Drainage ziehen schmerzhaft?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Dannilein
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Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Dannilein »

Nabend...

Mir soll morgen eine abszessdrainage gezogen werden. Sie war 14 Tage dann drin. Stört auch sehr und die abszesswunde, durch die sie liegt, wird durch den Faden irgendwie immer gereizt.

Muss ich mich auf Schmerzen einstellen oder tut das ziehen nicht weh?

Lg

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Dannilein
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Dannilein »

Wollte einmal berichten... Auch, wenn ich noch keine Antwort bekommen habe. :lol:
Ich sehe alles an Informationen als sinnvoll an.

Ich war gerade im Krankenhaus in der proktosprechstunde und mir wurde die abszessdrainage absolut schmerzlos gezogen.
Da war meine Angst total unbegründet. War heute morgen echt schweissgebadet, so rappelig war ich.

Nunja.. Problem ist ja, das ich direkt neben dem abszess noch eine verhärtung habe, die aber recht schmerzlos ist.

Die Oberärztin hat jetzt für nächste Woche einen MRT Termin veranlasst, damit man mal sieht, was da so los ist. Ob im Gewebe noch Flüssigkeit ist oder vielleicht eine fistel, die das ganze versorgt. Da an dieser Stelle die wundheilung einfach zu lang dauert.
Drückt mir die Daumen, daß keine weiteren fisteln entdeckt werden. Ich ertrage das nicht mehr. :cry:
Es könnte ggf sein, das sie an dieser Stelle nochmal operieren muss um das ganze weiter zu eröffnen.
Kann ja ein toller Sommer werden.

Was mir ebenfalls gerade mitgeteilt wurde, überraschte mich.
Die fistel, mit der ich die meisten Probleme habe, geht nicht durch den schließmuskel. Die auf der anderen Seite ja... Aber die hat mir, seitdem dort die Drainage liegt, nie wieder Probleme bereitet. Nichtmal gereizt.
Ich ging bis heute davon aus, das dieser quälgeist durch den schließmuskel geht.
Also ist die andere Seite wohl vollständig ausgetrocknet. Da ist nämlich nie was an der Kompresse. Aber bei der, die nicht am schließmuskel beteiligt ist, war immer mal was an den kompressen. Sehr merkwürdig.

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Dannilein
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Dannilein »

Dann antworte ich mir mal wieder selbst :lol:

Nabend alle zusammen,

Heute wurde ein MRT von meinem Becken gemacht, da die kleinere abszesswunde zwar eine Besserung aufweist, aber noch nicht wirklich zufriedenstellend ist. Nach über 3 Wochen kommt noch Sekret, es ist drumherum noch eine verhärtung zu spüren, brennt auch manchmal und sitzen irgendwann dadurch recht unangenehm.

Ich hatte ja zuerst einen recht großen Abszess Richtung Damm, welcher noch größer eröffnet wurde. Heilt auch gut ab. An dieser Stelle habe ich ja auch schon seit gut 5 Jahren eine Drainage liegen.
Wenige Tage nach der Spaltung merkte ich eine verhärtung.
Ungefähr ein halber cm darüber bildete sich wohl ein neuer abszess. War schon kurz davor, von selbst aufzugehen. Oberarzt meinte jedoch, ich solle so oder so einen Eingriff vornehmen lassen, damit man das spülen kann. Ok... Problem war nur, das man diesen Eingriff erst einen Tag später durchführen konnte.ein Samstag... Kein Oberarzt im Hause. Also wurde ein weiterer Chirurg hinzugezogen. Der Oberarzt zeigte ihm alles und hat ihm erklärt, was er machen soll.
Wortlaut "Falls eine Fistel vorhanden, drainieren"
Es war aber keine Fistel vorhanden. Trotzdem wachte ich mit einer dritten Drainage auf.
Er hat also quasi eine eigene Fistel von einem Abszess zum anderen hergestellt. Ganz toll!!!!

Heute wurde das auf dem MRT dann auch gesehen. Eine supkutane Fistel.ich war schonmal froh, das nicht wieder was durch den schließmuskel geht in den after.

Die öberärztin, die auch meinen ersten Abszess operiert, hat schon letzte Woche in den Raum geworfen, das man die Stelle wahrscheinlich nochmal eröffnen muss, damit es vernünftig heilen kann.
Regt mich total auf.... Wieder eine Operation mehr, weil ein Chirurg seine Arbeit nicht anständig gemacht hat. Ist mir schon vor 5 Jahren passiert.
Da darf man echt nur die oberärzte Ranlassen.

