Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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nelda
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Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Beitrag von nelda »

Hallo!

Ich habe Pancolitis und habe bisher immer Mezavant (Mesalazin) Tabletten genommen. Nun habe ich als Nebenwirkung Nierenprobleme, d.h. Eine zu niedrige GFR und erhöhtes Kreatinin. Ich hoffe nur dass sich die Niere wieder erholt ich würde gerne noch eine Weile leben habe zwei kleine Kinder...
Gäbe es außer Immunsupression Alternativen? Ich habe gelesen dass Sulfasalazin nicht Nierneschädigend sein soll.
Freue mich über Antworten und Erfahrungen.

Danke,

Nelda

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Uwe7
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Re: Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Beitrag von Uwe7 »

Hallo Nelda,

zur Remissionserhaltung eignet sich Mutaflor. Ich nehme es seit Jahren bei bestehender Colitis ulcerosa zur Schub-Prophylaxe. Nachdem ich eine Mesalazin-Unverträglichkeit entwickelt hatte, wird es sogar von der Krankenkasse bezahlt.

LG Uwe
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Catze
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Re: Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Beitrag von Catze »

Hi Nelda,
da gibt es viele Möglichkeiten:
Ernährung umstellen, Probiotika, Präbiotika, pflanzliche Mittel (Myrrhinil intest, Kurkuma, Kräuterbitter, Weihrauch), Lecithin.
Bei mir persönlich hat Mutaflor einen Schub ausgelöst. Ecoli Bakterien gehören zur Fäulnisflora. Wahrscheinlich ist da was gekippt.
Es ist also nicht für jeden geeignet und kann auch verschlechtern! Will das nur erwähnen, weil ich damals überall las, dass es keine Nebenwirkungen habe. Dem muss ich leider widersprechen.
Freut mich aber total, dass es bei Dir, Uwe, hilft :)
Und viel Erfolg dir, Nelda! Es gibt viele Wege :)

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Uwe7
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Re: Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Beitrag von Uwe7 »

Moin Catze,

an der Ecke sieht man mal wieder: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind individuell sehr verschieden. So werden z.B. auch Nahrungsmittel sehr unterschiedlich vertragen. Mir ist im Laufe der Jahre klar geworden, dass es keine allgemeingültigen Regeln gibt. Das beste Beispiel ist ein Leidensgenosse aus einer Selbsthilfegruppe. Er hat Morbus Crohn, die andere prominente CED. Das Getränk, was er am besten verträgt ist Cola. Im Rahmen einer Ernährungsberatung würde dieses Getränk immer durchfallen: Zuviel Kalorien, zu viel Zucker - aber er verträgt’s supergut. Bei mir würde es vermutlich einen Schub auslösen.

Soweit mal der off-topic-Teil.

In meiner fast 40-jährigen CU-Karriere habe ich viele Täler durchschritten - bis zu 20 blutige Durchfälle innerhalb einer Nacht (von 22 Uhr bis 6 Uhr) hatte ich schon erlebt. Prednisolon 80 mg/d musste ran. Vor einigen Jahren entwickelte ich leider eine Mesalazin-Unverträglichkeit. Und so musste eine Alternative her: Mutaflor. Es hilft mir tatsächlich seit Jahren. Achten muss man darauf, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Das Medikament ist zwingend im Kühlschrank aufzubewahren.

Meine letzte Spiegelung im Juli diesen Jahres ergab: Nichts. Der Arzt sagte: "Wenn ich nicht wüsste, dass Sie eine Colitis haben, würde ich sagen: Sie sind gesund." Keine Schleimhautveränderung sichtbar, die auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hinweist.

Ob das nun ein Leben lang so weitergeht, kann niemand sagen - morgen kann theoretisch der nächste Schub kommen - und dann nützt Mutaflor nichts - denn es ist zur Schubbehandlung nicht geeignet. Aber zum Remissionserhalt ist es, zumindest für mich, eine echte Alternative.

LG Uwe
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nelda
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Re: Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Beitrag von nelda »

Hallo!

