Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Nordfriese1985 » Fr 23. Mär 2018, 01:24

Hallo euch!

...also vielleicht bin ich hier nicht ganz richtig, aber das Thema hat was mit meiner Psyche zu tun, auch wenn es sich nicht dabei um den MC handelt.

Wie erkläre ich das am besten..?!

Ich habe eine ziemlich Lebenskrise hinter mir, die mir viel Kraft gekostet hat. Ich bin eigentlich gut darüber nun hinweg, aber seit der Geschichte bin ich irgendwie nicht mehr so klar im kopf, hört sich jetzt komisch an?! Aber ja, ich bin was meine Arbeit betrifft, irgendwie kriege ich da keine Logik mehr rein.
Ich habe eigentlich einen ziemlich anspruchsvollen Job, ich bin Elektroinstallateur muss eigentlich vom Kopf her, bei der Arbeit sein.
Früher war ich ziemlich gut, mir viel es leicht und ich konnte jedes Problem irgendwie lösen.
Nur jetzt ist es so, das ich irgendwie total verunsichert bin, ich bin mir manchmal einfach nicht sicher, ob es so richtig ist oder wie ich die Arbeit ausgeführt habe, das auch logisch ist. Ich fühle mich schnell überfordert, habe Angst es nicht hin zu bekommen. Mir unterlaufen zur Zeit auch einige Fehler. Gerade heute, ich hab eigentlich eine Arbeit gehabt, die Lehrlinge im dritten Lehrjahr ohne Probleme hinbekommen, Plan lesen und Ausführen. Ich hab nicht ordentlich aufgepasst, und habe nicht gesehen, das die Küche höher war und nun sind die Steckdosen eigentlich etwas zu niedrig, sieht auch nicht toll aus...! ich war sauer und traurig auf mich selbst, das hat mich auch total fertig gemacht, ich hätte schon aus lauter Verzweiflung an mir selbst, kündigen können weil es wie eine Last auf mir liegt!
Irgendwie fällt es mir total schwer, es ist bald so, als hätte ich Angst vor meinen Beruf... ich habe auch teilweise echt Problem damit, noch bei Kunden Arbeiten auszuführen, mich belastet es, Angst es nicht ordentlich zu machen oder Versagen zu können...
Mir macht es so keinen Spaß mehr, ich fühle mich unsicher und überfordert!
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Uwe7 » Fr 23. Mär 2018, 08:40

Wenn ich alles richtig verstanden habe, steuerst Du auf einen satten Burnout zu (wenn er nicht schon da ist). Du benötigst da ganz dringend professionelle Hilfe. Das kriegen wir hier im Forum nicht gelöst...

Alles Gute für Dich.

LG Uwe
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Traumkind » Fr 23. Mär 2018, 11:43

Das klingt wirklich nicht schön und ist für dich bestimmt sehr belastend.
Kann es sein, dass du vielleicht über die Lebenskrise doch noch nicht so wirklich hinweg bist und noch viel zu verarbeiten hast? Vielleicht ist dein Kopf noch "zu voll" von diesen Gedanken rund um die Krise?
Vielleicht hilft auch mal etwas Abstand, mal raus aus der Umgebung und den Kopf frei bekommen? Einen längeren Urlaub einschieben? Oder ist das unmöglich.?
Wenn du merkst, dass es nicht so weitergeht, würde ich auch schauen, einen Therapeuten zu bekommen. Oft hilft es ausgiebig darüber zu sprechen. Vielleicht kann er dir helfen deine Gedanken zu ordnen und dann ist wieder genug Platz für deine Arbeit vorhanden.
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Nordfriese1985 » Sa 24. Mär 2018, 23:07

Hey

Danke euch beiden für die Antworten :)

Ja Traumkind, ein wenig Abstand wäre schön... nur geht das nicht so einfach, ich bin Papa von drei Mädels. Und möchte ja auch gern die Kinder regelmäßig sehen. Mir hat es damals gut getan, als ich auf Reha war, aber die kriegt man ja nur alle vier Jahre... meine Rheuma Ärztin will das ich nächstes Jahr wieder los komme, wegen meinem Rheuma und des MC.

