Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit CED.

Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Beitragvon metalcat » Mo 8. Mai 2017, 13:32

Guten Tag zusammen!

Ich habe mich heute hier angemeldet (und an entsprechender Stelle natürlich vorgestellt), weil ich den Eindruck habe, dass mich das Mesalazin depressiv macht. Die Diagnose CU bekam ich vor knapp einem Monat und nehme seitdem 3x täglich 1g Salofalk.
Die Krankheit an sich bereitet mir zum Glück keine großen Beschwerden und ich bin mir sehr sicher, dass es nicht die Diagnose ist, die meine Psyche beeinflusst.

Durch die Einnahme der Pille hatte ich früher auch schon mal eine Depression...nun bin ich seit über zwei Jahren sterilisiert und brauchte bis dato gar keine Medikamente mehr.
Seitdem ich nun aber das Salofalk einnehme, geht es mir psychisch richtig schlecht...schlimme Gedanken und fast jede Nacht Alpträume. Dazu ein merklicher Leistungsverlust beim Sport und Antriebslosigkeit in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Kennt ihr das? Habt ihr das Medikament gewechselt?
Danke schon mal an alle, die lesen und antworten!
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Re: Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Beitragvon angie0408 » Mo 8. Mai 2017, 21:10

Hallo nochmal,
Auch hier möchte ich dir gern antworten.
Zu allererst würde ich mal dein Blut auf alle Nährstoffe und Vitamine überprüfen lassen. Vielleicht fehlt dir da nur etwas, was durch die verschlechterte Aufnahmefähigkeit und/oder deinem höheren Verbrauch aufgrund deiner Erkrankung schon mal vorkommen kann. Das würde ja auch deine Schlappheit erklären. Mir fehlte mal Vitamin D3, da fühlte ich mich auch nicht so und hatte Wadenkrämpfe (weshalb ich auf Magnesium getippt hatte - war es aber nicht).
Dann kann man über einen Wechsel des Medikamentes immernoch nachdenken. Ich habe jetzt nach einigen Jahren von Claversal-Mikropellets auf Pentasa xtend gewechselt, da ich das Gefühl hatte, dass mir bei der Einnahme einer höheren Dosis immer schwindlig wurde. Meine Ärztin kannte das zwar nicht als Nebenwirkung, aber okay. Probieren geht über studieren. Solange du den Wirkstoff ansich verträgst, kannst du ja verschiedene Sachen ausprobieren. Ich würde dir aber immer zu Micropellets oder ähnlichem raten, da du die nur ein Mal am Tag einnehmen musst und auch unabhängig von Mahlzeiten. Viel komfortabler.
Leider haben die Medikamnte ja alle Hilfsstoffe, die sich auch negativ auswirken können. Ich war eigentlich mit den Claversal-Mikropellets sehr zufrieden, aber jetzt habe ich mal darauf geachtet, was da an Hilfsstoffen drin ist im Gegensatz zum Pentasas, ist schon ne Menge.
Sprich aufbjeden Fall mit deinem Arzt darüber und entscheide das nicht allein.
LG Angie
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Re: Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Beitragvon *Sunny* » Di 9. Mai 2017, 22:27

Liebe metalcat,
Wie von Angie bereits angesprochen würde auch ich dir zu einem Blutbild raten.
Ich selber kenne diese depressiven Verstimmungen zur Genüge, dies kann aber auch von einem Mangel an Eisen kommen.
Gerade im sportlichen Bereich solltest du mit der CU achtsam umgehen!
Entzündungen im Körper brauchen Eisen, zum Energiestoffwechsel wird es auch benötigt.
Ich selber spüre es an Müdigkeit, Motivationslosigkeit, Launen und noch geringerer Energie beim Sport wenn die Speicher leer sind.
HB und ferritin sollten da betrachtet werden.
Alles gute für dich!
Sunny
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Re: Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Beitragvon metalcat » Mi 10. Mai 2017, 00:31

Danke für eure Antworten!
Ich werde das auf jeden Fall mal mit dem Arzt besprechen. Was mich stutzig macht ist die Tatsache, dass ich die Veränderungen erst mit Beginn der Medikamenteneinnahme festgestellt habe. Mir ging`s mit dem akuten Schub leider deutlich besser als jetzt...
Aber ich nehme eure Anregungen auf und werde das abklären lassen.
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Re: Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Beitragvon Balin » So 30. Jul 2017, 00:55

Hallo metalcat,

mich würde interessieren, wie sich die Sache bei dir weiter entwickelt hat? Sind die Veränderungen wieder weggegangen, lag es an Mangelzuständen, die sich im Blutbild gezeigt haben oder hast du das Medikament gewechselt?