Ich nehme nun schon seit 6 Wochen kein Humira. Seitens des Krankenhauses und auch meines Gastros, musste das jetzt erstmal richtig abgeklärt werden. Bin mal gespannt, wie das danach weiterläuft. Ob ich wieder mit Humira anfange wie gewohnt?
So lange hab ich noch nie ausgesetzt.
Mein Stuhlgang ist geformt und frequenzmäßig in Ordnung. Keine Bauchschmerzen... Nichts weiter.
Dienstag geht das wieder ins Krankenhaus, zu Besprechung.
Es darf dann jetzt auch gerne aufhören.... Ich will nicht mehr.

Lg

Trüffel
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Trüffel »

Oh man, das tut mir echt leid für dich :cry:
Wäre schon schön, wenn es mal aufwärts geht! Ich fühle mit dir - irgendwann will man einfach nur noch Ruhe haben...

Auch blöd, wenn du z.T. so negativ-Erfahrungen mit verschiedenen Ärzten erlebt hast. Als Patient wünscht man sich halt, dass der Arzt weiß, was er tut...

Halt trotz allem die Ohren steif!!
Ich drück dir für nächste Woche ganz fest die Daumen, v.a. dass es wirklich mal aufwärts geht!!

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

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Dannilein
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Dannilein »

Hallo Trüffel,

Ja, das wäre wirklich toll.
Ich war ja schon soweit zufrieden mit dem MRT. Auch die Heilung schreitet voran.. Aber diese, vom Chirurgen hergestellte Fistel, macht nicht so richtig mit.
Es ist ärgerlich, wenn Ärzte meinen, sie müssen den Anweisungen eines leitenden Oberarztes nicht folgen.
Keine Fistel, keine Drainage!

Und nicht, keine Fistel, wird halt eine gemacht.
Nunja, jetzt ist es, wie es ist.
Ich war natürlich sehr sauer im Krankenhaus und habe auch dann klargestellt, das nurnoch einer der oberärzte operieren darf.

Damals war es halt ähnlich... Der erste Chirurg war unfähig, die abszesse groß genug zu öffnen oder hat drainagen nicht richtig gelegt. Dadurch bekam ich immer wieder Probleme. Bis der Oberarzt sich der Sache angenommen hat. Alles musste korrigiert werden und ab da war Ruhe.

Vielen Dank

Konrad
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Konrad »

Hallo Dannilein,

leider sind unsere Geschichten mit Fisteln und Abszessen nicht so einfach. Einen Armbruch z.B.kriegt man schnell wieder hin. Aber bei Fisteln/Abszessen ist da manchmal "try and error" drin. Der Chirurg weiß oft nicht, was ihn erwartet, und muss spontan reagieren. Dem würde ich da keinen Vorwurf machen wollen.

Deshalb kommt von mir ja auch immer wieder die Nachfrage nach einem hochauflösenden MRT. Da kann man schon ev.Fistelgänge und Verzweigungen erkennen. Ultraschall mag für eine erste Diagnose OK sein, aber wenn sich sowas bestätigt, sollte man schon bessere bildgebende Verfahren anwenden. Bei Dir hat man damit anscheinend zu lange gewartet. Umso besser, dass das nun geschehen ist. Ich hoffe, nicht nur mit 1,5 Tesla

Nebenbei bemerkt: Kein Ober-/Chefarzt o.Ä.garantiert Dir den Erfolg einer Fistelsanierung. Die Chancen liegen eher unter 50% (Mein Bauchgefühl). Es zahlt sich dann mehr die Hartnäckigkeit aus, und der Wunsch sich nicht unterkriegen zulassen.

Alles Gute

LG Konrad
Timschal

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Dannilein
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Dannilein »

Hallo Konrad.

Zum MRT kann ich dir leider nicht viel sagen. Hatte zwar schon öfter das Vergnügen, aber mit den Geräten und unterschieden kenne ich mich nicht aus.
Kann dir nur sagen, das es bei mir ohne Kontrastmittel gemacht wurde, da ich beim letzten mal allergisch drauf reagierte. Und das nicht zu knapp.

Um eine Fistelsarnierung im eigentlichen geht es nicht. Ich habe seit Jahren eine Hufeisenfistel die links und rechts (also an den jeweiligen enden) mit einer Drainage versehen ist. Dadurch kam Ruhe rein.
Das Thema sanierung wurde schon öfter angesprochen, aber bisher nie in Angriff genommen, weil ich um diese Problematik weiss. Die drainagen stören mich auch eigentlich nicht.