Uwe, klar zur Zeit ist es echt kacke, ich hab ein Riesen Aufwand um zur Arbeit zu kommen, ich hab kein Auto mehr bin auf öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen, nur auf dem Land ist das nicht gerade so toll ausgebaut wie in der Stadt... ich bin morgens um 5:30 außer Haus um 6:00 fährt der Zug, bin dann um 6:35 in der Stadt wo mein Arbeitgeber ist, laufe dann noch mal 40 min zur Arbeit, und fange dann um 7:30 an. Und um 16:45 ist Feierabend und bin dann um 18:00 zu Hause... nu ja manchmal stresst mich das auch sehr, gerade jetzt im Winter oder wenn die Züge ausfallen und ich noch später zu Hause bin. Ich will nicht jammern, aber manchmal ist mir der Tag einfach zu lang... ich stoße oft an meinen Körperlichen Grenzen. Nur mag ich nicht gern darüber reden, weil viele sagen, ich soll mich nicht so anstellen, oder andere hätte einen noch längere Tag! Nur merke ich einfach das, weil wenn ich abends nach Hause kommen, ich nix mehr mache und auch schon dann fast zu Bett gehe... und am nächsten Tag komme ich nicht aus dem Bett, weil ich mich auch sehr erschöpft fühle! Und seit ich MTX bekomme zu dem Humira ist es noch schlimmer geworden...
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon NoExcs392 » Mo 26. Mär 2018, 09:43

Grüß dich,

dein letzter Beitrag klingt auf jeden Fall echt nach mieser Lebensqualität und sehr verbesserungswürdig!

Ich lebe seit 26 Jahren auf'm Land (bin 26 :D) und empfand als eine Erlösung endlich einen Roller und dann mit dem Auto fahren zu können.

Das System, in dem wir alle stecken - aufstehen, pendeln, arbeiten, 17 Uhr zuhause, essen, schlafen ist furchtbar, keine Frage. Aber wir können etwas daran ändern, wir haben Einfluss darauf. Entweder können wir den Job wechseln oder die Stunden reduzieren und im Privaten zurückstecken. Ja manchmal ist das schwer möglich, ich weiß, aber ich sehe es immer wieder auch bei mir. Warum hast du kein Auto? Scheitert das am finanziellen Rahmen? Ist es möglich woanders Geld einzusparen für ein Auto?

So ein Leben würde mich auch stressen, mich stresst ja schon meins, dass ich erst um 17 Uhr Zuhause bin. Toll ist dieses Hamsterrad, was wir alle haben nicht. Aber wir können das Beste daraus machen.

Ist oft sehr schwer aber - just do it.
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Polly » Fr 30. Mär 2018, 20:20

Hallo Nordfriese,
deine Anfahrtswege zur Arbeit hören sich wirklich sehr, sehr anstrengend an.
Das kann man auf Dauer glaube ich nicht durchhalten. Nicht, wenn man ohnehin
gesundheitlich angegriffen ist.
Vielleicht könntest du nach einer Fahrgemeinschaft wenigstens für morgens suchen.
Per Aushänge in Geschäften bei dir auf dem Dorf. Oder suchst dir ein möbliertes Zimmer
ganz nahe am Arbeitsplatz. Und bist dafür am Wochenende weniger erschöpft
und dann für deine Kinder da.
Ich kann da meinem Vorredner nur Recht geben, dass du an diesen Bedingungen in der
einen oder anderen Richtung schrauben musst, damit du nicht in einer ständigen Überforderung steckst
und dir dein Job hoffentlich wieder leichter fällt.
Viel Kraft dafür!
Polly
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Polly » Sa 31. Mär 2018, 11:57

...oder du suchst dir ein WG-Zimmer in der Stadt oder gründest eine WG. Bei begrenzten finanziellen Mitteln ist
eine WG immer eine gute Möglichkeit, trotzdem ganz akzeptabel zu wohnen, ist zwar nicht immer konfliktfrei,
aber kann auch Spaß machen.
LG Polly
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Re: Angst im Job, Überforderung und Unsicherheit

