gesund" zur werden ? Du wirst einiges erklären müssen, um dein Anliegen allgemein verständlich zu machen.

Gruß

Thilo
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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon Evian » So 6. Apr 2014, 15:09

ok,

eigentlich weiß ich jetzt nicht genau, was du erwartest, .......vielleicht setzte ich auch voraus, dass zumindest eineige sich schon mal mit dem Zusammenhang auseinander gesetzt haben, ..........das ist ja ganau das, was ich meinte, .........da bin ich überrascht. Wenn du möchtest, änder ich die Überschrift.

Zu meiner Geschichte, ............ich habe meinen Bruder und meinen Neffen ( damals 13 ) bei mir und meiner Familie einziehen lassen. Ich bekam kurz darauf die ersten Symptome. Als meine Großeltern etwa 1 Jahr danach innerhalb von 3 Monaten starben, habe ich mich intensive um meine Mutter gekümmert. Ab dem Zeitpunkt ging nichts mehr. Nach der Diagnose habe ich mich auf die Suche gemacht, was genau MC eigentlich ist. Ich habe Tagebuch geführt über Essen, Trinken, Symptome und eben auch Stress, allgemeine Belastungen.
Mir wurde sehr schnell klar, dass mein Bruder und mein Neffe ausziehen mussten ...............allein diese Einsicht brachte schon Besserung. Nach dem Auszug, zog ich mich dann fast 2 Jahre zurück ( leider auch von meiner Tochter).
In diesen zwei Jahren habe ich begriffen, dass ich um jeden Preis gefallen wollte. In meiner Sippe gehört man nur dazu, wenn man funktioniert. Selbst im Job wollte ich unbedingt die erste Geige spielen. Ich habe mich selbst in akuten Phasen nicht krank schreiben lassen, aus Angst zu versagen.

Die Angst nicht geliebt zu werden, nicht richtig zu sein, war für mich unerträglich...............!!!

In den letzten 9 Jahren versuche ich so oft wie möchlich im Jetzt zu leben. Mehr zu fühlen, als zu denken.............ich habe alte Glaubenssätze aufgespürt und bearbeitet. Es spielt keine Rolle, welchen Weg man geht.............jeder hat einen anderen, .............doch ich bin davon überzeugt, das die Psyche ein riesen Faktor dabei spielt.

Ich weiß nicht, wie genau die Antwort nun lauten soll, ....................aber dafür habe ich mich hier angemeldet, ....................ich wollte helfen. ...................auch hier kann mir mein Ego wieder im Weg stehen, ich weiß, .............ich will keine Anerkennung, ich wollte nur Mut machen, ....................!!! In meinem Umfeld gibt es Menschen mit Mc und sogar mein Hausarzt, die zum Glück mein Denken teilen.
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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon Thilo » So 6. Apr 2014, 15:52

Hallo Evian,

Evian hat geschrieben:eigentlich weiß ich jetzt nicht genau, was du erwartest, .......


ganz einfach. Wenn ich lese "Einfach mal Mut machen" erwarte ich einen Beitrag -neben den vielen Beiträgen, in denen die Beschwernisse durch eine CED geschildert werden- der auch tatsächlich Mut macht.

Evian hat geschrieben: .............doch ich bin davon überzeugt, das die Psyche ein riesen Faktor dabei spielt.


Hier taucht zum x-ten Male wieder die Frage auf, wer war zuerst da: das Huhn oder das Ei ?

Evian hat geschrieben:....ich wollte nur Mut machen, ....................!!! In meinem Umfeld gibt es Menschen mit Mc und sogar mein Hausarzt, die zum Glück mein Denken teilen.


Aber womit willst du uns denn konkret Mut machen ???

Lautet dein Ratschlag etwa: Setzt euch mit euren Ängsten auseinander, schaut in eure Vergangenheit, legt alles schonungslos offen, fühlt mehr - denkt weniger, etc. pp.

Lege doch den Kern deiner Botschaft einmal deutlich offen. Was müssen wir CED-Betroffene nach deiner Erfahrung und Meinung konkret tun um zu "gesunden! "?

Gruß

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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon Evian » So 6. Apr 2014, 16:30

Was war zuerst da, .....das Huhn oder das Ei.................???? Spielt es eine Rolle, was zuerst da war, ..........ohne Huhn kein Ei, .und ohne Ei kein Huhn. Kann mit diesem Vergleich nichts anfangen.

Ja, ich bin der Meinung, man sollte sich seinen Ängsten stellen, damit meine ich nicht .........in der Vergangenheit graben ( oder habe ich von Kindheitsdramen geschrieben?) Das Jetzt bietet uns genügend Möglichkeiten zu erkennen.

Kernaussage, ..........ich war ein "Schleimscheißer" .im wahrsten Sinne des Wortes, ............bis ich es erkannt habe und geändert habe. Meine unzähligen Sitzungen auf meinem stillen Örtchen, hatten dann doch wirklich etwas gutes an sich. Es hat nichts damit zu tun, dass ich mich an den unzähligen Beiträgen über MC Geschichten anhängen möchte. Ich habe deine Aussage, " ich MÜSSTE einiges erklären, .....leider nicht verstanden.



Fühlst du dich irgendwie persönlich engegriffen?
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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon Thilo » So 6. Apr 2014, 16:48

Evian hat geschrieben:....Fühlst du dich irgendwie persönlich engegriffen?


Eindeutig NEIN ! - In bin aber dafür, dass man seine Botschaften klar und deutlich benennt und so darlegt, dass es Außenstehende auch nachvollziehen können. Das ist doch sicher nicht zuviel verlangt.
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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon arda » So 6. Apr 2014, 18:57

Hallo Evian!
Vielleicht sollte man sich nicht so an der Überschrift festbeißen!
Ich versuche mal zu verstehen was Du meinst.
Bei mir wurde letztes Jahr CU diagnostiziert und mein Arzt hat mich ein Vierteljahr aus dem Verkehr gezogen, weil er der Meinung war das auch meine Psyche zu dieser Krankheit beigetragen hat.
All die vielen Jahre in denen das Leben einen beutelt, Arbeit, Kinder, der Rest der Familie, die Gesellschaft und und und..! Aber da man das Leben mit seinen Höhen und Tiefen nicht einfach abschalten kann, sollte man lernen damit umzugehen.
Er schickte mich also zu einer Stressbewältigungstherapie.
Ich weiß nicht ob man so sein Leben bzw. seine Psyche ändert. Man ist wie man ist, grade wenn man schon älter ist.
Einiges habe ich bei der Arbeit geändert und ich versuche in manchen Dingen gelassener zu sein.
Das hat mich aber nicht vor einem neuen Schub bewahrt, leider!
Jeder muß seinen Weg finden mit der Krankheit und wenn es bei Dir geklappt hat, das es Dir so lange schon besser geht, ist es doch toll!
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Re: Einfach mal Mut machen

Beitragvon Evian » So 6. Apr 2014, 19:45

Ok Thilo, ............ich leide anscheinend an Wortfindungsmangel ;)


Hallo Arda,

ja, ich glaube du hast verstanden was ich meine, auch wenn ich nicht weiß, was eine Stressbewältigungstherapie ist. Yoga, Atemtechniken , .............???
Genau der Punkt, das Familiäre, was du da ansprichst, .........war bei MIR für MICH ungesund.

Danke dir

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