COVID-19 Impfung

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Unity
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Unity »

Ich habe heute meine Infusion mit Remicade bekommen und bin jetzt bei einer Impfung Biontech. War soweit alles normal. Die Impfung hatte ich auch gut vertragen.

Ende Juli dann die zweite Impfung.

Das einzige was mir Sorgen macht, sind die Antikörper. Bei der Infusion konnte ich ein Gespräch (unfrewillig - sind so Pazellen mit Vorhang) mithören, dass ein Patient keine Antikörper gebildet hatte - die Person hatte allerdings auch einen Pouch. Keine Ahnung, ob das eine Rolle spielt.

Mein Hausarzt, der die Impfung durchführt, hat gesagt, ich könne zwei Wochen nach der zweiten Impfung einen Antikörpertest machen lassen. Hoffe sehr, dass das zumindest etwas anschlägt.

Chariu
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Chariu »

Unity hat geschrieben:
Fr 9. Jul 2021, 19:23
Das einzige was mir Sorgen macht, sind die Antikörper. Bei der Infusion konnte ich ein Gespräch (unfrewillig - sind so Pazellen mit Vorhang) mithören, dass ein Patient keine Antikörper gebildet hatte - die Person hatte allerdings auch einen Pouch. Keine Ahnung, ob das eine Rolle spielt.

Mein Hausarzt, der die Impfung durchführt, hat gesagt, ich könne zwei Wochen nach der zweiten Impfung einen Antikörpertest machen lassen. Hoffe sehr, dass das zumindest etwas anschlägt.
Hallo Unity,

ich habe weiter oben einen Beitrag über eine Studie der Uni-Klinik Erlangen verlinkt, nach der einer von zehn Autoimmunkranken keine Antikörper bildet - wohl unabhängig davon, ob der Patient unter Immunsuppression steht oder nicht. Bei den gesunden Geimpften ist es nur einer von hundert. Sie empfehlen - analog der Aussage deines Hausarztes - zwei Wochen nach der 2. Impfung die Durchführung eines Antikörpertests und abhängig vom Ergebnis gegebenenfalls eine 3. Impfung mit einem anderen Impfstoff.

Aber mache dir erst einmal nicht zu viele Gedanken, ich bin selbst immunsupprimiert und hatte gut drei Wochen nach der 2. Impfung einen positiven Antikörpertest.

Beste Grüße,
Chariu
Pancolitis ulcerosa seit 2002,
Azathioprin zwischen 150 mg und 100 mg tgl. seit 2007,
1 fehlgeschlagener Ausschleichversuch.

Unity
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Unity »

Hallo Chariu,

vielen Dank für Deine Antwort und die Studie. Die zehn Prozent hatte ich schon gehört. Dass das unabhängig von der Medikation ist, wusste ich allerdings bislang nicht!

Es freut mich gerade wirklich sehr hören, dass Du einen positiven Antikörper hast. Das macht mir Mut!

Viele Grüße

Unity

Morb2021
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Morb2021 »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier, leider aus aktuellem Anlass. Kurz zu mir: Männlich, über 40 und seit 10 Jahren mit Morbus Chron und Azathiorpin unterwegs.

Ich wurde mittlerweile zweifach mit Biontech geimpft und habe einen Antikörpertest gemacht. Das Ergebnis kam heute an: Es konnte keine Antikörper festgestellt werden.

Das war erstmal ein Schock und daraus ergeben sich zwangsläufig Fragen, die mir bislang mein Hausarzt und mein Morbus-Chron-Arzt nicht beantworten konnten. Aber vielleicht gibt es hier ebenfalls Betroffene, die vielleicht schon weiter sind.

- Bin ich damit komplett schutzlos gegen Corona? Oder besteht dennoch ein Teilschutz?
- Sollte man eine dritte Impfung machen? Wenn ja, womit? Eher dann einen Vektorimpfstoff?
- Und wann sollte man dies machen? Die Schätzungen schwanken von meinem Hausarzt (in 3 Wochen) bis zu 3 Monaten (Morbi-Doc nach Bauchgefühl)

Von ein paar Studien USA, Erlangen habe ich bereits gehört. Aber wirkliche Empfehlungen konnte ich noch nicht ableiten.

