Medikamente bei CED

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Aysu29
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Medikamente bei CED

Beitrag von Aysu29 »

Hey Leute,
Ich habe erst Ende letzten Jahres meine Diagnose colitis ulcerosa bekommen und bin auch erst 20 Jahre alt.
Ich hab jz gerade den nächsten Schub und war auch schon beim gastro. Der hat mir wirklich gesagt, dass ich warscheinlich durchgängig meine Medikamente Rektal Suspension Melasazin und auch ein Granulat zum trinken nehmen muss. Das ist sooo lästig mit dem Einlauf gibt es wirklich keine anderen Optionen. Es macht mir so Angst, dass für „immer“ einnehmen zu müssen. Was soll ich denn meinem Freund sagen 😓.
Habt ihr andere Medikamente oder könnt ihr was zu eurem Krankheitsverlauf erzählen ?

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neptun
Inventar - wird täglich mit abgestaubt
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Re: Medikamente bei CED

Beitrag von neptun »

Hallo Aysu,

für "immer" ist nichts.
Rektal behandelt man mit Mesalazin, wenn es typische Symptome und Beschwerden gibt, die auf entzündliches Geschehen hinweisen. Dazu sollte dann auch als Verlaufskontrolle der Calprotectinwert im Stuhl als spezifischer Marker für Entzündungen im Magen-Darm-Trakt erhoben werden. Oder es wird eine kleine Rektoskopie als Goldstandard gemacht. Da kann der Arzt die Entzündung direkt in Augenschein nehmen und entsprechende medikamentöse Angebote machen.
Je nach Höhe der Entzündung nimmt man Mesalazin als Zäpfchen, Schaum oder Klysmen zur Nacht.

Mesalazin oral, bei Entzündung mit min. 3g/d nach Leitlinie cu, nimmt man dauerhaft über min. 2 Jahre ein. Es dient der Behandlung der Entzündung, dem Erhalt der Remission und der Darmkrebsprophylaxe. Für den Enddarm sind Claversal, Salofalk und Mezavant geeignet.

LG Neptun

Arzo
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Beiträge: 11
Registriert: Do 16. Jan 2020, 21:41

Re: Medikamente bei CED

Beitrag von Arzo »

Hallo Aysu
Ich wurde auch diagnostiziert, als ich 20 war. Zuerst habe ich nicht verstanden, dass ich chronish krank war bzw. was chronisch krank sein wirklich bedeutet. Ich wollte sorglos leben und wollte vor allem die rektale Therapie entgehen. Ich dachte „Medikamente einnehmen = krank sein“, und nutzte jede Gelegenheit, um meine Medikamente zu „vergessen“. Jetzt (nach ein paar schwerer Schub, und als ich merkte, was passiert, sobald ich meine Medikamente nicht einnehme) begreife ich es so: „Medikamente einnehmen = gesunder bleiben“. Es macht nicht immer Spass, mit dieser Krankheit zu leben, regelmäßig zum Arzt zu gehen und sich anders zu fühlen als unsere vielen gesunden jungen Freunde, aber jetzt sehe ich es als eine Chance an, dass es viele Behandlungsmöglichkeiten für meine Kranheit existiert (und solange wie Mesalasin ausreicht, ist es noch besser). Ich schämte mich auch, vor meinem Freund (Rektal-)Medikamente einzunehmen, aber er reagierte, als sei alles normal, und alles lief gut. Die Einnahme von Medikamenten ist mittlerweile eine Routine, genau wie ich mir die Zähne putze, ich nehme mehrmals am Tag Medikamente ein...für viele von uns die einzige Möglichkeit, beschwerdefrei Zeiten zu geniessen ;-)
Ich wünsche dir alles Gute!
Arzo

Aysu29
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Registriert: Fr 26. Feb 2021, 01:54

Re: Medikamente bei CED

Beitrag von Aysu29 »

Arzo hat geschrieben:
Sa 27. Feb 2021, 13:09
Hallo Aysu
Ich wurde auch diagnostiziert, als ich 20 war. Zuerst habe ich nicht verstanden, dass ich chronish krank war bzw. was chronisch krank sein wirklich bedeutet. Ich wollte sorglos leben und wollte vor allem die rektale Therapie entgehen. Ich dachte „Medikamente einnehmen = krank sein“, und nutzte jede Gelegenheit, um meine Medikamente zu „vergessen“.

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Du hast recht natürlich sollte man sich dran gewöhnen, aber dann denkt man halt wirklich über andere im gleichen Alter nach und wie toll sorgen frei die ihr Leben leben können.
Naja es könnte immer schlimmer sein.
Danke für die Antwort. Dir auch alles gute.

Lg

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