Nach einigen Jahren bekam ich jetzt mal wieder einen größeren Abszess, genau an der Stelle, wo eine Drainage durchläuft.
Dieser wurde von der Oberärztin gespalten und heilt gut.
Es bilde sich nach einer Woche ca 5mm daneben eine kleine verhärtung mit einem kleinen abszess. Dieser war so an der Oberfläche, daß er fast schon von allein aufging.
Ging damit dann eben wieder ins Krankenhaus und der Assistenzarzt war, nachdem er mich erstmal gequält hat, etwas überfordert und rief den leitenden oberharzt hinzu. Der wollte das ganze eigentlich nur lokal betäuben und dann etwas öffnen. Ich hatte aber Angst, weil eh schon alles da unten schmerzte und offen war.
Also sollte es einen Tag später im OP gemacht werden.
Leider war an diesem Wochenende keiner der oberärzte im Haus.
Es wurde dann der diensthabende Chirurg hinzugerufen. Oberarzt erklärte ihm, was zu tun ist und sagte deutlich, falls eine fistel vorhanden ist, drainieren.
Einen Tag später war der Eingriff und ich wachte mit einer dritten Drainage auf. Meine Frage war natürlich sofort, ob die wegen einer neuen fistel gelegt wurde.
Da sagte man, daß ich keine neue fistel habe. Der Arzt aber selbst eine produziert und zwar von einem abszess zum anderen.
Diese Logik habe ich nicht verstanden, wo der Oberarzt das ganze einen Tag zuvor unter Betäubung öffnen wollte.
Genau dieser Mist heilt eben jetzt nicht richtig aus und entleert sich teilweise noch.
Die Oberärztin, die den ersten abszess operiert hat, will eben jetzt diesen Kanal nochmal öffnen, damit es dann anständig ausheilen kann. Sonst werde ich diese verhärtung ja auch nicht los, da noch immer ein entzündlicher Prozess in gange ist.

Dienstag habe ich das Gespräch... Mal sehen.

Lg Danni

Konrad
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Konrad »

Hallo Dannilein
Dannilein hat geschrieben:
So 5. Jul 2020, 00:57
...Oberarzt erklärte ihm, was zu tun ist und sagte deutlich, falls eine fistel vorhanden ist, drainieren.
Einen Tag später war der Eingriff und ich wachte mit einer dritten Drainage auf. Meine Frage war natürlich sofort, ob die wegen einer neuen fistel gelegt wurde.
Da sagte man, daß ich keine neue fistel habe. Der Arzt aber selbst eine produziert und zwar von einem abszess zum anderen.
Oha, da hat wohl jemand operiert, der noch nicht über die nötige Erfahrung verfügt. Das hätte der OA aber wohl wissen müssen. Er ist der zuständige Ausbilder

LG Konrad
Timschal

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Dannilein
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von Dannilein »

Huhu Konrad,

Ja, so sehe ich das auch. Aber der Oberarzt hat ihm wirklich ziemlich Haar klein erklärt, was zu tun ist. Da war nicht die Rede von so einer Aktion.

Da wurde einfach ein eigener Weg gewählt.
Als Patient trägt man die Konsequenzen, leider.

Die Oberärztin hat mir die Drainage auch 14 Tage später sofort gezogen, weil sie unnötig war. Das sagte sie selbst.

Jetzt muss ich da wohl nochmal durch. Aber besser so, als dieser Zustand. Allerdings nurnoch die oberärzte. Bin es jetzt leid.

Lg Danni

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neptun
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Re: Drainage ziehen schmerzhaft?

Beitrag von neptun »

Hallo Danni,

wie ich es verstanden habe, hat der "ahnungslose" Chirurg Dir mit einem Kanal/Loch im Gewebe die beiden geöffneten Abszesse verbunden und eine Drainage, einen Loop, gelegt.

Nur zur Info. Das wäre dann keine Fistel, denn die bildet sich nur durch Entzündung und ist mit einem besonderen granulomatösen Gewebe ausgekleidet. Das ist glatt und kann sich selbst nicht mehr richtig verschließen, weil es nicht verwachsen kann. Deshalb werden Fisteln bis ins rohe Fleisch ausgeschnitten. Das ist dann in der Lage zu heilen.

Liegt nun ein Faden im rohen Fleisch, der würde nach kurzer Zeit einwachsen, weshalb er auch dringend entfernt werden mußte, wenn er sich nicht selbst aufgelöst hätte. Das hängt vom Nahtmaterial ab.

War schon eine merkwürdige Vorgehensweise.

LG Neptun

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