Viele Grüße

Chariu
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Chariu »

Morb2021 hat geschrieben:
Mi 14. Jul 2021, 14:08
- Bin ich damit komplett schutzlos gegen Corona? Oder besteht dennoch ein Teilschutz?
- Sollte man eine dritte Impfung machen? Wenn ja, womit? Eher dann einen Vektorimpfstoff?
- Und wann sollte man dies machen? Die Schätzungen schwanken von meinem Hausarzt (in 3 Wochen) bis zu 3 Monaten (Morbi-Doc nach Bauchgefühl)

Von ein paar Studien USA, Erlangen habe ich bereits gehört. Aber wirkliche Empfehlungen konnte ich noch nicht ableiten.

Viele Grüße
Hallo Morb2021,

die 1. Frage kann ich dir nicht beantworten, die 2. und 3. dagegen schon, weil ich mir dazu vorsorglich einiges angelesen hatte, dann zum Glück aber selbst nicht gebraucht habe.

Im Falle eines Nicht-Ansprechens empfiehlt die Uni-Klinik Erlangen als besten Weg eine neuerliche, 3. Impfung, idealerweise dann mit einem anderen Impfpräparat. Wenn du also die ersten beiden Impfungen mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten hast, wäre das dann jetzt ein Vektorimpfstoff. Oder du wartest auf die Zulassung der Proteinimpfstoffe von Novavax oder Sanofi/Glaxo-Smith-Kline.

Die "normalen" Nebenwirkungen fallen bei den Kreuzimpfungen mit Vektor- und mRNA-Imptstoff in der Regel umso stärker aus, je kürzer der Abstand zwischen 2. und 3. Impfung ist. In einer Studie hat sich gezeigt, dass ein Abstand von mindestens 10 Wochen zwischen 2. und 3. Impfung die geringsten Nebenwirkungen hervorbrachte.

Beste Grüße,
Chariu
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Morb2021
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Morb2021 »

Besten Dank schon mal.

Die erste Frage kann mir anscheinend niemand beantworten. Ich hatte sogar gehofft, dass ich was im Netz dazu finde, dass es falsche negative Tests bei den Antikörpern gibt. Habe aber nur was zu "mit Corona Infizierten" gefunden, nicht zu Geimpften.

Man sollte meinen, nach eineinhalb Jahren Pandemie gäbe es dazu mehr Daten...

Chariu
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Chariu »

Morb2021 hat geschrieben:
Mi 14. Jul 2021, 15:30
Habe aber nur was zu "mit Corona Infizierten" gefunden, nicht zu Geimpften.
Ich hatte im Rahmen meiner "Recherchen" nur mal etwas von falsch positiven Antikörpertestergebnissen gelesen, aber nichts von falsch negativen... Muss aber nichts heißen.
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Ronnek
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Ronnek »

Morb2021 hat geschrieben:
Mi 14. Jul 2021, 14:08
Hallo zusammen,

ich bin neu hier, leider aus aktuellem Anlass. Kurz zu mir: Männlich, über 40 und seit 10 Jahren mit Morbus Chron und Azathiorpin unterwegs.

Ich wurde mittlerweile zweifach mit Biontech geimpft und habe einen Antikörpertest gemacht. Das Ergebnis kam heute an: Es konnte keine Antikörper festgestellt werden.

Das war erstmal ein Schock und daraus ergeben sich zwangsläufig Fragen, die mir bislang mein Hausarzt und mein Morbus-Chron-Arzt nicht beantworten konnten. Aber vielleicht gibt es hier ebenfalls Betroffene, die vielleicht schon weiter sind.

- Bin ich damit komplett schutzlos gegen Corona? Oder besteht dennoch ein Teilschutz?
- Sollte man eine dritte Impfung machen? Wenn ja, womit? Eher dann einen Vektorimpfstoff?
- Und wann sollte man dies machen? Die Schätzungen schwanken von meinem Hausarzt (in 3 Wochen) bis zu 3 Monaten (Morbi-Doc nach Bauchgefühl)

Von ein paar Studien USA, Erlangen habe ich bereits gehört. Aber wirkliche Empfehlungen konnte ich noch nicht ableiten.