Mich interessiert das besonders auch, weil ich selber ähnliche Erfahrungen mit allen Präperaten mit Mesalazin und Sulfasalazin gemacht habe. Darum auch allgemein, nicht nur an metacat, bzw. möchte ich ihre Frage bestärken, ob noch andere User durch diese Wirkstoffe ähnliche Veränderungen erfahren haben?

Bei mir ist es derzeit so, dass ich nach langem hin und her - siehe meine anderen Beiträge im Forum - mit oralen Mesalazinpräperaten (Claversaltabletten, Mesavant, Pentasa) und rektalen (Zäpfchen, Schaum), bei denen ich aber auf lange Sicht immer Nebenwirkungen hatte (Schwindel, schlechtes Sehen, Müdigkeit bis hin zur von dir beschriebenen Antriebslosigkeit), derzeit eben oral Sulfasalzintabletten ausprobiere auf Anraten eines Experten, der meinte, das auszuprobieren sei sinnvoll, da die chemische Zusammensetzung leicht anders ist.

Derzeit probiere ich das also, noch kann ich es nicht abschließend beurteilen, da ich noch warten möchte, ob sich das einpendelt, aber ich fühle mich, ebenso wie durch das Mesalazin, doch zum Teil abgeschlagen und etwas traurig. (Die anderen Nebenwirkungen wie Schwindel etc. habe ich allerings bisher nicht).

In den deutschen Foren findet man dazu nicht soviel, aber in den englischen, auch in Rheumaforen, berichten schon einige User von depressiven Verstimmungen. Das ist wohl eine sehr seltene Nebenwirkung des Medikaments Sulfasalazin [und auch von Mesalazin], kann aber vorkommen.
Bei mir ist es so, dass ich wenn ich alleine die Dosis runtersetze (2g a 4 Tabletten) mich schon besser von der Stimmung fühle, aber dann habe ich weiter Symptome der Krankheit. Wenn ich aber 3 g nehme a 6 Tabletten, dann werden die Nebenwirkungen schlimm.

Ich würde dir also den Tipp geben, zu versuchen, ob eine Dosisreduzierung die depressiven Symptome verbessert.
Falls das nicht da Fall ist, oder du mit weniger Wirkstoff nicht hinkommst, würde ich mit deinem Arzt sprechen, was es für Alternativen gibt.
Alles Gute! :)



Falls es hier User gibt, die auch solche Probleme hatten, dann auf ein anderes Medikament gewechselt sind und damit Erfolg hatten, würde mich das sehr interessieren. Ich spiele nämlich mit dem Gedanken, diese Medikamente zeitweise abzusetzen/nicht mehr zu nehmen, um dann eine Verschlechterung zu bekommen, damit ich dann vielleicht andere Medikamente ausprobieren kann. Allerdings ist das auch blöd, weil man ja nicht weiß, ob diese nicht auch ähnliche Nebenwirkungen haben...
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Re: Depressionen durch Mesalazin/Salofalk

Beitragvon metalcat » Fr 4. Aug 2017, 00:16

Hallo Balin,

die Depressionen kamen tatsächlich von den Tabletten! Ich habe inzwischen die Darreichungsform gewechselt und nehme die Granu-Stix von Salofalk in gleicher Dosierung bzw. jetzt 2x 1,5g Mesalazin statt vorher 3x 1g. Mir geht es damit sehr gut, die Depris sind weg und das Granulat hat zudem den Vorteil, dass ich es nur morgens und abends sowie unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen kann.

Mein Blutbild ist super, allerdings wurde eine leichte Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, was wohl die ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit bewirkt hat. Also nehme ich jetzt auch noch Thyroxin...und es hilft!
Von daher...alles im Lot :-)

Hoffe, die Infos sind hilfreich für dich und wünsche dir alles Gute!
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