Beitragvon Loki » Fr 6. Jul 2018, 08:54

Hallo,
ich habe zu einem anderen Thema (Stress als Hauptursache für CED) einen Beitrag geschrieben: viewtopic.php?f=4&t=5241
Ich weiß nicht, ob du das öffnen kannst.
Jeden Falls kenne ich dieses ausgelaugt sein. Ich habe seit dem Studium mich voll auf die Krankheit konzentriert und keine Leidenschaft für den Beruf aufbringen können. Ich habe das Gefühl, dass ich nichts kann und für meine Jobs total inkompetent bin, obwohl ich einen Masterabschluss mit Auslandserfahrung habe. Ich habe das mehrfach mit Psychologen und Ärzten kommuniziert, dass ich nicht weiß, ob es mich überhaupt noch erfüllt oder jemals erfüllen wird. Ich werde deswegen bald Psychologie studieren, weil mir das liegt und ich gerne anderen helfe. Ich kann in der Zwischenzeit gucken, ob doch noch die Leidenschaft für den Job da ist, falls nicht, kann ich komplett den Beruf wechseln. Eine Alternative zu überlegen wäre für dich vllt auch nicht verkehrt? Was ich meine ist, dass man bei so einem einschneidenden Erlebnis vllt. einen Neuanfang braucht. Der Gedanke daran, dass ich Psychologie studieren werden, etwas, was mich sehr interessiert, macht mich einfach glücklich und vieles lässt sich dadurch aushalten und weniger belastend erscheinen.
Diese schlechte Konzentration und ausgelaugt sein kommt bei mir durch die Medikamente, Ops und ein geschwächtes Immunsystem, keine Bewegung, kein Sport, keine Reisen mehr, so wie ich es vor ein paar Jahren gewohnt war. Alles dreht sich nur um die Krankheit. Man muss einfach mit betroffenen darüber sprechen und auf nicht betroffene verzichten, denn die werden es nie verstehen, wie man sich fühlt, wenn sie nicht selbst chronisch krank sind. Und es kotzt mich an *'tschuldigung, wenn jemand sagt, dass man sich nicht so anstellen soll. Vllt sollten diese Leute sich nicht so anstellen überheblich zu sein und mehr Mitgefühl zeigen. Es ist ja nicht so, als ob man sich dieses Elend ausgesucht hat. Man kann Mitgefühl zeigen, aber nicht nachempfinden können! Deswegen wird es auch einen Zeitpunkt geben, zu dem auch die Verständnisvollen die Nase voll haben und man von denen enttäuscht wird. Aber so ist das, man muss dankbar für diese Leute sein, die so lange und geduldig das Jammern aushalten.

Ich weiß nicht, wie schwer deine Erkrankung ist, vllt hast du aber mehr Möglichkeiten, wenn du einen Schwerbehindertenausweis beantragst, aber! es könnte auch zu einem Nachteil werden! Unbedingt vorher informieren!
Auf dem Land ist es sowieso schwer Arbeit zu finden. Vllt müsste man gemeinsam mit der Familie in einen Vorort umziehen, da sind die Bus- und Bahnlinien besser angeschlossen. Momentan ist alles scheiße und mit soviel Verantwortung gegenüber der Familie ist es sehr belastend und es würde mit dem Umzug noch belastender werden, aber ich würde das trotzdem überlegen, dann gibt es wenigstens eine Aussicht auf Besserung Falls es so bleibt, dann würde es vllt. stagnieren, aber du sagtest ja, dass es schon so schlimm ist. Kann es denn schlimmer werden? .....
Ansonsten tatsächlich Stunden reduzieren und zu einem späteren Zeitpunkt wieder Vollzeit arbeiten, wenn alles überstanden ist.
Ach ja und die Reha ist tatsächlich auf 4 Jahre beschränkt, außer in Akutfällen, dann geht es auch früher, würde ich einfach mal beantragen und warten, was passiert. Vllt dieses Mal eine Klinik für Psychosomatik? Ansonsten für Berufstätige zur Kur zur Vorbeugung und für Erkrankte in die Reha zur Genesung. =)
Alles Gute
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