Viele Grüße
Hallo,

evtl. ist dein negatives Antikörpertestergebnis falsch negativ, da nicht valide bzw. nicht nach dem richtigen Indikator gesucht wurde. Ich kann dazu den NDR Podcast 'Corona Virus Update' Folge 87 empfehlen. Frau Cisek beschreibt dort, dass die Labore wissen müssen, ob der test nach Impfung oder Infektion erfolgt.

Ich selbst habe im Mai zwei biontech Impfungen erhalten mit gleichzeitiger cortiment Einnahme, da Crohnschub nach erster Impfung. Mein Antikörpertest drei Wochen nach der zweiten dosis fiel mit >250 Units per ml positiv aus. Es war ein elecsys anti sars cov 2 s test der Firma Roche. S steht für das spike protein.

Zu deiner ersten Frage: meine impfärztin sprach davon, dass neben den neutralisierenden antikörper auch andere Schutzfunktionen durch die Impfung aktiviert werden wie zB die T Zellen. Das immunsystem ist sehr komplex, sodass ein neg. Antikörpertest nicht bedeuten muss gänzlich ohne Schutz zu sein.

Ich empfehle auch die virus watch study aus UK. Viel größer angelegt als die Erlangener Studie, da eine population basis. Die Erkenntnisse über verschiedene immunosuppressive Medikamente sind interessant und hilfreich.

Colitisopfer
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von Colitisopfer »

Hallo liebe Darmkranke :?

Da ich hier aus eigener Erfahrung sprechen kann, werde ich dies gerne ma tun.

Also ich bin 24 Jahre jung und seit dem 17. Lebensjahr ein colitis ulcerosa Patient. Da ich seitdem ich 19 Jahre alt war, keine Medikamente zu mir genommen habe, wie salfolk e.t.c habe ich mein coltis durch pflanzische Medikamente gut im Griff gehabt.

Seit meiner ersten Biotech Impfung vor ca. Einem Monat, haben die Probleme wieder begonnen... also für mich war es die dümmste Entscheidung die erst Impfung machen zu lassen, ich habe auch mal bei meinem Hausarzt nachfragt, er sagte dss es unmöglich von der Impfung kommen kann. Die zweite Impfung werde ich wahrscheinlich nicht machen, also an alle die unter colitis leiden und sich impfen lassen wollen, überlegt es euch zwei mal.

Lieben Gruß

pt2016
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Re: COVID-19 Impfung

Beitrag von pt2016 »

Colitisopfer hat geschrieben:
Di 20. Jul 2021, 21:25

Seit meiner ersten Biotech Impfung vor ca. Einem Monat, haben die Probleme wieder begonnen... also für mich war es die dümmste Entscheidung die erst Impfung machen zu lassen, ich habe auch mal bei meinem Hausarzt nachfragt, er sagte dss es unmöglich von der Impfung kommen kann. Die zweite Impfung werde ich wahrscheinlich nicht machen, also an alle die unter colitis leiden und sich impfen lassen wollen, überlegt es euch zwei mal.
Dem Hausarzt würde ich mal widersprechen - meiner persönlichen Erfahrung nach kann so ziemlich alles, was irgendeine Art von Stress bedeutet dazu führen, dass die Entzündung verstärkt aufflammt. Trotzdem finde ich eine Covid Impfung alles andere als eine dumme Entscheidung - wenn der Körper schon auf die Impfung so reagiert,, würde eine Corona Infektion vermutlich noch viel heftigere Auswirkungen haben. Von daher würde ich auch unbedingt die Zweitimpfung machen lassen, sonst hast Du so gut wie keinen Schutz aber die Nebenwirkungen...

Mein Darm hat übrigens bei den Covid Impfungen kaum reagiert (Biontech), aber eine PneumokokkenImpfung gestern hat neben anderen Impfreaktionen (frieren, Gliederschmerzen) auch zu heftigen blutigen Durchfallen geführt... ich hoffe mal, dass sich das auch wieder gibt (ich nehme bisher auch keine Medikamente außer zur Zeit Myrrhinil und Vit D)

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