Colitis - Verlauf

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Tanja2603
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Colitis - Verlauf

Beitrag von Tanja2603 »

Hallo,

Bei mir wurde vor ca. 5 Jahren Colitis diagnostiziert.
Mein Arzt hat mir damals erzählt, dass diese Krankheit in Schüben auftritt und es somit auch Zeiten ohne Beschwerden gibt. Seit 5 Jahren sind meine Beschwerden jedoch relativ konstant und gehen weder in das eine noch in die andere Extreme. D.h. ich renne vielleicht maximal 3 mal am Tag auf Toilette und habe dabei einen flüssigen bis leicht festen Stuhlgang. Eine Ruhephase ohne Beschwerden und dafür mit einem festen Stuhlgang habe ich allerdings noch nie erlebt (trotz unterschiedlicher Medikamente). Es ist nicht so als könnte ich nicht damit leben und ich weiß, dass es durchaus schlimmere Fälle gibt. Trotzdem ist dieser ständige Druck vor allem psychisch sehr belastend.
Daher wollte ich gerne mal fragen wie bei Euch der Verlauf der Krankheit ist? Habt ihr Phasen, in welchen ihr komplett beschwerdefrei seid (d.h. fester Stuhlgang und auch mal einhalten)
Viele Grüße,
Tanja

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Dannilein
Dauergast
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Re: Colitis - Verlauf

Beitrag von Dannilein »

Hallo, ich habe zwar nicht CU sondern MC aber das bestehen ja einige parallelen.

Was für Medikamente hast du denn schon bekommen?
Was genau bedrückt dich psychisch so sehr?
Hast du durchgehend Schmerzen?

Einen Verlauf kann man bei beiden Erkrankungen leider nicht voraussagen.
Bei mir ging es heftig los... Dann kam durch Medikamente eine remissionsphase die ca 4 Jahre anhielt.
Ich bekam zwei Kinder und nach der zweiten Geburt ging das alles wieder los. Seitdem bin ich in einer Aktivieren Phase. Also seit knapp 6 Jahren.
Durch Humira hält es sich flach... Aber 3 mal am Tag auf die Toilette, kann ich eher beneiden. :-)

Bei mir kann das morgens schon bis zu 6-7 mal werden. Dann ist erst Ruhe.

Mir sagen Ärzte immer mal wieder, das sich diese Erkrankungen einmal "durchfressen" und dann irgendwann Ruhe einkehrt.
Ob da was wahres dran ist, kann ich nicht sagen. Schön wäre es.

Lg Danni

Unity
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Registriert: Mo 29. Jan 2018, 22:18

Re: Colitis - Verlauf

Beitrag von Unity »

Ich habe seit sechs Jahren Morbus Crohn und ich habe auch eher durchgehend Beschwerden. Ich bin mittlerweile bei Remicade angekommen, aber auch damit ist es nicht "wie vorher". Aktuell bin ich bei 1-3 Stuhlgängen pro Tag, teils fester Stuhlgang, teils weniger fest. Hinzu kommt oft ein Kribbeln auf der Zunge. Ich muss bei vielen Lebensmitteln aufpassen und esse auch in der Regel vor 12 Uhr mittags nichts, weil mein Körper damit irgendwie nicht klar kommt. Dennoch ist meine Lebensqualität insgesamt sehr hoch. Ich mache fünf Mal die Woche Sport, bin bei der Arbeit während der Zeit nur einmal kurz ausgefallen - aber - und das kann ich sehr gut nachvollziehen, empfinde ich den psychischen Druck schon als hoch. Nicht zu wissen, ob/wie lange Remicade wirkt, ob man schwere Nebenwirkungen bekommt und wie der Verlauf sein wird, da man ja anscheinend keinen Wechsel aus "Ruhe" und "Schub" hat, sondern gefühlt ständig ein Problem.

Diesem Druck versuche ich mit Meditation entgegenzuwirken, was mir in den letzten Jahren schon geholfen hat. Darüber hatten wir hier mal gesprochen: https://forum.dccv.de/viewtopic.php?f=4&t=5441

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Dannilein
Dauergast
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Re: Colitis - Verlauf

Beitrag von Dannilein »

Diese Gedanken an die Nebenwirkungen kenne ich... Habe sie aber irgendwann größtenteils abgelegt. Unbehandelt geht's halt nie lange gut bei mir. Also müssen diese medis ja leider sein.
Ich habe für mich festgestellt, das ich ab spätestens 20 Uhr nichts mehr essen sollte. Am Abend selbst macht mir das noch keine Probleme. Aber morgens dann umso mehr. Und auch eher leichte kost am Abend.
Kaffee geht gar nicht. Habe trotzdem bis vor knapp 2 Monaten jeden Tag morgens welchen getrunken. Dadurch rannte ich nochmal locker 3 mal mehr aufs Klo.
Sritdem ich den weglasse, ist es deutlich ruhiger geworden.

Bei mir besteht das größte Problem darin, daß ich unterwegs schnell nervös werde, aus Angst aufs Klo zu müssen und nicht zu können. Vorallem seitdem ich das Fistel Problem habe und eine gewisse Hygiene da unten halten muss.
Vorallem aber diese Nervosität macht es letztendes noch schlimmer und dann muss ich erst recht. Habe einen unglaublich nervösen Magen.
Ansonsten versuche ich da entspannt zu bleiben. Ich kann es nicht ändern... Medikamente brauche ich. Ohne hätte ich kaum Lebensqualität.

Wenn dieser Mist heilbar wäre..... Ich würde echt alles dafür geben.

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