MEIN Crohn & Ich - wir kommen klar

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

MEIN Crohn & Ich - wir kommen klar

Beitragvon Kathyrinchen » Fr 21. Feb 2014, 10:58

Hallo ihr Lieben,

ich möchte mich mal wieder melden, ausnahmsweise nicht weil es mir schlecht geht, sondern um etwas zurückzugeben.
Ihr habt mir in der Anfangszeit so sehr geholfen, mir Mut gemacht, mir geholfen meine Angst zu bewältigen und das schöne im Leben zu sehen - denn auch mit MC gibt es viele schöne Dinge. Von den medizinischen Tipps mal ganz zu schweigen :-).

Ich habe meinen Crohn jetzt seit fast zwei Jahren. Ein Jahr ständiger Durchfall, Schmerzen und dann die Angst haben mich zum Arzt geführt, nach der Darmspiegelung dann eine für mich niederschmetternde Diagnose: Morbus Crohn, eine geringe Entzündung im Dünndarm / Übergang zum Dickdarm. Erster Behandlungsansatz: Budenofalk, 9 mg insg. über ca 5 Monate. Die Nebenwirkungen waren für mich fast so schlimm wie die mehr als schrecklichen Ausflüge und Recherchen im Internet. Bindegewegbe hat total versagt, überall Dehnungsstreifen, Abszesse, schlimme PickelmimmGesicht und das berühmte Mondgesicht.
Danach war einige Zeit etwas ruhiger, doch im selben Jahr kam die Entzündung wieder dieses Mal wurde mitbMesalazin behandelt. Davon wurde mir immer ganz schlimm schlecht, aber es hat geholfen.

Seither ca. 1 Jahr "totale Ruhe".

Die Ärzte sprechen von einem sehr leichten Verlauf, ich habe auch in Zukunft nichts schlimmeres zu Erwarten. Lange konnte ich dem keinen Glauben schenken, die Horrorgeschichten der Horrorverläufe waren nicht nur in meinem Unterbewusstsein tief verwurzelt. Doch so langsam muss ich sagen, es geht bergauf. Mir geht es gut, und ich glaube auch mir wird es weiterhin gut gehen.

Klar, ich habe auch Phasen in denen ich plötzlich Bauchschmerzen habe, und Durchfall mit Schleim. Doch auch dies versetzt mich nicht in totale Panik, was früher definitiv der Fall war.

Ich habe mir eingestanden das die Diagnose steht. Ich versuch mich nicht mehr selbst zu belügen ("Vielleicht ist es doch nur Reizdarm" "oh j, eine Fehldiagnose, ich bin nur Glutenintolerant"). Bringt ja nix ;) .

MIR GEHT ES GUT! MIR GEHT ES DEUTLICH OFTER GUT ALS SCHLECHT UND DER MORBUS CROHN SPIELT EINE UNTERGEORDNETE ROLLE IN MEINEM LEBEN UND SO BLEIBT ES AUCH.

Vielleicht macht es einigen Menschen, Neuankömmlingen Mut. Hoffentlich. Gleichzeitig ist mir klar das es zweifelsohne schlimme Verläufe hier gibt. Das mag ich nicht herunter spielen, auf gar keinen Fall. Aber ich möchte das man auch so einen Bericht wie meinen hier lesen kann, in dem einfach nurnsteht; ja, ich habem Morbus Crohn, aber meiner bleibt ganz brav. 8-)

Ich war so lange nicht mehr hier, weil es mir gut ging, der Crohn geriet total in vergessenheit. Lange möchte ich nun schon meinen Erfahrungsbericht hier einstellen, dochnich hatte nie Zeit. [MOD Edit: Text auf Wunsch des Verfassers gekürzt]
Jetzt habe ich die Zeit zu schreiben, da ich krankmim Bett lieg. Wässriger Durchfall aber keine Schmerzen. Bestimmt nichts schlimmes. Bestimmt das Essen beim Italiener vorgestern, mein Darm ist nunmal eine kleine zickige Prinzessin.

Bis Bald und Liebe Grüsse

Kathy
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Kathyrinchen
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Re: MEIN Crohn & Ich - wir kommen klar

Beitragvon Thilo » Fr 21. Feb 2014, 11:46

Hallo Kathy,

ich habe in den letzten Wochen noch gedacht: "Was wohl Kathyrinchen aus dem Allgäu macht ?". Anfangs total verzweifelt, ständig neue Gedanken um "ungelegte Eier". Hatte man ein Thema "beackert" wurde ein Neues aufgemacht. Es bedurfte vieler Zeilen und Beiträge um dich zu beruhigen.

Und nun solch ein hoffnungsvoller Bericht. Klasse. Du hast deine Erkrankung angenommen. Dir geht es gut, du lebst mit der Diagnose, hast den Kampf gegen "Windmühlenflügel" aufgegeben und siehst gelegentliche Rückschläge als "kleine Panne" an.

Wenn ich solche Rückmeldungen lese, dann erfahre ich, dass mein Schreiben hier im Forum nicht umsonst war, denn vielleicht konnte ich durch meine Worte ein klein wenig zu deiner jetzigen Haltung mit beitragen. Das würde mich jedenfalls freuen.

Auch wenn du zeitlich sehr eingespannt bist, wäre es sehr schön, wenn du dich ab und zu im Forum einbringst. Wir brauchen viel mehr Berichte von Menschen die trotz Diagnose und Erkrankung ein lebenswertes Leben führen. Du könntet so ein klitzekleines Stück Ermunterung an Mitbetroffene zurückgeben, die du selbst erfahren hast. Denk mal darüber nach.

Ich wünsche dir auch weiterhin alles Gute und das die "kleine zickige Prinzessin" Ruhe hält.

Liebe Grüße von

Thilo
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