Das ist interessant, dass Mutaflor so gut wirken kann. Ich hatte eigentlich schon daran gedacht, das zu versuchen. Es ist aber schwierig es hier in England zu bekommen. Ich nehme zur Zeit auch Probiotika (vivvomaxx) und habe mal recherchiert, dass Probiotika mit dem Bakterienstamm Rhamnosus bei Colitis empfehlenswert sein sollen.
Liebe Catze, darf ich fragen, was bei dir so gut geholfen hat? Was für eine Art von Kräuterbitter war das und welche Form von Weihrauch, Präbiotika?
Ich versuche viel mit Ernährung zu machen, kein Gluten mit Ausnahme von Dinkel, keine Milchprodukte außer Butter, keine Kichererbsen, aber Linsen und alle möglichen Gemüsesorten. Bevor meine Colitis begann habe ich täglich 1,5l Coke Zero getrunken, eine Quarktasche am Tag, das hat bestimmt bei mir zur Entwicklung der Colitis neben Unistress und genetischer Veranlagung dazu beigetragen.
Bin für eure Tipps sehr dankbar,

Nelda

Catze
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Re: Remissionserhaltung Alternative zu Mesalazin

Beitrag von Catze »

Hi Nelda,
Also ich gehe mittlerweile davon aus, dass die CU ein Resultat einer schlechten Gesamtverdauung ist, also in den Organen die die Nahrung vor dem Dickdarm passiert, v.a. Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber, Galle. Wenn da alles gut funktioniert, sollten im Dickdarm ja nur Ballaststoffe für die guten Bakterien landen. Ist da oben etwas überfordert, landet viel "Mist" im Dickdarm zB zu viel Eiweiß, Fett, Zucker, schlechte Bakterien/Pilze verursachen Gär- und Fäulnisprozesse und bei entsprechender Veranlagung (zB bei CU zu dünner Schleimhautschicht) kommt es zur Entzündung.
Also ist es wichtig diese Verdauungsorgane zu unterstützen, dass die genug Verdauungssäfte und Enzyme produzieren. Das könnte auch erklären, warum einigen Kurkuma gut hilft. Das regt nämlich die Galle an. Und Probiotika unterstützen auch die Verdauung.
Damals hatte ich u.a. ein flüssiges Probiotikum von tisso mit Kräutern genommen, später eines von Dr Wolz, weil du gefragt hast. Wahrscheinlich hilft nur probieren, es ist einfach individuell. Weihrauch wirkte nicht bei mir.

Aktuell mache ich es aber ohne, da ich den Eindruck hatte, dass probiotika nicht ausreichen/ nur Symptome überdeckt.
Durch einen Magensäuremangeltest mit Natron wurde ich auf die obere Verdauung aufmerksam. Steht genauer in einem anderen Beitrag von mir.
Innerhalb weniger Tage ging es mir viel besser (nach Jahren endlich 1-2x fester gut geformter Stuhlgang, fast kein Reizdarm mehr), nachdem ich anfing mit Verdauungsenzymen und Bitterstoffen. Und das obwohl meine Blutwerte in der Hinsicht in Ordnung schienen. Auch die Stuhluntersuchung zeigte keine Leber/galle/bsd probleme an. Aber unauffällige Werte heißen wohl nicht, dass alles ok ist.
Muss in letzter Zeit häufig an den Spruch "Medizin muss bitter sein" denken. Die Bitterstoffe gibt es heute viel zu wenig und doch haben sie eigentlich so wichtige Funktionen. Bin perplex über den Erfolg!

Ich nehme ein Kräuterbitter von tisso (sehr teuer.. bestimmt helfen auch günstigere, hatte es von meiner HP) vor und Kräuterpulver aus dem alnatura (mit Fenchel, Anis, wermut, schafgarbe,..) nach jedem essen und frei verkäufliche Enzyme, bei mir v.a. genug Proteasen wegen Eiweißverdauung wichtig (enzymedica, lefax). Hoffe die irgendwann reduzieren zu können. Außerdem Mariendistel für die Leber. Und natürlich weiter natürlich essen, wenig tierisch, viel Gemüse. Aber Gluten geht bei mir, außer Weizen eher weglassen oder als Vollkorn. Milch nicht (-> hat viel Eiweiẞ), Fleisch/ Fisch geht auch wieder in kleinen Mengen.
Habe wieder angefangen zu joggen, bin sehr energiegeladen und guter Stimmung :)

Das alles sind natürlich nur meine Erfahrungen, es ist sehr individuell!
Drücke dir die Daumen, dass Du das findest, was dein Körper braucht!

Catze aka Katschepsut

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