Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Silverfox » Do 20. Feb 2014, 10:00

Hallo Eva,
erst einmal vielen lieben Dank für Deine sehr netten Worte. Ob nun eine MC mit Stoma für Schwule mehr oder weniger Probleme mit sich bringt weiß ich nicht. Es geht mir einfach eher um eine, wie du richtig schreibst, intime Angelegenheit, die ich lieber mit einem schwulen Mann als mit einer Frau besprechen möchte. Sicherlich gibt es Überschneidungen mit anderen betroffenen, egal ob Hetero-Männern oder Frauen. Aber es ist halt nicht eben alles gleich. Ich habe es mal bei der Ilco in einer Selbsthilfegruppe probiert. Allerdings kam ich mir da schon ziemlich unverstanden vor und fühlte mich dort überhaupt nicht aufgehoben. Alles drehte sich nur um Kinder, Ehe und Haus. Das waren gar nicht meine Themen. Da kann ich ja auch nichts für. Mich beschäftigten einfach andere Themen.
Meine eigentliche CED habe ich seit Jahren ganz gut im Griff. Na ja, der Dickdarm ist raus und seit 1,5 Jahren ist der Dünndarm ruhig. Damit komme ich auch ganz gut klar. Das sind einfach 20 Jahre Übung. Das fatale an Depressionen ist einfach, dass man sie nicht steuern kann. Mit einem mal sind sie wieder da und das Loch ist tief in das man fällt. Verdammt tief und tut schmerzlich sehr weh. Mit Hilfe von Medikamenten die ich mir direkt von meinem Psychologen besorgt habe geht es im Moment. Ich wurde einmal noteingewiesen in eine Psychiatrie, was die Hölle auf Erden war. Noch einmal in so etwas hinein zu müssen erzeugt in mir einfach nur Panik. Kommt also unter keinen Umständen in Frage.

Im Moment kostet mich halt alles verdammt viel innere Kraft. Ich hatte immer mal gehofft, dass ich im Bauchredner etwas zum Thema Schwul und CED finde. Aber entweder habe ich es überlesen oder es gab dazu noch nichts. Ich möchte mich doch einfach nur mal aufgehoben fühlen und mit jemanden sprechen, der sich in meiner Situation befindet. Bis zu einem Gewissen Punkt habe ich auch gute Freunde (wenn auch über die lange Krankheitsgeschichte nicht mehr viele) mit denen ich reden kann und die auch versuchen mich zu verstehen. Der Unterschied besteht halt in dem Versuch und dem tatsächlichen Verstehen, weil derjenige das Gleiche durchgemacht hat.

Ich danke Dir aber wirklich für Deine Worte Eva. Haben mir schon mal ein wenig gut getan.

LG
Jochen
Silverfox
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 12
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 10:54

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Eva81 » Sa 22. Feb 2014, 13:47

Hallo Jochen, ich hab dir eine PN geschickt!

Lg, Eva
Eva81
Dauergast
 
Beiträge: 184
Registriert: Fr 18. Okt 2013, 10:39

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Silverfox » Sa 22. Feb 2014, 16:11

Hallo Eva,

vielen lieben Dank für Deine Mühe. Habe sie gelesen und Dir auch geantwortet.

Liebe Grüße
Jochen
Silverfox
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 12
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 10:54

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Wilhelm65 » Do 13. Mär 2014, 19:37

Hallo Silverfox..ich lese mit großer Betroffenheit deinen Hilferuf . Ich bin seid 22 Jahren Stomaträger , bin jetzt 48 Jahre alt und schwul .Ich kann Deine Ängste und sorgen sehr gut verstehen . So hab ich auch gedacht als ich mein Stoma mit 26 Jahren bekam . Wir können uns sehr gerne mal austauschen was mein Erfahrungen in der Szene so sind . Es ist schon mal vorweg gesagt nicht so schlimm wie du Dir es ausmalst. :) Würde mich freuen von dir zu hören.Hau rein in die Tasten.
Wilhelm65
neu hier
 
Beiträge: 1
Registriert: Do 13. Mär 2014, 19:25

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Silverfox » Mo 17. Mär 2014, 23:44

Vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich habe Dir eine Privatnachricht geschrieben.
Silverfox
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 12
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 10:54

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Paul1968 » Fr 29. Mai 2015, 12:17

Hallo, ich bin auch schwul und habe seit 7 Wochen massive Probleme. Leider steht es noch nicht genau fest, ob ich MC oder CU habe. Das wird sich hoffentlich nächste Woche bei der zweiten Darmspiegelung rausstellen. Bisher sind meine Beschwerden auch durch Cortison und Mesalazin nicht wesentlich besser geworden. Ich habe große Angst, was mir noch bevorsteht. Was ich hier so lese, von wegen Entfernung des Dickdarms und Stoma. Ich will gar nicht drüber nachdenken. Meine Psyche ist total im Keller. Zum Glück unterstützt mich mein Freund sehr und ist mir eine große Stütze. An Sex mag ich derzeit aber gar nicht denken, dafür geht es mir einfach zu schlecht. Mein Freund akzeptiert das auch. Ob ich bald wieder arbeiten kann steht auch in den Sternen. Es ist eine überaus schlimme Situation. An weggehen ist gar nicht mehr zu denken. Ich bin die meiste Zeit daheim und beim Arzt :-(. Das mich sowas mal treffen wird, hätte ich mir auch nicht gedacht. Bin auch am Austausch mit anderen Schwulen interessiert.

LG Paul
Paul1968
neu hier
 
Beiträge: 2
Registriert: Mi 22. Apr 2015, 12:33

Re: Schwul, Morbus Crohn, Stomaträger und Depressionen

Beitragvon Silverfox » Fr 29. Mai 2015, 23:24

Hallo Paul,
ich wollte niemanden mit dem Beitrag schockieren. Es ist mein Krankheitsverlauf. Ich kenne ganz unterschiedliche Verläufe von MC und CU also mach dir darüber erst mal keinen Kopf. Sollte es dich zu stark belasten, kann ich dir nur erst mal raten, die einen Therapeuten zu suchen, der eine Psychotherapie krankheitsbegleitend anbietet. Das hat mir im letzten Jahr sehr gut geholfen. Wenn Du Lust hast mit jemanden zu telefonieren, dann wäre ich gerne dazu bereit.

Liebe Grüße
Jochen
Silverfox
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 12
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 10:54

Vorherige

Zurück zu Psyche & CED

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast