Stelara

Für die Älteren ein eigener Raum.
Antworten
Anny200
neu hier
Beiträge: 3
Registriert: Fr 22. Mär 2013, 17:22

Stelara

Beitrag von Anny200 »

Hilft Stelara, wenn man Ü60 ist und einen sehr sehr ausgedehnten Befall über das gesamte Verdauungssystem hat?

Da Janssen die Altersgruppe Ü65 nicht ausreichend berücksichtigt hat und ich nirgendwo finden kann wie stark die Ausbreitunt des MCs bei den Probanden war, hätte ich gerne gelesen, wie es euch, in gesetzterem Alter mit dem Medikament ergangen ist und und noch ergeht.

Leinelchi
Dauergast
Beiträge: 144
Registriert: Mi 2. Sep 2020, 11:28

Re: Stelara

Beitrag von Leinelchi »

Hallo,

also ich bin weiblich und 62 Jahre alt. Seit über 1 Jahr werde ich mit Stelara behandelt, spritze mich alle 10 Wochen. Mir geht es mit Stelara so gut wie schon sehr lange nicht mehr. Kaum Durchfall und auch das imperative ist fast weg. Die Entzündungswerte sind seit 1 Jahr fast nie erhöht, nur 2 x war bei 70 und 90 der Calprotektinwert. Aber da hatte der Körper mit extremen Blutdruckschwankungen zu kämpfen, was mich sogar 2 Tage ins Krankenhaus brachte. Inzwischen konstant niedriger Blutdruck.

Mein Gastro meinte (ist ein ehemaliger Prof. der Uniklinik) meinte, bis 70 Jahre, wenn es bei mir solange gut wirkt, würde er es schon anwenden bei mir. Zumal ich keine anderen Medikamente nehme.

Alles Gute
Leinelchi

Anny200
neu hier
Beiträge: 3
Registriert: Fr 22. Mär 2013, 17:22

Re: Stelara

Beitrag von Anny200 »

Vielen Dank für Deine Antwort. Darf ich fragen wo du den Crohn hauptsächlich hast? Ich gehe mal davon aus, dass er auch schon eine Weile Dein Begleiter ist.

Leinelchi
Dauergast
Beiträge: 144
Registriert: Mi 2. Sep 2020, 11:28

Re: Stelara

Beitrag von Leinelchi »

Hallo,

MC wurde bei mir 2008 festgestellt. 2016 wurde ich wegen einer vernarbten Stenose und Fistel operiert (Ileozaekalresektion).

Mein Crohn betrifft Dünndarm und Dickdarm mit Beteiligung an Gelenken (Rücken, Hände) und Augen. Auch der Magen mit Schmerzen Oberbauch rebelliert immer mal wieder stark. Derzeit nehme ich wieder Pantoprazol für 4 Wochen, dadurch Verbesserung.

Dank Stelara derzeit kaum Durchfall und auch nicht mehr imperativ. Stelara spritze ich nun seit 1 Jahr. Leider kommt es derzeit immer wieder zu extremen Blutdruckanstieg ohne Vorwarnung. Seit Stelara ist der Blutdruck die meiste Zeit aber eher zu niedrig. Sollte Kardiologisch, Augen und Haut untersucht werden, da kam aber meine Corona-Erkrankung dazwischen, Termine halt verschoben.

Auch wenn die Fachinfo keine Empfehlungen für Stelara ab 60 beinhaltet, finde ich Stelara auch in Bezug auf den Nebenwirkungen super.

Alles gute
Leinelchi

Anny200
neu hier
Beiträge: 3
Registriert: Fr 22. Mär 2013, 17:22

Re: Stelara

Beitrag von Anny200 »

Hi,

na da hast du ja auch zugelangt.

Hast du den MC nachgewiesen im Magen oder ist das dann eher eine Gastritis, die dich ärgert? Wenn du den Crohn da hast, scheint sich das nicht signifikant verbessert zu haben, so klingt das jedenfalls, korrigiere mit bitte, wenn ich dich falsch verstanden habe.

Bezieht sich der Befall deines Dünndarms auf den Übergang vom Dünndarm auf den Dickdarm oder geht das weiter? Bei mir das die Hälfte des Ileums, teils mit Wandstarre und Stenosen.

Wie lange hat es gedauert bis Stelara gut gewirkt hat?

Herzlich Anny

Leinelchi
Dauergast
Beiträge: 144
Registriert: Mi 2. Sep 2020, 11:28

Re: Stelara

Beitrag von Leinelchi »

Hallo,

also bei dem Magen ist das verursacht durch zu viel Galle, leichter Reflux. Mein Gastro sieht aber auch eine Ursache beim MC, da immer wenn ich Probleme mit dem Darm habe, auch der Magen schlechter ist. Ursache ist mir eigentlich egal, Hauptsache die Beschwerden halten sich in Grenzen. Denke das sind auch noch die Nachwehen von zu langer Cortisoneinnahme.

Also bei mir war der Calprotektin schon vor Stelara niedrig bei 28 durch Cortison. Cortison geht auch nur in Ausnahmefällen bei mir, zu starke Nebenwirkungen.
Habe dann mit Infusion und überlappend für 2,5 Monate noch weiter mit Budenofalk begonnen.Das war zur Sicherheit falls Stelara nicht gewirkt hätte. Bereits nach 4 Monaten fiel der Calprotektinwert noch weiter nach unten. Was aber wichtiger für mich ist, seitdem meist breiiger oder fester Stuhl morgens und manchmal nochmal mittags aber kaum mehr imperativ. Dazu haben auch noch die Flosamenschalen die ich nehme beigetragen. Fast normales Leben dadurch.
Nur wenn aussergewöhnliche Ereignisse wie z.B. Blutdruckentgleisung (wird kardiologisch noch geklärt woran das liegen könnte) oder Einnahme von Antibiotika (Bronchitis / Corona) notwendig wurde stieg der Calprotektin auf 70 oder 90, das aber nur kurzzeitig, dann wieder auf 20 oder noch niedriger.

Bei den Gelenke denke ich ist keine große Verbesserung zu erwarten, da ich auch Osteoporose habe und schon seit Kindheit mit der Halswirbelsäule Probleme. Da spielt MC wohl eine untergeordnete Rolle, hat aber doch Einfluss.
Bei den Augen ist durch die Therapie keine Verbesserung zu erwarten, egal welches Mittel, bekam ich durch die Augenklinik gesagt.

Für mich ist Lebenqualität und fast unbeschwerte Teilnahme am allgemeinen Leben wichtig und das ist durch Stelara endlich eingetreten.

Leinelchi

Antworten