Horror: Finanzielle Betreuung

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Horror: Finanzielle Betreuung

Beitragvon Rirumu » So 5. Jan 2014, 17:01

Hallole,

meine schlimmste Horrorvorstellung soll jetzt Wirklichkeit werden: Ich soll einen Betreuer bekommen, der meine Finanzen für mich regeln soll. Ich fühle mich so besch...eiden.
Vor relativ kurzer Zeit kaufte ich mir zwei Paar Schuhe. Allerdings kaufte ich kaum etwas zu essen, weil ich ja von der Tagesklinik versorgt wurde. Das was ich kaufte, kaufte ich in einem Naturkostladen, wo es relativ teuer, aber doppelt so gut ist.
Ist daran irgendetwas Verwerfliches?
Ich bekomme nur wenig Sozialhilfe, Kindergeld und sehr wenig Rente. Im großen und ganzen bekomme ich Brutto 799 €. Meine Wohnung kostet schon 400,20 €. Dann kommen noch die Versicherungen dazu.
Ich weiß auch nicht, wo ich noch Geld einsparen könnte.

Gruß

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Re: Horror: Finanzielle Betreuung

Beitragvon Angela1968 » So 5. Jan 2014, 17:28

Wer und warum wurde beschlossen das Du in finazieller Hinsicht betreut werden solst. Ich kenne das von meiner Kliente ldas da erst ein medizinisches Gutachten gemacht wrid und erst dann vom Betreeungsgericht das "beschlossen" wird.

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Re: Horror: Finanzielle Betreuung

Beitragvon Thilo » So 5. Jan 2014, 20:13

Hallo Rirumu,

nun kenne ich aus deinen bisherigen öffentlichen Schilderungen nur einige wenige Details deiner erheblichen Gesundheitsstörungen; nicht die gesamten Auswirkungen in deinem Alltagsleben.

Für das gesamte Betreuungsrecht gilt: Wer seinen Willen frei bestimmen kann, darf keinen rechtlichen Betreuer gegen seinen Willen bestellt bekommen. Nur wenn Betroffene für sich selbst oder für andere zu einer Gefahr werden, steht das Mittel der Betreuungsanordnung zur Verfügung, um ggf. eine Blockadehaltung zu brechen.

Ein rechtlicher Betreuer kann eine große Hilfe sein wenn es darum geht, Behördenangelegenheiten und finanzielle Angelegenheiten zu regeln. Liegt ausschließlich eine körperliche Behinderung vor, ist eine Betreuerbestellung nur auf eigenen Antrag hin möglich; es sei denn, es ist überhaupt keine Verständigung mit dem Betroffenen möglich.

Nur weil du dir zwei paar Schuhe gekauft hast und in einem Naturkostladen eingekauft hast, wird man dir keine finanzielle Betreuung "überstülpen". Um eine finanzielle Betreuung behördlich zu veranlassen und auch durchzusetzen, muss ein weitaus erheblicheres "Fehlverhalten" sichtbar werden.

Nun berichtet ein jeder aus seiner eigenen subjektiven Sicht. Detailliertere Einschätzungen wären nur bei objektiver Betrachtung deiner finanziellen Situation und deines gesamten Ausgabeverhaltens möglich.

Gegen jeden Verwaltungsakt kann man vorgehen. Aber wie gesagt, eine finanzielle Betreuung kann auch eine erhebliche Hilfestellung sein.

Liebe Grüße und alles Gute !

Thilo
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Re: Horror: Finanzielle Betreuung

Beitragvon MCCBD » Mo 6. Jan 2014, 02:30

Behaupte dich gegen die Beamte :)
Vielleicht brauchst du eine/n bessere/n Sachbearbeiter/-in.
Vielleicht kann das RoteKreuz / Caritas dir helfen oder zumindest beraten ob es einen Hilfefond für von Armut chronisch Erkrankte gibt,

Wenn du motivierter werden kannst, werden leute dir vielleicht weniger vorrschreiben.

Ich glaub das du mit der Referenz über Schuhe und Essen im Prinzip bei deinen Entscheidungen manchmal verunsichert bist,
wenn du deswegen von Mitmenschen verurteilt worden bist kann es ja sein das manche deiner Entscheidungen in der Vergangenheit
als selbsterfüllende Prophezeiung enstanden sind. Besonders wenn dir die körperliche Kraft fehle das eigene, für dich Vorteilhafte zu tuen.
MCCBD
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Re: Horror: Finanzielle Betreuung

Beitragvon Rirumu » Di 7. Jan 2014, 12:36

Hallole,

vielen Dank, Thilo. Das war mir eine sehr große Hilfe.
Auch Euch anderen danke ich herzlich!

Gruß

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